Kippspiel des Rades und überraschende Auflösung

Begonnen von strichzwojan, 02 Juli 2026, 10:12:20

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strichzwojan

Vorgestern habe ich mal wieder eine große Inspektion gemacht, von vorne bis hinten. Eher um den Zustand der Hirafe zu checken wackelte ich am Hinterrad. Ups. Deutliches Kippspiel. Da sich die Federung nicht bewegte tippte ich auf Radlager. Also Rad raus, Achse durchgesteckt und nochmal gewackelt. Also das ist deutlich zu sehen. Ist die Achse vielleicht untermaßig? Eingelaufen? Ich habe da seit den 80er Jahren nicht mehr hingefasst. Auch die Fettfüllung der Radlager ist von damals...

Also gleich mal bei agrolager neue Teile bestellt. Heute früh will ich am Rad schon mal vorarbeiten. Den kürzlich hier aus dem Forum erstandenen Matra-Ausdreher mit den vier Zapfen angesetzt, und mit einem Knack löst sich schließlich der Haltering auf der linken Seite. Dann auf rechts umgesteckt und - Nanu? - da ist der Haltering gar nicht fest... er lässt sich sogar ein ganzes Stück wiedereindrehen.

Also die Lager nachgefettet, alles wieder zusammengesteckt, und das Rad hat eingebaut nun keinerlei Kippspiel mehr! Das spart mir natürlich Arbeit, und die "Agrolager" kommen in die Schublade.

Hat das hier auch schon mal jemand erlebt mit einer sich losdrehenden Lagerverschraubung? Falls ja, sollte man das vielleicht in den Inspektionsplan aufnehmen. Die Mitnehmerverzahnung hat am Rand einige blanke Stellen entwickelt durch das Kippen. Nicht tragisch...

Ich hatte beim Fahren eine minimale Unruhe bei höheren Tempi in langen Kurven bemerkt, dieses aber auf die ziemlich grobstolligen Reifen zurückgeführt, die ich seit einem halben Jahr fahre.
Nun war sofort wieder Ruhe im Karton.

Jan

strichzwojan



Kees

Was hast du denn für ein Rad? Beim R25 gibt es Sprengringe statt Einschraubhaltering. Beim /2 ist diese Einschraubring geschlitzt damit er sich beim einschrauben fest verkeilt. /3 weiss ich nicht. R26 hat das gleiche system wie die Boxer, Einschraubhaltering ohne schlitzung, aber nur einseitig.

berndr253

Welches Rad ist bei hier montiert? Wie Kees schon schrieb sind die Achslagerungen mit Sprengringen gesichert - bei der 25/3 gibt es nur eine Seite mit Verschraubung.
Die Lagerung der 25/3 mit Kegelrollenlager ist ebenfalls nur auf einer Seite mit einer Verschraubung gesichert. 

Kannst du uns mal ein Foto von der linken und rechten Seite der Nabe zeigen?

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

RTwenty7

Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

Eppo

Ab den kegelrollenlager-Modellen sollte die Verschraubung an den Naben Wurscht sein, da die Steckachsen das Radlagersystem zusammen drücken.
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

strichzwojan

#5
@Kees  @berndr253 @Eppo

Da ist kein Sprengring bei mir. Habe auch beim Ausschrauben kein Nut für sowas entdeckt. Das sind 25/2-Naben, und alle Komponenten sind vorhanden, wenn ich sie mit der Explosionszeichnung von Ulis M. vergleiche.
Ich fahre die Räder, seit ich die Maschine habe.

Sorry, aber ein Foto der andern Seite muss warten...

Ich habe jetzt gelesen, dass BMW alle 5000 km einen Ausbau und Nachfetten der Radlager vorsah... Wer macht so etwas? Ich nicht. Allerdings könnte man natürlich damit ein regelmäßiges Nachziehen der Schraubringe erzwingen.


Kees

Tzz, tzz, Ersatztteillisten von Uli's!  Die sind echt nicht brauchbar. Wir haben hier im Forum die echte.

R25:

R25/2:

Und mein Motorrad hat beiden.

CowBoy

Zitat von: Eppo am 02 Juli 2026, 11:56:48Ab den kegelrollenlager-Modellen sollte die Verschraubung an den Naben Wurscht sein, da die Steckachsen das Radlagersystem zusammen drücken.
Das stimmt nur bedingt. Die Steckachse zieht nur die Innenteile Zusammen. Das Lagerpaket als ganzes wird mit der Verschraubung fixiert.
Ist die Verschraubung lose, kippt das Rad.
Das kommt wohl häufiger vor, als gedacht. Auf der Vatertags Tour hat es mir die Verschraubung vom SW-Rad so weit gelöst,
dass das Gewinde der Feststellschraube hin war. Ohne Reserverad wäre da Ende gewesen.
Gestern bei der 500km Inspektion war am Vorderrad ein leichtes Kipp-Spiel vorhaben.
Rad raus, Lagerung raus und siehe da, die Verschraubung war ca. eine achtel Umdrehung lose.
Durch das Kippeln war der Lagersitz schon in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Lagerschale ließ sich mit Daumendruck in die Trommel schieben.
Zur Sicherheit habe ich die Lagerschale mit Loctite eingesetzt. Die Verschraubung bekommt nun 100 Nm.

berndr253

Jan hat Recht - bei der Nabe der 25/2 wird beidseitig je ein Deckel eingeschraubt.

Das hat BMW bei den Vollnaben der Folgemodelle auf die einseitige Verschraubung geändert. 
(Mit dem Erfolg, dass der Außenring des Nadellagers nicht mehr so leicht ausgebaut werden kann)

Bernd (schon wieder schlauer)
Leben und Leben lassen

4Taktix

#9
Zumindest bei meiner /3 sind die Verschraubungen "geschlitzt" - zur Selbsthemmung.
Beim damaligen "Herumfentern" mit Radlagern habe ich aber auch festgestellt,
dass baugleiche Verschraubungen (alle geschlitzt) unterschiedlich leicht oder schwer einzudrehen waren.
Vermutlich lässt die Selbsthemmung mit der Zeit nach, je nach Häufigkeit des ein-/ausschraubens.
Könnte man mit einem wohldosierten Hammerschlag oder im Schraubstock vermutlich wieder "strammer" bekommen.
Oder einfach Loctite mittelfest bei der Montage verwenden.
Think outside the box !

Eppo

Zitat von: CowBoy am 02 Juli 2026, 13:55:28Das stimmt nur bedingt. Die Steckachse zieht nur die Innenteile Zusammen. Das Lagerpaket als ganzes wird mit der Verschraubung fixiert.
Ist die Verschraubung lose, kippt das Rad.

Falsch!

Das Lagerpaket wird bei den Kegelrollen durch die Steckachse mit zusammen gehalten.
Jeder der schonmal das Radlagerspiel eingestellt hat, wird das bestätigen können.

IMG_20260513_172623_bearb.jpg

aus der ETL der R26:
Durch die Teile #76, #78, #80 und #85 werden die Innenringe der Kegelrollenlager zusammen gedrückt und dadurch die äußeren Lagerlaufringe gegen Teil #79.
Ist der Abstand von #76, #78, #80 und #85 inkl. der Lagerinnenringe zu knapp, klempt es. Aber darum geht es hier ja nicht.

R26-Radlager_vorn.jpg

Wird die Steckachse von Links eingeschoben, werden all die Innenteile gegen die rechte Seite der Radnabe gedrückt, das Teil#76 leitet dann die Kraft auf das Bremstrommelgehäuse ab, damit funktioniert das Radlager auch ohne die Verschraubung #81.
Löst sich Teil #81 kann die Nabe maximal nach rechts wandern und würde dann ganz schlimm an der Bremstrommel schleifen, das ganze Lagerpaket wird auch nicht soweit wandern können, denn das Teil #81 hat ja außen noch die Deckelverschraubung.

Bei der R25/2 ist es ähnlich, da stützt sich auch alles von links nach rechts ab.

R25-2Hinterrad.jpg

Löst sich eine der beiden 4-Loch Verschraubungen, dann würde es durch den Seitenspiel eine erhöhte Kraft  über die Kugellager von Innen - zu Außenring geben.

Also wenn es zu dem von Jan beschriebenen Fehlerbild kommt, müssten mindestens 2 Fehler gleichzeitig vorkommen: Steckachse los oder nicht bis Anschlag und 4-Loch-Verschraubung löst sich.

Ich bin mal gespannt  :popcorn:
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Kees

Wenn die Stechachse gut fest ist aber der 4 Loch Ring lose, konnte doch das ganze Packet schieben unter Last? Vor allem im Gespann konnte das ein Problem sein.

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