Batterie Alternative: Highcap Kondensator

Begonnen von Eppo, 26 November 2021, 23:55:56

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Eppo

Hallo Zusammen,

nachdem hier vielfach über Alternativen zum Bleiakku berichtet wird und immer mal wieder Panasonic & Gelakku angepriesen werden, möchte ich euch meine Lösung in eine ganz andere Richtung aufzeigen.
Um die Hintergründe für diese Lösung zu verstehen, muss ich etwas weiter in der Zeit zurück gehen. Wer nicht mag springt gleich zum Punkt ,,Umsetzung".

Vorgeschichte:
Es war im Jahre 2008 als ich meine RT125 fertig hatte und auf die Straße brachte, damals mit 6V Bleiakku vom AWS. Dieser Akku begleitete mich fortan bis ins Jahre 2013, als sich langsam ein schleichender Batterietot (Plattenschluss) einstellte, zum Saisonstart 2013 musste ich jedes mal vor einer Ausfahrt die Batterie laden. Daraufhin entschloss ich mich zur Neuanschaffung, wieder die selbe Bauform.
Nachdem dieser neue Akku kaum 1 Monat alt war, wurden auch hier Selbstentladungen bemerkt.
Ich dachte zu Erst an Kriechströme, aber ein komplettes Trennen vom Bordnetz brachte keine Verbesserung. Also Batterie reklamiert, neue Batterie, nun Nummer 3 und wir schreiben Herbst 2013.
Alles schön eingewintert und im Frühjahr 2014 wollte ich nun die RT wieder in Betrieb nehmen, als ich eine stark entladenene Batterie bemerkte (Überwinterung war im frostfreien Keller bei ca. 15°),
nun ja nachgeladen und los ging es. Der Spaß hielt aber nicht lange an und wieder musste ich jede Woche vor einer Ausfahrt erst die Batterie laden.
Da kam mir die Idee:

Umsetzung:
Warum nicht einen Kondensatorblock als Batterie-Ersatz zusammen stellen?
Die RT benötigt nur ausreichend Saft beim Start für den Zündfunken, danach liefert die LiMa auch ohne Batterie genügend zur Selbsterhaltung.
Gesagt, getan!
Damals noch für teuer Geld aus den USA Highcap Kondesnatoren mit 350F bestellt, in Summe glaube um die 110€. Aber was soll's, hey ein Bleiakku kostete damals auch um die 36€, mal 3 sind auch über 100€.
Kondensatoren ausgemessen und in 2 parallelen Reihen zu je 3 Kondensatoren verlötet.
Zum Ausmessen wurden die Kondensatoren mit Nennspannung über ein Labornetzteil einzeln geladen bis Ladestrom 0mA und anschließend für 24h stehen gelassen, danach nochmals Spannung gemessen und anschließend gleichverteilte 3er Blöcke zusammen gestellt.
Die Schraubanschlüsse sind eingelötete Presskabelschuhe mit innen M5-Gewinde geschnitten.
Die Kondensatoren haben je eine Nennspannung von 2,7V, wodurch sich eine Gesamtspannung von 8,1V ergibt. Gut damit verschenke ich etwas Kapazität, bin aber auf der sicheren Seite bzgl. Überspannung der Ladeeinrichtung.
Damit Fahre ich bis heute (7Jahre mittlerweile) ohne Probleme, links im Bild seht ihr meinen Entwicklungsblock noch mit Isoband, rechts daneben der neue Block von diesem Jahr für meine BK350 mit 500F-Kondensatoren im Schrumpfschlauch. Die 500F-Kondesatoren gibt es mittlerweile sehr günstig in der Bucht.

Vorteile:
- geringes Gewicht
- lageunabhängiger Einbau
- Tiefentladung ist unbedeutend
- kaum Selbstentladung (selbst nach 5-monatiger Winterpause noch annähernd 6V ohne Nachladen)
- kurze Ladezeit (bei kompletter Entladung weniger als 20min wieder geladen, je nach Ladegreät auch kürzer), da hohe Stromaufnahme
- kein Säure gematsche
- Spannungssicherheit gegen Überladen, da Nennspannung 8,1V
- Art der Ladespannung egal ( ob Gleichstrom oder gepulst, Hauptsache kein Wechselstrom), geht z.B auch am bestem mit strombegrenzendem Labornetzteil

Nachteile:
- gibt es so nicht von der Stange zu kaufen
- gedacht für Fahrzeuge mit Kickstarter
- geringere Leistungsdichte ggü. konventionellen Bleiakkus
- nicht geeignet für lange Standlichtphasen oder Zündung lange eingeschalten
- lange Fehlersuche (20-30mal antreten ohne Starten) führt zur schnelleren Entladung ggü Bleiakku
- kann zum Auslösen von Sicherungen bei normalen KFZ-Ladegeräten ohne Strombegrenzung führen
(notfalls durch in Reihe geschaltenem Vorwiderstand den anfänglichen Ladestrom begrenzen)
- kann zu Problemen/Defekten bei Einsatz an elektr. Laderegler ohne Ladestrombegrenzung führen, da Ladestrom bei entladenem Kondensatorpack deutlich höher als bei Bleiakkus ist (beachte Ladekurve Kondensator), mech. Laderegler erleiden einen Spannungseinbruch und arbeiten sich wieder hoch, ohne Defekt zu erleiden.

Für Fahrzeuge mit Blinklichtern wird ein Umbau auf elektronischem Blinkgeber, sowie LED-Blinklampen nötig, da 2x21W für Blinker einfach zu viel Strom ziehen.
(Meine Testphase am Moped S51 mit 12V und LED-Blinkern läuft noch)
Die Kondensatoren sind lt. Typblatt für 10.000 Lade-/Entladezyklen vorgesehen. Bisher (Testphase 7Jahre) sind keine Alterungserscheinungen im Oldtimerbetrieb feststellbar.

MfG Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Eppo


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