Frage an die Lackierer - welche Einsteiger-Spritzpistole ist zu empfehlen

Begonnen von joerg-d, 27 Januar 2024, 09:36:28

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joerg-d

Hallo und ein schönes Wochenende,

der Betreff sagt es ja schon, ich bin auf der Suche nach einer guten Einsteiger-Spritzpistole bzw. Pistolenset mit div. Düsen. Habe selber bisher noch gar keine Erfahrung mit dem Lackieren, ich denke mir aber, für meine Oldi-Restauration müsste ich das doch mit dem richtigen Werkzeug zumidest akzeptabel hin bekommen. Da wird doch bestimmt der eine oder andere da draußen sein, der schon Erfahrungen hat und mir da etwas empfehlen kann.

Danke schon mal an die zahlreichen Rückmeldungen.

Gruß,
Jörg

joerg-d


92fzr

Hallo, es kommt darauf an was man will.
Hatte eine aus dem Baumarkt, Ergebnis ok.
Hab jetzt mehrere  SATA, sehr viel feiner im Spritzbild und in den Einstellungen.
Aber das ganze macht erst Sinn wenn alle anderen Parameter auch entsprechend sind.
Lackierst du in der Garage dann Baumarkt, der Lack (alles von einen Anbieter, Härter,Verdünnug usw.)ist aber noch wichtiger und das anmischen, Temperatur,Absaugung usw.

Wenn du noch nicht lackiert hast, billigen Lack und erstmal Proben lackieren (Schrott- Teile)und an den Einstellungen arbeiten.

Viel Erfolg und Spaß
Es grüßt Dirk

Eppo

Ich habe damals mit einer ganz einfachen Pistole von Revell angefangen:

revell-re-29666.jpg

Mit dieser kann man aber schon üben und auch mit den Parametern Verdünnung, Abstand/Handbewegung und Luftdruck arbeiten.

Ich hatte aber von Anfang an statt der Einwegdosen einen Adapter für den Druckluftkompressor genutzt/gebaut.
Apropos Druckluft: für die kleine Revell hatte ich schon einen 200liter leistenden Kompressor.
Viele unterschätzen den Luftbedarf und dann müssen mehr Pausen gemacht werden damit der Kompressor wieder Druck aufbaut (ein einfacher Kompressor hat auch mit Erwärmung mehr und mehr Leistungsverluste)

Später hab ich mir eine Baumarktpistole zugelegt (1.5Düse) und seit letztem Jahr eine kleinere Version (0.8 + 1.0 Düse).

Mit der einfachen Revell mach ich selbst jetzt noch Kleinteile (z.B. die Zierstreifen der R25/2 Felgen).

Wenn du erst anfangen möchtest und etwas günstig "rumspielen" willst, dann empfehle ich dir die Farben von Hammerite in den blauen Dosen auf Verdünnerbasis, die gibt es aber leider nur in Basic-Farbtönen, lassen sich aber mit Universalverdünner anrühren und geben ein gutes Ergebnis.

Meine Rahmenteile hab ich z.B alle mit schwarz Hammerite lackiert, das macht sich auch für spätere Ausbesserungen sehr einfach und Hammerite kann man auch auf Oberflächenrost aufbringen (hält sogar auf leicht "rostrauen" Oberflächen besser als auf glatten Flächen).
MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

berndr253

Ich hab mir fürs Lacken eine HVLP-Lackierpistole gekauft. Gibts bei diversen Anbietern für kleines Geld (Stahlwerk, Wiltec usw.). Damit komme ich ganz gut klar - wobei meine Bedingungen (Lackieren im Garten/Terrasse) alles andere als optimal sind.

Auch wenns nicht wirklich optimal mit dem Lacken läuft - nimm auf jeden Fall einen Qualitäts-2-K-Lack von EINEM Anbieter, so dass sich die Grundierungen, Spritzfiller und Lack auch miteinander vertragen.
Meine Erfahrung ist, dass wenn es nicht wirklich optimal läuft - ich mit 600 Nasspapier noch mal anschleife und zum Lacker meines Vertrauens gehe und mir eine Schicht Klarlack auflegen lasse.
Das ist nicht sehr teuer und das Ergebnis ist in der Regel perfekt

Viel Erfolg

Bernd
Leben und Leben lassen

92fzr

Und wenn es mit dem Klarlack etwas orangen (Er mein Orangenhaut.... :D) ähnlich aussieht, dann kann man mit guter Politur (3M)sehr viel raus holen ;D
Es grüßt Dirk

berndr253

Hm - hab den Effekt noch nie gesehen - weisst du wo die "Verfärbung" herrührt? Ist mir bei 2K-Lackierungen noch nie untergekommen

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Einzylindär

Er mein Orangenhaut.... :D

Gruß
Stefan, der Einzylindär


4Taktix

Wichtig ist auch ein Wasserabscheider, sowie auch vor dem Lackieren das Kondenswasser aus dem Kessel abzulassen.
Umgebungs- und Oberflächentemperatur des Werkstücks sollte auch nicht zu kalt sein.
Lack sollte beim Einfüllen in die Pistole IMMER durch ein Lacksieb gegossen werden.
( Gibt's in verschiedenen Maschenweiten, "Einmalartikel" )
So vermeidet man "Klümpchen", die einem dann meistens mitten in der Fläche die Düse verstopfen !
Abzug der Pistole niemals betätigen, während man auf das Werkstück zielt - immer "daneben" zielen und dann
Abdrücken, dann erst auf's Werkstück übergehen. Auch die Richtungsumkehr nie auf dem Werkstück machen,
immer eine Bahn bis über das Werstück hinaus ziehen und neben dem Werkstück "umkehren".
Auf immer gleichen Abstand und Winkel achten, die Hand mit Pistole soll keinen Kreisbogen machen,
sondern parallel zum Werkstück geführt werden. Muss man üben.
Wenn alle Parameter stimmen/angepasst sind, lassen sich auch mit einer Hobby-Pistole gute Ergebnisse erzielen.
Andersrum werden auch mit einer hochwertigen Pistole keine guten Ergebnisse erzielt, wenn die Vorraussetzungen
nicht gegeben sind/beachtet werden.
Selbst mit Klickerdosen sind perfekte Ergebnisse möglich, wenn man alles richtig macht.
In Innenräumen amtlichen Atemschutz anlegen - eine FFP2-Maske reicht hier bei Weitem nicht.
Auf möglichst staubfreie Umgebung achten.
Eine "Fließbecher-Pistole" ist einer "Saugbecher-Pistole" vorzuziehen.
( Reservoir oben auf der Pistole, nicht darunter )
...

Think outside the box !

heinz leichtfuss

Hallo zusammen,
ich benutze diese beiden technischen Meisterwerke:
https://www.amazon.de/Falon-Tech-Spr%C3%BChpistole-Spritzpistole-Lackierpistole-PIS-FT202201P/dp/B07CP65J2H
und
https://www.ebay.de/itm/195526276088  (mit 1,7er Düse)
Beide mal auf dem Teilemarkt gekauft. Die betreibe ich mit Aldi-Kompressor, aber mit einem Wasserabscheider und einem Schlauch, den ich nur zum Lackieren verwende. Ich nehme Mipa Lacke, -Härter und -Verdünnung.
Beide Pistolen übertreffen meine spachteligen und schleifenden Fähigkeiten. Probleme lagen immer an der Einstellung bzw. an der Führung der Pistole. ÜBEN und 4Taktix Tipps beherzigen!! Mit guter Vorbereitung, Sorgfalt und ohne Hast habe ich damit wirklich annehmbare Ergebnisse erzielt (Lampentopf, Öltank, Primärkettenschutz, viele Kleinteile) . Allerdings habe ich meine Kotflügel zum Profi gegeben, die lenken von meinen Teilen dann nochmal zusätzlich ab!
Schönes Wochenende
Stefan 
...egal! Ich lass das jetzt so.

berndr253

#10
Normalerweise haben die preiswerten Pistolen keinen Druckminderer direkt vor dem Eingang in die Pistole. Ich habe bei meiner Pistole hier einen einstellbaren Druckminderer montiert - stört nicht und ich kann den Druck auf 1/10 bar genau justieren.
Beispiel:
https://www.ebay.de/itm/394850667497?hash=item5beeef0be9:g:05IAAOSwl7lk8XB9

Die "Investition" lohnt sich auf jeden Fall!

LG

Bernd
Leben und Leben lassen

Eppo

So einen "fliegenden" Druckminderer
hab ich bei mir als Leitungsverbindung zwischen gekuppelt, da mir die direkte Verbindung zu unhandlich war.

In der Bucht nen DruMi mit Wasserabscheider bestellt und einmal Männl & Weibl ran geschraubt, fertig.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

joerg-d

So, Danke erst mal für Eure Tipps. Das hilft mir dann doch schon weiter.
Auch wenn die Teile aus der Buch sehr günstig sind, ich tendiere dann inzwischen zu einem Set von Stahlwerk, Wiltec oder Scheppach - wegen Garantie und Ersatzteilkauf. Für den Profisektor von SATA bin ich noch nicht so weit.
Jörg

Fastnachter

Jörg schau auch mal beim Korrosionsschutzdepot rein. Die haben auch eine sehr gute telefonische Beratung und können dir Tipps zu guten Lacksystemen geben. Quasi alles aus einer Hand.

Gruß
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

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