Steuerkettenlängung... Schaut selbst!

Begonnen von strichzwojan, 24 Dezember 2025, 16:33:59

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strichzwojan

Hallo,

1991 wurde mein Motor von einem Instandsetzer in Freiburg neu aufgebaut. Damals wurde von ihm ebenfalls die Steuerkette gewechselt, die ich zuvor von 1979 bis eben 1991 gefahren war über etwa 30.000 km. Wie lange sie vor dem Kauf der Maschine schon lief, weiß ich nicht.
Diese Kette lag nun 34 Jahre in einer Zigarrenkiste und fiel mir vor zwei Wochen wieder in die Hände.
Zum Vergleich habe ich diese alte Kette gegen eine neue (für meinen Gleitlagerboxer) gelegt. Gleiche Teilung, gleicher Hersteller: Iwis

Schön gespannt. Die alte Kette ist gerade mal 1mm gegenüber der neuen gelängt! Das erzeugt indirekt gute Laune bei mir, weil meine Simplexkette in der R100GS nun 174.000 km drauf hat und mir nach diesem Befund das Öffnen des Motors nun doch nicht mehr so dringlich erscheint... ;D  Immer schaue ich beim Abblitzen mit dem Stroboskop, ob der ZZP konsistent ist und nicht hin und her springt.

Vielleicht liegt es aber auch an der Qualität des Herstellers. Auch die alte Kette hat übrigens schon "gerollte Rollen" mit Naht.

Frohe Weihnachten!

Jan


strichzwojan


Heiko

#1
Merry Christmas,

der Instandsetzer wird die Kette 1991 nicht gewechselt haben, weil die ,,nur" 1mm länger ist als eine Neue. Bolzen, Gelenke, Scharniere... alles unterliegt Verschleiß im Laufe der Jahre. Ich schmeiße ausgebauten und verschlissenen Krempel direkt weg. Spart Platz und später verhindert es Gedanken, die einem Igel in der Tasche geschuldet sind oder sonstigen dummen Ideen.  ;D



In diesem Sinne:

Frohes Fest.🎄🎁
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

bullet

Schon weil sich Kette und Räder aufeinander einlaufen, würde ich die nur komplett im Satz durch Neuteile ersetzen.  Bloß nicht alt und neu kombinieren.  IWIS ist allerdings die Investition wert, wenn man längerfristig Ruhe haben will.

Zum Beurteilen von Kettenverschleiß ist nicht (nur) die Längung interessant, sondern auch, wie weit sich die Kette seitlich bewegen läßt.  Einfach mal versuchen, ein "C" zu formen, wenn sie so flach liegt wie auf dem Bild.  Da dürften sich alte und neue Kette sehr deutlich unterscheiden.

So, und jetzt wieder zurück und mit den Weihnachtsgeschenken spielen...
Frohes Fest!

rolf

ICH würde NIE Kettenrad prophylaktisch mit wechseln....die halten ,meiner Erfahrung nach, locker 10 Ketten aus

strichzwojan

#4
Zitat von: bullet am 24 Dezember 2025, 22:00:41Zum Beurteilen von Kettenverschleiß ist nicht (nur) die Längung interessant, sondern auch, wie weit sich die Kette seitlich bewegen läßt.  Einfach mal versuchen, ein "C" zu formen, wenn sie so flach liegt wie auf dem Bild.  Da dürften sich alte und neue Kette sehr deutlich unterscheiden.

Null Unterschied! Natürlich habe ich das auch gemacht. Und auch den "Abzupftest" an den Zahnrädern. Die Kette wäre meiner Meinung nach für sehr viele Kilometer noch gut gewesen... Und der Instandsetzer wechselt so etwas natürlich aus Gewährleistungsgründen unbesehen mit. Was auch irgendwie verständlich ist.
Ich versuche auch  immer, aufeinander eingelaufene Paarungen beizubehalten. Beim Winterräderwechsel kommt auch jede Radschraube wieder auf IHREN Stehbolzen. Und bei Kipphebel- und Kopfdemontagen jedes Stösselstangenende an seinen angestammten Platz.

RTwenty7

Der Aufwand, den Motor wieder rauszunehmen, Lima raus, Anker ab, neue Deckeldichtung, wer weiß wieviel hingerichtete Gewinde, macht einfach keinen Sinn, ein Bauteil für die paar Mark einzusparen.
Nur Gebrauchtbowdenzugverbauer machen sowas und zieht sich durch die gesamte Maschine, Kassengestell eben. :auslach:
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

strichzwojan

Es klang hier ja bei einigen Antworten durch, dass es gute Gründe gibt, bestimmte Sachen nicht ohne Not mit neuen, anderen Sachen zu paaren.
Das ist übrigens auch eine Form von dekadenter Oldtimerschrauberei, immer gleich alles neu zu machen... Frag mal, wie Leute mit einem Kettengetriebe über eine Getrieberevision denken.
Bleib mal auf dem Teppich, Amir!
 

kahlo

Schon eine Längung um 1mm bringt den Kettenspanner an seine Grenzen. Insofern ist 1mm eine grosse Nummer an dieser Stelle...

Borgward

da ist doch noch das Paradoxon mit dem Band um den Äquator und der Verlängerung um 6,28 Meter...

Hubi

Heiko

#9
Zitat von: strichzwojan am 25 Dezember 2025, 13:06:40Das ist übrigens auch eine Form von dekadenter Oldtimerschrauberei, immer gleich alles neu zu machen...

Das hat nichts mit dekadenter Oldtimerschrauberei zu tun, sondern mit Sachverstand... hier klingt es nämlich in einigen Beiträgen eher danach, dass Pfusch und Hinterhofbastelei das höchste anzustrebende Gut wären, als mal auf ein paar alte Hasen oder Fachleute zu hören.

Wenn ich eine Vorkriegszündapp mit Kettengetriebe hätte würde ich versuchen bei einer Revision alles neu zu machen wenn möglich, als kurz danach wegen eines Igels in der Tasche den Kack wieder ausbauen zu müssen.

Ja, jeder entscheidet für sich wie er mit der Sache umgeht, aber dies dann immer als das Non plus Ultra zu bewerben finde ich nicht zielführend.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Taz

Herr, laß Frühling werden...PMS auf dem Vormarsch... ;D
Life's a bugger, and then you die

auf Tour:
Northumbria (2025)
Northumbria (2024)
Zipfelreise (2019)
Cymru "Radnor Revivals" (2016)
Alba "Isle of Skye" (2013)
Austria Großglocknerhochalpenstrasse (2012)
Alba "Spittal of Glenshee" (2011)

strichzwojan

#11
Zitat von: Heiko am 25 Dezember 2025, 17:25:23Ja, jeder entscheidet für sich wie er mit der Sache umgeht, aber dies dann immer als das Non plus Ultra zu bewerben finde ich nicht zielführend.

Das hat ja auch niemand gemacht, oder? Mit der Dekadenz meinte ich übrigens diese unfassbar gute Ersatzteillage, auch bei Neuteilen als Nachfertigung oder NOS, die wir BMW-Fahrer genießen. Da schmeißt es sich leichter mal was weg...
Und dann erlebt man auch bei Top-Händlern auf einmal öfters ein "zur Zeit nicht lieferbar". Mich stört aber besonders, wenn einem hier der Ruf des Sparbrötchens angehängt wird, nur weil man gebrauchte Komponenten weiterbenutzt! Ich rede gar nicht von Nachhaltigkeit, sondern von der ruhigen Hand beim Beurteilen. Natürlich darf jeder gerne Teile wechseln, wenn er sie denn hat und ein besseres Gefühl dabei bekommt.

Und im Übrigen gilt: Wer fährt, hat Recht!

Heiko, was hast du eigentlich immer mit dem "Igel in der Tasche"? Ich kenne nur Igel in der Ölablasswanne. Das habe ich um 1980 herum in unserer Familiengarage erlebt. Der arme Kerl war in die leere, aber schmierige Wanne geplumpst und kam nicht wieder heraus. Ein Nachbarkind hatte ein Meerschweinchen und steuerte Sägespäne bei, womit wir dann den Igel in einem Schuhkarton entölten und wieder fit bekamen. Das war das einzige Mal, wo ich wegen meiner Schrauberei ein schlechtes Gewissen hatte.

@Taz  Damit hast du auf jeden Fall immer recht!

@kahlo   1mm soll den Spanner an seine Grenzen bringen? Hmh. Die Grenzen sind auf jeden Fall überschritten, wenn das Ölröhrchen was abkriegt, oder das Gehäuse angefräst wird. Aber das kann man ja bei jeder Stirndeckeldemontage sofort sehen. Wer wissen will, ob die Macken im Gehäuse von der letzten Kette waren oder nicht, der hat vielleicht vorausschauend diese Stellen mit Edding geschwärzt. Ist öl- und hitzebeständig und man sieht danach sofort was Sache ist.

kahlo

Zitat von: strichzwojan am 25 Dezember 2025, 18:02:30... 1mm soll den Spanner an seine Grenzen bringen? Hmh. Die Grenzen sind auf jeden Fall überschritten, wenn das Ölröhrchen was abkriegt, oder das Gehäuse angefräst wird. Aber das kann man ja bei jeder Stirndeckeldemontage sofort sehen. Wer wissen will, ob die Macken im Gehäuse von der letzten Kette waren oder nicht, der hat vielleicht vorausschauend diese Stellen mit Edding geschwärzt. Ist öl- und hitzebeständig und man sieht danach sofort was Sache ist.
Siehe hier: https://bmw-einzylinder.de/forum/index.php?topic=22765.msg349917#msg349917
Die Kette hat gerasselt und am Gehäuse angeschlagen.

RTwenty7

Die Grenze ist nicht überschritten, wenn das Ölröhrchen oder das Gehäuse angeschliffen ist, sondern ist der Motor in solch einem Fall dann fertig, ausgelutscht! Entsprechend sieht es dann auch im Kopf aus, an den Stößeln, überall.

Das schöne an der Sache ist aber, dass jeder mit seinem Eigentum macht was er will. Ich versuche, meine Fahrzeuge instandzuhalten, nicht erst zu reparieren, wenn alles im Arsch ist. Andere gehen halt anders an die Sache ran, heben 30 Jahre alte Steuerketten auf, warum auch immer, aber das ist ja völlig legitim.

Oma hat immer gesagt, ich bin zu arm für schlechte Qualität, irgendwie hatte sie Recht.
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

strichzwojan

Zitat von: RTwenty7 am 25 Dezember 2025, 19:07:31Andere gehen halt anders an die Sache ran, heben 30 Jahre alte Steuerketten auf, warum auch immer, aber das ist ja völlig legitim.

Es gibt sogar Leute, die heben 30 Jahre alte Motorräder auf!

Eppo

Ketten sind für mich auch Verschleißteile,
wie Amir bereits schrieb: kann jeder mit seinem Eigentum machen, was er will.

Bzgl. Kettenverschleiß ist neben den Fertigungsqualitäten auch die Belastung und Passung wesentliche Faktoren für lange Lebensdauer.
Wenn die Kettenblätter nicht sauber fluchten, dann verschleißt auch die Kette schneller, das wird dann auch vielen Kettengetrieben zum Verhängnis (z.B. die Zündapps). Bei Zahnradgetrieben kann man einen kleinen Versatz der Wellen tolerieren, nicht aber bei Kettengetrieben.

Mit der zyklischen Wechselbelastung erinnert mich Stark an meine Werkstoffkunde und den Belastungskurven des Herrn Wöhler  ::) , bleibt die Belastung unterhalb der dauerstabilen Belastung, dann passiert auch wenig.
Verstehe ich dann im Ketten-Fall: wird sanft Hoch beschleunigt und keine Laststöße erfolgen, dann ist auch die Wechselkraft auf der Kette gering.
Erfolgen hingegen starke Kräftewechsel, verschleißt die Kette stärker.

Als kleines Beispiel habe ich mein MTB, als ich noch aktiv im Sport unterwegs war, hatte die Kette maximal 8000km gehalten, auch mit regelmäßigen Reinigen und Ölen. Allerdings habe ich damals auch unter Last am Berg Schaltwechsel gemacht.

Seit ich "nur" noch Hobby-Radler bin, hält die aktuelle Kette seit nunmehr 13000km, bei gleicher Pflege.
Allerdings trete ich mit weniger Kraft und auf meiner Freizeitrunde kann ich es mir auch erlauben zu den Schaltwechseln am Berg kurz die Trittintensität zurück zu nehmen, die Kette lastfrei den Gang wechseln zu lassen und wenn sie auf dem Kettenblatt aufgefädelt hat, wieder in die Pedale zu treten.

MfG
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Kees

Die Kette in unsere Einzylinder treiben nur die Ventilen an. Das ist aber auch eine wechselnde Belastung, gegen der Feder, mit der Feder usw. 

strichzwojan

Ich habe gerade nochmal den Taschenrechner gezückt. Die Steuerkette ist etwa 450mm lang. Eine Längung um 1mm entspricht 0,2222 %. Und damit sollte ein Kettenspanner nicht fertig werden?
Eine Antriebskette zum Hinterrad läuft relativ langsam mit hoher Kraftübertragung. Bei einer Nockenwellenkette ist es eher umgekehrt. Eine Fahrradkette würde ich völlig aus diesen Überlegungen herausnehmen (hohe Verschränkung, hohe Umwelteinflüsse).

Wirklich froh bin ich, dass unserer Motoren keine Zahnriemen haben!

Eppo

Sicherlich unterliegt eine Fahrradkette anderen Belastungen als eine Steuerkette,
aber Kette ist Kette und entsprechend ihrer Verwendung und Belastung wird diese ausgelegt und dimensioniert.

Gerade die Steuerkette unterliegt ggü. einer reinen Antriebskette der Besonderheit der zyklisch wechselnden Belastungen je nach Drehzahl und Kettenabschnitt. Dabei wirken je Umlauf der Kette immer auf den selben Kettengliedern die Belastungen.

Warum kein Zahnriemen?
Mein Auto hat alle 210tkm Zahnriemenwechsel und ich hab keine Bauchschmerzen, allerdings läuft der auch trocken. Schlimmer sind da wohl nur die Konstruktionen aus Zahnriemen im Ölbad  :o .

Steuerkettenthematik hingegen siehe als Schlechtbeispiel VW, wo sie sich mit den kleinen TSI-Motoren an Steuerketten versucht haben und tlw. teure Ausfälle hatten (sicherlich auch wegen Geiz ist Geil seitens Hersteller).
Aber genauso gab es dort unauffällige Motoren, entweder zufällig bessere Ketten oder hatte doch auch das individuelle Fahrverhalten einen Einfluss  ::) .
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

RTwenty7

Wenn man den Deckel da vorne noch nie auf hatte, kann man sich die Welt natürlich auch mit Taschenrechner schön reden. Aber das juckt eine Steuerkette im Betrieb leider nicht. Und der Spanner ist ja, mit Sicherheit der Platzverhältnisse geschuldet, wohl eher ein Witz. Sicher besser wie kein Spanner, aber wie das halbwegs ordentlich gemacht wird zeigen dann die Boxer.
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

rolf

#20
kurzum
bei Motorrevision erneuere ich immer die Steuerkette, all dieweil sie ja auch billig ist, und es (für mich zumindest) schwierig ist den Verschleiß zu bestimmen, damit meine ich nicht nur die Längung!....Kettenräder werden einer Sichtprobe unterzogen

RTwenty7

Es gibt eben Dinge in der Instandhaltungshistorie, die werden einfach gemieden, sei es weil der Aufwand zu hoch ist, gepaart damit dann natürlich die Kosten, oder man keinen Bock hat, oder sich einredet, das geht irgendwie schon noch.
Eine der am häufigsten vernachlässigten Komponente in der Motorradwelt ist unter anderem die Steuerkette.
Bei uns muss der Motor raus, bei anderen, um die damit verbundenen Dämpfer und Schienen zu erneuern, Nockenwellen raus, Kopf und Zylinder runter, irgendwelche Deckel müssen ab oder oder. Die Kette kostet im Verhältnis dazu eigentlich Peanuts, wird aber eben gerne verdrängt. Die Schäden, die durch eine ausgelutschte Kette verursacht werden, summieren sich aber irgendwann auf ein Vielfaches des Aufwands des regelmäßigen Wechsels.

Ende vom Lied sind dann ausgelutschte Motoren, die irgendwie noch funktionieren, aber eigentlich fertig sind.

Wie man damit umgeht, bleibt jedem selber überlassen,.... "geht aber irgendwie noch"... ist jedenfalls die falsche Herangehensweise.
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

Eppo

Mal anders herum gefragt:
Hat schonmal jemand hier den 250er Block auf Zahnradsteuerung ala AWO umgebaut?
Rein Interesse halber...
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

strichzwojan

#23
Zitat von: RTwenty7 am 26 Dezember 2025, 13:42:13Es gibt eben Dinge in der Instandhaltungshistorie, die werden einfach gemieden, sei es weil der Aufwand zu hoch ist, gepaart damit dann natürlich die Kosten, oder man keinen Bock hat, oder sich einredet, das geht irgendwie schon noch.
Eine der am häufigsten vernachlässigten Komponente in der Motorradwelt ist unter anderem die Steuerkette.
Bei uns muss der Motor raus, bei anderen, um die damit verbundenen Dämpfer und Schienen zu erneuern, Nockenwellen raus, Kopf und Zylinder runter, irgendwelche Deckel müssen ab oder oder. Die Kette kostet im Verhältnis dazu eigentlich Peanuts, wird aber eben gerne verdrängt. Die Schäden, die durch eine ausgelutschte Kette verursacht werden, summieren sich aber irgendwann auf ein Vielfaches des Aufwands des regelmäßigen Wechsels.

Ende vom Lied sind dann ausgelutschte Motoren, die irgendwie noch funktionieren, aber eigentlich fertig sind.



Scheint dich ja nicht loszulassen das Thema, Amir. Ich weiß nicht, ob du gebranntes Kind bist, oder ob das eher mahnende Worte an die Gemeinde sein sollen, nicht am falschen Ende zu sparen oder rumzupfuschen. Die letzten beiden Punkte kann ich voll akzeptieren. Aber dass Jeder, der gebrauchte Steuerketten nicht sofort auswechselt, von dir als Sparbrötchen oder als fahrlässiger Volltrottel eingestuft wird, finde ich ein bisschen übergriffig. Vielleicht meinst du das ja gar nicht so, aber deine beiden Lieblingssmileys (der Augenverdreher und der Älabäätschmann) triggern mich irgendwie.


Zu meiner Motorenhistorie... Moto Guzzi 1000er, gekauft 1982 mit 7000 km, bei 85.000 mal den Stirndeckel runtergemacht, um den Spanner zu kontrollieren. Er war kaum verschlissen, und ich habe lediglich den Gleitschuh auf der rechten Seite etwas nachjustiert und wieder zugemacht.
BMW R 100 GS-Gespann: auch bei 174.000 noch die erste Steuerkette und den ersten Spanner drin. Läuft gut und ruhig. Und dann habe ich mich verrückt machen lassen mit dem Getriebe..."Was 111.000 km und noch niemals aufgehabt??!!" Deshalb neue Lager besorgt und das Getriebe aufgemacht: alle Lager liefen geschmeidig und wie neuwertig. Trotzdem habe ich dann den gekauften Lagersatz montiert. Es sollte ja bald der Seitenwagen drankommen. Ich werde jedenfalls das Getriebe nicht mehr prophylaktisch öffnen! Yamaha XS 400, da musste die kaputte Kopfdichtung erneuert werden. An der Steuerkette den Zupftest gemacht und natürlich alle Glieder beim Durchdrehen des Motors angeschaut, was keine Auffälligkeiten ergab.
Die 75/5 ist unter mir und meiner Frau nun 80.000 km gelaufen und noch unangerührt. Die muss ja wohl völlig ausgelutscht und im Eimer sein, wenn ich lese, was du so zum Thema geschrieben hast. Und diese üblen Folgeschäden mit Ansage, die ich da offenbar riskiere: völlig unverantwortlich!
Na und erst die 25/2... da baut der Kerl die alte Steuerkette wieder ein (auch schon wieder 27.000 km her seit Winter 19/20). Und dann läuft die auch noch über 110 km/h Spitze laut GPS), dieses ausgelutschte Ding...

Zitat von: RTwenty7 am 26 Dezember 2025, 13:42:13Wie man damit umgeht, bleibt jedem selber überlassen,.... "geht aber irgendwie noch"... ist jedenfalls die falsche Herangehensweise.

Tja, das handhabe ich genauso! Und bei "geht aber irgendwie noch" fällt mir nur ein:
Ja, und zwar richtig gut!

Fröhliche Weihnachten!

Jan


Heiko

Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

strichzwojan

Weihnachtlich ruhet der Wald!


(oder auch nicht, mal sehen...)



Beppo

spätestens jetzt sollte eine Steuerkette erneuert werden   ;D

Mein Motor lief damals aber noch! Daraus habe ich gelernt, daß es überhaupt nichts bedeutet  wenn gesagt wird: der Motor springt super an und läuft.

Schöne Weihnachten
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

RTwenty7

Zitatoder als fahrlässiger Volltrottel eingestuft wird

Zeigst du mir bitte mein Zitat, wo ich jemanden als fahrlässigen Trottel eingestuft habe?

Dein ganzes anderes Gesinge geht mir ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei. Verbaue du deine gebrauchten Dinge und alle sind glücklich, verstehe nicht wieso du hier so ein Fass aufmachst.

Frohes Restfest noch
Roll On!
Amir

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Mc Gyver

#28
Frohe Weihnachten,
Ich verfolge die Pro- und Kontra-Diskussion gespannt.
Bei den XTs aus den 80ern sind Ratschenkettenspanner verbaut. Längt sich die Kette, rutscht der Spanner einen Zahn weiter und die Kette ist wieder gespannt. Aus meiner Erfahrung ist der Spanner bei neuen Ketten 4-5 Zähne draußen,  nach 50-70tkm 9-11. Der Spanner hat glaub 15 oder 16 Zähne.
Diese Ketten sind aber viel länger, weil es obenliegende Nockenwellen gibt.

In einem Video habe ich gesehen, dass die R25 ursprünglich garkeinen Spanner hatte,  dieser erst bei der R26 (oder R27?) Kam und bei der R25 nachgerüstet werden kann.
Ich denke, dass schon die Nachrüstung eine deutliche Laufzeitverlängerung der Kette bringt, da die Stoßbelastung singt.
Auch wird das Kettenschlagen zum Gehäuse mit Spanner vermieden.
Gibt es bei der Steuerkette mit Spanner eine Verschleißanzeige?
Also ein Maß, bei welchem Durchhang die Kette zu tauschen ist?
Das würde die Diskussion auch etwas einbremsen.
Weil, irgendwann ist eine Kette verschlissen, zu wissen wann, bzw wie weit man noch hat, ist ja sicher hilfreich...
Was man nicht selbst gemacht hat, gehört einem auch nicht richtig (Tim Taylor)

Borgward

zur Info: der Steuerkettenspanner wurde bei der R27 eingeführt, um keine Schwankungen beim Zündzeitpunkt zu haben, da hier der Fliehkraftregler nicht mehr auf der Kurbelwelle sondern auf der Nockenwelle sitzt.

Hubi

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