Frisch gehont, neuer Kolben, neue Dichtringe ...

Begonnen von fofa, 17 Februar 2010, 22:11:29

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fofa

... wie stramm sitzt so ein neuer Kolben im frisch gehonten Zylinder?

Hallo Schraubergemeinde,

mangels Erfahrung habe ich eine für Euch vermutlich banale Frage. Ich habe den Zylinder meiner R25 beim Rabenbauer honen lassen, Kolben (Kolbenschmidt) und die drei Kolbenringe sind ebenfalls neu vom gleichen Händler.
Ich habe alles leicht geölt und dann den Kolben in den Zylinder rutschen lassen. Ging soweit ganz gut, aber kurz bevor der Zylinder auf dem Motorblock aufsetzen sollte klemmte der Kolben. Zumindest kam es mir so vor. Der Kolben ließ sich nicht im Zylinder auf- oder abwärts bewegen, die KW konnte nicht per Hand gedreht werden. Drehen des Zylinders ging dagegen ganz leicht. Mit viel Gefühl habe ich dann den Kolben mit den Fingern wieder aus dem Zylinder gedrückt. Keine Kratzer zu sehen, alles ganz wunderbar.
Beim 2. Versuch habe ich gemerkt, daß der Kolben sehr schwergängig im Zylinder wird, sobald er über den Ölabstreifring gerutscht ist.

Meine Frage: ist das normal? Oder muß das ganz leicht gehen?

Beste Grüße
Christoph l(eicht verunsichert)

fofa


kruemel

4-6 Hundertstel sind normal. Einfach mal den Kolben ohne Ringe einsetzen und dann den stos der Ringe messen. Steht alles im Handbuch dass du dir hier herunterladen kannst. Wenn dann noch fragen kommen, wieder melden...

Gruß kruemel
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

rolf

Messe mal das Stossspiel der kolbenringe, daran könnte es liegen..schiet, man sollte alles lesen....krümmel war wieder schneller, der Schelm...mache es so wie er es beschrieben hat!

Lucky

"Einfach mal den Kolben ohne Ringe einsetzen und dann den stos der Ringe messen"



Es sollte wohl heißen: "einfach mal die Ringe ohne Kolben einsetzen und dann den Stoss der Ringe messen ".

fofa

Danke für die Tips, ich bin dran. Wie gemessen werden muß ist mir klar. Ich besorge mir erst noch ein Werkzeug, um die Ringe abzuheben. Sollte ich morgen haben. Dann melde ich mich wieder mit den Messwerten.

Gruß
Christoph

Tino

Zitat von: fofa am 18 Februar 2010, 17:33:29
...
Ich besorge mir erst noch ein Werkzeug, um die Ringe abzuheben. Sollte ich morgen haben.
...
Wie sieht das aus?
Nennt mich verrückt,aber sowas mache ich mit den Fingern.
Man muss nur wissen wie,damit der Ring nicht bricht.
Dazu höchstens noch ein dünner Alustreifen um den Kolben vor den scharfen Kolbenringsstoßkanten zu schützen.

Wichtiger wäre ein Innentoleranzmesser,um den Zylinder zu vermessen und eine Messbügelschraube für den Kolben.
Ich habe schon böse Erfahrungen mit Zylinderschleifern gemacht: Das bischen Klemmen schleift sich schon ein.
Jaja,beim Nachmessen dann der Schock über den Pfusch.
Gruß Tino
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

cledrera

ZitatWichtiger wäre ein Innentoleranzmesser,um den Zylinder zu vermessen und eine Messbügelschraube für den Kolben.

Da hast Du schon recht mit. Nur der Preis ist sagenhaft ...


Clemens
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

rolf

Nöh....bekommt man gebraucht schon für rel.kleines geld....mein Innentaster hat 75€ (50-100mm) gekostet.

Kolbenringe: Nimm ventillehren (Spione)...ab 0.5mm...das géht besser als jedes Spezialwerkzeug

fofa

Tino, ich dachte an eine Kolbenringzange. Kann mir ein Bekannter morgen mitbringen. Mit den Fingern ist mir das zu fummelig, vor allem wenn man es öfters wird machen müssen. Der Vorschlag von Rolf ist aber gut, das probier ich auf jeden Fall aus.

Gruß
Christoph

rolf.soler

Zitat von: rolf am 18 Februar 2010, 18:41:19
Kolbenringe: Nimm ventillehren (Spione)...ab 0.5mm...das géht besser als jedes Spezialwerkzeug
um die Ringe aus dem Kolben zu nehmen ? das versteh ich jetzt nicht
Zum Stoss messen, klar

fofa

Ich vermute, daß Rolf meint, die Ventiellehren von oben zwischen Kolben und Kolbenring schieben. Das an drei Stellen gemacht sollte reichen, den Ring nach oben wegzuziehen.

Gruß Christoph

† Knut

Zitat von: fofa am 18 Februar 2010, 20:04:39
Ich vermute, daß Rolf meint, die Ventiellehren von oben zwischen Kolben und Kolbenring schieben. Das an drei Stellen gemacht sollte reichen, den Ring nach oben wegzuziehen.

Gruß Christoph

Yepp, so geht's

Knut

rolf

Genau!
Man kann die Ringe soweit rausdrücken das erstmal ein Spion dazwischen passt (Zwischen Ring und Kolben), dann spion etwas zur Seite...2. Spion....dann den 3....jeztz sie gleichmäßig verteilen (alle 120°)....Ring nach Oben streifen
Man fängt mit dem obersten Ring an
Rückwärts mit dem untersten
Rolf
PS geht besser als Kolbenringzange

rolf.soler

Raffiniert !  :-*
da werden meine Fingernägel ewig dankbar sein

rolf


fofa

So, jetzt habe ich die Messwerte:

Flankenspiel:
1. Dichtring: 0,04
2. Dichtring: 0,03
Ölabstreifring: 0,03

Vorgabe BMW: 0,04   0,03  0,02


Kolbenring-Stoßspiel:
1. Dichtring  Zylinderfuß: 0,2   oben: 0,2
2. Dichtring  Zylimderfuß: 0,35 oben: 0,35
Ölabstreifring Zylinderfuß: 0,2   oben: 0,2

Vorgabe BMW: 0,2 mm

Ohne Kolbenringe läßt der Kolben sich leicht durch den Zylinder bewegen, die Kurbelwelle läßt sich leicht dabei drehen.

Mit Kolbendichtringe kann man die KW nicht per Hand drehen, es geht nur mit Unterstützung über Drehen an der Schwungscheibe. Ich habe es nur ein kleines Stück probiert, es ist ein Schleifgeräusch zu hören. Der Kolben wir in Fahrtrichtung gegen die Zylinderwand gedrückt, optisch gut zu erkennen. 

Ist das nun normal? Der Kolben hat Spiel auf dem Pleuel in Richtung seines Bolzen. Der Bolzen läßt sich ohne Erhitzen durch Kolben und Pleuelauge drücken. Hier sitzt also nichts stramm und blockiert.

Der Zylinder sitzt allerdings sehr fest in den Gewindebolzen. Er läßt sich nicht einfach wieder abheben. Aber wie bereits erwähnt, läuft der Kolben ohne seine Dichtringe locker durch den Zylinder.

Liegt nun ein Problem vor? Oder alles im grünen Bereich?

Beste Grüße und Danke für Eure Meinung.
Christoph

berndsp

Hallo Christoph,
die Messergebnisse im sind wohl im Gruenen.

Zitates ist ein Schleifgeräusch zu hören.

Schwierig zu sagen, wenn man es nicht selber hørt, aber: Ein neu gehonter Zylinder wird ja im Betrieb  auf die Kolbenringe (und umgekehrt) eingeschliffen, weshalb ein baldiger Ølwechsel fællig wird.

Mir sind 2 Dinge unklar:

ZitatMit Kolbendichtringe kann man die KW nicht per Hand drehen, es geht nur mit Unterstützung über Drehen an der Schwungscheibe.

Wie versuchst Du die Kurbelwelle zu drehen, wenn nicht an der Schwungscheibe? (Und: Wie stark ist der Widerstand wenn Du an der Schwungscheibe drehst?)

ZitatDer Kolben wir in Fahrtrichtung gegen die Zylinderwand gedrückt, optisch gut zu erkennen.
.... läuft der Kolben ohne seine Dichtringe locker durch den Zylinder.

Er wird nur MIT den Ringen gegen den Zylinder gedrueckt???
Oder ist evt. das Pleuel/ -lager schief?

Gruss
Bernd


nicht denken, fluchen... :)

If a man speaks his truth in the middle of a vast forrest,
where no woman can hear him: Is he still wrong?

Karl

Nur mal ne Frage am Rande:
du hast den Kolben auch mit dem aufgemalten Pfeil nach vorn (Fahrtrichtung) eingebaut ?
(den Pfeil findest du obe aufgezeichnet/eingestanzt, gleich neben der Kolben-Größenangabe).
Gruß Karl
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fofa

Hallo Bernd,

zum Verständnis: der Motor meiner R25 ist ausgebaut (spricht: ich baue ihn gerade neu auf), Getriebe abgebaut, Kettenkastendeckel entfernt, keine Steuerkette. Insofern kann ich die KW sowohl von vorne über die Welle oder das Ritzel als auch über die Schwungscheibe drehen.
Der Widerstand über die Schwungscheibe ist nicht so sehr groß, kein Kraftakt notwendig.

Kolben ohne Ringe läuft sauber durch den Zylinder, keine Geräusche, kein Drücken gegen den Zylinderrand erkennbar. Drehen vorne an der Welle reicht, somit kaum Widerstand. Daher habe ich ein krummes Pleuel ausgeschlossen. Zur Info, obwohl es natürlich als Beweis nicht hinreichend ist: die KW mit Pleuel wurde von Rabenbauer durchgemessen.

@Karl: Ja, ich habe auf den Pfeil geachtet.

Gruß
Christoph

Andre.Hubein

Also ich bin der Meinung,das ein neuer Kolben in einem frisch gehonten Zylinder muß relativ schwergängig sein,da die Reibung sehr hoch ist.Erst nach dem Einfahren,wenn Kolbenringe und Zylinder eingeschliffen sind,ist ein leichtes durchdrehen der Kurbelwelle möglich.Also alles im grünen Bereich.
Gruß André

fofa

Das klingt schon mal gut  :)
Woran liegt es, daß der Kolben etwas einseitig an den Zylinder gedrückt wird? Unterschiedliche Spannung in den Ringen? Minimale Größenunterschiede, die sich ja auch in den nicht einheitlichen Stößen niederschlägt?

Gruß Christoph

† Knut

Guten Morgen liebes Forum!

Fofa, ja - in 99% der Fälle. Für die restlichen 1% reicht der WebSpace nicht aus.

Knut  :kaffee:

Rütz

Die Kolbenringe drücken den Kolben irgendwohin?? :o
Die Ringnuten sollten ja eigentlich so tief sein, daß das nicht möglich ist....

Durch die Kolbenbolzendeachsierung wird der Kolben beim Drehen der KW nach rechts bzw. links gedrückt.
Aber du schreibst "in Fahrtrichtung". Heißt das jetzt, er wird nach vorne/hinten gedrückt?
Das wäre m.E. doch recht eigenartig.

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

rolf.soler

Zitat von: Rütz am 21 Februar 2010, 15:36:23
Aber du schreibst "in Fahrtrichtung". Heißt das jetzt, er wird nach vorne/hinten gedrückt?
Das wäre m.E. doch recht eigenartig.
ja, find ich auch.
Das Pleuel hat in der KW ja etwas Kippspiel (nach hinten und vorn; nicht Hubspiel nach oben/unten !), sicher mehr als die 5/100 Einbauspiel. Wenn da der Kolben an die Vorderwand oder Hinterwand gedrückt wird (und Du ihn nicht einfach auf die Gegenseite drücken kannst), ist vielleicht die Bohrung oben in der Pleuelbuchse etwas schräg (nicht 90° zum Pleuel), oder das Pleuel eben doch leicht verbogen. Oder der Zylinder nicht ganz vertikal gebohrt. Oder der Kolben nicht ganz genau zylindrisch. Oder die Kolbenbolzenbohrung im Kolben nicht ganz genau waagrecht. Würde ich sagen. Da man das Pleuel ja ein wenig kippen kann, müsste sich auch der eingebaute Kolben in den Ringen an die Vorderwand oder Hinterwand drücken lassen. Da gibts es eigentlich nichts, was den Kolben im Zylinder nach vorn oder hinten drücken kann, wenn alles richtig verarbeitet ist, würde ich sagen. der Kolben "schwimmt" ja in den Ringen frei (also 5/100) im Zylinder. Im Betrieb wird er auf die Seiten gedrückt, stimmt; darum sind da auch die Oel-Löchlein in der Laufbahn seitlich

fofa

Er wird nach vorne in Fahrtrichtung gedrückt. Allerdings tritt dieser Effekt ohne die Ringe nicht auf, da läuft er butterweich. Insofern habe ich ein krummes Pleuel als Ursache ausgeschlossen. Es muß mit den Ringen zusammenhängen. Oder sehe ich das falsch?

Danke für Eure Unterstützung!

Gruß
Christoph

rolf

Ja...
ich fürchte das liegt am krummen Pleuel...im "besser machen" steht doch wie man das kontrollieren kann....bißchen Öl oben auf dem Kolben, Kolben drücken usw..

isie

wieviel ist "viel Widerstand" ? Hmm. Nimmt der Widerstand mit etwas Öl an Zylinderwand ab ?

fofa

Also, ich habe es kontrolliert, beschrieben wie in "besser machen" beschrieben.

Der Kolben läßt sich in seinem höchsten Punkt etwas nach hinten drücken, etwas Öl wird hochgedrückt, der Kolben federt wieder zurück.
In Fahrtrichtung läßt sich der Kolben nicht drücken, er liegt an der Zylinderwand bereits an.
Ergebnis: Pleuel krumm.  :(

Anderer Test: Kolben mit Ringen ohne Pleuel duch den Zylinder gedrückt. Auch hier ein erheblich stärker Widerstand als ohne Ringe, aber der Kolben läßt sich in alle Richtungen gegen die Zylinderwand drücken und verbleibt da.
Ergebnis somit bestätigt.  :\'( :\'( :\'(

Und nun? Wem anvertrauen oder gar selbst richten?
Was meint Ihr? Schon mal Danke im voraus.

Gruß
Christoph S(chnief)

rolf

Zitat von: isie am 21 Februar 2010, 19:18:49
wieviel ist "viel Widerstand" ? Hmm. Nimmt der Widerstand mit etwas Öl an Zylinderwand ab ?

Häh??? lese den Hertweck...dann sollte es klar sein


Fofa: selber (und "besser machen" ;D)...wie?...s. besser machen!...ist kein Hexenwerk....ist einfach Gewalt ;D...wobei es immer wieder erschütternd ist wie leicht sich ein Pleuel verbiegen lässt.
Rolf

fofa

#29
Booaaahhh, selber machen ??!!!

Ich mach mir jetzt schon in die Hose.
Aber auf gehts, morgen kommt der große Hammer  :schrauber:  (keine Angst, Spässle gemacht)

Ich werde berichten, drückt mir die Daumen.

Gruß Christoph

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