Wellendichtringauszieher 2

Begonnen von professor buxus, 19 Dezember 2014, 14:42:45

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berndr253

#30
Nach dem Abschrecken wieder auf ca. 200 °C aufheizen und für ca. 10 Minuten auf der Temperatur halten (bei der Blechdicke von 1,25 mm). Dann aufkühlen lassen, NICHT mehr abschrecken.
Das Anlassen führt zu einer Veränderung des Gefüges - die Härte und damit die Sprödigkeit nimmt ein wenig ab, dafür nimmt die Elastizität wieder zu.

Ob das bei den vorhandenen Haken funktioniert weiss ich noch nicht - hab keine Ahnung welcher Stahl hier verwendet wurde und hab hier auch nicht die Erfahrung, dass ich das anhand des Aussehens usw. einschätzen kann.
Bei den Fühlerlehren handelt es sich wahrscheinlich um Stahl mit einem C-Anteil > 0,35% und ist damit geeignet für dieses Härteverfahren.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

berndr253

#30

Leben und Leben lassen

professor buxus

Danke, wieder was gelernt!   :oberlehrer:
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

cledrera

ZitatWas mich interessieren würde, ob das mit der 1,2 mm Fühllehre funktioniert hat?
Ist das Material überhaupt biegbar?

Da liegt der Hase derzeit im Pfeffer.

Das Material ist grundsätzlich biegbar.
Der erste Versuch, schnelles händisches Biegen im Schaubstock, endete damit, dass das Material glatt abriss.
Der zweite Versuch, langsames Biegen im Schaubstock unter Zuhilfenahme eines Hammers, führte zu einer zufriedenstellenden Biegung.
Allerdings wies die Biegekante außen einen Strukturriss auf.
Unter Last gesetzt, hielt das schon einiges aus, ich würde schätzen so 50 NM Zug, bevor die Biegung zurück in die Gerade wollte.
Als entlastet wurde, brach das Werkstück allerdings wie Papier.

Meiner Meinung nach muss man das "umschmieden" und nicht bloß biegen.
Und genau da mach ich weiter:
Langsames Biegen unter Zugabe von Wärme und anschließendem Ölbad.
Anlassen mit einer Temperatur um 250 Grad. (irgendwo hab ich noch Streusalz über  ;)  )

Der Weg ist richtig; der Rest wird lustig.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

guest474

ZitatLangsames Biegen unter Zugabe von Wärme und anschließendem Ölbad.

Warum das? Was für ein Material hast Du da?

Manfred

professor buxus

Hört sich nach Wellness an!    ;)
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

verdichter

#35
Hihi, Wellness für Männer  :wc:
Ich fasse zusammen:

  • einmal fett ausglühen
  • dann biegen
  • nochmal glühen lassen
  • dann in Öl oder Wasser abschrecken
  • nochmal für 10 Minuten mit 200°C anlassen (bläuen)
  • langsam abkühlen lassen

Aaah, das entspannt...  :tanz:


Stefan

Zitat von: cledrera am 11 Januar 2015, 14:50:05
50 NM Zug

???

Meinst Du MN? Das sollte dann aber für einen Wedi reichen.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

cledrera

Ich habe natürlich 50 Nautische Meilen gezogen.
(Dieser Rückweg ...)

Aufbau: Gebogene Fuehlerlehre in Schraubstock, aber nur eingehängt, nicht festgezogen.
Schnur durch und ziehen, bis sie sich zurück biegen will.

Material? Keine Ahnung.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

guest474

sachte mal, reicht nicht auch ein guter Stahl so C 50 bzw. Blech in gleicher Qualität?
Rot glühen, biegen, nachglühen. Fertig.
Härten muss ich doch nur wegen der Verschleißfestigkeit. Und die haben wir da nicht.

Manfred

Fastnachter

Clemens kann man doch gut mit ner Kofferwage ermitteln, die Newton...
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

berndr253

Hallo Manfred,

je nach Blechstärke kann auch ein nicht gehärtetes Blech ausreichen - wenns aber sehr dünn wird kann sich das durchaus wieder "zurückbiegen" unter Last. Die Härtung in der beschriebenen Form bringt eine höhere Festigkeit über die gesamte Stärke des Blechs, für eine Oberflächenhärtung würde ich eine Nitrierung bevorzugen. Das bringt hohe Oberflächenhärten, wobei die Eindringtiefe über die Härtedauer gesteuert werden kann.

Ich komme vielleicht heute dazu mich mal mit den Haken-Härtung zu beschäftigen, warte dazu nur noch auf die Lieferung meines neuen Gasherds (Küche). Da wird das Anlassen bei 200 Grad auch unproblematisch werden (Backofen).

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

cledrera

#41
Koffer hätte ich ...

Manne,
ich hab mir die Fühlerlehrenblätter wegen ihrer bereits vorhandenen Form gekauft und weil es sie im Zweifel bis zu einer Dicke von 2,0 für kleines Geld gibt.
Im Übrigen denke ich Du übersiehst da was:

Glühen = Weichmachen (Danke Bernd)
Biegen = Verformen
Nachglühen = Anlassen

Das "Glühen" bzw. erste Erwärmen erfolgt nicht wegen der Verschleißfestigkeit, sondern um zerreißfrei biegen zu können.
Das Anlassen danach soll die Zähigkeit wieder erhöhen.

Wenn Du das Material rotglühend machst, hast du übrigens entweder labbeliges Material oder nach zusätzlichem  Abschrecken hinterher sprödes Glas.
Daher werde ich auch zunächst einen Biegeversuch mit erheblich weniger Wärme machen.

Ein Fühlerlehrenblatt ist jetzt von 100 mm auf 90 mm geschrumpft. Damit werd ich mal weiter experimentieren.
(Ich schaff das, das wird knallen und stinken ...)
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Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

rolf

Warum anlassen nach dem verformen?

4Taktix

Warum macht Ihr Euch das Leben so schwer - man könnte doch einfach je einen Keil als "Widerhaken" auf einen Blechstreifen/Fühlerblatt löten, anstatt die ganzen
Biege-experimente mit ungewissem Ausgang. Wenn Last draufkommt, kann sich das "Trägerblech" an der jeweiligen Welle abstützen, deren Wedi gezogen werden
soll. Oder hat das so keine Chance ? Hab' das mal eben hingeschmiert/skizziert, damit man mich verstehen kann.
Gruß, Sascha
Think outside the box !

Fastnachter

Seit wann lösen wir denn hier Probleme mit gesundem Menschenverstand. Jetzt hör aber mal auf... ;-)

Gruß
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

4Taktix

Ach ja, stimmt ja. Habbich vergessen - tschuldigung. Ich tu's auch nie wieder  ;D
Think outside the box !

cledrera

Ruhe, sonst fliegt Ihr raus.
(Jungvolk, einem mit guten Ideen die Tour vermasseln, unerhört.  :schimpf: )

gez. Vorstand Tisch7

@Rolf,
das Anlassen sehe ich als eventuellen Vergütungsprozess.
Falls nach dem "Warmbiegen" Sprödigkeit vorhanden bzw die Zähigkeit nicht hinreichend ist.

Stell Dir übrigens mal 4 Haken vor, die oben über vier Gewindestangen je mittels zwei Schrauben (ja, das macht zusammen 8 ) auf einem quadratischen Stück Metall sitzen. In der Mitte des Metallstücks ist ein Loch mit Gewinde für die Limaabdrückschraube (sowas hat man eh dabei zu haben).
Wenn man dann aus dem alten Wedi die Dichtlippe schneidet und ihn umgedreht auf den neuen setzt, muss man doch nur noch mit etwas Klett- oder Isolierband die umgedrehten Haken stablisieren.
Dann sollte man den neuen Wedi reindrücken können und zwar kontrolliert und gleichmäßig.
Vorteil: Man braucht keine diversen Druckhülsen und man kann während des Drückens sehen, was die Dichtlippe macht.

Das wäre m.E. ein feines kleines Werkzeug.

Clemens
(Nein, das mit dem Fischerdübel war ich nicht.)
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rolf


cledrera

 :applaus: :applaus:
(Macht aber trotzdem Spaß.)
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Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

professor buxus

Ich liebe dieses Forum!     :lol:

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

guest474

ZitatDas "Glühen" bzw. erste Erwärmen erfolgt nicht wegen der Verschleißfestigkeit, sondern um zerreißfrei biegen zu können.
Das ist mir klar.

ZitatDas Anlassen danach soll die Zähigkeit wieder erhöhen.

Wie Bernd schon schrubbelte, werden damit die Atomchen und Ionchen im gestreckten Gefüge wieder sauber geordnet.
Eine Erhöhung der Zähigkeit klappt damit nicht.

Manfred

berndr253

Beinahe - beim Anlassen wird, in Abhängigkeit vom Stahl und der Anlasstemperatur, das Gefüge bleibend verändert. Beim Anlassen nimmt die Härte ab und die Zähigkeit zu.
Leben und Leben lassen

27-steib

und ihr glaubt der Clemens bekommt das mit den Temperaturen usw hin????    ;D ;D ;D


rolf



"Beinahe - beim Anlassen wird, in Abhängigkeit vom Stahl und der Anlasstemperatur, das Gefüge bleibend verändert. Beim Anlassen nimmt die Härte ab und die Zähigkeit zu."

Aber doch nicht wenn es vorher schon weichgeglüht wurde! Das ist das was Clemens nicht verstanden hat:
Glühen = Weichmachen (Danke Bernd)
Biegen = Verformen
Nachglühen = Anlassen







cledrera

(Also das mit dem Kolbenglühen und R27 hetzen krieg ich hin.  :wikinger:)

Sorry, für die Missverständnisse, die ich in die Welt gesetzt habe:
Ich dachte, den Stahl nur so zu erwärmen, dass er spannungsarm wird. Das kenn ich eben auch unter Glühen (Spanungsarmglühen).
Niedrige Temperatur (450 bis 550 Grad), die m.E. im Fall des Lehrenblatt, welches aus bereits gehärtetem Material sein dürfte, die Biegsamkeit fördert.
Also weg von der Kalt- hin zur Warmverformung.

Schauen wir mal am Wochenende.
Zurück zum Spocht ...



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berndr253

Durch das Biegen/Abkanten tritt beim Kaltverformen eine Verfestigung und Versprödung ein. Deswegen ist beim Versuch den stamm sitzenden Wedi mit den Haken aus dem Werkzeugset herauszuziehen auch die Kante an der Biegestelle gebrochen.

Ich bin gerade dabei die Haken zu härten. Auf Glühtemperatur gebracht, ca. 5 Minuten gehalten (könnte zu wenig gewesen sein), dann in Wasser abgeschreckt.
Jetzt läuft der Backofen bei gut 200 °C - die Haken liegen auf dem Rost - ich lasse die Haken gute 20 Minuten "garen". Dann schau ich mal was draus geworden ist.

Bernd
Leben und Leben lassen

rolf

Bernd...mache es nicht noch verwirrender....mir ging es um Clemensens ausglühen...verformen....anlassen (in der Reihenfolge)...incl. der irrwitzigen Begründung....warum weichglühen usw. hast du ja schon ausreichend erklärt (s. Anfang)....nochmal: es ging nur um das unsinnige anlassen von weichgeglühten Stahl.

cledrera

#57
Sodele,
ich glaub, ich bleib bei Glühwein.  ;)

Wie sich bis Hamburg herumgesprochen haben dürfte,
glüht man Stahl nicht bei niedrigen Temperaturen von um 500 Grad aus.
Also hab ich das trotzdem  ;D so versucht:

1,2 mm harter Stahl (Fühlerlehre = Messwerkzeug = Weichblech ist das nicht) und gemütlich für die Dauer einer Zigarettenlänge mit dem Steinel auf 500 Grad gebracht.
Im Schraubstock gebogen, das ging erstaunlich gut.
Zwischendurch immer mal wieder rausgenommen und nachgeheizt.
Bis dann die Biegung mehr als 80 Grad betragen sollte.
Es begann der Dehnungsriss an der Biegekannte.

Da eh schon so, weitergebogen.
Das Ergebnis war ein Haken, bei der zur Lastprobe eine Kofferwaage als Messinstrument nicht ausgereicht hätte.
Erneut das Problem: Erstes Nachlassen des Zugs = Bruch.

In 5 Minuten habe ich dann mittels Brenner und Hammer einen Haken geformt.
Das Material bläute, wurde aber nicht rot.
Der hält. Ohne Abschrecken, Anlassen oder so. Seltsames Material, das.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

guest474

ZitatDa eh schon so, weitergebogen.
Das Ergebnis war ein Haken, bei der zur Lastprobe eine Kofferwaage als Messinstrument nicht ausgereicht hätte.
Erneut das Problem: Erstes Nachlassen des Zugs = Bruch.

In 5 Minuten habe ich dann mittels Brenner und Hammer einen Haken geformt.
Das Material bläute, wurde aber nicht rot.
Der hält. Ohne Abschrecken, Anlassen oder so. Seltsames Material, das.

Verstehe nicht ganz.
Beim ersten Teil ging es in die Hose.
Beim zweiten Mal . Das gleiche Material? Nur blau geglüht, oder was?

Manfred

hannes55

Keine Ahnung vom Material, der!


Aber so (oder so ähnlich) haben die Engländer aus
Eisen irgendwann Stahl gewonnen ;D ;D ;D ;D

.... und dann ham die fiesen Deutschländer das (noch nicht erfundene) Patent geklaut... :traurig: :\'(

Als so weiter, Hannes
Was dann?!

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