Erfahrungen mit dem Überschleifen von Stösseln: positiv

Begonnen von strichzwojan, 25 Januar 2026, 08:55:39

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strichzwojan

Unsere Stössel wachsen ja nicht auf Bäumen und sind auch nicht umsonst. Viele - auch ich - haben Probleme mit Pitting, obwohl der Stössel ansonsten noch spielarm in der Führung arbeitet.

Im Winter 19/20 entdeckte ich starkes Pitting auf der Auslass-Nocke und auf beiden Stösselböden, und gab alles zum Überarbeiten nach Regensburg (Haering). Dort wurden die Teile nachprofiliert bzw. geschliffen und nicht nachgehärtet!

Gestern habe ich wegen eines Zylinderkopftauschs mal die komplette Beletage heruntergenommen, incl. Zylinder. Dabei holte ich die überschliffenen Stössel heraus - nach immerhin 26.500 km.
Der Befund ist tadellos. Absolut spiegelblank und ohne Druckstellen oder Grübchen. Benutztes Motoröl: 20 W 50, API SM von Rowe.
Die Auslassnocke schaue ich mir immer über die Öleinfüllöffnung an, so gut es eben geht. Auch da ist nichts zu sehen.

Übrigens sieht auch Ulis Tuningkolben (ja, der vielgeschmähte) und die Zylinderlaufbahn nach 9.800 km sehr gut aus. Kompression 10,5 bar, der Kreuzschliff ist noch sehr gut zu sehen.

Aus dem Forum hörte ich mal, dass beim Härten der Stösselböden es Unterschiede zwischen den Einzylindern und den späteren Boxern gäbe.
Die der Einzylinder seien "durchgehärtet" auf mehreren Millimetern.

Meine Erfahrungen jetzt scheinen das zu bestätigen. Überarbeiten ist also durchaus eine Alternative zum Neuteilkauf.

Fotos habe ich wegen der öligen Finger keine gemacht...


Jan

strichzwojan


Kees

Da gibt es noch etwas und zwar das Oel. Da hast du anscheinend etwas richtig gemacht. 

Mit solche flache Stoessel gibt es viel Reibung und da ist ein Oel mit viel Zinc vom vorteil. Das gab es frueher auch, aber weil das Zinc nicht so gut fuer eine Katalysator ist, wuerde es die letzte Decenia immer weniger. 

Es gibt noch etwas im Oel, die reinigungsadditiven, etwas mit Calsium. Zu viel davon und das Zinc wird vom Metal wieder weggewaschen. Nun gab es einige Zeit Oel mit wenig Zinc und viel Calsium. Die letzte Zeit gibt es aber Oel mit andere Antiwear Additiven und weniger Calcium. 

Mann musste also ein Oel mit niedrige SAE Klasse, etwa bis SF nehmen. Oder etwas neues SM oder hoeher. Ich musste nachschauen was genau. 

Das alles habe ich auch nur auf meine Reise ueber Internet zusammen getragen, wenn jemand es besser wisst, bitte her damit. 

strichzwojan

Hallo Kees, eigentlich will ich keinen Ölthread aufmachen.  ;)

Die Nockenwelle, die ich zum Überarbeiten gab, war sehr alt. Die Stössel (neu gekauft bei S.Meyer 1991) hatten knapp 45.000 km drauf. Und dann gab es einfach ein Ölversorgungsproblem auf der Auslassseite, weil der eine Kipphebelständer sehr zugekokt war. Deutlich festzustellen beim Durchblasen, im Vergleich zum Einlass.
Das Mehrbereichsöl schließe ich als Pittingursache aus. Sonst würde die überarbeiteten Stössel jetzt schlechter aussehen.

Natürlich darf jeder SEIN Öl fahren. Ich bin immer schon mit preiswertem Mehrbereichsöl unterwegs gewesen, mit guten Erfahrungen.

Beppo

Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

4Taktix

Die Stößelböden sind definitiv ca. 3mm dick und deutlich härter als der "Rest".
Das war bei sechs gebrauchten Stößeln so, die ich bearbeitet habe.
Beim Überdrehen merkt man den harten Stößelboden deutlich - auch mit neuem HM-Einsatz.
Think outside the box !

Q-Michael

Welchen Grund hat das, dass du den Durchmesser reduziert hast? Hast du von Boxer in den  Einzylinder gebaut? Vg Michael

strichzwojan

Es geht um den Stösselboden, also die Fläche, die Kontakt zur Nocke hat. Manche Stössel sinken auch im Betrieb in der Bodenmitte etwas ein. Typischer ist aber das Pitting, also Macken in der Fläche.

Q-Michael

Aber warum dreht man die außen ab? Ist in der Stösselführung einen neue Buchse drin, die untermaß hat?

strichzwojan

Wenn du sie außen abdrehen möchtest, dann mach das. Davon war hier aber nicht die Rede. Es ging um die PLANE FLÄCHE. Die hatte ich überschleifen lassen.

Borgward

Jan, nicht immer alles auf dich beziehen - schau mal #4

Hubi

sigi_rs

Zitat von: strichzwojan am 26 Januar 2026, 13:46:03Es geht um den Stösselboden, also die Fläche, die Kontakt zur Nocke hat. Manche Stössel sinken auch im Betrieb in der Bodenmitte etwas ein. Typischer ist aber das Pitting, also Macken in der Fläche.

Guten Morgen,
ich kann das für R27 nicht bestätigen. Die Original-2-Fenster-Stößel (ballig) sind nicht so tief gehärtet. Ich habe das aufgrund Pitting probiert und bin nach ca. 0,5 mm auf weiches Material gestoßen.

Da war ich schon etwas enttäuscht.

Gruß
Jörg

strichzwojan

War das einfach ein "Wie-hart-sind-die-Dinger-Test"? Oder kannst man die balligen Stössel ballig nachschleifen ohne Spezialmaschinen?

strichzwojan

Zitat von: Borgward am 27 Januar 2026, 08:53:26Jan, nicht immer alles auf dich beziehen - schau mal #4

Hubi

Jetzt wo du es sagst sehe ich es auch...  :-*

CowBoy

Da scheint die Dicke der Härtungsschicht Tagesform abhängig zu sein. Meine R50/2 Stößel ließen sich problemlos planschleifen.


mz-henni

#14
Zitat von: Kees am 25 Januar 2026, 09:35:54Das alles habe ich auch nur auf meine Reise ueber Internet zusammen getragen, wenn jemand es besser wisst, bitte her damit.

Ich halte mich gerne, wenn es um das berühmte ZDDP geht, an dieses Dokument: *Tja, verlinken geht aus Gründen wohl nicht. Man findet das Dokument, wenn man Penrite ZDDP Myths and Legends googlet.*

Quintessenz: Die Limitierung von ZDDP ist primär bei den "ILSAC" Viskositäten zu finden, also die wirklich dünnen Geschichten wie 0W-20, 5W-30 etc, auch, wenn sie gerne mit der API Updates zusammengebracht wird. 20W-50, 15W-50 etc...sind von API nicht limitiert. Es stimmt, das es eine Konkurrenzsituation an der Schmierstelle von Zink/Phosphor und den Reinigungsadditiven gibt. Grundsätzlich habe ich aber Vertrauen in die Ölhersteller, das die das Verhältnis richtig treffen ;)

Wen das Thema interessiert, dem sei der Oil Club ans Herz gelegt, dort gibt es viele, viele Analysen von Ölen zu sehen/vergleichen und grade auch ein bisschen Hintergrundwissen zu den Wirkmechanismen von Additiven etc...

Lieben Gruß, Hendrik


Kees

Danke für dein Bericht Hendrik! Das ist beruhigend.
Leider kann ich das Dokument so nicht lesen. Hast du auch der Link?

Kees


mz-henni

#17
Freut mich, Kees. Ne, das Dokument, was ich meine, heisst ZDDP Myths and Legends von Penrite, ich versuchs nochmal anders zu verlinken.

Habe den von dir verlinkten Text durchgelesen, er entspricht dem "alten" .pdf.

Grüße, Hendrik


mekgyver

#13 "Meine R50/2 Stößel ließen sich problemlos planschleifen."

Was nimmt man denn für ein Schleifmittel ? Ich nehme an das geht nur mit einen Supportschleifer ..?

Gruß mek
... 73er-Gang

CowBoy


RTwenty7

Zahnpasta funktioniert ganz gut, lese ich immer wieder :thumbsup:
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

4Taktix

Zitat von: Q-Michael am 27 Januar 2026, 07:32:00Aber warum dreht man die außen ab? Ist in der Stösselführung einen neue Buchse drin, die untermaß hat?

Ja, genau das. ( RG7 )
Think outside the box !

sigi_rs

Zitat von: strichzwojan am 27 Januar 2026, 09:17:35War das einfach ein "Wie-hart-sind-die-Dinger-Test"? Oder kannst man die balligen Stössel ballig nachschleifen ohne Spezialmaschinen?

Hallo Jan,
das ballige Schleifen geht nur mit einer Spezialmaschine. Ich habe sie auf der Flachschleifmaschine plan schleifen wollen, da ich die Stößel mit einer R26-Nockenwelle nutzen wollte. Einer ging, der andere nicht.

Gruß
Jörg

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