Restaurierung der BMW R25/2

Begonnen von mr.grunf, 26 November 2023, 22:33:26

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mr.grunf

Guten Abend alle zusammen,
Im Winter möchte ich mit der Restaurierung meines 25/2 beginnen, beginnend mit dem Tank und dem vorderen Kotflügel. Anschließend möchte ich den Motor aus dem Rahmen demontieren, um ihn zur Generalüberholung an einen Fachmann zu liefern.
Muss ich zum Ausbau des Motors auch zuerst den Kardan und das Hinterrad ausbauen?
Reichen zwei Personen für diesen Eingriff?
Wie viel wiegt der Motor?
Leider habe ich nur viel Willenskraft, aber wenig Erfahrung.

Tausend Dank,
Grüße
Fabio
Per Aspera Ad Astra

mr.grunf

Per Aspera Ad Astra

Taz

#1
Hallo Fabio.

Erfahrung kommt vom machen...

Ausbau...Hinterrad und Getriebe müssen vorher raus, Batteriehalter weg, um Platz zu machen, Kardanwelle kann bleiben...
Moped auf den Hauptständer (Hebebühne ist fein, dort dann aber anzurren)...dann Hinterrad raus (am beweglichen Kotflügelende Streben lösen, hochklappen, dann an der Achse erst die große Mutter lösen, dann die Klemmschraube von unten lösen, Achse rausziehen, dann Rad am Hinterachsantrieb/Bremse vorbei nach hinten raus), Kardan von Getriebe trennen (weißen Schutzgummi zerstörungsfrei nach vorne schieben, Glocke lösen und ebenfalls nach vorne, eine Achse des Kardangelenks senkrecht stellen und dann um das Gleitrohr der Hinterradaufhängung nach außen klappen, dabei rutscht die Hardischeibe nach hinten vom Getriebeflansch), Getriebe raus (ggf. Leerlaufkontaktkabel lösen-Schraube unter der Schutzkappe, R25/2 hat eigentlich keinen, aber man weiß ja nie, in dem Fall auch das Massekabel lösen-, Kupplungskabel aushängen, vier Muttern zum Motor lösen, Getriebe ein Stück nach hinten abziehen, mit der Spitzzange die Druckstange nach hinten aus der Kupplung ziehen, Getriebe ganz lösen und aus dem Rahmen heben...am Motor vorne den Deckel weg, Kabel fotografieren für Zusammenbau, Kabel lösen, Vergaser vom Motor lösen und festzurren oder Schlauch und Kabel weg und dann Vergaser zur Seite legen, Auspuffmutter vorne weg, dann den Motor von unten unterstützen, die beiden Bolzen vorne und unten lösen und rausziehen, Motor (weniger als 30kg, meine ich) rausheben...

Alleine machbar, zu zweit ists einfacher...

Viel Spaß beim  :schrauber: , Taz
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Freude

#2
Antworten gelten für R26 ...
Generell: ICH arbeite OHNE MotorradBühne.
Hinterrad ausbauen ist simpel: R26 auf Ständer stelln, Radachse herausziehen, Hinterrad aus Bremstrommel herausziehen, dann rechts seitlich R26 an Sitzbank hinstellen , seitlich nach rechts kippen und R26 abfangen,: Jetzt Hinterrad nach links  herausfummeln und auf Boden ablegen. Voila !
Dann hintereinander Kotflügel, HAG, Getriebe und Motor ausbauen.
Ad Fragen sonst noch:
*Muss ich zum Ausbau des Motors auch zuerst den Kardan und das Hinterrad ausbauen? --> R26: siehe oben
*Reichen zwei Personen für diesen Eingriff? --> Bei  R26 Oversized, aber besser um Kratzer am Rahmen zu vermeiden
*Wie viel wiegt der Motor? --> R26 unter ...26kg. Motor nackt rd 20kg und lässt sich sogar ohne Kopf, Zylinder mit Hermes zu 6,95E verschicken....

Jetzt also: Frisch ans Werk !

Taz

Hallo Freude.

Daß der TE eine R25/2 hat, die vom Aufbau ab Getriebe deutlich anders ist als Deine R26, hast Du aber zur Kenntnis genommen, gelle ;) ?

Gerade bei selbst deklarierten "noch ohne große Erfahrungen" sind bauartfremde Tips ggf eher verwirrend als hilfreich...

Blus su, Ute
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strichzwojan

Hallo Fabio,

ich habe ja keine Ahnung, in welchem Zustand deine 25/2 ist. Ob sie überhaupt fahrbereit oder teilweise in Einzelteile zerlegt ist.

Meine erste Frage wäre, warum du den Motor rausnehmen willst? Du könntest auch den Kopf und den Zylinder runtermachen, am Pleuel ziehen und stoßen, am eingesteckten Kolbenbolzen wackeln und dann entscheiden, ob die Kurbelwelle raus muss. Oder eben doch mal fahren, reinhören, weiterentscheiden...
Viele hier empfehlen, gleich Nägel mit Köpfen zu machen, mindestens die Ölschleuderscheibe zu demontieren und zu ersetzen. Das ist dann aber schon eine komplette Demontage des Motors. Wenn du nicht gleich auf weite Reisen gehen willst, dann kann man sich einer Restaurierung auch in Etappen nähern.
Vielleicht gibt es in deiner Nähe ja jemanden von uns, der mal mit dir eine Bestandsaufnahme macht...

Gruß, Jan

Gruß, Jan

Kees

R25 (fast gleich an die /2). Hinterrad ausbauen. Alu Kardanglocke abschrauben damit es mehr platz für die schwenkende Kardankuplung gibt. Jetzt der Hinterradantrieb nach aussen drehen, damit komt auch die Kardanwelle nach aussen und kann aus die Hardyscheibe gezogen werden.

Jetzt noch der Batteriehalter abbauen. Kupplungshebel am Getriebe abnehmen. Jetzt has du genug platz um das getriebe aus zu bauen. Alle Elektrokabel noch abnehmen.

Schrauben lössen. Getriebe nach hinten ziehen und zur seite ausnehmen.

Dann am Motor alle lose Teilen, Kabel und Drahte abnehmen. Motor unterstutzen. Bolzen unten ausziehen und der Motor ein bischen anheben und auch zur Seite wegnehmen.

Alles im allen vielleicht eine Stunde wenn mann es öfter gemacht hat.

mr.grunf

Vielen Dank an alle für den Rat
Unten finden Sie ein Foto meiner R25/2.
Er ist nicht in einem schlechten Zustand, aber der Motor muss überprüft und eingestellt werden, da er schwer startet, Öl aus der Dichtung zwischen Zylinder und Kopf austritt und der Kickstarter beim Anlassen manchmal klemmt.
Der Vorbesitzer hat die Radnaben grau lackiert, die Felgen sind grau und nicht silbern, der vordere Kotflügel muss repariert werden, der Auspuffkrümmer ist falsch ...

Grüße
Fabio
Per Aspera Ad Astra

Taz

Hallo Fabio.

Bei den beschriebenen Problemen wäre ein Besuch mit dem ganzen Motorrad in der Fachwerkstatt (oder forumsintern) besser, schlecht starten kann viele Ursachen haben, die sich eingebaut besser finden lassen, weil man dann den Testrahmen (=Motorrad  ;) ) gleich dabei hat.

Ölaustritt hört sich nach defekter Zylinderkopfdichtung an, diese kann bei eingebautem Motor getauscht werden (Tank sollte demontiert sein, um den Drehmomentschlüssel ansetzen zu können!)

Klemmender Kickstarter deutet auf eine frühe R25/2 mit dem Kickstartsegment ohne Feder (siehe https://www.bmw-einzylinder.de/Vergleichstabelle/default.html#kswelle_DE) hin, entweder anderes Getriebe einbauen oder hier im Forum suchen, da gibt es Abhilfe.

Viel Erfolg, Taz
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strichzwojan

Gut dass ich gefragt habe... Ich hatte ehrlichgesagt ein völlig anderes Bild von deiner Maschine im Kopf.
Willst du sie in absoluten Originalzustand versetzen? Da würde ich mich erstmal in die normale Wartung einarbeiten, bevor ich eine so schön dastehende BMW zerlege.

Für mich wäre die Vorgehensweise so. Tank und Kopf runternehmen, Zylinder auch (wenn die Stösselrohrgummies nicht absolut perfekt dichten), neue Kopfdichtung, Kopf genau inspizieren, vielleicht entkoken. Dichtheitsprüfung der Ventile machen. Alles wieder montieren. Vergaser saubermachen, prüfender Blick in die Lichtmaschine (U-Kontaktzustand, Fliehregler, Kohlenlänge usw.)
Deinen nicht passenden Krümmer nehme ich dir sehr gerne ab, wenn du ihn loswerden möchtest...  :)
Zum Kickstarter. Wahrscheinlich meinst du damit, dass beim Runtertreten manchmal etwas blockiert. Das ist bei mir bei zwei Getrieben auch immer wieder der Fall gewesen. Man gewöhnt sich daran, dreht mit dem Fußspann dann das Hinterrad ein bisschen weiter und schon geht es wieder.
Jan

schraubenkoenig

Öl zwischen Zylinder und Kopf?

Ganz sicher, daß es nicht bloß die Ventildeckeldichtung ist?
Bevor du den Motor raus- und auseinanderreisst, solltest du erst einmal die ganzen Standardprozeduren zur Fehlersuche durchexerzieren. Also Zündung, Vergaser und evtl. Kompression.  Möglicherweise erspart dir das erst einmal das "große Besteck".

Taz

#10
Zitat von: strichzwojan am 28 November 2023, 07:12:55... Zum Kickstarter. Wahrscheinlich meinst du damit, dass beim Runtertreten manchmal etwas blockiert. Das ist bei mir bei zwei Getrieben auch immer wieder der Fall gewesen. Man gewöhnt sich daran, dreht mit dem Fußspann dann das Hinterrad ein bisschen weiter und schon geht es wieder. ...

Deswegen die Feder...
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Fastnachter

Grüß dich,

mein bescheidener Tipp: Bring sie erstmal in einen technisch top zuverlässigen Zustand.
DANN kannst du (wenn du denn willst), das Blech angehen. Du ärgerst dich schwarz wenn gleich Kratzer im neuen lack sind von Einstellarbeiten.
Ansonsten: Siehe Ute / Jan / meine Vorredner:

ICH würde erstmal nicht auseinanderreißen.

Frage dich erstmal was Dein Ziel ist: Willst du viel fahren? Oder nur mal zur Eisdiele?
Soll sie möglichst original sein? Oder möglichst praktisch und gut?
Möglichst hübsch, dafür weniger Alltagstauglich?

Wenn Du dir darüber im Klaren bist, dann kommt Schritt 2:

Eine lange Liste schreiben:
Welche technischen Mängel hat sie? Spricht: was funktioniert nicht so wie es soll.
Welche optischen Mängel hat sie um DEINEM Zustand zu entsprechen.
Welche Teile sind nicht original / Von einer anderen Serie?

Dann folgt Schritt 3:
Abarbeiten aller Technischen Punkte.
Abarbeiten aller "Originalitäts / Baureihen"-Punkte
Neu lackieren und Optik.

Nebenbei: Ist doch eine hübsche Maschine. Ich würde die Technik in den Griff kriegen und erstmal fahren.

Gruß

Jan.

P.S. Bevor du zu vermeindlichen "Fachwerkstätten" gehst frag erstmal hier im Forum. Oft gibt es hier Leute, die Bessere Arbeit für weniger Geld anbieten.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

mr.grunf

Hallo allerseits
und danke für den Rat
Theoretisch wurde das Fahrrad vor etwa 15 Jahren von einem Freund meines Vaters restauriert, der leider letztes Jahr verstorben ist. Er war ein Liebhaber von Motorrädern und dieses war sein Lieblingsmotorrad. Seit der Restaurierung hat es nur wenige Kilometer zurückgelegt, aber leider ist es nicht möglich zu wissen, wie die Restaurierung durchgeführt wurde.
  Angesichts der Hauptprobleme, die bestehen, treten Öllecks sowohl zwischen Zylinder und Motor als auch zwischen Zylinder und Kopf auf, und der Kickstarterhebel bleibt beim Herunterfahren hängen. (Die Feder ist da, weil der Hebel nach oben geht, aber wenn man versucht, den Hebel abzusenken, geht er nicht nach unten und zum Entriegeln muss man das Hinterrad bei eingelegtem Gang bewegen) Ich würde den Motor gerne von überprüfen lassen Ein Fachmann, der diese Probleme und alle versteckten Probleme löst.
Die Idee ist, den 25/2 im Sommer für den Weg zur Arbeit und für einige Ausflüge in die Stadt zu nutzen. Für längere Fahrten habe ich ein 51/3 und ein 90/6, die möglicherweise besser geeignet sind.
Ich restauriere gerne Fahrräder (so weit wie möglich) in ihren Originalzustand.

Freundliche grüße
Fabio
Per Aspera Ad Astra

Taz

Hallo Fabio.

Speziell was den Kickstarter angeht: die von mir angesprochene Feder dient nicht dazu, den Hebel wieder nach oben zu drücken. Sie wurde von BMW eingeführt, um genau das Problem zu lösen, welches Du beschreibst...der Kickstarthebel läßt sich nicht nach unten treten (er "klemmt").

Das folgende Bild von unserer Vergleichstabelle zeigt, wo sie angebracht ist (vergleiche 1.1 - ohne Feder, 1.2 mit Feder ). Eine Kontrolle ist leider nur möglich, wenn man das Getriebe zerlegt.



Hier der Ausschnitt aus dem BMW Rundschreiben an die Händler:
BMW_Aenderung_Getriebe_Kickstartsegment_Rundschreiben_28.07.1953.gif
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Heiko

Da hilft übrigens auch Kupplung ziehen anstelle von Hinterrad drehen.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

strichzwojan

Also ein schlichter Schönheitsfehler, der eigentlich nur Menschen stören dürfte, die ihre R25 mehr als 15 Mal pro Tag antreten müssen - so wie früher Landpostboten, Motorradcops o. Ä.
Danke Ute, ich hatte keine Ahnung, dass da von BMW eine Lösung gefunden und angeboten wurde. Der Zeitaufwand für die Behebung ist mir allerdings zu hoch.

Gruß, Jan

Anulu

#16
Und auch mit Feder kommt es gelegentlich vor. Nur nicht mehr so oft. Mein erst überholtes Getriebe hatte keine Feder. Da war das schon sehr nervig und häufig.
Leider sind die Federn häufig verschlussen und gibt es nicht als ET.
Wollte die mal als Aktion nachfertigen lassen, hab dann aber einen guten Mitnehmer gefunden und mangels Interesse verworfen.
Gruß Manuel



Rock or Bust!

mr.grunf

Zitat von: Taz am 28 November 2023, 23:06:59Hallo Fabio.

Speziell was den Kickstarter angeht: die von mir angesprochene Feder dient nicht dazu, den Hebel wieder nach oben zu drücken. Sie wurde von BMW eingeführt, um genau das Problem zu lösen, welches Du beschreibst...der Kickstarthebel läßt sich nicht nach unten treten (er "klemmt").

Das folgende Bild von unserer Vergleichstabelle zeigt, wo sie angebracht ist (vergleiche 1.1 - ohne Feder, 1.2 mit Feder ). Eine Kontrolle ist leider nur möglich, wenn man das Getriebe zerlegt.



Hier der Ausschnitt aus dem BMW Rundschreiben an die Händler:
BMW_Aenderung_Getriebe_Kickstartsegment_Rundschreiben_28.07.1953.gif

Guten Morgen,
Vielen Dank für die Erklärung. Es ist sehr interessant! Ich dachte, es wäre ein Problem bei mir, aber stattdessen war es ein weit verbreitetes Problem.
Was dieses Problem betrifft, bin ich ruhiger, im Moment belasse ich es so... es ist original... 😁
Wenn es überholt wurde, war sich derjenige, der diese Arbeiten durchführte, dieser Unannehmlichkeiten nicht bewusst.
Vielen Dank für diese Erklärung!!

Grüße

Per Aspera Ad Astra

Heiko

Oder doch und die Feder ist abgebrochen mittlerweile!  ;D
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