Kolbenklemmer bei 12/100 Spiel

Begonnen von professor buxus, 08 Juni 2014, 21:24:52

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Rütz

Aus Sicht des Pleuels ist es immer die gleiche Seite, aber aus Sicht des Motorgehäuses (da liegen die Prismen) nicht.
Weil das Pleuel einmal schräg nach rechts und einmal schräg nach links steht.
Zwei Fehler, die sich im ersten Fall evtl. gegenseitig aufheben, werden so im zweiten Fall sichtbar (oder umgekehrt).
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

Rütz

I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

4Taktix

ich habe auch Schwierigkeiten, sowas "geometrisch in den Kopf" zu bekommen,
und da der Mensch bekanntermaßen ein "Augentier" ist, braucht er eine Visualisierung - was zum Gucken!
Hab' da 'was gefunden - ist zwar ein "Doppeleinzylinder" - aber es veranschaulicht sehr schön,
was man alles wie messen kann an einer Kurbelwelle und Pleueln, vielleicht hilft's ja auch in diesem Fall.

Gruß, Sascha
Think outside the box !

professor buxus

#182
Kleiner Bericht zur Lage meiner R27:

Nach einigen "Irrungen und Wirrungen" ist die Kurbelwelle meiner R27 nun bei Kexel gelandet. Der hat nun endlich was gefunden und sowohl das Radial- wie auch das Axialspiel als zu gering empfunden.
Hat jetzt den Hubzapfen überschliffen und Rollen mit Übermaß eingebau. Zudem noch das Pleul beschichtet. Er hat wohl schon häufiger erlebt, dass der Pleufuß an der Wange scheuert und da ist dann ja die Beschichtung von Vorteil.
Bezüglich Pleulfuß ist jetzt alles in Ordnung:
Radialspiel: knapp 2/100
Axialspiel: 2/10
Aaaaaaber schaut Euch mal den Schlag an:




Die Welle geht natürlich zurück!

Ich glaube Bernd ist mit seiner R27 eher fertig als ich!      ;D

Gruß Buxus

Ach so, noch was vergessen: Peter 63 hat festgestellt, das die Dichtfläche des Motorgehäuses für den Zylinder nicht mit der Längsachse der Kurbelwelle fluchtet. Und zwar ist das Gehäuse in Fahrtrichtung vorn um 6/100 "eingefallen".
Dieser Fehler wurde beseitigt. Dank Dir noch mal dafür, Peter!   :respekt:

Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

guest474

Also Prof. Dr. Buxus,
die Idee ist gut mit dem Messen
ABBBer: Die Idee mit den beiden Maulschlüssel halte ich als Fehlerquelle.
2 geschliffene Prismen hast Du nicht? Und eine Richtplatte als Unterlage?
Meine habe ich in der Bucht geschossen.
Die Primen kann ich Dir schicken. Als Richtplatte würde auch eine dicke Glasplatte gehen.

Manfred

berndr253

Hallo Manfred,

meiner Ansicht nach gibts bei der von Buxus konzipierten Prüfeinrichtung kaum was zu bemängeln. Der Fehler ist reproduzierbar, hier braucht es keine geschliffenen Prismen - eine Abweichung vom Sollwert ist und bleibt eine Abweichung.
Wir können das gern hier bei mir in Dortmund mal kontrollieren - wird aber sicher kein anderes Ergebnis bringen

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

professor buxus

#185
Nabend Manfred,

die Schlüssel habe ich erstmal an den Flanken "schraubstocktauglich" angeschliffen.
Dann habe ich es mit der Wasserwaage so austariert, dass die Welle in Waage ist.
Selbst wenn es mit Prismen genauer ist, die Abweichung ist derart groß und sehr genau abzulesen, dass das Teil in jedem Fall nach Kexel zurück geht.
Mal sehen, was der dazu sagt.

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

mekgyver

#186
Quick and dirty, mal eben einen Eingangstest gemacht  :applaus:

Dabei geht es ja nicht um den genauen Wert, dafür sind die Prismen gut.
Das kann man übrigens auch ganz gut zwischen den Spitzen einer Drehbank machen.

Nachdem Tim eine hubverlängerte Welle bei UliS bestellt hatte,
bauten wir diese ein, um später festzustellen, dass eine Standartwelle geliefert wurde  ::)
Hätten wir einen Eingangstest gemacht, hätte eine Wellenmontage eingespart werden können.

Frage an die Spezialisten : Welcher Fluchtfehler bei der Kurbelwelle ist hier mimimal zulässig ?

Gut gemacht Buxxus !

Gruß mek  :schrauber:
... 73er-Gang

Hugo

Hallo
zum Film: geht schon so, ist ne einfache Methode, aber! die andere Seite (Hubzapfen) muss auf Null laufen, sonst ist das Spiel nicht richtig gemessen,
Hast du die KW auf deinen Maulschlüsseln nach der anderen Seite ausgerichtet ?

zum Messen auf Drehbank zw. Spitzen, wird zwar gern gemacht, ist aber mit Fehlern behaftet, geht zwar mit der BMW-Welle, weil genug Eigenstabilität vorhanden ist, aber bei anderen Wellen mit dünnen Achsen, Bsp. Horex oder Jap, Engländer usw. da verbiegen sich die Wellen bzw. die Hubscheiben hängen durch, weil die Hubscheiben viel zu schwer sind, meine größte gemessene hatte über 23cm im Durchmesser (500er jap), könnt euch vorstellen was das Teil wiegt
an Idealsten ist immer die Auflage auf den Achsschenkeln, wo auch die Lager sitzen

Gruß Hugo

berndr253

#188
Die Art und Weise wie Buxus den Schlag gemessen hat ist vollkommen ok - das Messen zwischen den Spitzen in der Drehbank ist viel zu ungenau. Es ist klar, dass die Welle dort gelagert werden muss wo die Hauptlager liegen.

Der Schlag der Welle ist indiskutabel viel zu groß -  da gibts überhaupt nichts zu diskutieren.

Bernd
Leben und Leben lassen

mekgyver

#189
@ Hugo : die andere Seite muss Null sein, weil er keine andere Fläche zur Auflage hat, als die Lagerfläche.

@ Bernd : warum soll eine Messung auf der Drehbank ungenau sein ?
                 Es gibt spezielle Wellenmessbänke, die sehen wie kleine Drehbänke aus, nur ohne motorischen Antrieb.
                 Einfach eine feststehende Spitze uund eine bewegliche Spitze auf einem Bett, wie auf einer Drehbank.

mek
... 73er-Gang

berndr253

Weil die Welle für den sicheren Lauf unter leichter Spannung zwischen den Spitzen stehen muss UND weil die Lager der Drehbank auch Lagerluft haben.
Die von Buxus gewählte Methode ist die einzig wirklich korrekte Methode den Wellenschlag zu messen - die Welle die wir von Ulismotorradladen bekommen hatten hatte einen Schlag von 0,02 mm - und zwar am Ende des langen Kurbelzapfens.
Der Ausschlag der Uhr zeigt hier auch deutlich, dass man den Schlag mit einigen gezielten Schlägen wieder raus bekommt. Bei einem Versatz des Ausschlags um 90° sähe das ganz anders aus.

Bernd
Leben und Leben lassen

professor buxus

@ Hugo: Die Welle ist einfach nur in Waage.
Und zwar deshalb weil sie sonst zu wandern anfängt während sie gedreht wird.
Der gemessene Schlag gilt ja nur für eine bestimmte Stelle.
Je weiter ich nach Aussen gehe um so größer wird der Schlag.
Ich messe hier die größte Differenz zwischen zwei gegenüberliegenden Punkten.
Ich meine, dass reicht aus um sagen zu können dass das Teil in diesem Zustand murks ist.

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

guest474

Buxus, ich will Dir ja keine Angst machen. Aber wie sehen die restlichen Arbeiten aus, wenn schon hier gemurkst wurde?

Manfred

professor buxus

Wie ich schrub:

Bezüglich Pleulfuß ist jetzt alles in Ordnung:
Radialspiel: knapp 2/100
Axialspiel: 2/10

An Sonsten kann ich mich über den Service von Kexel nicht beklagen.
Die Arbeiten waren innerhalb einer guten Woche fertig, zwischendurch hat er zwei Mal angerufen um "Die Sache" mit mir zu besprechen.
Ich vermute mal: Der hat das schilcht und einfach vergessen!

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

professor buxus

#194
Zitat von: mekgyver am 01 März 2015, 19:00:35
Frage an die Spezialisten : Welcher Fluchtfehler bei der Kurbelwelle ist hier mimimal zulässig ?


Laut Reparaturanweisung: 2 Hundertstel, gemessen am Wellenzapfen aussen, gestützt an den Hauptlagerstellen.

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

Stefan

Zitat von: berndr253 am 01 März 2015, 19:17:04
... das Messen zwischen den Spitzen in der Drehbank ist viel zu ungenau...

Zudem kann niemand sagen, wie oft die Zentrierbohrungen in den letzten 60 Jahren vergewaltigt wurden.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Stefan

Zitat von: professor buxus am 01 März 2015, 21:39:52
Laut Reparaturanweisung: 2 Hunderstel, gemessen am Wellenzapfen aussen, gestützt an den Hauptlagerstellen.

Gruß Buxus

Mek fragte nach dem zulässigen Minimalspiel, das wird eher 0,000 sein.  :prost:
The evil is always and everywhere!

professor buxus

Das stimmt, ist mir auch aufgefallen!
Ich bin einfach zu höflich!    ;D
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

hannes55

Ach so, noch was vergessen: Peter 63 hat festgestellt, das die Dichtfläche des Motorgehäuses für den Zylinder nicht mit der Längsachse der Kurbelwelle fluchtet. Und zwar ist das Gehäuse in Fahrtrichtung vorn um 6/100 "eingefallen".
Dieser Fehler wurde beseitigt. Dank Dir noch mal dafür, Peter!   :respekt:
[/quote]

Da sagste was...

da hab ich mir ja noch nie groß Gedanken über gemacht... :spinnt:, aber

logisch - auch in jedem Motor- oder Getriebeblock warten nach ca. 60 Jahren Überraschungen!

Undichte Motoren, immer mal wieder unerklärliche Kolbenklemmer, etc...

man sollte bei einenem "zugelaufenem" Motorblock vor dem Zusammenbau mehr überprüfen:

Dichtflächen nicht nur auf Planheit, auch auf Parallelität, Lagergasse nicht nur auf Rundheit,

auch auf Rechtwinklichkeit zum Block, grade bei den Boxern. Aber wie man letzteres mit

"Hausmitteln" hinkriegen kann, weiß ich im Moment nicht. Wo find ich bei einem altem

Block, den ich nicht kenne, eine saubere Bezugskante?

Gruß, Hannes

Was dann?!

guest474

Fa. Rabenbauer hat meinen / 7Motorblock in einer Aufspannung ( damit sind beide Dichtflächen gleich weit von einer gedachten senkrechtlinie ) die Flächen plan gefräst.
Beim Einzylinderblock wird ein Stück passendes, bearbeitetes  Rundmaterial in die Kugellageraufnahme gesteckt, alles parallel asugerichtet und dann die Zylinderauflagefläche bearbeitet.
Bei mir waren es 2/10
Manfred

professor buxus

Zitat von: Manfred250 am 02 März 2015, 05:57:12

Bei mir waren es 2/10
:o

Bezogen auf die Länge der Dichtfläche für den Zylinder oder bezogen auf die gesamte Länge des Blocks?

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

guest474

Bezogen auf die Dichtfläche.

Manfred

professor buxus

#202
Moin Manfred,

das ist ja ein Ding! Und vorher muss der Motor ja so gelaufen sein!
Wenn dann da, ohne das zu beheben, eine neue Welle reinkommt gibt´s Probleme.
O-Ton "Rath-Motorentechnik": "Bauste in einen Lanz ein neues Teil ein, schon läuft er nicht mehr!"

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

Stefan

The evil is always and everywhere!

Rütz

#204
Zitat von: hannes55 am 02 März 2015, 01:20:34
Aber wie man letzteres mit
"Hausmitteln" hinkriegen kann, weiß ich im Moment nicht. Wo find ich bei einem altem
Block, den ich nicht kenne, eine saubere Bezugskante?
Bei den Einzylindern soll die Dichtfläche des Steuerkastens eine (und die einzige) sehr verläßliche Bezugsfläche sein, auch bei verzogenen Gehäusen.
Ein Haarlineal (sorry, sorry, was verzapfe ich wieder für einen Mist) Haarwinkel von dort auf die Zylinderflanschfläche offenbart mit rel. einfachen Mitteln, ob Probleme zu erwarten sind.
(Empfehlung von Fa. R. aus W.)
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

guest474

ZitatEin Haarlineal von dort auf die Zylinderflanschfläche offenbart mit rel. einfachen Mitteln, ob Probleme zu erwarten sind.

Geht natürlich auch. Und schneller. Egal. die Kugellageraufnahme/Motorgehäuse habe ich nun.

Die Boxermotoren fallen bei den Zylinderflächen hinten, als Schwungscheibe ein.
Manfred

professor buxus

Hmmm...  mal wieder für "Nichtmetaller":
Dichtfläche Zylinder: waagerecht,
Dichtfläche Steuerkastendeckel: senkrecht!

Ein Haarlineal von dort auf die Zylinderflanschfläche  - wie geht das ???

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

berndr253

Wenn Du ein Einzylindergehäuse auf dem Frästisch/Bohrwerk auf der Stirndeckelseite aufspannst kannst Du die Bohrung für die Kurbel- und Nockenwelle in einer Aufspannung parallel zueinander machen. Diese Bohrungen sind zwingend in einer Aufspannung auszuführen - umspannen - auch auf einer 5-achsigen CNC-Fräsmaschine führt in 90% aller Fälle zu Fehlern.
Mit einer Meßuhr ausgerüstet ists dann auch möglich die Fläche auf der der Zylinder exakt rechtwinklig zur KW sitzen muss auszumessen. Wenn Du nun das Gehäuse auf der Fläche auf der die Ölwanne sitzt auf den Frästisch aufspannst und so ausrichtest, dass sich mit der Meßuhr die gleiche Abweichung der Zylinderauflagefläche einstellt kannst du diese im Anschluß plan fräsen.

Bernd
Leben und Leben lassen

Fastnachter

Buxus ich habs auch noch nicht verstanden... ;-)
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

Rütz

Zitat von: professor buxus am 03 März 2015, 20:44:24
Ein Haarlineal von dort auf die Zylinderflanschfläche  - wie geht das ???
Zitat von: Fastnachter am 04 März 2015, 07:50:10
Buxus ich habs auch noch nicht verstanden... ;-)
Gut aufgepaßt, war auch nicht logisch. :-*
Wie das so ist..., man denkt "Winkel", will auch "Winkel" schrieben, schreibt erstmal "Haar..", und schon denkt die Versatzstückabteilung im Kleinhirn: Ah, kenn' ich, schreib' ich dir fertig, kannst schon mal weiterdenken... ;D
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

Hauptmenü

Anleitungen & Bücher Baureihe Specials Startseite Vergleichsliste

Presse & Wissen

Bauzeiten & Stückzahlen Historisches Liste der BMW Modelle Presseberichte Prospekte & Plakate

Foren & Literatur

Bildergalerie Bildtafel-Suche Forum: Boxerforum Handbücher Servicedaten

Allgemeine Infos

Bildtafelsuche Glossar Impressum Kontakt Sitemap

Tipps & Service

Dienstleister Händler Märkte & Museen Tipps Verschleißteile & Werkzeuge