Warum fahren wir Oldtimer ???

Begonnen von Meister2101, 20 November 2004, 00:00:25

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Meister2101

Warum erwachsene Männer alte Motorräder fahren.

Im Zeitalter modernster Technologien und dem Blick auf gesundheitserhaltenden Maßnahmen mag es verwundern, das gestandene Männer, die oft  Verantwortung für die Gesundheit vieler Menschen übernehmen, Motorräder fahren, die nicht mehr den Sicherheitsanforderungen der heutigen Zeit entsprechen.
Als man nach dem Krieg aus alten Ziegelsteinen und verrosteten Maschinenteilen eine neue Republik baute, scherte es niemanden ob man auch einen Helm oder eine Schutzbrille trug. Es zählte einzig und allein der persönliche Einsatz, auch unter Verlust der Gesundheit und/oder des Lebens. Das hat Deutschland zu dem gemacht, was es noch vor Jahren war. Aus jenen Jahren stammen unsere Motorräder, die jenen Zeitgeist reflektieren.  Wer sie heute fährt, braucht keine Sorglosversicherung für sich und seine Lieben.....er verlässt sich auf seine natürlichen Instinkte und Reflexe.  Das mag altmodisch klingen, aber im Zeitalter dekadenter, destruktiver ,,Weicheier"  hat es etwas puristisches.
Vielleicht ist es ein Teil des Geheimnisses alter Motorräder und deren Fahrer.
Ich erinnere mich noch rechtlebhaft an jenen Urlaub auf der dänischen Insel Bornholm. Wir (mein Bruder und ich) hatten kein Geld aber je ein Moped. Eine Zündapp und eine Kreisler mit Versicherungskennzeichen. Wir fuhren die Stecke ....Wermelskirchen...Flensburg (Fähre) in zwei Tagesetappen (Übernachtung in der Jugendhehrberge Soltau) über Landstrassen. Auf der Insel Bornholm fuhr ich meinem Bruder bei einer Notbremsung  ins Hinterrad. Mein Rahmen war verbogen und eine Feder der Schwingfederung gebrochen. Zu dieser Zeit war in Dänemark die Marke Puch gut vertreten. In einer ,,Knallert" (Deutsch- Moped) Werkstatt haben wir dann aus alten Puchfedern neue Federn für die Zündapp am Schleifstein auf Länge gebracht. Die waren allerdings so hart, das einem beim   Fahren die Zahnräder aus der Uhr vielen.
Mit diesen Mopeds fuhren wir dann heimwärts. Ab Bielefeld viel bei mir der 3. Gang aus. So ging es dann 3 Tage bis nach Hause, wobei 2 Tage eiskalter Dauerregen sich endlos zogen. Zuhause angekommen, musste mich mein Vater vom Moped heben, weil ich nicht mehr in der Lage war abzusteigen.
Wenn mir heute der Regen ins Gesicht peitscht, weiß ich wie es war. Ich möchte es um nichts in der Welt missen...es war ein Teil meines Lebens.
Selbstverständlich sind meine Erlebnisse nicht repräsentativ. Jeder macht seine Erfahrungen und hat seine Erinnerungen. Aber vielleicht bringt es etwas Licht in den Hintergrund unserer gemeinschaftlichen Leidenschaft.

Volker
Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert. (Albert Einstein)

Meister2101


Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert. (Albert Einstein)

Wally

Hallo Volker, geht in die richtige Richtung, Dein Beitrag. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Also nicht nur Nostalgie. Vielleicht meinst Du es aber auch so: Als unsere Motorräder konstruiert und als lebensnotwendige Gebrauchsgegenstände benutzt wurden, war unsere Welt noch halbwegs in Ordnung (jedenfalls mehr als heute). Dann aber setzte zunächst schleichend und lange von der Öffentlichkeit unbemerkt eine umfassende Fehlentwicklung ein, mit deren Ergebnissen wir tagtäglich in z.T. unerträglicher Weise konfrontiert werden. Vieles stimmt hinten und vorn nicht mehr. In Bezug auf unsere Motorräder z.B. eine Entwicklung weg vom sinnvollen Gebrauchsgegenstand hin zu enthirnten Lustobjekt ohne jede weitergehende Existenzberechtigung. Insofern sind u n s e r e Motorräder ein Endpunkt einer vernünftigen?  (mir fällt kein passenders Wort ein) technischen Entwicklung, die später ins Absurde entglitt. Meiner Ansicht nach sind die ersten Anzeichen dafür schon bei der R 26 und noch deutlicher bei der R 27 erkennbar. (Jetzt nicht bös sein, denn das mag stark subjektiv getönt sein: Ich hatte vor vielen Jahren nacheiander zwei R 26, mit denen ich nicht glücklich wurde, bin dann reumütig zur R 25 bzw R 25/3 -und jetzt zur R 25 mit Isettamotor- als Solomaschinen zurückgekehrt.) (Als Gespann unter heutigen Vekehrsbedingungen leider nicht mehr möglich.) Der Hauptcharackterzug eines Motorrades -wenn es denn diese Bezeichnung zu tragen verdient: es MUSS einfach sein; d.h. nach einer gewissen Einarbeitungszeit muß es von vorn bis hinten vom Besitzer selbst instand gehalten werden können. Unter diesen Bedingungen MUSS ein richtiges Motorrad ein Menschenleben und darüber hinaus halten können. Wer das Bedürfnis hat, einen Oldtimer zu fahren, wird diese Zusammenhänge zumindest als dunkle Ahnung in sich tragen. Ein Oldtimer gehört nicht auf Hochglanz geputzt und regelmäßig staubgewischt in die Devotionalienecke, wo die Fotos der Ahnen hängen, es muß gefahren werden! Bernd.

Peter

Hallo zusammen,
Volkers Grund spielt bei mir in der Motivation Oldtimer zu fahren bestimmt auch eine große Rolle. Aber mir macht auch die Schrauberei Spaß, mittlerweile so ein gewichtes Argument wie das Motorradfahren selbst. Bei sehr vielen Oldtimerliebhabern sind es vor allem die Fahrzeuge aus ihrer Kindheit, die zu besitzen als erstrebenswert angesehen werden. 
Allerdings fahre ich als Gebrauchsgegenstand für die tägliche Fahrt zur Arbeit und bei Wind und Wetter meistens meine XT, weil mir die BMW's bei schlechtem Wetter, vor allem jetzt in dieser Jahreszeit, zu schade sind. Da setckt nicht nur viel Arbeit drin, sondern die Kosten für die Teile sind auch erheblich teurer. Also Wally: sind die BMW-Oldtimer heutzutage für mich der Luxus und das Spassgerät. So gesehen hat sich das ganze Verhältnis im Vergleich zu den 50er Jahren umgedreht. Für die meisten Oldtimerbesitzer sind ihre Fahrzeuge heute ausschließlich Lustgeräte. Würde man diesen keine Existenzberechtigung einräumen, würde es unser Hobby gar nicht geben.
Anders ausgedrückt: Ein Motorrad wie die XT brauche ich, um täglich 70 Km zur Arbeit zu fahren, so wie viele Motorradfahrer in den 50er Jahren, die BMW brauch ich definitiv nicht. Das ist nur Hobby, die fahre ich zwar auch zur Arbeit, aber nur bei trockenem Wetter!
Gruss Peter
Am Sichersten ist die Unfreiheit

Wally

Zugegeben, die allermeisten Oldtimer sind so gepflegte Wertobjekte, daß sie einfach zu schade für den täglichen Gebrauch sind. Es gibt nur ganz wenige, die ihre Oldtimer auch als Gebrauchsfahrzeuge nutzen. Ob sie dann wirklich so viel teurer sind als moderne Fahrzeuge, das weiß ich nicht. Ich habe meine R 25-30 aus Teilen zusammengeschraubt, die bei mir rumlagen, ohne Rücksicht auf Originalität. Hab trotzdem noch etwa 6000 DM reingesteckt, fahre sie jetzt etwa 8000 km. Die laufenden Kosten waren bis jetzt nicht der Rede wert. Werde jetzt aber bald einen neuen Hinterradreifen kaufen müssen. Doch halt: bis sie richtig lief, habe ich noch reichlich Ärger mit einem geschweißten und verzogenen Getriebegeäuse gehabt. Das hat richtig Geld gekostet, ein paar hundert Mark, genau weiß ich es jetzt nicht. Das gehört aber eigentlich noch zu den "Zusammenschraubkosten" (Restaurationskosten möchte ich in diesem Fall nicht sagen). Wielange ich mit dieser Maschine noch fahren kann, das weiß ich nicht. Es hängt mehr von meiner körperlichen Verfassung ab als von dem Motorrad. (Bin jetzt 63 Jahre alt und ziemlich sicher, daß das Motorrad mich überlebt!). Die XT kenne ich nur vom Sehen. Hab noch keine XT gesehen, die solange gehalten hat wie eine 25. Reparieren möchte ich sie auch nicht, hätte keine Lust an ihr zu Schrauben. Kann es aber verstehen, wenn man eine liebevoll zurechtgemacht R 25 o.ä. nicht richtig gebrauchen möchte....Bernd.

Peter

Hallo Wally,
die XT 600 hat ganze 700 Euro gekostet und hat mir dieses Jahr schon 6000 Km treue Dienste geleistet. An der R25 habe ich fast Alles gemacht incl. Rahmen richten und Motorüberholung. Da sind locker 4000 Euro zusammengekommen oder mehr. ich habe irgendwann aufgehört die Beträge zu zählen. Ist auch egal, weil es Spass gemacht hat. Fahren tu ich die R25 sogar ziemlich viel, nur eben nicht im Winter oder bei schlechtem Wetter. da muss die XT ran, dafür ist sie da. Ich bin Ganzjahresfahrer, d.h. ich fahre auch im Winter, wenn nicht gerade die Strassen glatt sind.  ;)

Gruss Peter
Am Sichersten ist die Unfreiheit

Wally

Hallo Peter, ich muß mich ein bißchen entschuldigen, daß ich so streng geschrieben habe. Bin aber doch der Meinung, daß BMW Einzyl.-Oldtimer u.U. gute Gebrauchsfahrzeuge sind, aus verschiedenen Gründen, hab ich schon z.T. erwähnt. Was den Spaß beim Basteln anbetrifft: natürlich macht mir das Basteln Spaß, sehr viel sogar und viel mehr noch als das Instandhalten, das ja auch wichtig ist (-da muß ich durch :schimpf:), aber einen besonderen Kick bekam (und bekommt)das Basteln bei mir dadurch immer dann, wenn ich mir einrede "jetzt bau ich mir das Motorrad fürs Leben" und auch jetzt bin ich immer noch davon überzeugt, daß ich nun endlich gefunden habe, was ich immer suchte. Ich bin so verrückt, daß ich jeden Tag trauere, an dem ich nicht Motorrad fahren kann. Den "Nur-Motorradfahrern" gilt meine volle Bewunderung, also auch Dir. Verzeih, wenn ich die Oldtimergebrauchsfahrer noch ein klein bißchen höher einstufe. Die Motrräder müssen dann eben so aussehen wie das von Mek, das ist die höchste Stufe! Wenn Du Ganzjahresfahrer bist, dann wirst Du Dir sicher irgendwann die Frage stellen, warum eigentlich keinen Seitenwagen? Also nichts für ungut! Wally (Bernd).

mekgyver

Hallo Bernd,
hallo Langzeit-BMW-250er Fahrer,
jetzt bekommt ja mein leicht rötliches Windgesicht noch einen Schub ins Rote, ;D
dankeschön, Bernd, für diesen Respekt.  :blumen:
Inzwischen bin ich kein "gezwungenermaßen Ganzjahresfahrer" mehr. Es waren die ersten 15  Jahre meiner BMW-Zeit, in den 70er und 80er Jahre. Danach gab's mehr "just-for-fun-Touren", aber die, auch immer, wenn es passt. Bin auch mal mit dieser /3, mit Langlaufbrettern zur Jugendherberge nach Winterberg (vom Ruhrpott aus), gefahren. Man muß halt die Spurrinnen halten können  ;D , ist lang her.
Ich darf in diesem Zusammenhang auf einen meiner früheren Theads verweisen : http://www.bmw-einzylinder.de/forum/index.php?topic=506.msg2694#msg2694
bei dem ich noch eine Selbstdarstellung schuldig bin.
Es sieht so aus, als ob es einige unter uns gibt, die eine ähnliche Motorradgeschichte erzählen können.
Es ist , wie bei Dir Bernd, + Volker, + Rolf, +rentsak, +odeon8, +++  Die hohe Schule ist, sein eigenes Moped zu fahren, das optimiert ist , nach eigenen Vorstellungen.
Ich schlüpfe immer in eine andere Welt, wenn ich auf meiner /3 neue Landschaften erschließen darf.
jetzt höre ich erstmal auf, es ist ein Thema ohne Ende  :ade:
Gruß mek
... 73er-Gang

Peter

Hallo Bernd,
nee, entschuldigen brauchst Du nicht.  :)  Darf ja jeder seine Meinung und Ansichten haben. Ausserdem gibt's ja auch einige Gemeinsamkeiten. Wie Du, bedauere ich auch jeden Tag, wo ich nicht Motorrad fahren kann.  Das Gefühl, was fürs Leben zu bauen, hatte ich auch bei der Restauration. Nur unter der Voraussetzung wird so eine Restauration gut im Endergebnis!
Gruss  Peter     
Am Sichersten ist die Unfreiheit

isie

Hallo Ihr alle da draussen,

@ wally: na, na  wer wird denn über solche Dinge wie "Radl wird mich noch überleben" nachdenken .... ?!
----

Warum ich Oldtimer fahre ..?

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, nenne ich meine R26 seit Ende  der 70er mein eigen. Damals war die Ersatzteilbeschaffung weniger eine Geld -denn eine Überzeugungsfrage bei einigen wenigen Sammlern. Heute ist das bei UliS. und Co. kein Thema mehr. Es gibt alles, wenn manchmal auch recht teuer, aber mich drückt das auch nicht mehr so wie damals... Desgleichen mit Bastlertipps - der PC war damals ja gerade erst erfunden und das Netz gabs noch nicht (muss ich alt sein !)...

Bei meinen MB 190D (hu-hu Heiko!) habe ich 1987 aufgegeben und verkauft - zuviel Diesel, zu gross und vor allem mit 20 Jahren kamen jede Menge Probs (alles kleinigkeiten aber die Menge machts) auf mich zu.

Das isses für mich:
Die R26, Bj 58, braucht keinen Platz, Reparaturen sind übersichlich und zeit- sowie kostengünstig (trotz allem). Es gibt nix feineres, als schönes Wetter damit zu feiern - und mal wieder etwas zu basteln, zu verbessern und zu erneuern ...

Eine 2-Zylinder wäre schon nett weil zuverlässiger (?) und schnelöler, aber ich bringe es nicht übers Herz....

Leider sind es bei Treffen / Märkten usw. aber vor allem die Älteren (> 40, sorry) die sich damit beschäftigen, das finde ich schon schade - obs am Geld liegt ?

So, das reicht !?

Bye

Ingo

 

   



Heiko

Hi Leute,

okay... ich jetzt auch... warum ich fahre? Ich führe es auf mehrere Dinge zurück, grundsätzlich entscheidend finde ich die Einstellung zu Dingen und zum Leben und auch äußere Einflüsse... seit jeher habe ich Spaß an alten Dingen, sei es Technik oder alltägliche Dinge. Als damals der Eisenbahnvirus in mir aufkam war ich enttäuscht, wenn man moderne Fahrzeuge bei der Bahn sah, den Opel Rekord B 1800 meiner Eltern habe ich immer noch in Erinnerung und die Erzählungen meines Vaters von seiner NSU OSL 250 oder die Geschichten von der Behörden... (Ihr wisst schon)... KS 600 mit Seitenwagen meines Großvaters... oder der alte 11PS Deutz-Schlepper von 1949 auf dem Bauernhof eines Freundes von mir auf dem wir schon als Kinder gespielt haben ( und der jetzt restauriert ist  :D ) ... irgendwie bleibt so etwas haften bei mir und prägte die spätere Neigung... aber ein Schlüsselerlebnis habe ich nie gehabt... ich fühle mich in einer Altbauwohnung wohler als in einem Neubau... kurz gesagt, es sind mehrere Dinge die mich anscheinend dazu gebracht haben... (Anmerkung am Rande: Es ist genau so wie die Frage wie meine Traumfrau aussehen soll... kann ich nicht sagen)... Andererseits habe ich keine Berührungsängste gegenüber neuen Dingen (Hat jetzt nix mit Frauen zu tun  ;D ) Mein erstes Oldtimererlebnis war ne Heckflosse 190 Dc (Hi Peter, hi Ingo)... auf der Strasse gesehen mit nem Zettel drin: Zu verkaufen 4000,-DM... und sofort verliebt... stand aber neben mir an der Ampel und ich konnte nicht handeln... mehreren Freunden von erzählt und Tage später hat ein Kumpel von mir die Flosse gesehen und mitten auf der Straße angehalten... super Nummer... angeschaut, sämtliche Zweifel beiseite geschoben ( man war das ne Grotte ) und gekauft als Alltagsauto... Blechmäßig  :kotz: , aber Technik :respekt: ... 8l Diesel auf 100km ( wieso bei dir zuviel Ingo?), Größe war okay (9... neun... Kisten Bier passen in den Kofferraum) und nie (ehrlich) was dran in den zwei Jahren... außer Rost, okay... dann abgegeben, weil TÜV und kein Platz... danach Abstinenz, weil: Kein Platz!?! Aber da waren wieder diese Motorradgeschichten meines Vaters, Spaß hatte ich schon immer an einem alten Zweirad, aber die Heckflosse war eher da und auch der Klasse 3 Schein, als der Klasse 1 Schein... also Klasse 1 gemacht mit dem Gedanken, wenn Zweirad, dann alt, sonst nicht und wie das Schicksal es wollte lief mir meine R 26... den Rest kennt ihr ja... über den weg Mitte der 90er... kurzum, ich begeistere mich für alte Dinge, egal ob Technik oder Gebäude oder alltägliche Gebrauchsgegenstände und daher liegt es wohl auf der Hand warum ich nen Oldtimer fahre....
Es ist richtig Ingo, es sind meistens die Älteren, die einen Oldtimer fahren, besonders bei uns Motorradfahrern... Warum? (ist keine Kritik an Dir Ingo, möchte nicht, dass es jetzt falsch rüber kommt)  Klar, es liegt am Geld, schau Dir mal die Preise an für eine gute R 26 oder R 25 als Beispiel, von Vorkrieg mal ganz zu schweigen... wer hat das schon mit 25 oder jünger über für Luxus..., weiterhin ist eine Skepsis gegenüber alten Fahrzeugen festzustellen... Mit der kann man aber nicht weit fahren oder nur bei schönem Wetter hört man oft, was alt ist, taugt nichts und nicht zu vergessen ist der Gruppenzwang: Alle haben nen Roller oder alle haben ne Yamaha weiß ich nicht, also brauch ich auch eine.... und die Einstellung ist eine Andere...  und, ( das nehmen mir jetzt bestimmt einige übel ) hör Dich doch mal um, nur hier im Forum, welche Berufe und welche Bildung hier vorherrscht... und welche gesellschaftlichen Positionen die meisten hier bekleiden... fällt Dir was auf? Besser, fällt uns was auf? ( das ist jetzt meine Meinung und keine Kritik an irgendwem)... Einer Freundin von mir ist das auch aufgefallen und ich musste ihr Recht geben...
Ich lass jetzt mal gut sein, dass ist ein Thema für ne Lagerfeuerrunde am Edersee, kann sich dann direkt jeder zu äußern...

Soweit so gut...

Gruß

Heiko  :poet:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Peter

in der Tat, das ist ein Thema für die Lagerfeuerrunde am Edersee. Denn das ist ne lange Geschichte. Hast Recht, Heiko, viele jungen Leute können sich das heute nicht leisten, nicht mehr! Als ich in den 80er Jahren mit dem Hobby angefangen hatte, war's eigentlich noch gar nicht so richtig eins. Am Anfang musste ich schrauben, weil ich mir anders ein Auto gar nicht hätte leisten können. Als dann die erste Heckflosse (190D - Hi Ingo) 1982 angeschafft wurde, gab's die noch zu einem akzeptablen Preis,  zwischen 800 und 3000 DM für schlechten bis gut gebrauchten Zustand. Nur Top-Exemplare haben damals schon deutlich  mehr gekostet. Heute sind die Preise jenseits von Gut und Böse. Diesselbe Entwicklung wie bei den BMW Boxer-Modellen. Sicher ist dies auch nachvollziehbar, wenn man sich die Kosten für Ersatzteile anschaut oder dran denkt, dass der Fahrzeugbestand in den letzten 20 Jahren beständig abgenommen hat.
Mein Vater fuhr als Dienstwagen in den 60er Jahren  ne Heckflosse (220D), mein Onkel als Motorrad ne Miele (98ccm) und ne 125er Victoria, natürlich mit Linierung, Tacho im Scheinwerfer, Einzelsitzen und Tropfentank. So was prägt natürlich das Bild, das man von Auto oder Motorrad entwickelt, nach dem Motto: so muß es aussehen und fahren! Vielleicht sind's bei Vielen einfach die Verwirklichung ihrer Kindheitsträume, die zu dem Hobby geführt haben. Aber jetzt ist es zu spät geworden für Psychoanalyse!  :gewissen:
Gruss Peter
Am Sichersten ist die Unfreiheit

kruemel

Hallo Heiko!

Dein Beitrag spricht irgendetwas in mir an (weiss noch nicht was...). Nur muss ich zunächst einmal daran erinnern, dass meinereiner erst 27 ist und dass unserallerkarl auch nicht eben sooo viel älter ist als ich.  Ich glaube aber nicht dass es in erster linie der preis ist. denn wenn ich mir überlege, was die jugend heutzutage für einen aufgemotzten corsa oder polo bezahlt, wie teuer die markenklamotten, handys usw. sind, und dass eine R6 oder R1 auch nicht gerade ein schnäppchen ist, dann stelle ich mir die frage ob es nicht eher eine einstellungssache ist. ich persönlich habe eine extrem grosse achtung vor dem, was unsere vorfahren auf die beine gestellt haben. mich fasziniert es, wenn technische geräte ohne jeglichen hauch von elektronik funktionieren und welche robustheit damals möglich war. ausserdem habe ich eine hohe achtung von improvisationstalent und handwerklichem geschick. und ich denke, dass es solche werte sind, die einen von der wegwerfgesellschaft unterscheiden. also: warum ich oldtimer fahre: mich fasziniert es, einen teil geschichte zu besitzen und vor allem zu (er( fahren, ein solches gerät weiterhin alltagstauglich zu erhalten und mich persönlich daran zu erfreuen. mir ist es bisher selten bei einem fahrzeug passiert, dass ich mich davor setze und es einfach nur anschaue (und dann sind plötzlich 25 Min. vergangen). tja, wir sollten den edersee-aufenthalt um ein abende verlängern, um in gesprächsgruppen den mythos oldtimer zu definieren. als ergebnis könnten wir dann ein whitepaper auf dieser hp veröffentlichen... 8)

und wenn der motor wieder läuft, dann freue ich mich umso mehr...und das innerliche grinsen an der ampel steigt, wenn neben mir jemand in seiner komfort-dose hockt.

das war meine meinung...kruemel
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

Heiko

Richtig Krümel,

das wäre die Weiterführung meines Beitrages gewesen  :poet: ... wenn dieser Fingerkrampf nicht auf einmal gekommen wäre  ;D...
Das alles schreiben, was man denkt... puuh... dann lieber in einer netten Runde an der Eder...  :bike:

Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

isie

Hallo,
@ Heiko,  der 190D fuhr laut Verbrauchsdiagamm  im HB (immerhin gabs das damals dabei) mit 13,5l Diesel bei 130 km/h. DieselMotoren sind halt nicht für mehr als 3/4  Drehzahl gemacht.
Als Ersazteillager gedacht war damals übrigens  ein 190er Benziner (auch Heckflosse)  (KP 100 DM wg. Reifen).  Mit einem neuem Satz Zündkerzen lief er dann sogar auch auf 4Zylindern und - mordsgaudi !- 160 km/h auf der BAB - jeder glaubte natürlich es sei ein Diesel....

Wie Gesagt (hu Hu Peter, Heiko!) : Der 190er war einfach zu gross (Bj so um 65, Scheibenbremsen vorne !), zuviele kleine Macken und nicht so wirklich alltagstauglich.

Aber ich hab eihn sehr gut leiden mögen....

Bye


Ingo

Meister2101

Liebe Teilnehmer dieses Forums,

ich scheine hier einen Stein in ein sehr großes Wasser geworfen zu haben. Die Frage, warum fahren wir Oldtimer, scheint nicht pauschal zu beantworten zu sein.  Es ergeben sich zweifellos viele persönliche und philosophische  Aspekte. Teils ist es die latente Sehnsucht nach verstehbaren, puristischen Strukturen, teils  die reine Freude am schrauben und teils eine Mischung aus diesen und anderen Emotionen.
Es stimmt, das sich reifere Jahrgänge mit unserer Thematik hauptsächlich auseinandersetzen. Sicherlich ist es auch eine Frage des Budgets, das einem zur Verfügung steht. In jüngeren Jahren stehen Familie und Karriere im Vordergrund. Wenn man sich eine soziale und wirtschaftliche Basis geschaffen hat, kann man sich mit den Dingen beschäftigen, die über viele Jahre auf der Strecke blieben. So auch in meinem Fall.
Es mag manche verwundern, das ich erst 1997 meinen Klasse 1 Führerschein nachgemacht habe, um solche Maschinen fahren zu dürfen. Es unterstreicht aber meinen Satz, das man erst mal den Abstand zu anderen Dingen haben muss.
Ich möchte auf keinen Fall, das sich diese einmalige Gemeinschaft der BMW-Einzylinderfahrer in irgend einer Weise polarisiert nach alt und jung, vermögend und weniger vermögend oder sonst wie.
Ich wüsste nicht, wie ich die Zicken meiner Maschine ohne dieses Forum überleben könnte.

In brauche dieses Forum.

volker
Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert. (Albert Einstein)

Karl

#15
@ Volker:

> "Die Frage, warum fahren wir Oldtimer, scheint nicht pauschal zu beantworten zu sein.  Es ergeben sich zweifellos viele persönliche und philosophische  Aspekte."

Ganz genau so ist es. Jeder hat seine eigenen Gründe, warum er sich mit dem Thema "Oldtimer" beschäftigt. Aber es gibt einen gemeinsamen Nenner, der sich bei allen wieder findet: die Freude an dem Ganzen (schrauben, sammeln, fahren) und die Geselligkeit (darum trifft man sich virtuell im Forum oder reel am Edersee).

>"Ich wüsste nicht, wie ich die Zicken meiner Maschine ohne dieses Forum überleben könnte. In brauche dieses Forum."

Ein  :applaus:  für dich und

ein  :applaus:  für alle, die dazu beitragen, dass dieses Forum so ist, wie es gerade ist - Treffpunkt für ALLE Oldtimerliebhaber ...
Jungs, ich möcht'  euch echt nicht missen  :)

Grüße,
Karl
Support this Board: Wer das Forum unterstützen möchte, kann das gerne per PAYPAL machen.

Heiko

Moin,

Polarisationstendenzen sehe ich hier zum Glück nicht  :D ... diese Truppe hier passt gut zusammen, klar gibt es Meinungsverschiedenheiten, aber wäre es ohne nicht langweiliger  :Frage: Grüppchenbildung ist bei Motorradfahrern im Oldtimerbereich eigentlich nicht oder kaum erkennbar, aber schaut euch mal die Autofraktion an auf Oldtimertreffen! Das beste Beispiel für mich war das diesjährige Treffen in Sprockhövel. Ca. 30 Motorräder und rund 50 Auto´s... die Motorradfahrer haben sich alle irgendwie mit irgendwem unterhalten, bei den Autofahrer konnte man eine Grüppchenbildung erkennen, dort fünf Leute, hier vier Leute, usw.   :-\\ ... da ist eine Polarisation erkennbar, Youngtimer-Fahrer, Brot und Butter Auto Fahrer, Klassiker-Fahrer, Mercedes, MG, BMW  :furz: ... und alle bleiben unter sich... nicht schön...

Gruß Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Hauptmenü

Anleitungen & Bücher Baureihe Specials Startseite Vergleichsliste

Presse & Wissen

Bauzeiten & Stückzahlen Historisches Liste der BMW Modelle Presseberichte Prospekte & Plakate

Foren & Literatur

Bildergalerie Bildtafel-Suche Forum: Boxerforum Handbücher Servicedaten

Allgemeine Infos

Bildtafelsuche Glossar Impressum Kontakt Sitemap

Tipps & Service

Dienstleister Händler Märkte & Museen Tipps Verschleißteile & Werkzeuge