Unterbrecherkondensator - die Innereien

Begonnen von kahlo, 25 März 2022, 22:04:45

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strichzwojan

Zitat von: Oerlov am 24 April 2022, 09:56:47Ich weiß auch, dass diese Gleichspannungsmessung nicht komplett auf das Verhalten bei Wechselspannung bzw. pulsierender Gleichspannung übertragbar ist, aber es kann helfen, wenn man gerade kein Prüfrex oder eine Wiensche Brücke zur Hand hat und sich für einen Kondensator aus der Sammlung entscheiden muss.


Gesendet von meinem ELS-NX9 mit Tapatalk

Ich kann hier leider nur mit der Innbrücke dienen!  :)



strichzwojan



Eppo

Man kann den Frequenzgang/Grenzfrequenz des Kondensators auch mittels Frequenzgenerator und Oszi nachgehen.
Günstigsten Fall sollte diese Grenzfrequenz ja jenseits der Motordrehzahl liegen.
Wenn er eher durchlässt, dann nicht mehr einbauen.
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

strichzwojan

Es laufen bestimmt einige dieser Kondesatoren bei uns im Forum. Trotzdem möchte ich berichten, dass seit 13 Monaten und 4.700 km in meiner 25/2 alles prima funktioniert. Die Anschlussdrähte sind verlötet und in 2 K Kleber vergossen, das Ganze mit einem Kabelbinder um den einen Haltebolzen der Lichtmaschinenkappe gezogen. Die Temperaturen im Limagehäuse scheinen kein Problem zu sein.

Gruß, Jan

strichzwojan

Noch ein Nachtrag. Letztens las ich nochmal das Datenblatt der MKPs von Wima, was bei Reichelt eingestellt ist. Da stand etwas von Temperaturbereich: max. 150 Grad.
Also ist man da wohl absolut sicher und mit Reserve unterwegs. Eher wird mir mein 2K-Kleber da schon weggetropft sein...

Jan

Hodima

ich habe diesen gefunden
er hat keine festen Drähte sondern Litzen

aber auch einen Widerstand von 100 Ohm
kann man den eigentlich nehmen?
Gruß
Ho-Di
wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

kahlo

Nein.
Der Widerstand ist kritisch und sogar wichtiger als die Kapazität. Eine künstliche Vergrösserung wird einen fröhlichen Funkenflug am Unterbrecher verursachen und die Bordspannung mit Spannungspeaks verseuchen.

Grüsse,
Kahlo.

CHAMBONDU

Guten Tag Zusammen

Vergleich zwischen einem alten Kondensator (links) und einem neuen Kondensator (rechts). Man sieht, dass der Massekontakt beim neuen Kondensator nicht gut ist.

Jean-ClaudeComparaison vieux nouveau 3.jpg

Flitzer

Hallo zusammen,

möchte auch kurz meinen Senf zu diesem WIMA Folienkondensator dazu geben.

Ich habe diesen bei meiner 200er Zündapp seit ca. 5 Jahren verbaut.
Vorher hatte ich auch immer den Klassiker verbaut und ständig abgebrannte Unterbrecherkontakte.

Ich habe die Kabel angelötet und damals provisorisch mit einem Kabelbinder fest gemacht. Läuft seitdem aber problemlos.  ::)

Grüße



Einzylindär

Ich finde in den Datenblättern 100°C Temperaturfestigkeit für den MKP10.

Gruß
Stefan, der Einzylindär

strichzwojan

#69
@Einzylindär

Stefan, klick mal auf Datenblätter und Sonstiges...

https://www.reichelt.at/at/de/mkp10-pp-puls-kondensator-220-nf-10-630-vdc-rm-22-5-mkp10-630-220n-p31980.html?&nbc=1&trstct=lsbght_sldr::173231

Da steht "von -55 bis +150". Jedenfalls scheint keiner wirkliche Hitzeprobleme mit den WIMAs zu haben.

Gruß, Jan

Einzylindär

Unter technische Daten steht 150°C, im WIMA Datenblatt 100°C... .

Egal, wenns tut ist mir das egal... Ich fahre einen uralten Käferkondensator... Aber es ist gut Alternativen zu haben.

Danke für den Hinweis auf den Kondensator.

Ich werde mir auch mal welche besorgen für den Fall der Fälle...

Gruß und danke
Stefan, der Einzylindär

strichzwojan

#71
Generell macht man sich wahrscheinlich zu viele Gedanken zur Temperatur an dieser Stelle! Ich hatte mal mit einem Pyrometer die Temperatur in der Lima nach einer zügigen Hochsommerfahrt gemessen. Mehr als 80 Grad waren es nie (vorher natürlich mit montierter Limakappe gefahren).

Zündspule und Regler sind bei mir schon immer extern montiert gewesen, keine Ahnung, was die beiden für einen zusätzlichen Wärmeeintrag hervorrufen.
Ich fahre ganz normale NBR-Wellendichtringe am Rotorfuß und am Kurbelwellenende, und die haben auch keine Temperaturprobleme.
Interessant ist, dass heiße Luft für NBR wohl eine stressigere Situation darstellt, als heißes ÖL. Die Alterung von NBR ist in gleichheißer Luft wohl deutlich beschleunigt.
Ölkühlung also...
Bezogen auf die Wimas finde ich, dass mir ein stabiler Blechkondensator gerne gestohlen bleiben kann, wenn die Ausschußquote so hoch ist, und die billigen Plastikkondensatoren so gut funktionieren. Damals habe ich 67 Cent pro Stück gezahlt...

Jan

strichzwojan

Zitat von: Flitzer am 23 Mai 2023, 13:39:45Ich habe die Kabel angelötet und damals provisorisch mit einem Kabelbinder fest gemacht. Läuft seitdem aber problemlos.  ::)

Grüße




Am Besten gefällt mir in der Produktbeschreibung der WIMAs übrigens das Wort "selbstheilend".
Schade, dass es keine selbstheilenden Regler oder Anker gibt...

Jan

rolf.soler

die Wimas kosten jetzt 31 - 49 Cent (hab gerade ein paar bestellt) ;D

Flitzer

#74
Hier mal ein Bild von meinem fachmännischen Einbau. Die Kontakte sind natürlich dann noch mit Isolierband abgeklebt.  ::)
Läuft seit Jahren tadellos (ist ja auch selbstheilend) :-)


strichzwojan

Zitat von: Flitzer am 25 Mai 2023, 07:07:08Hier mal ein Bild von meinem fachmännischen Einbau. Die Kontakte sind natürlich dann noch mit Isolierband abgeklebt.  ::)
Läuft seit Jahren tadellos (ist ja auch selbstheilend) :-)



Ich hätte den dünnen Kabelbinder allerdings mittig über die beiden roten Anschlusskabel gelegt, damit da nichts schwingen oder abreißen kann. Diese dünnen Pins am Kondensator sind da für die Montage auf einer Leiterplatte gedacht und nicht für die Vibrationen in einer Einzylinder-BMW-Lima ausgelegt.

Jan

Flitzer

Hi Jan,

da hast du wohl Recht. War damals auch nur als Provisorium gedacht um den Kondensator kurz mal zu testen. Aber die Kabelbinder sind ja gleich wieder befestigt.
Vielleicht sind die 2-Takter Vibrationen ein wenig angenehmer.  ;D


Grüße
Markus

Borgward

man könnte den Kondensator auch auf ein Stückchen Lochrasterplatine löten und von dort aus mit flexiblen Kabeln anschließen

Hubi

strichzwojan

Und die Platine? Irgendwo festschrauben? Dann hätte man wieder den Vibrationseintrag an der schwächsten Stelle, nämlich den Pins. Dann lieber Pins und Kabel verlöten und diesen Sockel noch verstärken mit Kunstharz und das Ganze dann flexibel (Kabelbinder) aufhängen oder irgendwo locker einschieben (bei mir gäbe es einige Möglichkeiten zwischen Gehäuse und Kabeln).

Borgward

die Platine müsste nur minimal gößer als die Grundfläche des Kondensators sein und dient dann quasi als Zugentlastung für die Anschlüsse. Das ganze kann dann, wie du auch beschreibst, flexibel aufgehängt oder irgendwo locker eingeschoben werden.
Ich glaub ich bastel mir mal so eine Konstruktion

Hubi

Borgward

Hier ein erster Versuch quick and dirty

Hubi


Einzylindär

Ich habe 30 Stück MKP10 wie Jan verbaut hat bestellt. 20 Stück sind noch zu vergeben. 10 sind reserviert. Bringe ich mit zum See. Mit umgelegtem Versand kann ich die für 1€/Stück anbieten.

Gruß
Stefan, der Einzylindär

kahlo

Weil ich zur Zeit die Innereien einer Lichtmaschine auf dem Tisch habe, konnte ich die "Originalware" genau vermessen. In meinen Katakomben steht dazu ein spezialisiertes Messgerät.
Ich denke, dass ich diesen Kondensator als sehr gute Referenz betrachten kann.
  • Die Kapazität ist mit 287nF ok.
  • Der equivalente Serienwiderstand (ESR) ist mit 5,6 Ohm überraschend klein. Je grösser dieser Widerstand, umso grösser sind auch die Funken am Unterbrecher.

IMG_6576_web.jpg

IMG_6577_web.jpg


Zum Vergleich den Kondensator, der bei mir verbaut ist (MKT, nominal 330nF). Rechts die Ware, die man heute so bekommt...

IMG_6575_web.jpg

MKP-Kondensatoren wären theoretisch noch besser, der ESR ist bei ihnen kaum messbar. Wenn man mit der Baugrösse klarkommt.

Grüsse,
Kahlo.

strichzwojan

Klare Sache also... Wer jetzt nicht den Lötkolben schwingt, ist selber schuld!

Jan

Kees

Was sind denn die Werten fuer die andere Kondensatoren?

strichzwojan

Hat Kahlo auf die Kondensatoren draufgeschrieben. Der Nachbau-Becher hat 11 Ohm.

Fastnachter

Kahlo, danke für deine Arbeit.
Kurze Frage: im Keller auf der Werkbank steht die "neue" alte Prüfrexkiste.
Habe ich irgendeine Chance mit Hausmitteln (Multimeter) die internen Kondensatoren und den Stromspeicher zu messen? Grund: Kondensatormessung geht nicht mehr.

Gruß

Jan.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

Einzylindär

Ich habe aus der Ederseebestellung noch ein paar Wima MKP10....

Bei Interesse bitte PM.

Gruß
Stefan, der Einzylindär

Kees

Aha, ich hatte es auf mein Telefon angeschaut und da hatte ich die Nummern nicht erkannt.

kahlo

Zitat von: Fastnachter am 27 September 2023, 07:28:17Kahlo, danke für deine Arbeit.
Kurze Frage: im Keller auf der Werkbank steht die "neue" alte Prüfrexkiste.
Habe ich irgendeine Chance mit Hausmitteln (Multimeter) die internen Kondensatoren und den Stromspeicher zu messen? Grund: Kondensatormessung geht nicht mehr.

Gruß

Jan.
Ich kenn den Prüfrex nicht... Die Kapazität kann man mit den meisten aktuellen Multimetern messen, solange es nicht extrem grosse oder kleine Kondensatoren sind. Zur Messung sollte wenigstens ein Kontakt des Kondensators abgelötet werden, sonst wird die Messung verfälscht. Für die Messung des ESR braucht man spezielle Geräte, das geht normalerweise nicht mit dem 08/15 Messeisen.
Was ist "Stromspeicher"?

Grüsse,
Kahlo.

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