Phosphatieren, wenn die Frau nicht da ist

Begonnen von Stefan, 04 Februar 2025, 12:42:05

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Stefan

Moin liebe Freunde der Küchenchemie,

wer am brünieren die große Hitze oder die fehlende Abriebfestigkeit bemängelt kann Stahlteile auch selbst phosphatieren. Ich habe einen Satz spanische Stehbolzen so aufgearbeitet.

Zuerst gereinigt, entfettet und den groben Rost mit einem Topfkratzer entfernt.
Dann in der aus einer Bratpfanne und einer Schäfer-Kiste bestehenden Bain Marie in pimalaugeprozentiger Zitronensäure bei etwa 60°C entrostet und anschließend in 15-prozentiger Phosphorsäure und 60°C etwa 10 Minuten unter gelegentlichem schwenken phosphatiert.
Die Zeit hängt von der Konzentration der Säure, Temperatur und der Stahlsorte ab. Muß man beobachten und bei erreichter Färbung abbrechen. Wird zu lange eingelegt wird die Oberfläche zu stark angelöst und rauh. Am Ende einölen und einziehen lassen.

Der Korrosionsschutz ist besser als brüniert und schlechter als Zink, Chrom etc.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Stefan


The evil is always and everywhere!

Fastnachter

Hallo Stefan,

danke für den Bericht.
Kann man die eingesetzten Säuren über den Ausguss entsorgen? Stark verdünnt?

Gruß

Jan.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

Stefan

Die Phosphorsäure verwende ich mehrfach, die Zitronensäure kippe ich in den Ausguß. Mache ich ja auch, wenn ich die Kaffeemaschine entkalke.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Lorenz

#3
Eine umweltfreundliche Möglichkeit verzinkte Teile zu schwärzen ist sie in Rotwein einzulegen.
Nach 24 Stunden sehen sie dann so wie auf dem Bild aus.
Je herber der Rotwein desto dunkler die Schraube.
Hier hat sich jemand richtig viele Gedanken zu dem Thema gemacht.

https://emw-r35.de/board/viewtopic.php?t=7169

Am Ende stellt er fest, dass es am besten mit Rotwein geht.

Gruß Lorenz

berndr253

Wie - mit Rotwein Rostschutz betreiben?? Das muss doch nicht sein! Legt den Kram in Cola, da ist auch Phosphorsäure drin und trinkt den Rotwein, wenn er denn gut genug ist.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Lorenz

Bild vergessen.

berndr253

#6
Ein bisschen Zitronensäue im Abwasser ist kein Problem. Das ist durch den Einsatz von Seifen, Waschpulver usw eher "basisch" (pH-Wert über 7) und kann zur Neutralisation durchaus ein wenig Säure vertragen.
Würde hier aber auch ordentlich verdünnen

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Lorenz

Rotwein passt besser zu unseren Klassikern. Hat einfach mehr Stil. ;D

cledrera

Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Fred


cledrera

Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

R26SPORT

Hallo! Ich kenne das Kaltphosphatierungsverfahren, aber das dient nur dazu, Rost vom Teil zu entfernen, dann muss es einen Beschichtungsprozess erhalten, sonst rostet es.
Das Phosphat, das verwendet wird, um das Rosten von Stahlteilen zu verhindern, ist Manganphosphat, das Teil muss sauber und entfettet und wenn möglich mit Glasperlen sandgestrahlt werden. Dann wird mit dem Präparat ein Bad bei einer Temperatur von 97° (Teig mit Widerstand und elektronischer Steuerung) für 10 bis 15 Minuten gemacht, schließlich wird das Teil mit Wasser gespült und muss getrocknet werden, schließlich wird es in Öl gebadet. Die Teile sind fast schwarz, eigentlich dunkelgrau. Ich zeige es mit einigen Fotos mit Teilen von meinem R26.
Grüße
Alejandro
Grüße Alejandro

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Stefan

Eisenphsphatieren, wie ich es gemacht habe, bietet einen geringen Rostschutz, der aber besser ist als der von brünieren. Darum ging es mir.
Manganphosphatieren ist mein nächster Schritt, ich muß nur die Brühe mit Braunstein ansetzen. Dazu bin ich noch nicht gekommen. Und auch dessen Rostschutz ist mit dem einer galvanischen Zinkschicht nicht zu vergleichen.
Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

R26SPORT

Zitat von: Stefan am 07 Februar 2025, 07:57:13Eisenphsphatieren, wie ich es gemacht habe, bietet einen geringen Rostschutz, der aber besser ist als der von brünieren. Darum ging es mir.
Manganphosphatieren ist mein nächster Schritt, ich muß nur die Brühe mit Braunstein ansetzen. Dazu bin ich noch nicht gekommen. Und auch dessen Rostschutz ist mit dem einer galvanischen Zinkschicht nicht zu vergleichen.
Gruß
Stefan

Hallo Stefan, natürlich ist Manganphosphat nicht der beste Korrosionsschutz, in meinem Fall versuche ich nur, das ursprüngliche Aussehen des Teils wiederherzustellen, das ,,schwarz" sein muss. Das ETL gibt an, wie die ursprüngliche Werksbehandlung aussieht, und es gibt Schrauben, die schwarz sein müssen (angegeben als ,,Schwarzphosphat"). Kurz gesagt, die inneren Schrauben des Motors und des Rahmens sind schwarz (die überwiegende Mehrheit) und die äußeren Schrauben des Motors sind ,,aluminiumfarben", dies gilt auch für das Getriebe. Es gibt auch ein Minimum an Schrauben mit Chrombeschichtung. Die Cadmiumbeschichtung ist das ursprüngliche Verfahren, das bis Anfang der 70er Jahre verwendet wurde. Zink war aufgrund seiner hohen Toxizität und Umweltschäden ein Ersatz für Cadmium, ist jedoch in Bezug auf die Schutzqualität minderwertig. Derzeit gibt es spezialisierte Unternehmen, die noch Cadmiumbeschichtungen durchführen (sehr wenige), da dies die für bestimmte Teile der Luftfahrt- und Militärindustrie erforderliche Behandlung ist.
Andererseits bietet Zink ein anderes visuelles Erscheinungsbild. Wenn Sie eine alternative Behandlung zu Cadmium wünschen und eine lange Lebensdauer und ein ästhetisches Erscheinungsbild ähnlich wie Cadmium benötigen, sollten Sie Dacromet verwenden, ein Verfahren, das auch in der Automobilindustrie verwendet wird. Es ist zu beachten, dass Dacromet kein galvanisches Verfahren ist, sondern mit einem Sprühsystem aufgetragen und in einem Ofen getrocknet wird.

Da ich gerne Originalität bewahre, baue ich eine Wanne, um die Cadmiumbäder aller Teile durchführen zu können, die das ETL angibt, wie es in der Vergangenheit gemacht wurde.

Grüße
Alejandro
Grüße Alejandro

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R26SPORT

Zitat von: R26SPORT am 07 Februar 2025, 10:19:19Hallo Stefan, natürlich ist Manganphosphat nicht der beste Korrosionsschutz, in meinem Fall versuche ich nur, das ursprüngliche Aussehen des Teils wiederherzustellen, das ,,schwarz" sein muss. Das ETL gibt an, wie die ursprüngliche Werksbehandlung aussieht, und es gibt Schrauben, die schwarz sein müssen (angegeben als ,,Schwarzphosphat"). Kurz gesagt, die inneren Schrauben des Motors und des Rahmens sind schwarz (die überwiegende Mehrheit) und die äußeren Schrauben des Motors sind ,,aluminiumfarben", dies gilt auch für das Getriebe. Es gibt auch ein Minimum an Schrauben mit Chrombeschichtung. Die Cadmiumbeschichtung ist das ursprüngliche Verfahren, das bis Anfang der 70er Jahre verwendet wurde. Zink war aufgrund seiner hohen Toxizität und Umweltschäden ein Ersatz für Cadmium, ist jedoch in Bezug auf die Schutzqualität minderwertig. Derzeit gibt es spezialisierte Unternehmen, die noch Cadmiumbeschichtungen durchführen (sehr wenige), da dies die für bestimmte Teile der Luftfahrt- und Militärindustrie erforderliche Behandlung ist.
Andererseits bietet Zink ein anderes visuelles Erscheinungsbild. Wenn Sie eine alternative Behandlung zu Cadmium wünschen und eine lange Lebensdauer und ein ästhetisches Erscheinungsbild ähnlich wie Cadmium benötigen, sollten Sie Dacromet verwenden, ein Verfahren, das auch in der Automobilindustrie verwendet wird. Es ist zu beachten, dass Dacromet kein galvanisches Verfahren ist, sondern mit einem Sprühsystem aufgetragen und in einem Ofen getrocknet wird.

Da ich gerne Originalität bewahre, baue ich eine Wanne, um die Cadmiumbäder aller Teile durchführen zu können, die das ETL angibt, wie es in der Vergangenheit gemacht wurde.

Grüße
Alejandro

Hier zeige ich noch ein paar Teile, die laut ETL schwarz sein müssen und damit korrosionsbeständig sein müssen._20201219_200915.JPGDSC_2248.jpg
Grüße Alejandro

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Anulu

Gruß Manuel



Rock or Bust!

strichzwojan

Sieht wirklich sehr gut aus!

Cadmierte Bauteile bietet BMW ja nicht mehr an. Ich hatte noch eine lagernde Lenkkopfmutter für meine GS gekriegt, jetzt wäre sie nicht mehr erhältlich.
Obwohl immer darauf hingewiesen wird, dass Brünieren keinen richtigen Rostschutz bietet, habe ich mit den von mir behandelten Teilen (Ölivenöl, Gasbrenner) keinerlei Probleme gehabt, obwohl im letzten Jahr die Maschine zwei Monate lang im schlechtesten Wetter unabgedeckt stehen musste. Und wie aggressiv der Berner Regen war zeigten die Leichtmetallteile!
Ähnlich gute Erfahrungen habe ich mit der Kaltbrünierung von Ballistol. Wird richtig schön schwarz und ist ratzfatz gemacht.



R26SPORT

Zitat von: strichzwojan am 07 Februar 2025, 17:12:22Sieht wirklich sehr gut aus!

Cadmierte Bauteile bietet BMW ja nicht mehr an. Ich hatte noch eine lagernde Lenkkopfmutter für meine GS gekriegt, jetzt wäre sie nicht mehr erhältlich.
Obwohl immer darauf hingewiesen wird, dass Brünieren keinen richtigen Rostschutz bietet, habe ich mit den von mir behandelten Teilen (Ölivenöl, Gasbrenner) keinerlei Probleme gehabt, obwohl im letzten Jahr die Maschine zwei Monate lang im schlechtesten Wetter unabgedeckt stehen musste. Und wie aggressiv der Berner Regen war zeigten die Leichtmetallteile!
Ähnlich gute Erfahrungen habe ich mit der Kaltbrünierung von Ballistol. Wird richtig schön schwarz und ist ratzfatz gemacht.




Es gibt viele Kaltbläuungsmittel, ich verwende Birchwood Casei, aber diese Produkte sind nur für Ausbesserungen geeignet und haben eine begrenzte Haltbarkeit. Die ursprüngliche Behandlung von BMW war Manganphosphat (Schwarzphosphat) für alle schwarzen Teile.

Grüße

Alejandro Screenshot_20250207-231259.jpg
Grüße Alejandro

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mike25-3

Machen was geht, solange es geht ;-)

Kees

Mein "Verzinker" hat davon abgeraten weil das schwarze schnell beschädigt.

R26SPORT

#20
Zitat von: Kees am 08 Februar 2025, 19:14:03Mein "Verzinker" hat davon abgeraten weil das schwarze schnell beschädigt.

Es ist genau das, was ich erklärt habe, jede Kaltbrünierung ist nicht haltbar.
Ich sage das, weil ich dieses Produkt habe (es ist das letzte Foto, das ich gepostet habe) und es nicht mehr verwende, sondern auf das Verfahren umgestiegen bin, das BMW früher verwendet hat (schwarzes Magnesiumphosphat), das bei 97° mit einer Formel durchgeführt wurde, die aus einer Reihe von chemischen Produkten besteht, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurden.
Lesen Sie Antwort Nr. 11
Wie auch immer, jeder kann es machen, wie er möchte, jeje
Grüße
Alejandro
Grüße Alejandro

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Kees

Mein Bericht war als Antwort auf das schwarz Verzinken.
Ich denke auch, wann man die original Schrauben nachahmen möcht, sollte es schon das original sein, also Manganphosphat. Zu hause möchte ich selbst solche sachen nicht machen, al diese Chemikalien, lieber nicht.

kahlo

Ich stehe ja auf Vernickeln  ;D . Sehr haltbar, rostet nicht. Bei leichter Verunreinigung, zum Beispiel etwas Kupfer an der Elektrode, wird es auch schwarz.

Mutter4.jpg
(selbstgedrehte Krümmermutter)

Grüsse,
Kahlo.

Eppo

Klasse Sache, ich überlege mir auch schon einige "bling-bling" Schraubverbindungen wieder im Original Look umzugestalten.

MfG
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

cledrera

Kahlo,
wenn du dir schon Krümmermuttern selber drehen kannst,
lass doch die Durchgangslöcher weg.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

kahlo

Zitat von: cledrera am 09 Februar 2025, 10:23:27Kahlo,
wenn du dir schon Krümmermuttern selber drehen kannst,
lass doch die Durchgangslöcher weg.
Nächstesmal ohne Löcher  :angel: .

R26SPORT

Zitat von: kahlo am 09 Februar 2025, 17:11:00Nächstesmal ohne Löcher  :angel: .

Ich verstehe das nicht. Ich dachte, dass die Löcher in einem runden Stück eine Anpassung ermöglichen. Wenn es blind wäre, wie willst du es dann anpassen?
Andererseits respektiert dieses Format das ursprüngliche Design. Ich bin mir nicht sicher, ob es auch unterhalb der Löcher einen kleinen Durchmesser hat. Auf jeden Fall ist das ein kleines Detail.
Grüße
Alejandro
Grüße Alejandro

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Schorsch

Alejandro,

ich verstehe das so :

Die Durchgangslöcher haben oft innen einen feinen Grat, der macht Dir
bei De- oder Montage das Gewinde am Zylinderkopf kaputt.

Andererseits braucht man die Bohrungen , um den Hakenschlüssel ansetzen zu
können.

Ganz optimal wären also Sacklöcher.

Gruß
Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

Eppo

Durch die Löcher in der Krümmermutter kann natürlich auch gut Dreck und anderes Zeugs eindringen, was dann über die Zeit Arbeitet und beim Lösen das weichere Alu beschädigen kann.
Sacklöcher wären gut, dann gibt es auch diese Schnittkanten im Gewinde nicht, möglich wäre sicher auch eine Umsetzung mit Hackenschlüssel, wie es andere Hersteller machen.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Anulu

Siehe Simson.
Auch das losrappeln der Muttern gibts Dank Verzahnung und Federblech nicht.
Gruß Manuel



Rock or Bust!

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