Stösselgummi -- miese Qualität

Begonnen von r26_jo, 07 August 2010, 21:58:59

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guest474

Zitatder Werkstoff ist geschützt
.

Wie kommst Du auf die Idee? Meinst Du den Werkstoff vom Gummi? Dann müßten heute noch die Patente gültig sein. Das glaube ich nicht, da die Händler ja auch nachfertigen lassen.

Zitatwie das Werkzeug auszusehen hätte, was wiederum vom unbekannten Herstellungsprozess abhängt.

Läßt sich in Erfahrung bringen. Der Herstellungsprozeß dürfte relativ einfach sein.

Ich frage mal in meiner Firma rum, ob sich da einer auskennt.

Gruss Manfred

guest474



guest474

ZitatWer übernimmt die Garantie- und Gewährleistung

kein Problem. Machen wir wie der Blitzhändler: Geht was kaputt, kann der Käufer wieder Neue zum 1/2 Preis kaufen...... ;D

Sehe ich aber wirklich kein Problem. Wenn die Dinger gut sind, halten sie länger als 2 Jahren.

Wenn ich geahnt hätte dass die Alu-Dichtungen der Renner werden, hätte ich noch ein paar über ebay verklopft.

Gruss Manfred

cledrera

@Manfred und Bernd,
lasst uns das später diskutieren, bitte.

Clemens

PS: Betreffend das Patent dürftest Du Recht haben.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

27-steib

wenn das Material Patentgeschützt ist, heisst das, dass man es nicht kopieren darf. Aber es einzusetzen fuer Produkte ist natuerlich kein Problem, die wollen das doch verkaufen ung daran verdienen. Ansonsten gibts genuegen andere Optionen wie zs.B NBR. NBR ist Oel, Hitze usw bestaendig und wir ueberall im Motorenbereich als Dichtungsmaterial verwendet.

Das Werkzeug ist mal nicht so einfach eine Negativform des Bauteils, da muessen die Schrumpfungen des Materials eingerechnet werden, Kuehlkanaele, etc. Der Werkstoff muss vorher definiert sein, da das Wwerkzeug auf den entsprechenden Werkstoff ausgelegt wird. Dann Definition ob es ev ein 2 Fach Werkzeug wird, denn ergibt muss jeder Schuss nur ein Teil, und die Maschine wir sehr lange blockiert.

Desweiteren Heisskanal oder nicht?????

Iss ma nicht so einfach......

Gruesse Jan

guest474

Zitatwenn das Material Patentgeschützt ist, heisst das, dass man es nicht kopieren darf.

Leute, seit vernüftig. Wenn BMW da drauf überhaupt ein Patent haben sollte, schützt das Patent die Form und eventuell den Werkstoff. Eine Patentverlängerung kostet, ich glaube ca. 20.000 € für 10 Jahre. Glaubt da wirklich einer, dass die Dinger noch geschützt sind?
Und wie wäre es wenn wir die Form vom Händler mal für 4 Wochen ausleihen? ;D

Gruss Manfred

Stefan

Fiel mir gerade noch auf: FPM (ASTM)=FKM (DIN-ISO), also nicht wirklich eine Alternative.
The evil is always and everywhere!

cledrera

Ich hatte mich auch bereits gewundert, wie das FPM als Materialalternative in Odeons Spezifikations-Pdf kommt.

Kann das jemand aufklären?

Danke

Clemens
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Stefan

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cledrera

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† Knut


Oerlov

Zitat von: Stefan am 26 August 2010, 21:51:14
#106

15% Volumenänderung ... ist das nicht ein bischen zuviel?
100°C als Testtemperatur... ist das nicht ein bischen zu wenig?

Aus meinem Arbeitsbereich kenne ich es so, dass Testbedingungen um einiges über den maximalen Betriebsbedingungen liegen (aber von Gummispezifikation habe ich ja auch keine Ahnung ...)

Gruß

berndr253

Nicht unproblematisch ist die Festlegung der Testbedingungen. Insbesondere die Temperatur kann bei Gummi nicht "beliebig" hoch gefahren werden um "Langzeitabschätzungen" zu simulieren. Gummi verändert seine Eigenschaften durchaus BLEIBEND bei einer zu hohen Temperatur oder unter Einwirkung von chemisch aktiven Stoffen.
Ich bin der Ansicht, dass sich die Prüftemperatur an der maximalen Einsatztemperatur des Werkstoffes orientieren sollte. Wenn hier also Viton oder ein anderer vergleichbarer Gummi verwendet wird sind 150 °C durchaus vertretbar.
Wenn man den Test dann noch in gebrauchtem Motoröl (niedrig legiert) durchführt sollte man durchaus zu belastbaren Ergebnissen der Gebrauchstauglichkeit kommen.

Bezüglich der Alterungsbeständigkeit siehe DIN 53 508, die DIN 53 521 beinhaltet Infos bezüglich der Beständigkeit gegenüber chemisch aktiver Reagenzien.

Leider habe ich die entsprechenden DINs nicht greifbar, man sollte aber "irgendwie" drankommen können.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

† Knut

Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 12:29:41
Leider habe ich die entsprechenden DINs nicht greifbar, man sollte aber "irgendwie" drankommen können.

Bernd

Schau mal in Deine emails  ;)

Knut

berndr253

Moin, moin,

danke für die Info(s) - scheint doch, dass auf Grundlage dieser Informationen die Prüfparameter hinreichend genau festgelegt werden können. Als Werkstoff kommt ja eh nur Viton infrage - alle anderen Werkstoffe sind bekanntermaßen NICHT hinreichend beständig gegen Benzin und Öl.

Bernd
Leben und Leben lassen

Stefan

Sacht mal, schießt Ihr nicht etwas über das Ziel hinaus mit den Spezifikationsangaben. Wollt Ihr das nachher etwa alles an Erstmustern selbst verifizieren? Wie wäre es stattdessen mit der Angabe von drei oder vier Werkstoffen bekannter Hersteller, aus denen der Gummifritze einen auswählen kann: "Werkstoff: Alternativ Simrit 4711, Viton 08/15 oder Tecnoflon R25/3".
Standardwerkstoffe für O-Ringe sollten vollkommen ausreichend sein, m.E. (!) reicht auch NBR, die Beständigkeitsangaben gelten für Dauerbeschuß über x-tausend Stunden. Wer an den Stößelrohren Benzin permanent hat sollte entweder den Vergaser abdichten oder die Kolbenringe wechseln.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

berndr253

Das Material von "normalen O-Ringen" ist NBR und reicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht aus. Innenseitig wird der Gummi auf jeden Fall mit reichlich heissem Öl benetzt werden - und Sprit kommt halt auch schon mal an das Bauteil dran.
Was den Dauerbeschuss von vielen tausend Stunden angeht - sollen die Gummis nach der Fahrt wieder ausgebaut und gereinigt werden? Ich denke, die Gummis bleiben die ganze Zeit montiert und das Jahr hat schon über 8.000 Stunden. Wenn so ein Gummi dann 5 Jahre halten soll sind das 48.000 Stunden. Sicherlich nicht immer bei der maximalen Betriebstemperatur aber unter Druck (Verformung) und unter Einwirkung des Öls!

Und wieso soll der Gummiverarbeiter eine Auswahl treffen?? Er kann bestenfalls einen Tipp geben - einen Entscheid darüber welcher Werkstoff geeignet ist muss schon vom Kunden kommen.

Ich glaube, ich nehm doch lieber die Gummis der bekannten Lieferanten.

Bernd

Leben und Leben lassen

cledrera

@Stefan,
Erster Takt: Ziel festlegen.
Zweiter Takt: Praktische Umsetzung.

Wir reden über das Abstellen eines alten Ärgernisses. Gelingt uns das, sind weitere Teile dran.
Aus meiner Sicht (/3 mit drei Monate altem Luftfilterschnorchel, der schon marode wird) sind die
Nebeneffekte wesentlich. Der Wesentlichste? Ein Hersteller, der bereit ist, in kleineren Chargen zu
produzieren. Jemand mit dem man sprechen kann. Haben wir den gefunden, ist der Rest Geschichte.

@Bernd,
das sehen wir dann.

Clemens
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Stefan

#137
Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 14:23:03
Das Material von "normalen O-Ringen" ist NBR und reicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht aus. Innenseitig wird der Gummi auf jeden Fall mit reichlich heissem Öl benetzt werden - und Sprit kommt halt auch schon mal an das Bauteil dran.
Bernd,
Standardwerkstoffe für O-Ringe für industrielle Anwendungen sind u.a. auch verschiedene FKM-Mischungen. Ich schrieb nicht "normale O-Ringe" von OBI oder aus dem Installateurbereich.
Und glaubst Du, daß alle motörölberührenden Dichtungen in heutigen Großserienfahrzeugen aus FKM sind? Viel zu teuer!
Welchen Werkstoff hatte BMW eigentlich damals, Anfang der 50er, verwendet? FKM gabs damals nur bei DuPont im Labor.
Zudem verpufft NBR nicht gleich, wenn "halt auch mal" Sprit drankommt, es hält eben keine Dauerbeplätscherung z.B. im Vergaser aus.

Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 14:23:03
Wenn so ein Gummi dann 5 Jahre halten soll sind das 48.000 Stunden. Sicherlich nicht immer bei der maximalen Betriebstemperatur aber unter Druck (Verformung) und unter Einwirkung des Öls!
Und von den 48000 Stunden sind das überschlagen (Annahme 10000 km/a bei 50 km/h) 1000 Stunden bei Betriebstemperatur. Die restlichen 47000 Stunden steht das Ding in der Garage (annähernd ohne Ozon, UV-Licht, Temperatur, Benzin)

Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 14:23:03
Und wieso soll der Gummiverarbeiter eine Auswahl treffen??
Weil Du froh sein kannst, wenn Dir überhaupt einer länger als zwei Minuten am Telefon zuhört. Der Stößelgummi wiegt aus Viton etwa 5 g. Wenn Du einen Hersteller findest, der Dir mit viel gutem Willen eine Minimenge von 100 Kg anmischt, dann nimmst Du das, was der da hat.

Was ich sagen will: Das Google-Wissen, das hier bzgl. Elastomerwerkstoffen vorliegt, reicht bei weitem nicht aus, um eine Entscheidung über einen geeigneten Werkstoff für die Anwendung fällen zu können.
Daher mein Vorschlag: Nehmt das, was sich bei einem renommierten Hersteller (z.B. Freudenberg) seit Jahren bewährt hat, also einen Standardwerkstoff für O-Ringe, die im Automotive-Bereich zu Abermillionen unter ähnlichen Bedingungen wie bei Euren Kisten eingesetzt werden. Das Zeug hält ein Vielfaches länger als der Hubba-Bubba-Schrott, mit dem Ihr derzeit verarscht werdet.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

† odeon8

#138
Alternativer Ansatz:

ich bin mit Stefan der Meinung daß eine Standard-O-Ring Lösung
realistischer ist. Bei R26-Paula drehte ich mir 2 Messing-Adapter.
Diese waren notwendig um die unterschiedlichen Schutzrohr Durchmesser
des BMW 700 Zylinders an die Stößelführung anzupassen. (s.u.)
Paula ist (vorerst  ;) ) dicht.

Somit könnte man mit einem speziell gefertigten und auf die Schutzrohre
aufgeschrumpften Radialdichtring-Adapter eine DIN-Normdichtring aus Rundschnur
verwenden. Es ist ja keine zusätzliche Plandichtung erforderlich wenn die
Radialdichtung in diesem Bereich funktioniert. Die Stößelführung hat innen
eine glatte und eng tolerierte Oberfläche - die Unzulänglichkeiten des
Blechrohrs gleicht der (zusätzlich mit LOCTITE gedichtete)  Adapter aus.

Problematisch könnte das nur bei den relativ engen Toleranzen der Norm-Dichtringe
bzgl. Konzentrizität werden - aber auch hier könnte der Adapter eine Art
"Vor-Zentrierung" übernehmen.

Thomas

HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

27-steib

Stefan,

ein herrlicher Beitrag,  :applaus: besser gehts nicht!

Das gibt mindestens einen Karmapunkt!

Gruesse Jan

berndr253

Hallo Stefan,

logisch, dass ich das so nicht stehen lassen kann.

Klar, dass die Dichtungen in KFZ nicht aus den teuersten und edelsten Werkstoffen bestehen die es auf dem Markt gibt. Es muss aber doch auffallen, dass bei einer auch nur kleinen Änderung der Kraftstoffzusammensetzung Dichtungen in Ölpumpen und Kraftstoffleitungen laut Angeben der Produzenten nicht mehr geeignet sind usw. usf.
Da scheint die "Luft" doch recht eng zu sein. Übrigens ist das auch tatsächlich der Fall - die Dichtungen, die für Diesel hervorragend beständig sind geben bei geringer RME-Zumischen nach kurzer Zeit den Geist auf - was ich zumindest bei Dieselpumpen bestätigen kann und auf reines Rapsöl erweitern möchte.
Bezüglich der Kosten "teurer" Werkstoffe kenne ich die Preise für NBR und Viton recht genau und ich kann Dir sagen, dass Preisunterschiede die auf einen Wechsel von Dichtungsmaterialien und -ringen zurückzuführen die Mehrkosten beim Preis für einen PKW kaum bemerkbar wären. Teuer ist hingegen der nachträgliche Wechsel.

Als BMW die Dichtungen produzieren liess machte man sich noch Sorgen um Blei im Benzin und andere Dinge. Darüber was heute in Kraftstoffen und Ölen an Zusatzstoffen beizugefügt wird hatte man damals auch nicht den "Hauch einer Vorstellung".

Ohne hier ein Produzent oder ein Vertreter von Ersatzteillieferanten zu sein - warum unterstellst Du den derzeitigen Anbietern eigentlich, dass diese mit Absicht "Hubba-Bubba-Schrott" liefern?? Vielleicht sind auch sie nur den Versprechungen diverser "Dichtungshersteller" auf den Leim gegangen und eigentlich auch ordentlich Qualtität liefern wollten.

Sprech doch einfach mal mit einem Vertreter von Freudenberg und lass Dich beraten!

So, das musste mal raus

Bernd

Leben und Leben lassen

guest474

Was ich nicht verstehe:
Es gibt mal gute Chargen, dann wieder schlechte.
Wenn ich eine gute Charge habe, weiß ich doch aus welchem Material der Lieferant sie hergestellt hat. Und bestelle bei dem gleichen Lieferant.
Ich hatte mal das Vergnügen, dass ich alle 4 Wochen die Ringe austauschen konnte.
Gruß Manfred

berndr253

Hallo Manfred,

genau das scheint das Problem zu sein - es gibt gute Chargen und schlechte. Also offensichtlich wird hier entweder bei der Herstellung oder bei der Gummimischung geschlampt. Das Problem wird sicherlich darin bestehen die Chargen in einer recht kurzen Zeit mit hinreichender Aussagekraft auf Gebrauchstauglichkeit zu prüfen.

Und dann hat der Händler vielleicht auch noch zwei Kartons in denen noch alte Restbestände sind, dann aber neue draufgekippt werden und schon hat er das schönste nicht mehr nachvollziehbare Durcheinander.

Ich werde übrigens "den Teufel tun" und mich in diese Aktion der Teilenachfertigung einmischen - das können die "Willigen" ja mal durchziehen. Meine Bedenken bezüglich Qualitätssicherung, Gewährleistung und Haftung bestehen übrigens immer noch, denn ungeklärt ist, wer für welche Probleme wer wie haftet.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

cledrera

Mit der Haftung ist das hier wie bei den Ventildeckeldichtungen.  ;D
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
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berndr253

Aha,
dann wird es also so sein, dass jeder, der Interesse an einer gewissen Anzahl dieser Dichtungen hat auf eine noch zu erstellende Bestellliste setzen.
Lass das mal 200 Leute sein, die jeder 6 bis 8 von den Wunderdichtungen ordern. Macht in der Summe dann unter 2.000 Stück. Mit der Bestellung gehört man somit zu dem Kreis derer die sich der Risiken -  wie immer diese aussehen mögen - bewusst sind und diese Teile dann kaufen und nutzen. Ob die Teile dann den Anforderungen entsprechen wird dann in den nächten 2 bis 3 Jahren zu erfahren sein.

Da ist die Lösung von Thomas einen "geprüften" Viton-O-Ring zu nehmen und das Stößelrohr mit einem Adapter zu versehen erheblich besser. Der O-Ring wird in einer Qualität geliefert werden, die sicherlich dem Mindeststandard entspricht der nach DIN für diesen Ring und diesen Werkstoff vorgegeben ist, hier also auch die notwendigen Prüfungen hinter sich gebracht hat. Sicherlich nicht jeder einzelne Ring aber eine gewisse Anzahl von RIngen aus einer Charge.
Die Konstruktion kann so ausgeführt werden, dass der O-Ring mit den erforderlichen Nutmaßen gesetzt werden kann oder eine ausreichende Verformung erfährt um zu dichten und andererseits nicht unzulässig verformt wird.
Damit sind alle Kriterien erfüllt um die Aufgabe des Abdichtens über eine hinreichende Standzeit zu erfüllen.

Kosten für den Vitonring in der Größenordnung 50 Cent, der Adapter als Ms-Drehteil auf einer NC vielleicht noch einmal 2,50€ - in der Summe also irgendwas um die 3 € pro Stößelrohr.

Bernd
Leben und Leben lassen

Stefan

Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 17:55:16
Es muss aber doch auffallen, dass bei einer auch nur kleinen Änderung der Kraftstoffzusammensetzung Dichtungen in Ölpumpen und Kraftstoffleitungen laut Angeben der Produzenten nicht mehr geeignet sind usw. usf.
Da scheint die "Luft" doch recht eng zu sein. Übrigens ist das auch tatsächlich der Fall - die Dichtungen, die für Diesel hervorragend beständig sind geben bei geringer RME-Zumischen nach kurzer Zeit den Geist auf - was ich zumindest bei Dieselpumpen bestätigen kann und auf reines Rapsöl erweitern möchte.
Hallo Bernd, natürlich ist die "Luft" bei Großserienherstellern dünn, deshalb erfüllen die heute auch nicht die Anforderungen, die vielleicht in fünf Jahren gefordert werden könnten, je nachdem, was die Politik gerade raucht. Weil es zu teuer wäre und keiner zahlt. Aber das ist bei Euren Stößelgummies gar kein Problem, weil dort doch nur Motoröl drankommt. Und das ist in den seltensten Fällen das neueste 0W-200-Leichtlauföl mit HighTech-Zusätzen, also reicht NBR! Denn: Ein kurzer Blick in den Simrit-Katalog offenbart, daß grob überschlagen 75 % aller O-Ringgrößen in NBR verfügbar sind, den Rest teilen sich EPDM und FKM. Wer kauft nur all diese NBR-Teile, wenn sämtliche Schmierölanwendungen als Kundschaft ausfallen?

Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 17:55:16
Als BMW die Dichtungen produzieren liess machte man sich noch Sorgen um Blei im Benzin und andere Dinge. Darüber was heute in Kraftstoffen und Ölen an Zusatzstoffen beizugefügt wird hatte man damals auch nicht den "Hauch einer Vorstellung".
Das hat nichts mit der miesen Qualität der Nachfertigungen zu tun.

Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 17:55:16
warum unterstellst Du den derzeitigen Anbietern eigentlich, dass diese mit Absicht "Hubba-Bubba-Schrott" liefern?? Vielleicht sind auch sie nur den Versprechungen diverser "Dichtungshersteller" auf den Leim gegangen und eigentlich auch ordentlich Qualtität liefern wollten.
Absicht habe ich nicht unterstellt. Nur, es werden sich doch wohl schon ein paar Kunden beschwert haben, oder seid Ihr alle so genügsam (Manfred ausgenommen)? Trotzdem wird diese mindere Qualität aber weiterhin verkauft und das ist dann Absicht.
Und wer meint, daß Produkte aus China nur wegen der (tatsächlich gar nicht so) geringen Lohnkosten so preiswert sind, ist naiv.

Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 17:55:16
logisch, dass ich das so nicht stehen lassen kann...So, das musste mal raus
Zuletzt: Meinst Du, ich wolle Dich ärgern oder vorführen? Das will ich nicht, ich will eine konstruktive (mit einem Schuß Ironie und Polemik) Diskussion führen, damit Ihr ordentliche Gummis bekommt.
Die gängige Literatur empfiehlt für angestrebten Einsatzzweck NBR. Daß FKM besser ist, steht außer Frage. Bei einer Fertigungsmenge von vielleicht 5 Kg kannst Du Dir aber nicht aussuchen, welchen Werkstoff (und zwar nur genau den, sonst bekommt ein anderer diesen äußerst lukrativen Job!) der Spritzer in die Form pumpt. Deshalb hier mein ultimativer Vorschlag zur Beschreibung des gewünschten Werkstoffes:
Material: FKM (ww. auch NBR)
Härte: 75 +-3 Shore A
Farbe: schwarz

P.S.
Zitat von: berndr253 am 27 August 2010, 22:24:19
Da ist die Lösung von Thomas einen "geprüften" Viton-O-Ring zu nehmen und das Stößelrohr mit einem Adapter zu versehen erheblich besser.
Widerspruch zu Deiner #102.
Außerdem: meine Idee, wie Thomas im Übrigen schrub; siehe #101.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

berndr253

Hallo Stefan,

Du schreibst, dass man als Kunde froh sein muss wenn man einen Verarbeiter findet der einem eine Charge mit 100 Kilo verarbeitet und da müsse man halt nehmen was er hat.

Mit 5 Gramm Eigengewicht wären das 20.000 Stößelgummis bei denen man nicht sicher weiss woraus diese letztendlich gefertigt sind und welche Qualität hier geliefert wird. Ich habe gerade mal nachgewogen, das Gummi ist noch leichter - wiegt 3 Gramm pro Stück, so dass die Charge aus 100 Kilo Grundstoff bei über 30.000 Stück liegt.
Wäre mal interessant zu erfahren welche Chargen bzw. welche Mengen von den einschlägigen Händlern jedes Jahr aus Fernost bezogen werden - wenn diese denn überhaupt aus Fernost kommen, was bisher ja auch nur vermutet wird (steht ja leider nicht drauf "made in ..."). Wenn also nur drei der bekannten größeren Händler diese "Mindestmenge" von 100 Kilo in Auftrag geben wären das also 90.000 Stößelgummis, die auch abgesetzt werden müssen. Das wird eine Weile dauern, so dass es möglicherweise einige Jahre dauert bis der letzte Gummi dann verkauft ist.

Nicht akzeptabel wäre es aber, wenn man als Kunde keinen oder nur einen eingeschränkten Einfluss auf die Qualität und Zusammensetzung des Produktes hätte. Hier gibt es eigentlich nur die Lösung, dass man bestimmte Vorgaben macht und das gelieferte Produkt einer Qualitätskontrolle unterzieht, für die es durchaus Möglichkeiten gibt (danke für die mail, Knut). Von jeder Charge eine definierte Probenmenge entnimmt und die Tests durchführt. Und wenn man tatsächlich über mehrere 10.000 Stück redet wären die geringen Kosten für die Tests sicherlich tragbar.

Wenn es aber um die von Dir genannte Menge von 5 Kilo geht wird man sich halt darauf verlassen müssen, dass der Hersteller den Werkstoff verwendet den man haben möchte (wenn er denn gerade auf Lager ist) und die Arbeit ordentlich ausführt - ein nicht befriedigender Umstand.

Bezüglich des Werkstoffes NBR ist es so, dass dieser Werkstoff gegen mineralische Öle durchaus beständig ist aber über eine nur mäszige Witterungsbeständikgeit und eine schlechte Beständigkeit gegenüber Aromaten und polaren Lösemitteln (z.B. Alkoholen) verfügt. Deswegen lösen sich halt auch einige der Gummispritleitung an die vor der Zumischung von Ethanol im Sprit beständig waren.
Die Temperaturbeständigkeit ist abhängig von der Vernetzung maximal sind 80 bis 100 °C in der Literatur benannt - kurzfristig 120 °C.

Meine Meinung ist bei diesem exotischen Projekt nicht am Werkstoff zu sparen und hier Viton zu verwenden - aber das ist meine Ansicht und schliesslich leben wir in einem freien Land, in dem jeder ...

Bernd


Leben und Leben lassen

Stefan

Zitat von: berndr253 am 28 August 2010, 10:31:41
Die Temperaturbeständigkeit ist abhängig von der Vernetzung maximal sind 80 bis 100 °C in der Literatur benannt - kurzfristig 120 °C.
Stimmt, und jetzt eruiere bitte, wieviel tausend Stunden kurzfristig bedeutet. Bei 80..100 °C ist das Material quasi dauerfest. Genau diese Fehlinterpretation gibt es auch immer wieder bei Wälzlagern und den Angaben zu Drehzahlgrenzen, Temperaturbelastbarkeit usw.

Zitat von: berndr253 am 28 August 2010, 10:31:41
Wenn es aber um die von Dir genannte Menge von 5 Kilo geht wird man sich halt darauf verlassen müssen, dass der Hersteller den Werkstoff verwendet den man haben möchte (wenn er denn gerade auf Lager ist) und die Arbeit ordentlich ausführt - ein nicht befriedigender Umstand.
Ich glaube immer noch an das Gute im Menschen und wenn mir ein Lieferant sagt: "Ich habe da gerade eine Mischung in der Trommel, daraus mache ich O-Ringe für Daimler, BMW o.ä., mit denen die den Ölkreislauf abdichten, da könnte ich Euch eine Ecke abschneiden und Eure Gummis machen.", dann bedanke ich mich freundlich, lasse ihn machen und verärgere ihn nicht mit Hausfrauenwissen: "Ja, aber ich hab' da im Internet gelesen...und wie siehts aus mit ISO 900x und ich würde gerne noch mit Ihrem Q-Manager sprechen und ein Audit kommt auch noch und versuchen Sie nicht uns zu foppen, wir finden es eh heraus.".

Zitat von: berndr253 am 28 August 2010, 10:31:41
Meine Meinung ist bei diesem exotischen Projekt nicht am Werkstoff zu sparen und hier Viton zu verwenden - aber das ist meine Ansicht und schliesslich leben wir in einem freien Land, in dem jeder ...
Ist auch meine Meinung und ich will sie Dir auch nicht verbieten. Bei diesem Projektchen sollte man sich aber nicht den Weg mit übertriebenen Anforderungen verstellen. Nicht jeder Kleinvulkanisierer hat FKM im Programm und am Ende ist es sicher erstrebenswerter, Teile aus NBR, die 15 Jahre halten, zu haben als gar keine. Aber da darfst Du gerne anderer Meinung sein.

Gruß
Stefan

P.S. Wenn es das Wetter zuläßt bin ich morgen evtl. in Hilgen, dann können wir das Thema gerne noch vertiefen.
The evil is always and everywhere!

berndr253

Hallo Stefan,

ich werde im Zusammenhang mit diesem Projekt überhaupt nichts eruieren - bezüglich der Qualitäten hinsichtlich Alterung und chemischer Stabilität gibt es Tests und Vorgaben der Prüftemperatur, -medien und -dauer die einzuhalten sind. Wenn diese Anforderungen erfüllt werden erübrigen sich Recherchen.

Qualitätsanforderung und -sicherung scheinen Deiner Meinung nach eine Frage des Projektumfangs zu sein - ist ein insgesamt fragwürdiger Ansatz, je kleiner die produzierte Menge umso unsicherer das Produkt??
Deine Anmerkung, den Hersteller nicht mit "Hausfrauenwissen" zu belästigen verstehe ich nicht ganz. Wenn Du der Ansicht bist, dass ich unqualifizierte und nicht hinreichend fundierte Aussagen mache solltest Du das auch direkt sagen, da ist eine solche Formulierung wie Du sie wählst nicht zielführend. Übrigens hat die Frage nach der ISO-Zertifizierung 900x nichts mit der Qualität der Produkte zu tun. Produkte aus einem ISO9000-zertifizierten Betrieb können genauso untauglich sein wie Produkte aus Fernost.

Vielleicht noch eine Anmerkung bezüglich der "kurzfristigen Temperaturbeständigkeit". Mag sein, dass das Material kurzfristig 120 Grad aushält, und was ist mit 130 Grad? Meine Erfahrungen sind dahingehend, dass insbesondere die Temperatur ein ernsthaftes Problem werden kann. So hatte ich in der Vergangenheit in den wassergeführten Kühler meiner Stirlingmotoren bisher NBR-Ringe verwendet. Temperaturen oberhalb der Grenztemperatur kann ich vermeiden. Die Praxis zeigt jedoch, dass diese Ringe bei einer längerfristigen Anwendung bei 80 Grad glasartig verhärten und versagen.
Nach dem Wechsel von NBR zu Viton sind die Maschinen auch über den Zeitraum von einigen Jahren immer noch dicht.

Da ich in den nächsten Wochen unterwegs bin ist eine Diskussion in Hilgen nicht möglich - ob das danach noch relevant ist muss man sehen.

Bernd

Leben und Leben lassen

Stefan

Zitat von: berndr253 am 28 August 2010, 14:34:27
Wenn Du der Ansicht bist, dass ich unqualifizierte und nicht hinreichend fundierte Aussagen mache solltest Du das auch direkt sagen, da ist eine solche Formulierung wie Du sie wählst nicht zielführend.

Das unterstelle ich nicht nur Dir, sondern allen inklusive mir selbst, die sich hier bisher dazu geäußert haben. Wir wissen doch offensichtlich alle nicht genug über dieses Thema, um einem Fachmann auf diesem Gebiet tiefschürfende Vorgaben machen zu können.

Viel Spaß beim Unterwegssein.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

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