Tacho arbeitet "im Stand"

Begonnen von strichzwojan, 26 Juni 2025, 06:38:57

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strichzwojan

Mein 20 Jahre alter Nachbautacho (0 - 120) der "Mobilen Tradition" ärgert mich seit einiger Zeit mit Pendeln und nicht nachvollziehbaren Gewschwindigkeitsanzeigen in Steigungen und Gefällen...
Jetzt kommt noch ein Phänomen dazu: Fahren im Stand!

Stehe ich mit laufendem Motor und gebe einen Gasstoß, dann schnellt die Nadel manchmal auf 20 hoch. Nachdem ich schon vor einigen Jahren eine originale BMW-Tachowelle montiert hatte, dachte ich nun auch über einen Austausch des Schneckenmitnehmers am Getriebe nach.

Die Ursache dürfte aber jetzt eindeutig im Tacho selbst zu finden sein.

Da die Wirbelstromglocke ja überhaupt nicht angetrieben wird, scheidet ein "mechanisches Mitnehmen" wohl auch aus.

Was ist es dann? Fehlendes Dämpfungsfett? Hat jemand Ähnliches an seinem Tacho beobachtet?

Jan

strichzwojan



NordmannR26

Moin Jan,

hier der Originaltext aus meiner Mail an Lutz Seyfarth/Oldtimer Tacho Werstatt:

Der Zeiger lief zwar etwas zappelig, obwohl ich die Tachowelle exakt nach Werksvorgabe verlegt habe, war aber insgesamt gut abzulesen..
Nun schlagartig schlägt der Zeiger um 360° hin und her (Anschlag gegen Anschlag), bei abgeschraubter Tachowelle allein durch Vibrationen (stehendes Motorrad, Motor läuft). Der km-Zähler funktionierte bis zur Demontage der Tachowelle korrekt

Ich habe die Reparatur für 170 € lt. Angebot durchführen lassen und bin sehr zufrieden, auch mit dem freundlichen Kontakt.

Fehlerbericht nach der Instandsetzung

Hauptfehlerursache war, das sich das Magnetrad auf der Antriebswelle gelockert hatte!
Dieser fehler tritt sehr häufig bei dieser Tachobauart auf. Dieses wird bei der Reparatur neu und dauerhaft befestigt. Dann brauchen sie keinerlei Sorgen mehr haben.

Grüße
Rüdiger
Ich kann alles...ist nur eine Frage der Zeit.

strichzwojan

Danke, Rüdiger, das hört sich doch plausibel an.

4Taktix

Ich hatte auch das Problem mit einer von Anschlag zu Anschlag schlagenden Nadel, bis diese schliesslich abgebrochen ist.
Der verbleibende Stummel hat sich dann kontinuierlich gedreht und das Zifferblatt gekühlt ...
Nachsuche ergab, dass sich das obere Nadelwellenlager vermutlich durch Vibration selbst rausgeschraubt hat.
Die Nadelwelle kann dann taumeln und der von der Tachowelle angetriebene Magnetrotor berührt die auf der Nadelwelle
sitzende Blechglocke und nimmt diese mechanisch mit - die kleine Spiralfeder hält dem nicht stand und wickelt sich
zu einem Knäuel auf.
Think outside the box !

4Taktix

Hier die Innereien mal zum besseren Verständnis aneinandergereiht.
Think outside the box !

Eppo

Die gelösten Magnete vom Glockenläufer hatten mir auch schon einen Tacho gekillt.
Dann ist es wie bereits beschrieben der Magnet kommt in Kontakt zur Glocke und reist die Nadel mit.
Manchmal ist es auch nur ein Geeier der Glocke durch ausgeschlagene Lager oder was ich auch hatte:
So ein Dreck/Fett/Staub-Gemisch zwischen Glocke und Magnet, irgendwann gibt es dann Kontakt und der Zeiger wird ein Stück mitgerissen.

Aber dies kann nicht die Ursache für einen ausschlagenden Zeiger bei stehender Maschine sein, denn da läuft auch kein Tachoantrieb im Getriebe.
Also einfach mal den die Tachowelle am Tacho abschrauben und dann nochmal ne Runde fahren bzw. im Stand testen.

Verschleißerscheinungen am Tacho zeigen sich auch gern, indem die Nadel im Stand nicht wieder bis auf 0 geht.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

NordmannR26

Moin Eppo,
erklären kann ich es auch nicht, aber bei meinem fast neuen (500km) Original VDO Tacho, der nicht verdreckt, bestenfalls verharzt sein konnte, war es genau so. Tachowelle abgeschraubt, um Schlimmeres zu verhindern, und trotzdem pendelte die Nadel bei laufendem Motor hin und her. Vielleicht taumelt das Magnetrad bei defektem Lager durch die Vibrationen....
Grüße
Rüdiger
Ich kann alles...ist nur eine Frage der Zeit.

Eppo

Wenn du die Tachowelle am Tacho abgeschraubt hast und die Tachonadel im Stand immer noch zappelt, dann bleibt ja nur die Motorvibration auf Lampe/Tacho.

Dann reicht vielleicht der Impuls auf die Glocke im Tacho und schon hüpft die Nadel.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

strichzwojan

Wenn man genau schaut, dann sieht man, wie die weiße Plastiknabe der Tachonadel sich zusammen mit dieser seitlich bewegt durch die Vibrationen beim Gasgeben, Vermutlich ist da etwas ausgeschlagen.

Dazu passt dann auch, dass die weißen Ziffern des Kilometerzählwerks im mittleren Bereich schwärzlich / gräulich verdreckt sind.
Ich vermute dass der Tacho, trotz nur 20 Jahren Laufzeit und etwas über 30.000 km mal grundüberholt werden muss - falls das bei einem Nachbautacho (auch wenn er von der "Mobilen Tradition" kommt) überhaupt möglich ist.

Beppo

Jo genau, deckt sich alles mit meinem Tacho. Obere Buchse der Nadelwelle ausgeschlagen und somit seitliches Spiel und sehr anfällig für Vibrationsausschläge. Degegen hab ich eine 4mm Messingschraube mit 1mm Loch gebohrt und das Gewinde abgedereht dann mit Weichlot an steller der alten Büchse eingelötet.Musste dann noch genau ausgerichtet werden damit die Nadel leicht läuft. Anschließend mit Zähem Fett als Däümpfung versehen. Hat 5000km gehalten. Jetzt ist das 2. Problem wieder aufgetreten, wie schon bekannt, der Magnetrotor hat sich trotz einklebens mit Loctite wieder gelöst und ist nach oben gerutscht bis er an der Glocke streift und die Nadel plötzlich Ruckartig ausschlägt. HAt sich schon vorangekündigt als der Tacho plötzlich wieder mal 10 Sachen vorging. Hab den Tacho, um weitere Schäden zu vermeiden umgehend abgehängt. Jetzt muss wieder zerlegt werden Magnetrotor mit Kleber nach unten einschlagen und wieder Dämfungsfett an die obere Buchse.

Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

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