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Autor Thema: Odenwald-Tour 2: Ein tierisches Vergnügen  (Gelesen 1259 mal)

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Karl

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Odenwald-Tour 2: Ein tierisches Vergnügen
« am: 06 Juni 2008, 23:20:29 »

Diese Tour startet und endet an der Bergstraße in der Weinstadt Heppenheim. Der jährlich stattfindende Bergsträßer Weinmarkt lockt bis zu 100.000 Besucher in die historische Altstadt. Mittelpunkt Heppenheims ist der Marktplatz mit dem barockem Rathaus. Schräg gegenüber die Liebig-Apotheke, in der Justus von Liebig, bedeutenster Chemiker seiner Zeit, seine Apothekerlehre begann.

Bereits in Heppenheim schlängelt sich die B 460 in den Odenwald hinein. Erstes Ziel ist eine der schönsten und kurvenreichsten Streckenabschnitte im westlichen Odenwald. Die ehemalige Bergrennstrecke bei Zotzenbach auf der L3409. Aus Naturschutzgründen wurde die Austragung des Rennens eingestellt. Die Landstraße ist an Sonn- und Feiertagen komplett sowie an Samstagen ab 14.00 Uhr für Motorräder gesperrt.

Die nächste Etappe der Tour führt auf schmalen asphaltierten Wegen durch tiefsten (Oden)Wald. Zwischen Heiligkreuzsteinach und Brombach kommen Naturfreunde voll auf ihre Kosten, gleiches gilt anschließend für die Fahrt über die Hirschhorner Höhe bei Rothenberg. Wunderbare Landschaft, einsame Wälder - hier röhrt im Herbst noch der Hirsch.

Wenige hundert Meter außerhalb Beerfeldens wird es gruselig. Dort erinnert der größte und besterhaltenste Galgen Deutschlands an das ehemalige Hochgericht der Oberzent unter der Herrschaft der Grafen von Erbach. Errichtet wurde der etwa sechs Meter hohe Galgen im Jahre 1597, die letzte Hinrichtung soll im Jahre 1804 stattgefunden haben.

Der Krähberg, ebenfalls eine ehemalige Bergrennstrecke, wurde schon in der ersten Tour als absolutes Highlight erwähnt. Leider kommt es hier immer wieder durch Selbstüberschätzung und Strecken-Unkenntnis zu schlimmen Unfällen. Erwähnt sei an dieser Stelle auch, dass hin und wieder Rutschgefahr durch Splitt besteht. Also Vorsicht und langsam herantasten! Durch den Krähberg verläuft übrigens der längste eingleisige Eisenbahn-Tunnel Deutschlands mit einer Länge von 3100 Metern.

'Maiers Bauernstube' ist ein beliebter Biker-Treffpunkt im Sensbachtal. Gelegenheit also für einen kleinen Imbiss zur Beseitigung evtl. auftretender Hungergefühle. Als Alternative für diesen Zwischenstop bietet sich das Motorcafe 'Hill up' bzw. die Gaststätte 'Zur Waldeslust' in Kailbach an.

Vorbei am kalten Eutersee und durch das ehemalige Schwarzwildgehege bei Hesselbach lassen die nächsten kurvigen Höhepunkte nicht lange auf sich warten - die geniale Abfahrt hinunter nach Amorbach und die Fahrt durch das idyllische Ohrnbachtal zurück nach Eulbach. Im Eulbacher Park kann der in Europa ausgestorbene Wisent beobachtet werden.



Michelstadt und die Elfenbeinstadt Erbach sind die nächsten Stationen, bevor am Marbach-Stausee eine weitere Gelegenheit für Benzingespräche besteht. Der Marbach-Stausee mit dem bekannten Motorradfahrer-Treffpunkt liegt an der Siegfriedstraße, die nach dem Helden der Nibelungensage benannt wurde. Zwischen Hüttenthal und Hiltersklingen soll Siegfried von Hagen am Lindelbrunnen (ca. zweihundert Meter von der B 460 entfernt) erschlagen worden sein.

Über Lindenfels, die 'Perle des Odenwaldes', und die Nibelungenstraße nähert sich die Tour langsam ihrem Ende. Als letzte Sehenswürdigkeit soll jetzt das größte Felsenmeer des Odenwaldes vorgestellt werden.



Die Felsenmeere des Odenwaldes entstanden durch einen über Jahrmillionen andauernden Verwitterungsprozess und sind einzigartig in Deutschland. Das Felsenmeer bei Reichenbach hat eine Größe von 168 Hektar und ist damit das größte im Odenwald. Etwa vom 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr. wurde dieses Felsenmeer von den Römern als Steinbruch genutzt. Bis ins weit entfernte Trier transportierten die Römer gewaltige Werkstücke - für die damalige Zeit eine bemerkenswerte logistische Leistung. Die Römer wußten allerdings nicht, dass das granitähnliche Gestein des Felsenmeeres, es besteht aus Quarzdiorit, andere Spalteigenschaften hatte als der echte Granit. Das Ergebnis erfolgloser Spaltversuche ist heute an Dutzenden zurück gelassener behauener Felsen festzustellen.

Aus: http://www.motorrad.webhsch.de/odw2.htm
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Odenwald-Tour 2: Ein tierisches Vergnügen
« am: 06 Juni 2008, 23:20:29 »

 

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