Fliehkraft-Zündverstellung zu gering (R 25/3)

Begonnen von HaseIgel, 08 Juli 2022, 18:50:05

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strichzwojan

Peter, mich interessiert, wie in den vergangenen 40 Jahren die Höchstgeschwindigkeit deiner Strichdrei gewesen ist mit diesem FKR.
Hier noch ein Foto meines 26/z. Der Bereich des Kontaktabhubs ist durch die aufgelegte Stecknadel markiert, beginnend mit dem Kopfteil der Nadel.
Wenn der Nocken nicht zum Motor passt, dann wird das nichts, also Achtung beim Teilemixen.

strichzwojan


HaseIgel

#31
Was für eine schöne Seite – die ich noch nicht kannte (die Vergleichstabelle, Nachricht 29)!

UND: dann war's das wohl wirklich: der falsche FKR!

Ich habe den /26 Z mit Teilen von dem anderen vervollständigt, eingebaut, und: sofort alles anders!

Ganz normaler Verstellbereich ab ,,S" bis kurz hinter ,,F".
Verstellung über einen weiten Drehzahlbereich (bei dem anderen setzte die Verstellung ganz früh ein und war schon vor dem mittleren Drehzahlbereich zu Ende).

Probefahrt: ich meine, das zu registrieren, was zu erwarten war: mehr Kraft ab dem mittleren Drehzahlbereich, mehr Drehfreudigkeit.

Vierzig Jahre mit dem falschen FKR (allein bei mir, plus der Jahre, die er vorher schon drin war)!

Bericht mit mehr Details folgt in den nächsten Tagen.

Danke an alle, die weitergeholfen haben!

Peter

PS.: Als ich dies gerade schrieb, hatte ich die letzte Nachricht (No. 30) von Jan übersehen, weil sie auf einer neuen Seite war. Jan, Antworten und mehr Einzelheiten folgen in den nächsten Tagen. Erstmal vielen Dank für deine Hilfe!

HaseIgel

Zum vorläufigen Abschluss:

Dieser FKR also (ZG 209/31 Z) war – meiner Erinnerung nach und mit 99,9%-iger Sicherheit – der, welcher an der R 25/3 montiert war, als ich sie vor über 40 Jahren (verunfallt und in Einzelteilen) übernommen habe. Ich habe mich nie damit befasst. – In einer Kiste mit ,,Beifang" waren noch diverse Elektrik-Teile, darunter ein unvollständiger ZG 209/26 Z

Auf jeden Fall bin ich jahrzehntelang damit gefahren.

Höchstgeschwindigkeit? Da ich nie Vollgas/Autobahn) fahre und nie versuche, alles herauszuholen, sondern immer nur so mit 60 - 70 über die Landstraße bummle, weiß ich das nicht. Ich hatte auch immer den Eindruck, dass die Maschine sich viel zu sehr anstrengen muss, um auf 100 oder gar mehr zu kommen.


Nach den Beiträgen 27-29 habe ich mich zunächst ein letztes Mal vergewissert, dass der ZG 209/31 Z ohne Restzweifel an einem nicht heilbaren zu geringen Verstellbereich leidet.

Dann habe ich den  ZG 209/26 Z mit neuen Federn (eine fehlte sowieso) fitgemacht und eingebaut.

Vom  ZG 209/31 Z habe ich dabei nur eine U-Scheibe (unter d. Fliehgewichten) übernommen, und die zwei Bleche, die wie schützende Hände über den Rotor mit dem Nocken greifen. Dabei habe ich erst jetzt gesehen, dass diese Dinger z.B. auf dem Foto von Jan (#30) gar nicht vorhanden sind.

Der Nocken war ok., aber unterschiedlich zu dem des ZG 209/31 Z. Man sieht das auf dem Vergleichsfoto, wo beide nebeneinander liegen, wenn man genau hinschaut. Die blauen Tinte-Punkte markieren Aufstieg und Abstieg des Nockens. Der Nocken des ZG 209/31 Z beginnt eher und endet später, der Schließwinkel ist also kürzer. Da der Nocken eher am Unterbrecher ankommt, erfolgt die Zündung früher.

Bildlich gesprochen: beide haben eine Beatle-Frisur, aber der ZG 209/31 Z hat die längeren Haare.

Das bedeutete, dass für den ZG 209/26 Z der Unterbrecherträger deutlich in Richtung ,,früh" verstellt werden musste, da der Nocken erst später ankommt und den U-Kontakt hebt. Die Verstellmöglichkeit ist jetzt ganz ausgeschöpft, er ist ganz nach oben gedrückt (s. ebenfalls Foto). Um weiter in Richtung ,,früh" stellen zu können, müsste ich die Schlitze durch Feilen erweitern.

Vielleicht sollte ich den Nockenträger des ZG 209/31 Z weiterbenutzen. Es scheint mir nicht normal, dass ich jetzt praktisch keine Möglichkeit mehr habe, die Zündung anders als auf später zu stellen.

Dazu bitte ich um eure Meinungen.

Zum Ergebnis:

Mir scheint – nach einer Fahrt – dass die Maschine kraftvoller und drehfreudiger geworden ist. Das wäre auch plausibel. Vorher setzte die Verstellung sofort ein und war bald, bei ca. 30 Grad, beendet. Das hieße: Leerlauf und mittlere Drehzahlen waren unauffällig, höhere Drehzahlen bekamen einen zu späten Zündfunken und hatten weniger Kraft.

Nochmals Dank an alle, die weitergeholfen haben!

Peter

Heiko

Das ist ja mal wirklich ein tolles Ergebnis. Klasse.  :thumbsup:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

cledrera

Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

strichzwojan

Das freut mich, Peter. Die Schutzbleche kannst du dranlassen. Dass du nun am Ende der Langlöcher angekommen bist, ist vermutlich dem U-Kontakt geschuldet (Nachbau). Ein bisschen musste ich letzte Woche auch feilen, bis es mit dem NORIS endlich passte. Vermutlich hat dein Motor all die Jahre gegen einen zu späten ZZP angeschuftet, wodurch der Wirkungsgrad bei höheren Drehzahlen ab 3000 U schlecht war, vielleicht lag dabei sogar der maximale Arbeitsdruck oder wie das heißt, deutlich nach dem oberen Totpunkt. Schön, dass es jetzt wohl besser läuft. Feinarbeit lohnt sich bei unseren Maschinen immer. Ich hatte auf Vergleichsfahrten in den Alpen feststellen können, dass der Beginn der ZZP-Verstellung am besten relativ direkt nach dem Gasgeben aus Standgas erfolgen sollte. Das ergibt bei mir mehr Durchzug. Das kann man über das Eindrehen der kleinen Haltebleche, die die Federchenaufhängung bilden, einstellen. Natürlich nur mit Stroboskop zu kontrollieren.

Und nochmal ein Hoch auf die Vergleichsliste, der ich die "üblichen" FKR-Nummern entnahm!

Jan

cledrera

ZitatIch hatte auf Vergleichsfahrten in den Alpen ....

(Dieser stetige Hinweis darauf, dass ich am falschen Ort wohne, geht mir auf die Nü.... Woher soll ich hier ein paar Alpen für Testfahrten herbekommen?)
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
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Einzylindär

Mit spätem ZZP ist Wirkungsgrad und Leistung schlechter, die Abgastemperatur ist höher.
Der Verbrennungsschwerpunkt (Hälfte verbrannt, AI50) sollte ca 8°KW nach OT liegen für beste Leistung. Das kann man aber nur mit teurer Indiziermesstechnik messen (100k€ aufwärts).
Der ZZP ist auch höhenabhängig, da die geringere Luftdichte einen geringeren Verdichtungsenddruck bedingt. Das führt zu langsamerer Flammengeschwindigkeit. Und damit der Verbrennungsschwerpunkt bei 8°nach OT liegt, muss man früher mit der Verbrennung anfangen...

Das ist die Theorie...  ;D

Gruß
Stefan, der Einzylindär

strichzwojan

Zitat von: cledrera am 14 Juli 2022, 09:34:54(Dieser stetige Hinweis darauf, dass ich am falschen Ort wohne, geht mir auf die Nü.... Woher soll ich hier ein paar Alpen für Testfahrten herbekommen?)
Ich mache doch nur das, was die BMW-Versuchsfahrer früher von Milbertshofen aus auch machten... ;D
Du kannst auch auf einer langen Autobahnsteigung testen.
Die Alpen sind garnicht Soooo toll, die Saison beginnt eher spät, die Wege sind durch Täler und Pässe oft vorgegeben. Manchmal sehne ich mich nach dem ausufernden Treibenlassen im Flachland...

Stefan

The evil is always and everywhere!

cledrera

Ich fahr dann über Bremen in die Alpen

Zitat... sehne ich mich nach dem ausufernden Treibenlassen im Flachland...

 ;D
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Heiko

Zitat von: Stefan am 14 Juli 2022, 11:00:49Schau mal hier, keine 100 km von Dir entfernt:

Alpen..!!! *Klick*... jetzt erst  :dazzle:  :lach:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

rolf.soler

Zitat von: cledrera am 14 Juli 2022, 09:34:54(Dieser stetige Hinweis darauf, dass ich am falschen Ort wohne, geht mir auf die Nü.... Woher soll ich hier ein paar Alpen für Testfahrten herbekommen?)
Gegen Fakten kannst Du nicht ankämpfen  ;D

rolf


HaseIgel

Entschuldigung – ich muss gerade nochmal zum Thema zurück:

Der FKR mit der Bezeichnung ZG 209/31 Z, welcher bei meiner /3 jahrzehntelang eingebaut war, scheint – auch wenn er, wie mz-henni in #28 und Jan in #29 meinen, gar nicht für eine BMW-Einzylindermaschine bestimmt ist – trotzdem einigen von euch kein Unbekannter zu sein. Zumindest schien euch ein FKR mit zwei unterschiedlich langen Federn UND zwei unterschiedlichen Fliehgewichten nicht zu erstaunen. Hat ev. jemand doch einen BMW-Eintopf mit so einem Teil drin?

Peter

HaseIgel

Zitat von: strichzwojan am 14 Juli 2022, 08:57:36Das kann man über das Eindrehen der kleinen Haltebleche, die die Federchenaufhängung bilden, einstellen.

Also: Aufhängungsbleche etwas eingedreht  =  Federn gelockert  =  früherer Beginn der Verstellung

nicht wahr?

Warum sind die Bleche denn eigentlich leicht unterschiedlich und leicht asymmetrisch angebracht? Das bewirkt bestimmt irgendeine Dynamik/Charakteristik?

Peter

cledrera

ZitatEntschuldigung – ich muss gerade nochmal zum Thema zurück:

Wieso?

Clemens
(Nach Diktat veralpt)
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Heiko

Hallo Peter,

dass die Federn unterschiedlich lang sind und unterschiedliche Windungen aufweisen ist grundsätzlich korrekt. Man müsste jetzt mal prüfen bei welchen Reglern das so ist. Bei R 26 auf jeden Fall.


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

4Taktix

... auf jeden Fall ist der FKR extra so konstruiert, dass sich trotz "linearer" Federn der ZZP nicht linear,
sondern "negativ exponentiell" vertellt. ( Mir fällt keine bessere Formulierung ein )
Anders ausgedrückt: Pro Drehzahlanstieg wird die Verstellrate geringer, je näher die FKR-Gewichte der Maximalauslenkung
kommen. Dies wird dadurch erreicht, dass sich die Federn bei Auslenkung immer mehr an die bogenförmige Rampe
in den Ausschnitten des Trägers anlegen -> damit wird ein immer kleiner werdender Teil der Federlänge "benutzt" -
es wird "strammer" und verringert so die relative Auslenkung.

*klugscheissmodus aus*

Gruß,
Sascha
Think outside the box !

strichzwojan

Mein 26z, den ich wegen Ausgenudeltsein nicht mehr verwende, hat zwei gleichlange Federn an gleichpositionierten Haltezapfen. Natürlich können da mal von einem Vorbesitzer die Haltebleche gewechselt worden sein, keine Ahnung ob das ab Werk so war. Die Verstellung hat jedenfalls fast 40 Jahre bei mir gut funktioniert. Ebenso mit dem anderen FKR mit den ungleichen Federn.
Ja, das Einschwenken der Haltebleche ergibt weniger Spannung auf den Federchen und damit früheres Verstellen.

Jan

HaseIgel

Zitat von: Heiko am 15 Juli 2022, 09:03:44dass die Federn unterschiedlich lang sind und unterschiedliche Windungen aufweisen ist grundsätzlich korrekt. Man müsste jetzt mal prüfen bei welchen Reglern das so ist. Bei R 26 auf jeden Fall.


Heiko


Bei dem ausgedienten ZG 209/31 Z waren die Federn unterschiedlich.

Bei dem jetzt eingebauten ZG 209/26 Z sind sie gleich. – Präzisierung:

So, wie ich ihn in der Kiste im Keller vorfand, fehlte eine. So habe ich zwei neue eingebaut, die ich mal auf Vorrat bei Stemler gekauft hatte, und die sind gleich, weil es lt. dem Stemlerschen R 25/3-Katalog nur einen Typ gibt, den man bestellen kann.

S. o.: Beiträge #20 - #23, Fotos bei #21

Peter

strichzwojan

Hier noch ein Foto des 26z. Sieht aus wie bei dir. Man kann ganz gut erkennen, wie der Bereich der Endanschläge mal mit dem Schweißgerät aufgefüllt wurden...

HaseIgel

Zitat von: strichzwojan am 15 Juli 2022, 15:06:17Mein 26z, den ich wegen Ausgenudeltsein nicht mehr verwende, hat zwei gleichlange Federn an gleichpositionierten Haltezapfen.

Jan


Jan,

bei meinem /26 Z sind nicht nur die Bleche etwas unterschiedlich lang, auch die Bohrungen in der Grundplatte sitzen nicht symmetrisch, also nicht punktgespiegelt auf den Mittelpunkt bezogen. Man sieht es, wenn man genau hinschaut, dass auf der einen Seite zwischen der Bohrung und der Aussparung für die Federn etwas weniger ,,Fleisch" ist als auf der anderen.

Man sieht das nicht im zusammengebauten Zustand, aber schau mal auf das vierte Foto in Beitrag #32. Beide Grundplatten sind so.

Peter

HaseIgel

... und die Haltebleche sind insofern unterschiedlich, als eines mit zwei kleinen Löchern gekennzeichnet ist. Das ist bei meinen genauso. Ich hatte daraus geschlossen, dass die beiden kleinen Löcher dem Monteur das Leben erleichtern sollten. – Die Länge ist – bei mir – nicht auffällig unterschiedlich, aber um einen oder zwei mm handelt es sich schon. Das längere Blech habe ich auf der einen Seite nicht eingesetzt bekommen.

P.

strichzwojan

Jetzt wo du es sagst sehe ich es auch. Ist mir nie vorher aufgefallen...
Gewissermaßen der Ur-Ur-Großvater der Kennfeldzündung.

Einzylindär

#55
Nein Jan,

Kennfeld heißt zweidimensional. Also zwei Eingangsgrößen....
Beim Fliehkraftversteller ist es nur die Drehzahl... also Kennlinie.

Durch die Asymetrie wird es feiner verstellen, bzw. am Ende weniger stark, also degressiv....

Gruß
Stefan, der Einzylindär

HaseIgel

Und, wie eingangs (#1) schon Jan festgestellt hat: beim ZG 209/31 Z sind nicht nur zwei unterschiedliche Federn drin, auch die Haltezapfen sind an anderen Stellen auf den Halteblechen. Die Bleche sind also deutlich unterschiedlich.

Diese Tatsache und die Bezeichnung (31 statt 26) lassen vermuten, dass es sich um eine Weiterentwicklung handelt, welche noch differenzierter arbeiten soll.

Aber für welche Maschine wurde der entwickelt? Gar nicht für BMW (mz-henni in #28)? Doch auch für BMW, aber für eine spätere? Wohlgemerkt, nur 25 Grad Verstellbereich.

P.

berndr253

Wenn der Verstellbereich des FKR nur 25 Grad beträgt scheint mir das ein Regler für einen Boxer zu sein.
Bei der 50-75/5 ist der Verstellbereich exakt 25 Grad. Wenn man den in Ruhelage befindlichen FKR nun auf S einstellt ergibt sich der F-Zeitpunkt zu 9 + 25 = 34 Grad vor OT.
Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Taz

der ZG209/31z taucht auch in der Tabelle nicht auf ( https://www.bmw-einzylinder.de/Vergleichstabelle/default.html#zzpv_DE ) wurde also bereits damals nicht als Ausstattungsvariante angesehen.
Life's a bugger, and then you die

auf Tour:
Northumbria (2025)
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Cymru "Radnor Revivals" (2016)
Alba "Isle of Skye" (2013)
Austria Großglocknerhochalpenstrasse (2012)
Alba "Spittal of Glenshee" (2011)

cledrera

Dann hau ich das mal einfach raus:
Die Vergleichstabelle ist klasse!
 ;D
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
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