R26 Ventiltrieb kolabiert

Begonnen von Kraftei, 01 Juli 2015, 00:59:56

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Kraftei

Bitte helft mir ich möchte den Motor langsam wieder zusammen bauen bin mir aber einfach unschlüssig ob das so stimmt.
LG

Kraftei


rolf

Bau mal die NW (incl. Zahnrad) ein und kontrolliere dann die Flucht mit dem KW Zahnrad....wahrscheinlich passt es so schon....ansonsten wieder melden.

Heiko

Hi,

wie steht es denn mit Ergebnissen aus der metallurgischen Fachabteilung? Nicht, dass es in Vergessenheit gerät.  ;D
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

cledrera

Die Fotos nebst Stellungnahme sind schon da.
Schwierig sind die Härteprüfungen.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

27-steib


cledrera

Gut gesehen.  ;)
Richtig gemacht kosten die Nummer tausend harte Euros.
Teachers ist billiger.
Aber ich gebe es nicht dran; noch nicht; niemals ...

Zurück zum Strafrecht ...  :kopfhau: :kopfhau: :kopfhau:
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

rolf


cledrera

Deshalb:

"Das von mir unterstellte dreistufige Modell (gießen, vergüten, randzonenhärten) dürfte bei modernen Gußnockenwellen angewendet werden.
Früher, um 1940, wurden aber im Prinzip nur drei Verfahren verwendet, die ich grob zusammenfasse:
a) Es wurde eine Legierung verwendet, die einen mäßig harten, gut bearbeitbarer perlitischer Guß liefert. Dort, wo  die Stellen hart werden sollten (z.B. Nocken), legt man Kokillen an.
b) Die Nockenwelle wurde aus einer Legierung gegossen, die einen weichen Guß hinterließ. Die Härtung der erforderlichen Stellen erfolgte mittels Schneidbrenner und ablöschen in Öl.
c) Gießen in Naßgußsand.

Das erzeugte etwa folgende Härten:
Brinnellhärte: 287 kg/mm²
Brinnellhärte der weißen Nocke: 520 kg/mm²

Danke an Herrn Piwowarski und sein unvergessenes Großwerk:
Hochwertiges Gußeisen: seine Eigenschaften und die physikalische Metallurgie ..., Band I, Berlin, 1942"

Wiki ist das Eine, Google das Andere und ein Fachbuch ist noch eine ganz andere Hausnummer.
Wissen ist aber eben noch was ganz anderes.


Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
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Stefan

Zitat von: cledrera am 21 Oktober 2015, 20:17:45
Brinnellhärte der weißen Nocke: 520 kg/mm²

Wenn die weiße Nocke derart hart ist , dann hast Du zviel Gelatine genommen.

Stefan B(ocuse)
The evil is always and everywhere!

rolf

Hmmmh....naja.... :)....aber was hat das mit der vorliegenden NW zu tun?

cledrera

Zitat...aber was hat das mit der vorliegenden NW zu tun?

Falls die Nockenwelle einen Ermüdungsbruch aufgewiesen hätte, wäre dieser vielleicht nachvollziehbarer gewesen.
Für den vorliegenden Fall "Spaltbruch", was feststeht, bleibt mein Interesse an der Fertigungsweise der Nockenwellen unserer Einzylinder.
Das sind immerhin Teile, die durchaus 60 Jahre Betrieb ausgehalten haben bzw. noch aushalten.
Wie so etwas hergestellt wurde, finde ich einfach spannend. Verlässliche Informationen zu finden, ist schwierig.
Eine Serie von Härteprüfung anhand einer defekten Nockenwelle hätte da gewiß Informationen geliefert.

Mein Verdacht geht jedenfalls dahin, dass die Nockenwellen, tatsächlich so gegossen wurden, dass an den Lager- und Nockenstellen schon nach Guss höhere Härten bestanden als an den anderen Außenflächen der Nockenwelle. Dann mussten "nur" noch Lager- und Nockenstellen entgratet, geschliffen und poliert werden.
Das ist aber nur eine Vermutung.
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Stefan

Ermüdungs- und Spaltbruch sind keine Gegensätze. Ersterer sagt, warum das Teil gebrochen ist, letzterer ist eine Bezeichnung des Wie. D.h. ein Ermüdungsbruch kann sich als Spaltbruch als auch Gleitbruch ausbilden.

Womit wurde der Spaltbruch diagnostiziert, hast Du Mikroskopbilder? Den Sprödbruch kann man auf den Fotos erkennen.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

cledrera

Ja, hab ich schon auf Heiko`s Frage geschrieben.
Die liegen zu meiner rechten Hand unter der Nockenwelle.
Sind mit einem REM gemacht.
Bitte etwas Geduld; habe viel zu arbeiten.

Aber by the way:
Deine Erläuterung, Stefan, weshalb die Nockenwelle genau da brechen musste, ist richtig.
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cledrera

"Wir haben die Bruchfläche im Rasterelektronenmikroskop untersucht:
Bei dem Bruch handelt es sich um einen spröden Gewaltbruch. So konnten auf der Bruchfläche körnige Bruchflächenanteile sowie Spaltbruch festgestellt werden.
Hinweise auf einen Ermüdungsbruch bzw. Schwingbruch konnten auf der Bruchfläche nicht ermittelt werden."
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Stefan

Und wie gehts jetzt weiter? Diese Analyse war ja zu erwarten. Die Welle ist nicht dahin konstruiert worden, das Moment auszuhalten, das wirkt, wenn die Kette zwischen Gehäuse und Kettenrad durchgezogen wird.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

cledrera

Ich suche noch nach einer Möglichkeit, Härteprüfungen kostengünstig durchführen zu lassen.
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Heiko

#136
Zitat von: cledrera am 22 Oktober 2015, 13:29:52
Mein Verdacht geht jedenfalls dahin, dass die Nockenwellen, tatsächlich so gegossen wurden, dass an den Lager- und Nockenstellen schon nach Guss höhere Härten bestanden als an den anderen Außenflächen der Nockenwelle. Dann mussten "nur" noch Lager- und Nockenstellen entgratet, geschliffen und poliert werden.
Das ist aber nur eine Vermutung.

Spannend!  ;D
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cledrera

Grmmpfl,
(der vera..t mich doch  :P:-*
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Kraftei

Heyhey liebe Forengemeinde
Ja, nach über einem halben Jahr melde ich mich auch mal wieder. Warum? Ganz einfach die R26 blockiert die Hebebühne und ich will das Teil nur komplett runterfahren. Nachdem ich mir ein neues Lagerschild und eine Nockenwelle besorgen konnte habe ich nun alles wieder soweit zusammen gebaut. Heute mittag hab ich nach ca. 20 Anläufen auch das Kettenschloss in die Steuerkette bekommen.....  Wer hat sich das den ausgedacht?

Jetzt verunsichert mich gerade nur das ich nach dem aufschrauben des voderen Motordeckels (LIMA Seite) die KW an der Schwungscheibe nicht mehr von Hand durchdrehen kann. Ist das normal? vermtl. liegt der Entlüfter am Gehäuse an vermute ich jetzt einfach mal den als ich die Schrauben angezogen habe wars vorbei.

LG aus dem verregneten Oberschwaben
Markus

Heiko

Hi,

vermutlich Nockenwellenritzel nicht weit genug aufgepresst.  ;)


Heiko
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cledrera

Ein Klassiker!

PS: Wenn du das Kettenschloss in einem Anlauf draufbringen willst, bieg Dir aus einem dünnen Stück Blech einen Kettenschlosshalter.
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guest474

Nix Kettenschloßhalter. Das machen nur RA ;D

Einfach einen Kabelbinder nehmen.

Manfred

Kraftei

Ach wie herrlich und ich denk mir noch so...... Ach ist der BMW doch einfach im Verhältnis zum Ultramax antrieb. Das war dann wohl die Rache..... Heißt ja ich kan ALLES wieder auseinandernehmen denn KW Ritzel und Nockenwellenritzel sollen ja fluchten........ GEEEEIL :schrauber:

FietePF

Das wird schon, nach dem Motto "nicht zur Strafe, nur zur Übung"  ;D

guest474

Murks wird sofort bestraft ;D

Manfred

Fastnachter

Ich mess das sogar an mehreren Punkten mim Tiefenmessschieber...

Gruß

Jan.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

† Oldtimerfahrer

Moin Jan,
das: 
Zitat von: Manfred250 am 31 Juli 2016, 22:04:59
Murks
braucht man nun wirklich nicht mit dem Tiefenmesser messen.
Einfach nur schauen!  ;)

Gruß Rudi
2011 Schottland I 2012 Großglockner-Hochalpenstraße I 2013 Schottland I 2014 Lettland/Litauen I 2017 Südengland

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