Nochmal Bohrer schleifen

Begonnen von Fastnachter, 09 Mai 2025, 08:45:53

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Fastnachter

Hallo zusammen, hallo, liebe Werkzeugmacher!  ;)

Nochmal das Thema Bohrer Schleifen.
Hier meine ich ins besondere: Typische HSS Spiralbohrer:

Meine Frage:
Welche Schliffe gibt es und was empfehlt ihr?
Tormek empfielt ja den 4-Facetten-Schliff.

Anleitung gibts z.B. hier:





Meine Frage:
Ist das eurer Meinung nach immer nötig?
Die meisten Bohrer haben ja eine Querschneide bei Auslieferung.
Dazu ist die Gefahr des verlaufens mindestens bei meinen Bohrern für die Maschine eher gering.
Dann habe ich auch Bohrer, die ich im draußen für arbeiten verwende.
Die werden schnell mal stumpf bei Steinberührung o.ä.
Für die möchte ich eigentlich nicht so einen Aufwand betreiben, bohren eh meistens nur Holz, selten mal Stahl.

Lange rede, kurzer Sinn:

Was ist der beste Schliff für "Perfekt", bzw. für "Quick and Dirty"?

Viele Grüße

Jan.


"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

Fastnachter


"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

kahlo

HSS? Keine 1000 Facetten. Winkel um die 120 Grad, auf ein paar Grad kommt es nicht an, Hauptsache gleichmässig. Querschneide im Zentrum sollte deutlich erkennbar sein, Freischliff hinter der Schneide nicht mit "Facetten", sondern in einem Gang mit der Schneide.

Wenn es beim Bohren auf den Zehntelmillimeter ankommt - Vorbohren. Bei Holz ist es eh wurscht  ;) . Wenn nicht, auf Holzbohrer umsteigen.

Fastnachter

Danke für Deine Antwort.
Also Deine Meinung:

https://fdpw.de/wiki/Bohrer
(ebenso Quelle für Grafik!)



Also quasi so?

Gruß
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

kahlo

Ja. Ohne Schnickschnack. Alles, was man zusätzlich machen könnte, sollte einen Grund haben. Wenn man sehr viele Löcher bohren will, lohnt sich zusätzlicher Aufwand. Oder wenn spezielles Material gebohrt werden soll (besonders hart, besonders dünn, besonders weich etc...).

Fastnachter

#4
Klingt Logisch.
Mit der Tormek die 2 Hauptschneiden abziehen geht ratz Fatz.
Dann die Freifläche eben ein bisschen frei Hand freiräumen auch.
4 Facetten-Schliff erscheint mir schon als "sehr gut", aber halt auch aufwändiger.
Das dann "nach Bedarf".

Gruß

Jan.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

kahlo

#5
Zitat von: Fastnachter am 09 Mai 2025, 15:53:06Dann die Freifläche eben ein bisschen frei Hand freiräumen auch.
Ich sehe gerade, das dieses Tormek-Schleifding die Bohrer auf die primitivste Art schleift - einfach ran und dann nix. Das ist Mist. Der Bohrer muss beim Schleifen gedreht werden. Das erklärt auch das ganze Klimbim mit den Phasen.

Da muss definitiv die Freifläche nachbearbeitet werden.

So wird das eigentlich gemacht:

Fastnachter

Na das meine ich doch mit "Freihand".
Davon ab: Die werden dann noch auf der anderen Seite abgezogen auf Leder mit Politur.
SOOO primitiv finde ich das jetzt nicht.
Werkzeug aller Art wird da schon sehr scharf drauf.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

kahlo

Hab oben noch ein Video verlinkt. Das meine ich mit drehen des Bohrers. Da wird all das Facettieren nicht mehr gebraucht.

Eppo

#8
Zitat von: Fastnachter am 09 Mai 2025, 13:18:41Danke für Deine Antwort.
Also Deine Meinung:

https://fdpw.de/wiki/Bohrer
(ebenso Quelle für Grafik!)



Also quasi so?

Gruß

Genau so mache ich das Freihand,
in etwa auf 118-120°.
Dann Gegenlichtbegutachtung(oder vor hellem/weißem Hintergrund), damit die Schneidenecken auf gleicher Höhe liegen und die Querschneide mittig ist.
Dann Draufsicht damit die Querschneide in etwa so quer zu den Hauptschneiden liegt.
Danach wieder quer Einsehen, ob die Rückenkante niedriger zur Schneidenecken ist.

Bei kleinen Bohren achte ich nicht so auf die Fase, da geht es gleich in den Hinterschliff, größere Bohrer bekommen eine Fase und dann den Schneidenrücken.

Hab die Woche erst einen 3mm Bohrer wieder angeschliffen, das mache ich je Schneide mit einer Drehbewegung und wenig Abdruck am Schleifbock.
Dabei kommen kleine Bohrer (in etwa unter 8mm) in Rotationsrichtung der Schleifscheibe zur Anlage.
Größere Bohrer werden quer zur Schleifscheibe zuerst mit der Fase versehen und bekommen dann durch Dreh-Drück-Bewegung den Hinterschliff.

Mein aktuell größter Bohrer hat 22,5mm,
also von 3-22,5mm traue ich mir zu 😅
MfG
Eppo

Btw: die Meisten meiner Drehstähle schleif ich mir auch nach Bedarf an.
Wechselhalterplatten hab ich nur für Standard.
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Fred

Für Blech muss die Hauptfreifläche etwas ballig sein. d.h. sie ist in der Mitte fast etwas höher als die Schneide. Dadurch wird der Bohrer beim Durchtritt nicht plötzlich durchgezogen.
Fred

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