Klemmendes Einlassventil

Begonnen von † Knut, 22 Mai 2007, 11:32:28

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emil

hallo zusammen
ich habe mir zum besseren Verständnis das alles mal an meiner 25/3 angesehen. Dabei habe ich bemerkt das ca 3 mm Spiel am Einlass Ventil vorhanden war (schnapperte beim Fahren) ich hatte keinen Grund das zu prüfen weil ein "Kollege" mir einen Service gemacht hat....
Inzwischen habe ich noch intensiv mit der Suchfunktion gearbeitet  wegen dem Oel an den Kipphebeln. Im Lehrlauf ist eigentlich kein Oelaustritt zu beobachten, trotzdem wirkt die Umgebung recht oelig. Um das weiter zu untersuchen habe ich mal ein kleine Runde ohne Deckel gedreht mit dem Effekt das alles was hinter dem Zylinder liegt (inkl. Hosenbeine) nun gut oelig ist.
Das war nur die Vorgeschichte zu meiner Frage:
Wo läuft das Oel wieder ab oder wird das verbrannt? :Frage:
Gruss
Emil

emil


† odeon8

Servus Emil,

das Öl wird von den Ventildeckeln eingefangen
(wenn Du die wieder draufhast) und durch die Stoßstangen-Schutzrohre
an den Stößeln entlang ins Kurbelgehäuse geleitet. Dabei Schmierung der
Stoßstangen, Stößel und Nocken.

Thomas
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Heiko

Hi,

3mm Spiel ist doch gut! Oh Mann... gibt das Experten  ::) ... sorry Emil, aber das musste ich raus lassen  :-*...

Das Öl läuft über die Stößelbohrungen im Kopf wieder ins Kurbelgehäuse... verbrannt wird das Öl auf keinen Fall... es sei denn, die Ventilführungen sind ausgeschlagen.


Heiko  ;)

Mist, Thomas war schneller...  :beleidigt:  ;D
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

emil

...aber danke euch beiden
wenn ich das also richtig überlege wurde das Geräusch (Ping-Ping-Ping) durch den auf den Ventlischaft schlagenden Kipphebel verursacht ...(Geräusch ist nun weg) => das Spiel muss im kalten Zustand so gross sein, damit sichergestellt ist, dass bei heissem Motor die Ventile immer ganz schliessen => bei heissem Motor ist das Spiel merklich kleiner (schnell gemessen weil die Deckel noch weg waren) ist diese Überlegung  richtig?
...was mich auch noch interessieren würde: Warum sind die Stösselstangen hohl (mit kleiner Öffnung beidseitig)
Gruss + Dank
Emil

† odeon8

Zitat von: emil am 27 Mai 2007, 23:21:34
Warum sind die Stösselstangen hohl (mit kleiner Öffnung beidseitig)

Hi Emil,

Stoßstangen gehören zu den oszillierenden (hin- und hergehenden) Teilen,
genau so wie Stößel, Kipphebel, Ventile und -Federn. Gewicht ist da immer
schlecht; also ist man bemüht diese Teile so leicht wie möglich zu gestalten.
Eine Voll-Stoßstange würde das Drehzahl-Limit auf ca. 4000 U/min beschränken....

Thomas
HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

27-steib

Hallo zusammen,
hier noch eine kleine Anmerkung zum Ventilspiel von 3mm- da hat wohl dein Spezialist im Ueberschneidungstakt die Ventile eingestell- im Verdichtungstakt rattert es dann schoen. Hoffe du bist nicht zuviel damit gefahren.

Gruesse Jan

Heiko

#36
Zitat=> das Spiel muss im kalten Zustand so gross sein, damit sichergestellt ist, dass bei heissem Motor die Ventile immer ganz schliessen => bei heissem Motor ist das Spiel merklich kleiner (schnell gemessen weil die Deckel noch weg waren) ist diese Überlegung  richtig?


Grundsätzlich ist diese Überlegung richtig, aber das Ventilspiel ist 0,2mm am Auslass und 0,15mm am Einlass und nicht 3mm!...

Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Rütz

ZitatStoßstangen (...) so leicht wie möglich zu gestalten...
Kleiner Einspruch. ;D
Ein mindestens gleichwertiger Grund ist die "Eulersche Knicklast".
Die ist nämlich bei Rohren deutlich höher als bei gleichdickem Vollmaterial.
Die Löcher dienen der Schmierung. "Kondensöl" soll von oben durch die hohle Ventileinstellschraube durch die Stoßstange sickern und dabei deren Kugelflächen schmieren.

Zitatbei heissem Motor ist das Spiel merklich kleiner
So ungefähr. Die Warmlaufphase ist am kritischsten, wenn Motorteile noch sehr unterschiedliche Temperatur haben, wird das Ventilspiel oft sehr klein. Wenn alles gleichmäßig heiß ist, ist es in der Regel wieder so groß wie kalt, manchmal sogar größer.
War früher (heute?) ein üblicher Feintuning-Trick bei Rennen: Motor mit normalem Ventispiel heiß fahren und dann vor dem Rennen das Ventispiel des heißen Motors wieder etwas kleiner stellen, um das letzte rauszuholen. ;D


Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

27-steib

Nochmal dazu
- genau so soll es sein mit den 0.15 und 0.20mm. Wenn nun ein Spezialist den Motor im Ueberschneidungstakt, da wo das Ventil ca 2.was mm offen steht auf 0.15 mm Spiel einstellt, kommt am Ende 3mm Spiel im Kompression OT raus.

Irgendwie ist die arme Fuhre zu bedauern....

Saludos Jan

Heiko

Zitat von: Rütz am 28 Mai 2007, 10:48:29
"Eulersche Knicklast".

Mensch Anselm... Du kommst mit Dingern um die Ecke!... geil!  ;D  :respekt:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

emil

nochmals zur Vertiefung...
nach meiner Meinung ist es gar nicht möglich das Ventilspiel einzustellen wenn es ca 2mm offen ist (Jan oben), der Kipphebel drückt ja dann zwingend auf das Ventil. Ich habe einfach am Schwungrad auf OT gedreht und dann eingestellt... Was ein Überschneidungstakt ist weiss ich allerdings gar nicht, ich nehme jedoch an, das ist der Takt wo keine Zündung erfolgt...
Gruss
Emil U(nwissend)

Rütz

Zitat..drückt ja dann zwingend auf das Ventil
Für die korrekte Funkion zwingend, ja. Aber wer das nicht weiß, denkt "Ui! Gar kein Spiel!" und dreht solange an der Stellschraube, bis es nicht mehr drückt und Spiel hat.

Zitathabe einfach am Schwungrad auf OT gedreht und dann eingestellt...
Wenn du es so machst, hast du nur 50% Chance es richtig zu machen.
Bei jedem zweiten OT "überschneiden" sich die Ventile und es "wäre" auch kein Zündfunke nötig, ist aber doch da..., bei den meisten zumindest.

Dreh einfach den Motor und schau dir's an. Du solltest sowieso nach jedem Einstellen den Motor zweimal durchdrehen bevor du nachmißt, ob das Spiel nun stimmt.

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

† Knut

Moin zusammen,

nochmal zum Ölkreislauf für den Zylinderkopf.

Thomas schreibt, dass das Öl vom Kopf über die Stossstangenschutzrohre (SSSR) wieder ins Kurbelgehäuse zurück fliesst.
Als ich jetzt den Kopf abgenommen hatte, habe ich in die unteren SSSR (die im Gehäuse eingeschraubt sind) reichlich Öl reingekippt. Müsste ja eigentlich nach unten wegfliessen, denke ich so bei mir.

Das Öl steht da heute noch, es steht da auch, wenn ich den Motor drehe und somit die Stössellage ändere. Nicht ein Milliliter fehlt????

Kann es nicht doch vielleicht sein, dass die Nockenstössel eine Art Ölpumpe sind, die über die Stössel usw. das Öl zum Kopf bringt? Dann wäre allerdings die Ölsteigleitung auf der anderen Seite eine Öl"sink"leitung.

Denkt doch 'mal drüber nach.... ist übrigens 'ne R27

Knut D(enk)

kruemel

hop... Wenn das öl stehen bleibt, dann stimmt was mit den Stößeln nicht... meine R24 hat noch alte Stößel, da existiert extra eine Bohrung, damit das Öl ablaufen kann. die neueren Stößel haben ein "Fenster" (heiko, rolf - korrigiert mich)durch die das Öl bei bewegung ablaufen kann. Außßerdem: kaltes Öl ist zäher als warmes öl und bleibt gerne an ort und stelle.

wenn das öl nicht abläuft und der kopf zu badewanne wird, dann solltest du mal das spiel der Stößel in den Führungen überprüfen ;-)
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

† Knut

Danke Kristian, da der freundliche aus Remscheid noch nicht geliefert habe, kann ich das nochmal in Ruhe prüfen....

langsam wird's eng, bis Mittwoch muss ich das wieder zusammen haben

Knut

Übrigens, habe warmes Öl genommen

Rütz

Hi Knut,
ZitatKann es nicht doch vielleicht sein, ....
Das macht mich ja doch ein bißchen fertig.
Hattest du den Zylinderkopf nicht selbst abgenommen?
Glaubst du nicht, was du da siehst?
z.B. wie die Ölkanäle im ZK bis zu den Kipphebeln verlaufen, wo das Öl rauskommt, wenn man den Motor dreht... ?
Hast du kein Fahrerhandbuch? Kein Werkstatthandbuch? In welchen beide der Ölkreislauf detailiert erklärt ist.

Es ist zwar möglich, daß die spiralförmigen Nuten in den Stößelführungen bei dir verstopft sind, aber ich vermute Fall 2:
Solange die Stößel nicht sehr verschlissen sind, fallen sie durch ihr Eigengewicht nicht in die untere Lage zurück.
Also einfach Motor drehen reicht nicht, um die Stößel zu bewegen, du must gleichzeitig von oben Druck ausüben (z.B. mit den Stößelstangen).
Dann wirst du sehen, fließt auch das Öl ab.
Mit einer Flachzange kannst du die Stößel auch ganz einfach ganz nach oben rausziehen und dir die Verhältnisse selbst ansehen (Ölrücklaufnuten, Fenster in den Stößeln...).


Gruß
Rütz G(uck)
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

emil

#46
hoi Rütz
...also meine Stössel sind fensterlose Hohlwellen die beidseitig eine halbrunde Kappe mit einer kleinen Bohrung drin haben. Ich vermute die Kappen sind hartgelötet. Bei meinem einen Stössel war die halbrunde Kappe zertrümmert, darum musste ich zwei neue besorgen. Die Stössel sind verchromt...(25/3)

Gruss
Emil S(tösselbesorger)

Rütz

Moin Emil,
[Klugscheißmodus an]
was du meinst, nennt sich nicht Stößel, sondern Stoßstange. Auch wenn manche verwirrungsfördernd "Stößelstange" sagen.
Stößel ist das, was direkt auf der Nockenwelle läuft und in den massiven Chromrohren sitzt, die in das Kurbelgehäuse geschraubt sind und sich "Stößelführung" nennen. Nicht zu verwechseln mit den "Stoßstangenschutzrohren", die im Zylinder stecken.
[aus]
Verchromte Stoßstangen, wirklich? Kann ich nicht so richtig glauben (außer beim Auto... ;D)... :Frage:

Gruß
Rütz W(HB)
I never dared to be radical when young.
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emil


guest474

WBH= Werkstatthandbuch

Gruss Manfred

emil

hoi Manfred
=> sorry für meine Frage aber meinst du mit dem Werkstatt - Handbuch die Instandsetzungsanleitung oder gibt es tatsächlich noch ein WHB (das jedoch nicht von dieser Seite aus heruntergeladen werden kann) ??? ???
Gruss
Emil o(WHB)

† Knut

N'Abend zusammen,

eine genauere Untersuchung der Stössel hat gezeigt, dass die kleine Bohrung für die Auslaßseite, wo ich das Öl reingekippt habe, nahezu dicht war. Ebenso war die Dichtfläche der Stößel mit Ölkohle verkrustet. Ergo konnte, wie von Rütz beschrieben, der Stößel nicht ganz heruntersinken und den Kanal freigeben.

Also, Chromrohre abgeschraubt, alles schön sauber gemacht, Bohrung ausgeblasen und es flutscht. Jetzt läuft auch das 40er-Öl ab, wenn es kalt ist.
Auch die Spielmaße der Stößel habe ich nachgemessen und mit dem WHB verglichen ==> stimmt noch, Verschleissgrenze noch nicht überschritten.

Also Rütz, ich habe ein WHB und 'n Betriebshandbuch.... aber ein Schema für den Ölkreislauf habe ich nicht gefunden. Aber dafür habe ich ja Euch :blumen:

Bis die Tage

Knut

Rütz

Im Betriebshandbuch S.34, Pkt.6 "Schmiersystem". Beim WHB hast du wohl recht.. ;D :-*

Nix für ungut, ist halt ein sensibles Thema, bei dem schon mal von höchster Stelle Mist erzählt wird. Denn bei den /2 Boxern ist der Ölkreislauf tatsächlich genau andersrum (so wie du geargwöhnt hast), aber da liegen die Stößelrohre auch oben, das Öl läuft von der Nockenwelle herab durch die Stößelrohre in den Kopf und durch das Ölröhrchen (unten!) wieder zurück. Aber nicht bei uns Einzylindern, da wird es gepumpt.

Gleichfalls :D
Rütz
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emil

hallo Leute
....ich bitte nochmals um eine Information:
- Was ist das Werkstatthandbuch? Ich dachte bis jetzt, ihr meint mit WHB immer die Instandsetzungsanleitung...
- Wo bekommt man das WHB?

übrigens:
heute habe ich nochmals die Deckel abgenommen um das Ventilspiel zu kontrollieren. Um auch den Oelfluss anzusehen habe ich anschliessend den Motor laufen lassen...
Dabei ist mir aufgefallen, dass sich die Stösselstange vom Einlass mit rel. hohem Tempo um die eigene Achse dreht. Das ist auch keine Täuschung denn ich konnte sie durch "Fingerauflegen" stoppen, wenn ich sie loslasse beginn sie sich sofort wieder zu drehen, die Auslassstange steht hingegen still...ich hätte damit keine Probleme, wenn sich beide Stangen gleich verhalten würden....
Gruss Emil





Heiko

Hi,

WHB und Instandsetzungsanleitung ist ein und dasselbe! Übrigens schraube ich mit einer Reparaturanleitung auf der Werkbank... ist aber auch dasselbe!  ;D ... Hm, drehende Stößelstangen, noch nie drauf geachtet, könnte sein, daß eine krumm ist und sich deshalb dreht... das kann dann von völlig falschem Ventilspiel kommen.


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

† odeon8

Also ... meine drehen sich auch. Beide.
Und krumm sind die bestimmt nicht.
Ich meine das gehört sich so.

Thomas

HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

kruemel

ich werfe mal zwei kommentare in die runde:

- wenn sich die stangen nicht wenigstens etwas bewegen könnten, würden sie zu schnell einlafen (habt ihr mal auf die form der Fenster geachtet - die stößel sollen sich ja auch drehen)
- dass sich nur die einlassstange im probebetrieb dreht könnte am geringfügig höheren ventilspiel auf der einlaßseite liegen...

gruß, kruemel
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

Rütz

Wo ist das Ventilspiel höher? ....trommel ;D :box2:

Ansonsten wie ihr sagt:
Die Stößel (also die dicken "Tonnen" unten in Chromrohren, ehe es wieder Verwechselungen gibt..) drehen sich, bzw. sollten sich drehen. Wegen...
... der spiraligen Fenster und Nuten.
... und vor allem, weil die Nocken ja absichtlich nicht genau mittig unter den Stößeln laufen, sondern versetzt.

Die Stoßstangen müssen sich nicht zwangsläufig mitdrehen, tun sie aber meistens.

In Emil's Fall wäre es möglich, daß der Auslaßstößel, ähnlich wie bei Knut, so verkokt ist, daß er sich nicht richtig dreht. Solches müßte man schnell abstellen, sonst gibts hohen Verschleiß an den Nocken.
Oder daß die Einlaßstoßstange im moment des Ventispiels immer unten "pappt", während die Auslaßstoßstange lieber oben am Kipphebel pappen bleibt. Das kann zufälllig sein, je nach dem wo mehr Öl ist.
Während der Druckphase drehen sich die Stoßstangen wahrscheinlich nicht.

Ob sich der Auslaßstößel dreht, kann man, glaube ich auch durch die Öleinfüllöffnung erspinxen.

Gruß
Rütz
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