R26 - Sie lief sehr gut, dann weniger gut und immer langsamer und... aber warum?

Begonnen von Bart Sanders, 29 August 2023, 21:51:12

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Bart Sanders

Hallo Forum,

Vorgeschichte:
Seit ich anfang 2013 eine R26 in Kisten und Teilen aufgebaut habe läuft, sorry lief sie sehr gut. Jahrelang. Vor dem Winter Benzin aus dem Vergaser, alles leicht eingefettet, abgestellt. Frühling kommt, Vergaserteile wieder angebaut, Luft in den Reifen, fahren!

Problem:
Bis Frühling letztes Jahr. Ja, schon so lange her. Anfänglich die gleiche Frühlingsprozedur. Und R26 startete und lief wieder wie vorher. Aber....  als wir dann die erste Ausfahrt vom BMW Mono Club in Wijchen hatten, stellte ich fest dass die Geschwindigkeit nicht über 80 kmh wollte. Gashahn weiter öffnen, verschlucken, alsob nur noch Luft statt brennfähiges Gemisch durchzog. Gas zurück, alles wieder OK.
Meine R26 hat mich am selben Tag, abends, brav wieder nach Hause gebracht. Aber die 80 kmh war inzwischen auf kleine 50 kmh gesunken.

Immer wieder das Gleiche: Start gut (kalt/warm), bis X kmh gut, darüber "Loch und nix" Gas zurück, läuft bis X kmh.

Benzin: Super95 E5, immer, wir wohnen an der Grenze.

Entäuscht habe ich meine treue R26 vorerst abgestellt.

Lösung?:
Monate später alle üblichen Verdächtigen genau untersucht: Vergaser (1/26/55) gut, Zündung penibel eingestellt und gut, Fliehkraftversteller gut, Funke an der Kerze gut, Kompression nicht topp, aber gut spürbar. War in den 10 Jahren immer so. Spule ist (R27) unter dem Tank verbaut weil viel Kühler. Ich habe keinen Verdacht, muss trotzdem noch eine Andere probieren. Neuer Kondensator. Ventilspiel OK. Kein extra Benzinfilter.

Das Problem war nicht behoben. Starten, Gas auf bis zum Punkt X, drüber aus, drunter laufen. Ich habe sie dann wiederum abgestellt.

Jetzt will ich es wieder versuchen.

Aber, die geballte Masse an Erfahrungen die hier lagert zuerst mal ansprechen.

Also, wer hat eine Idee wo ich das Problem vermuten darf?

O ja, die Nockenwellekette ist nicht erneuert. Der Motor ist bis auf Zylinder/Kolben/Kopf nicht auseinander genommen. Könnte eine (viel) zu lange Kette die Ursache sein? Das Timing stimmt dann nicht mehr, aber so dass über Punkt X nichts mehr verbrennt???

Also, ich bin gespannt!

Gruss aus Tegelen / NL

Bart
Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Bart Sanders

Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Schorsch

Nabend,

Nur so eine Idee, Benzinzufluss stimmt ?

Schlauch am Vergaser lösen, in einen Messbecher, Benzinhahn auf, 200 ccm in der Minute sollten es sein.

Gruß
Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

4Taktix

Moin Bart,
es muss sich also irgendetwas im Laufe einer Tagestour deutlich verändert haben.
Ich mache mal brainstorming, was mir so spontan einfällt:
- Tankinnenbeschichtung anglöst und die Fetzen verstopfen irgendwas ( Benzinhahn, Bohrungen/Düsen im Vergaser )
- Benzin aus einem alten Kanister getankt und Dreck mit in den Tank gekippt ?
- Evtl. war der Erdtank der letzten Tankstelle fast leer und Du hast da den Bodensatz mitgetankt ?
- Schwimmernadelventil sauber und frei ?
- Wenn Du die Zündung nur statisch bei "spät" geprüft hast:
       Verstellt der Fliehkraftregler bei Drehzahl ?
       Lassen sich die Gewichte von Hand bis Anschlag ausschwenken ?
       Sind die Achsen der Gewicht start ausgeschlagen/können die Gewichte verkanten ?
--> ZZP bei "früh" mit dem Strobo testen.
- Luftfilter sauber und Gummirüssel richtig drauf und ohne Risse ?
  ( evtl. hat sich ein Rostkrümel aus dem Lufi-Gitter gelöst und den Weg in den Vergaser gefunden )
- Evtl. hat sich im Auspuff ein Blechteil durch Rost und Vibration gelöst und behindert jetzt den Abgasstrom ?
- Auslassventil verbrannt und nun undicht ?
- Ventilsitzringe können sich bei Hitze lösen - manchmal werden sie vom Ventil wieder in Ihren Sitz getrommelt,
  manchmal nicht. Wenn Du dann Ventilspiel "korrekt" einstellst, und nach einer Weile löst sich der Sitzring wieder
  und wird ein Stück zurück in seinen Sitz gehämmert, hast Du kein Ventilspiel mehr, bzw. das Ventil schliesst
  nicht ganz. Beim Einlass würde man das sofort merken, weil es dann aus dem Vergaser schießt.
  Beim Auslass nicht unbedingt sofort - bis es dann irgendwann plötzlich "zu spät" ist.

Viel Erfolg,
Sascha
Think outside the box !

strichzwojan

Wie alt ist das Benzin? Auswechseln gegen frisches von der Zapfsäule...
Und den Vergaser nochmal gründlich reinigen, Düsen vor allem.
Kontakte sauber machen mit Bremsreiniger.

Alles andere verstellt sich nicht so einfach bzw. geht nicht so einfach kaputt.

Jan 

4Taktix

Naja, eine kleine Stelle am Auslassventil, wo es durchpfeift - wirkt bei jeder Zündung wie ein Schneidbrenner.
Die undichte Stelle wird immer größer und es kann immer mehr durchpfeifen, Kompression wird langsam geringer.
Aber "Kontakte" bringt mich auf noch eine Idee: Der Kondensator kann allmählich "aufgeben".
Das Kontaktfeuer wird mehr, das Magnetfeld der Spule bricht nicht mehr so abrupt zusammen, wie es soll,
der Funken wird schwächer.
Ab Drehzahl X ist der praktische "Rest-Schliesswinkel" - bzw. die "Schliesszeit" so klein, dass die Spule nicht mehr gesättigt wird und
keinen Funken mehr erzeugt. Geht die Drehzahl dann runter, reicht es wieder so grade eben.
Wäre mein heißer Kandidat - neuer Kondi kostet nicht viel, ist schnell getauscht und ausprobiert.
Nimm einen mit Schraubanschluss - ich habe schon neue Bosch-Kondensatoren beim "Kabel anbraten" gegrillt ....
Think outside the box !

Freude


Bart Sanders

Hallo!

Erstens ein herzliches Dankeschön an den Autoren mit ihren Tipps.

Ich versuche jetzt zu erweitern was von mir noch nicht als mögliche Ursache erwähnt wurde. Also, der Reihe nach:

- Benzinfluss: werde ich überprüfen.

- Tankinnenbeschichtung: s. auch B.fluss - bis dato nichts gefunden.

- Benzin aus einem alten Kanister: noch mit frischem Benzin nachgefüllt, alter Benzin max. 1 Jahr alt
  Bei der Ausfahrt vorerst Tank gefüllt. Kann also kaum/nicht die Ursache sein.

- Schwimmernadelventil sauber und frei: Jip. Schwimmer auch OK und 7 Gramm.

- Wenn Du die Zündung nur statisch bei "spät" geprüft hast:
       Verstellt der Fliehkraftregler bei Drehzahl ?  Ja
       Lassen sich die Gewichte von Hand bis Anschlag ausschwenken ?  Ja
       Sind die Achsen der Gewicht start ausgeschlagen/können die Gewichte verkanten ? Nein
Ich teste statisch auch immer Früh: stelle das Schwungrad auf F, ziehe dann die Gewichte aus und wenn es beim Anschlag dann piepst im Multimeter, OK.

--> ZZP bei "früh" mit dem Strobo testen. Werde ich tun so bald R26 wieder dreht.

- Luftfilter sauber und Gummirüssel richtig drauf und ohne Risse ? Neues Gummiteil, Luftfilter sauber u. geölt.

- Evtl. hat sich im Auspuff ein Blechteil durch Rost und Vibration gelöst und behindert jetzt den Abgasstrom ?

Hmmm, das werde ich prüfen.

- Auslassventil verbrannt und nun undicht ?
- Ventilsitzringe können sich bei Hitze lösen

Genau, meine Idee geht zuerst in Richtung Kopf statt Steuerkette. Habe sowieso vor den Kopf ab zu nehmen und den Zylinder. Prüfung vom Kolben/Ringe.


- Und den Vergaser nochmal gründlich reinigen, Düsen vor allem. Kontakte sauber machen mit Bremsreiniger.
Gestern den Vergaser komplett zerlegt, alles gereinigt und durchgeblasen mit Pressluft. Es sind tatsächlich graue Wolken von Oxidschichten rausgeflogen! Die Düsen waren dennoch sofort nach Ausbau offen...

- Wäre mein heißer Kandidat - neuer Kondi kostet nicht viel, ist schnell getauscht und ausprobiert.
Stimmt und hatte ich bereits erneuert beim "ersten Angriff" im letzten Jahr. Es bleibt eine kleine Chance das der Neue auch nicht gut wäre... dennoch, tief unten auf der Verdachtsliste.

Fazit:
Vergaser - da gab es Verschmutzung/Oxid. Wieder anbauen und testen.
Spule ersetzen - das geht schnell und beseitigt einen Kandidat, oder.... (-:
Kopf - nächster Schritt nach Test vom gereinigtem Vergaser und Spule. Ausbau der Ventile, Prüfung Sitzringen.
Kolben

Ich melde mich wieder nach dem Vergaseranbau.


Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

RTwenty7

Fahr mal ohne Tankdeckel, oder zumindest nur lose drauf. Dein Problem klingt für mich nach verstopfter Tankdeckelentlüftung
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

rolf.soler

Zitat von: Bart Sanders am 29 August 2023, 21:51:12Monate später alle üblichen Verdächtigen genau untersucht: Vergaser (1/26/55) gut, Zündung penibel eingestellt und gut, Fliehkraftversteller gut, Funke an der Kerze gut, Kompression nicht topp, aber gut spürbar. War in den 10 Jahren immer so. Spule ist (R27) unter dem Tank verbaut weil viel Kühler. Ich habe keinen Verdacht, muss trotzdem noch eine Andere probieren. Neuer Kondensator. Ventilspiel OK. Kein extra Benzinfilter.
Wenn das alles geprüft wurde und OK ist...und der Benzinzufluss ungehindert...
....dann denke ist es am ehesten ein Kompressionsproblem...
Was heist "Kompression nicht topp, aber gut spürbar" ? Kannst Du die Kompressen mal messen (lassen) ?

4Taktix

Think outside the box !

strichzwojan

Bart, besorg dir einen Kompressionstester. Miss mal kalt, dann mach eine Testfahrt, bis die 80 kmh wieder zu 50 kmh werden. Und am Streckenrand nochmal messen und die Werte vergleichen.
Gerade dieser Leistungsverlust könnte auf ein Kompressionsproblem hinweisen. Es gibt natürlich noch andere Wärmeprobleme (Zündspule, Kondensator).
Aber an einem zentralen Punkt wie der Kompression solltest du Klarheit haben, ehe du weitersuchst.
Die Kompressionstester sind ja nicht wirklich teuer mit etwa 40 Euro.

Jan

Bart Sanders

Hoi!

ZitatBart, besorg dir einen Kompressionstester.

Guter Hinweis. Werde ich machen.

Der Vergaser ist abgebaut wie geschrieben. Leider ist das Feingewinde bei der Abschlussschraube der Leerlaufdüse in Pension gegangen. Ohne Dichtung greift die 7 mm Schraube noch so eben, aber mit der Dichtung ende Gelände.... Da werde ich zuerst ein wenig restaurieren müssen. Gewinde präzise und rechtwinklig aufbohren, ich schätze 7,5 mm geht noch im Vergaser, fleisch genug. Dann eine Messing Büchse drehen mit M6 feinmetrisches gewinde + Schraube, Büchse mit Epoxy im Vergaser verleimen, fertig.

ZitatBenzinzufluss stimmt ?

Ja, sollte. Habe ich letztes Jahr schon geprüft. Es strömt richtig gut raus. Werde noch genau messen wie geschrieben vorn dir.

ZitatFahr mal ohne Tankdeckel,

Das "Fahren" wird noch etwas dauern, starten ist schon mal sehr schwierig geworden (Kompression??....). Dennoch, das prüfen vom Deckel geht auch ohne fahren.

ZitatIst Öl drauf ?

Jo, da bin ich sehr genau. Vor jeder Ausfahrt Ölcheck und ggfs. nachfüllen. Immer einen Cm. über den Max Strich. Das können der Mono und der Boxer gut ab und so hat der Motor etwas mehr zum kühlen.

(Dank Jugendtrauma: Mit R67/2 als Student nach Delft über die Belgische Autobahn. Brav geprüft untwerwegs. Da war noch 5 mm über Minimum drin und ich habe am falschen Ende gespart. Beim Überholmanöver von einem Reisebus (die waren damals noch nicht so schnell) ....  klabammm!!!. Im Motor wo üblicherweise die Kurbelwelle ist, war jetzt einen Schrotthaufen. Alles bis auf Köpfe/Ventiltrieb war hinüber. Der nächste Sommerurlaub wurde gearbeitet für die Teile und BMW Notten in Brunssum hat mir noch umsonst ein gutes Gehäuse drauf gegeben. Auf alles was da neu reingehen musste....)  Meine jetzige Frau und ich haben noch Jahren mit der Maschine gefahren. Bis eine '64er R60/2 in 1978 ins Haus kam. Die haben wir immer noch.)

Das so'n bisschen Nebenbei.  ;)

Danke für euer Engagement!

Werde wieder berichten wenn es Erkenntnisse gibt.

Gruss!

Bart
Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Schorsch

Bart,

1 cm über Maximal ?

Das ist  zu viel, nie über Maximal füllen !
Ideal ist zwischen Minimal und Maximal.
Steht, glaube ich, auch auf dem Ölmessstab.

Gruß
Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

4Taktix

Solange die Kurbelwelle nicht im Öl "planscht", ist das nicht dramatisch.
Wobei ich es auch nicht übertreiben würde, die "MAX"-Markierung wird schon Ihren Grund haben.
Think outside the box !

Bart Sanders

Hallo 4Taktix,

ZitatSolange die Kurbelwelle nicht im Öl "planscht", ist das nicht dramatisch.

Stimmt.

Und bei 1 cm über Max-Strich ist sowohl beim Boxer wie beim Mono das Öl noch weit weg von der Kurbelwelle. Ich mache es schon sehr lange so.

Beim Boxer (also R50, R60(/2)) habe ich es mit einem "Schauglas" (alter Ablassschraube mit Röhrchen und Plastikschlauch nach oben) mal getestet. Da geht noch viel mehr wie 1 cm. rein bevor das Ölnivo in der Nähe der KW kommt. Aber, wir sollten es nicht übertreiben.

Beim Boxer ist 1 cm. ca. 200 ml Öl.

Jetzt, zuerst den Vergaser reparieren im Bereich der Leerlaufdüse.


Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

strichzwojan

Es geht nicht nur um "Oberkante Unterlippe" beim Ölstand, sondern darum, wieviel Luftvolumen der Motor für die Entlüftung zur Verfügung hat. Besonders dramatisch wird es beim Boxer, wo beide Kolben gleichzeitig in den OT bzw. UT kommen. Deshalb macht man bei Nutzung eines Zwischenrings zw. Ölwanne und Motor oft nur wenig mehr Öl rein und nutzt den Rest als Luftreserve. Das hat bei mir den Ölverbrauch auf der Autobahn massiv gesenkt.

BSA Bob

I hope English is OK here.
When my R26 went back on the road nearly a year ago it had very little power. Everything was adjusted correctly. It eventually improved for no evident reason. All I could think of was that I hadn't cleaned the carburettor as well as I'd thought, & the fresh gas & air eventually fixed it. 

Bart Sanders

Status Update:

Zitat von: Bart Sanders am 01 September 2023, 14:26:32Jetzt, zuerst den Vergaser reparieren im Bereich der Leerlaufdüse.


Vielleicht ist es sinnvoll die Reparatur vom Gewinde der Abschlussschraube der Leerlaufdüse (Grösse 35) hier kurz zu erwähnen. Wenn das Gewinde sich im Vergaser verabschiedet hat, heisst es nicht unbedingt das Ende des Vergasergehäuses. Mit etwas Geschick und Werkzeuge kann man das jetzt demolierte Gewinde mit einer Gewindebuchse ersetzen.

Also, zuerst eine kleine Buchse aus ein altes Stückchen Bronze gedreht, gebohrt und und mit M6x0,85 Gewinde versehen. Dieses nicht-Standard Gewinde war mal bei BMW bei Vorkriegsmotorrädern wie R2 sehr beliebt. Bei meiner R2 waren auch so einige Löcher mit diesem Gewinde auszubesseren. Deshalb habe ich Schneideplatte und Gewindeschneider hier gut nutzen können. Die Buchse braucht einen Kerndiameter wo die Leerlaufdüse hindurch passt. Mann möchte doch die Düse rausnehmen können, oder? Zweiter Schritt: des defekte Gewindeloch auf einer Länge von 6 mm ausbohren mit Diam. 7,5.  Der Vergaser wird mit dem Rand des Gasschieberkammers auf die Tafelplatte der Bohrmaschine sauber rechtwinklige festgesetzt (hier M5 Gewindestange die durch die Kammer läuft und die ganze Chose festhält. Bohrer genau zentrisch ausrichten und dann ausbohren.

Die Schraube etwas runter gedreht und auch M6x0,85 drauf geschnitten.

Die Buchse mit hochfestem Epoxykleber im Gehäuse verleimen. Achtung: es gibt noch eine Bohrung die teils durch die Buchse verläuft und aus der Hauptdüsenkammer in die Leerlaufkammer endet. Mit einer Nadelfeile wird diese Bohrung im halbkreis schräg gefeilt. Beim verleimen ein engefettetes Zahnstöckchen in das Loch stecken, damit der Kleber nicht alles zuklebt. Das Fett verhindert festkleben vom Holz.

Bilder kommen! Erst mal nachlesen wie man Bilder reinfügt/verlinkt.

Heute den Vergaser wieder montiert und eingebaut. Ich habe die Benzinpegel beim 11 Gr. Schwimmer und den 7 Gr. Schwimmer vermessen. Davon gibt's dann auch Bilder. Bei 11 gr. steht der Pegel 2 mm unter der Oberkante der Hauptdüse. Bei 7 gr steht der Pegel 4 mm under der Oberkante. Somit erscheint diese Basis für 11 Gr. eine fettere Gemischaufbereitung zu erbringen wie bei 7 Gr. Wie erwartet denke ich mir.

Durchfluss Benzin aus dem Tank: 200 ml pro Minute.

Ob der Tankdeckel entlüftet ist schwierig zu ermitteln.
Ich habe ein originales Teil. Die zwei Haltefederöffnungen habe ich mit dem Deckel umgekehrt auf dem Tisch mit Wasser gefüllt, bis das Wasser aus diese Öffnungen lief. Es gab kein (!) Wasseraustritt aus den Metallkragen mit den vielen Falten der an der Innenaussenseite ins Aluminium vom Tankdeckel eingeklemmt ist.

Und jetzt etwas seltsames: Ich habe den 11 Gr. Schwimmer weiter verwendet, um keine vielfältige Änderungen pro Test zu haben.

Der Vergaser ist sauber, alles ist offen und die korrekten Teilen sind verbaut.

Kerze und Spule so wie gehabt. Kontakte und Kondensator waren im letzten Jahr bereits erneuert und eingestellt.

Also, nur der Vergaser bildete eine Änderung.

Batterie top, also Kontakt eingeschaltet und Kick, nochmals, bisschen Gas, nix. Na ja, ein wenig spurte man. Es zündete zumindest etwas. Aber, nicht starten.

Hmmm. Ich nehme jetzt eine neue Kerze!  Verfl... nochmal. Neue kerze rein, kalter Motor, erster Tritt, läuft!!!

Dennoch, nur im Leerlauf. So bald ich quasi in der Nähe des Gasgriffs komme, aus. Wieder starten läuft.
Ich habe R26 dann einige Minuten tuckern lassen im Leerlauf. An sich gut, schön Rund. Aber, nix Gas. Sofort aus.

Danach wollte R26 nicht mehr. Feierabend, aus.

Weil diese ca. 4 Minuten einen runden und ruhigen Lauf ohne sonderbaren Klängen gebracht haben, die These: mit dem Motorinnereien ist alles in Ordnung.

Weil die Kerze jetzt schwarz statt metallisch war (sie war ja neu), die Spule ist der jetzt Verdächtige.

These: noch gut genug um einen schwachen Funken zu bilden, aber so bald Leistung oder Verschmutzung, ende.

Morgen eine neue Spule testen.


Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Taz

Zitat von: Bart Sanders am 05 September 2023, 23:09:49... Ich habe ein originales Teil. Die zwei Haltefederöffnungen habe ich mit dem Deckel umgekehrt auf dem Tisch mit Wasser gefüllt, bis das Wasser aus diese Öffnungen lief. Es gab kein (!) Wasseraustritt aus den Metallkragen mit den vielen Falten der an der Innenaussenseite ins Aluminium vom Tankdeckel eingeklemmt ist. ...
Und mit ein bisschen Pech hast Du nun den Deckel zur nächsten Schwachstelle gemacht. Wenn es der originale ist, dann ist der ist so aufgebaut, daß es eben keine Flüssigkeit nach draußen schafft, aber trotzdem Luft reinkommt...innen zwei Blechscheiben mit gegenläufigen Spiralen, in der Mitte eine Pappscheibe...wenn die Wasser sieht, quillt sie auf und verstopft die Spiralgänge...wenn der Deckel vorher nicht komplett dicht war, ist er es jetzt.

Eine zerstörungsfreie Prüfung des Deckels würde ich so machen: Tank randvoll mit Sprit, unten ein ausreichend großes Gefäß und dann Bezinhahn auf...wenn der Deckel in Ordnung ist, läuft der Sprit dauerhaft(!) mit und ohne Deckel gleichschnell, bei verstopftem/zugequollenem Deckel sorgt der entstehende Unterdruck im Tank(*) dagegen schnell für ein deutliches Nachlassen des Benzinflusses.

Viel Glück, Ute

PS:(*) deswegen der volle Tank, da macht sich der Unterdruck schneller und deutlicher bemerkbarer...habe ich empirisch ermittelt.

PPS: Thomas (odeon8) hat meinen Deckel dann mal aufgemacht (daher auch die Kenntnisse über den Innenaufbau), aber ob die Bilder noch verfügbar sind, weiß ich nicht...
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strichzwojan

Bart, ich vermute mal, dass deine Probleme nichts mit der Tankbelüftung zu tun haben. Wenn gleich nach dem Anwerfen diese "Gas-auf-Verweigerung" des Motors eintritt, dann wird es nicht an einem sich aufbauenden Unterdruck im Tank liegen.

Trotzdem musst du nun den Deckel mal für einen Tag in die Sonne legen zum innerlichen Trockenwerden...

Schau dir nochmal den Unterbrecherkontakt bei laufendem Motor und möglichst dunkler Umgebung an, ob da Funken zu sehen sind, die die Zündspannung schwächen.
Ich habe gerade an meiner 75/5 erlebt, wie der Motor aus tiefen Drehzahlen manchmal Aussetzer hatte beim Beschleunigen (Dreck im Vergaser, na klar!  ;D ), und dann lag es am Ende am Zündkondensator...

Borgward

Dass die Kerze nach minutenlangem Leerlaufbetrieb schwarz ist, ist nicht weiter verwunderlich. Da würde ich mir erst mal keine Gedanken machen.

Hubi

Borgward

Ich hatte bei der R23 einmal ein ähnliches Problem (Aussetzer bei höheren Drehzahlen, Motor lief dann nur noch im Leerlauf halwegs normal, Startprobleme etc.). Nach langem Suchen das Problem gefunden:
Die (elektrische) Verbindung vom Kerzenstecker zum Zündkabel war fast nicht mehr vorhanden, mechanisch saß der Stecker aber fest auf dem Kabel.
Das Kabel um 1-2 cm gekürzt, Stecker draufgeschraubt, und alles war ok.

Hubi

Bart Sanders

Hi!

Zitatin der Mitte eine Pappscheibe...wenn die Wasser sieht, quillt sie auf und verstopft die Spiralgänge...

Auf jedem Fall ein grosses Dankeschön für die Beschreibung der Konstruktion vom Tankkdeckel! Mit einer hellen Lampe da reinschauen hatte nicht viel Erkenntnis gebracht....  :-\\

Ich lege den Deckel jetzt in der Sonne, davon gibt es momentan richtig viel!

Schwarze Kerze: danke, aber klar. Mir ging es darum dass der Russ statt blankes Metall jetzt eine gewisse Widerstand für den Funkenaufbau darstellt. Es war schon sonderbar, dass mit nagelneue Kerze und bei eiskaltem Motor nach den ersten Kick der Leerlauf für längere Zeit einsetzte.
Zündkondensator: ist eine Neue, werde ich aber prüfen. Zuerst den Hauptverdächtigen, die Spule.

Stay tuned....

Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Bart Sanders

Hallo,

So, jetzt einige Bilder so wie geschrieben.

Hoffentlich sind die Pegel in der Hauptdüse erkennbar, bei 7 Gr. ca. 4 mm unter Oberkante, bei 11 Gr. ca. 2 mm unter Oberkante.

Die Zahlen in den Bildern: Abstand Oberkante Schwimmerkammer bis ausserer Rand oben des Schwimmers.

20230830_160047-lores.jpg

20230830_163133-lores.jpg

Die Gewindereparatur: die Abschlussschraube der Leerlaufdüse.

20230901_190110-lores.jpg

20230905_143306-lores.jpg


So, Bilder geschafft...  ;D

Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Bart Sanders

Hallo!

ZitatDie (elektrische) Verbindung vom Kerzenstecker zum Zündkabel war fast nicht mehr vorhanden,

Ein guter Hinweis! Ich habe gestern diese Verbindung getrennt zwecks Test mit einer neuen Spule. Ich schaue da mal ganz genau, nachdem ich den Test gemacht habe.

Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Bart Sanders

Borgward,

Ich mache zuerst deinen Hinweis. Bloss das Kerzenkabel etwas kürzen, rein damit und Test.

Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

Borgward


Einzylindär

#27
Je größer die Last des Motors ist, desto größer ist die Zylinderfüllung und damit aufgrund des höheren Verdichtungsenddrucks die Dichte des Kraftstoff Luftgemischs im Brennraum und damit auch ZWISCHEN den Elektroden der Zündkerze!
Das erklärt, warum mit steigender Last der Zündspannungsbedarf steigt, damit der Funke an den Elektroden überspringen kann.
Je spitzer die Elektroden sind, desto geringer ist die Überschlagsspannung. Mit Oszi und Hochspannungstastkopf kann man den Unterschied zwischen neuer und gebrauchter Zündkerze bei gleichem Elektrodenabstand sehen.
Ein nicht mehr guter Kondensator, eine müde Zündspule oder auch eine Vorfunkenstrecke zwischen Zündkabel und Kerzenstecker reduzieren die Zündspannung an den Elektroden der Zündkerze. Wenn die Zündspannung unter der Überschlagsspannung liegt springt der Funke nicht... Zündaussetzer!

Soviel zur Theorie

Gruß
Stefan, der Einzylindär

Taz

Nachtrag:
Zitat von: Taz am 05 September 2023, 23:56:26... PPS: Thomas (odeon8) hat meinen Deckel dann mal aufgemacht (daher auch die Kenntnisse über den Innenaufbau), aber ob die Bilder noch verfügbar sind, weiß ich nicht ...
Ich hatte Thomas alten Beitrag gefunden, aber er hat seinerzeit immer wieder Bilder auf seinem eigenen Webspace hinterlegt und hier im Forum nur verlinkt...inzwischen sind die Bilder natürlich gelöscht und damit steht der Text einigermaßen verloren da...
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Bart Sanders

Hallo!

Danke für die Erklärung im Bereich Brennraum und Zündung. Am Ende, Cliffhänger, des Rätsels Lösung.

Ja, es war die Zündung. Aber die Ursache? 

Kurz der Reihe nach:

- Frisches Benzin rein, nicht die Ursache
- Originale Spule, Kerzenkabel an den 2 Enden etwas gekürzt und wieder eingeschraubt. Nicht die Ursache.
- Neue Spule angeschlossen und neues Kerzenkabel. Nicht die Ursache.
- Es ist auch nicht die Kompression, oder Kopfprobleme. Siehe weiter unten.

Im Zustand heller Verzweiflung viel mir etwas auf, dass ich zwar vorher gesehen habe - dennoch nicht drauf reagierte.

Die zwei Lämpchen Freilauf und Ladekontrolle sollten bei jedem Kick, in der Periode wo die Kontakte geschlossen sind, etwas flackern. Der Spulenstrom zieht aus der Batterie, die Lichtmaschine läuft nicht oder kaum, also sinkt die Bordspannung etwas.

Nichts flackert, der Zwilling strahlt mich immer gleichmässig an. Das heisst, es läuft kein Strom in der Spule!
Und das kann nur sein wenn die Zündkontakte immer offen sind. Auch wenn es optisch so aussieht dass alles sich bewegt wie immer. Also, Multimeter her und siehe da, kein Schliessen der Zündkontakte! Wobei optisch der geschlossener Zustand doch sehr danach aussieht. Und die Kontakte haben 0,4 mm Abstand bei Öffnung.

Zwar hat R26 zweimal ca. 4 Min. gelaufen, nur nach einem Start im kalten Zustand. Danach tritt scheinbar diese Situation ein und haben die Kontakte sich nicht mehr kontaktiert.

Üblicherweise sinkt der Kontaktabstand mit der Zeit, aber grösser werden ??? . Starke Lampe auf die Anlage und ich sehe das der Fuss vom Kontaktpunkthebel die Nocke vom Fliehkraftregler berührt, auch in der Schliessperiode.
Ich meine dass in der Schliessperiode der Fuss die Achse vom Fliehkraftregler nicht berühren sollte?

Dennoch, hier befindet sich die Ursache!

Es ist irgendwo einen schleichenden Verschleiss der dazu führt dass der Kontakthebel sich bei korrektem Kontaktabstand doch nicht mehr schliessen kann.

Die kurzfristige Lösung ist einfach: den Kontaktamboss lockern und ein wenig in Richtung Kontaktpartner verdrehen. Quasi den Fuss wieder von der Achse heben. Der Kontakabstand ist jetzt 0,3 mm.

Sofortige Wirkung! R26 startet sofort und nimmt so viel Gas an wie ich am Griff drehe. Sie läuft wieder!

Testfahrt: Keine Aussetzer, R26 läuft so wie es im Buch steht mit einem stabilen und ruhigen Leerlauf.

William of Ockham wusste es bereits im 13. Jahrhundert: Schwierige Probleme haben oft eine einfache Ursache.

Aber...., irgendwo ist einen Verschleiss:
- Achse vom Kontakthebel?
- Buchse vom Kontakthebel?

Hier werde ich weiter recherchieren und ggfs. alles ersetzen.
 
Gruss und für mich ist meine Frage (fast) beantwortet!

Und den Tankdeckel: der hat den ganzen Tag in der Sonne gelegen, die Pappe ist bestimmt trocken. Ob der dennoch entlüftet, werde ich noch abwarten müssen....

Mit freundlichem Gruss,

Bart Sanders

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