Drama beim Abbau des Zylinders

Begonnen von KarstenK, 24 November 2023, 16:18:29

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RTwenty7

Einmal ordentlich, tut nur einmal weh. Mensch und Maschine haben dann lange Freude :thumbsup:
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Amir

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KarstenK

So, Kopf und Zylinder sind jetzt beim Instandsetzer. Natürlich hatte ich den Kolben zu Hause gelassen, ich Blöd  >:( . Aber der ist jetzt auch unterwegs.
Noch eine Frage zur Ölversorgung im ZK: das Öl kommt ja von unten durch das Rohr im Zylinder und sollte dann durch die Bohrungen im ZK weitergeleitet werden. Aber die Bohrungen sind bei mir dicht. Sollten die nicht im Bolzenschacht münden?

strichzwojan

Die Stelle setzt sich gerne mit Dreck (Ölkohle) zu. Dann entstehen heftige Schäden an den Kipphebeln, den Stösseln, der Nockenwelle, was ich selbst erlebt habe.
Test ist einfach: Das jeweilige Loche an der Zylinderkopfdichtfläche zuhalten und oben beim Ständer (wo der Kipphebel aufliegt) reinpusten. Ein- und Auslassseite genau gegeneinander vergleichen. Ist auf einer Seite mehr Widerstand?

Kopf entfetten und auf der Herdplatte langsam erwärmen. Es wird trotzdem stinken und rauchen... bei ca. 160 bis 180 Grad Celsius runternehmen und mit einer Zange die Ständerhülsen aus dem Kopf ziehen / drehen. Dann sieht man meist schon die Bescherung .
Die Ständer haben unten eine Lochbohrung und eine eingedrehte Nut. Alles gründlich saubermachen und die Löcher in der "Ölbanane" mit einem 4mm Bohrer freiräumen, was mit der Hand geht.
Wenn der Kopf eh beim Instandsetzer ist, dann sollte er das eigentlich wissen und machen. Eine nachträgliche Kontrolle ist aber angeraten.

Jan 

CowBoy

Zitat von: strichzwojan am 28 November 2023, 09:26:03bei ca. 160 bis 180 Grad Celsius runternehmen und mit einer Zange die Ständerhülsen aus dem Kopf ziehen / drehen.

Ein wenig wärmer kann es schon sein: 250°C steht in der Literatur.

Zitat von: strichzwojan am 28 November 2023, 09:26:03Wenn der Kopf eh beim Instandsetzer ist, dann sollte er das eigentlich wissen und machen. Eine nachträgliche Kontrolle ist aber angeraten.

Das halte ich für nahezu ausgeschlossen, wenn es nicht ein Instandsetzer ist, der jeden 2. Tag BMW-Einzylinder-Köpfe macht.
Beim Boxer z.B. ist der Schmierölverlauf komplett anders...
Und der Ausbau der Ständerhülsen müsste im Sinne einer ordnungsgemäßen Reparaturabwicklung auch explizit beauftragt werden.
Wenn der Kopf mit den Worten "mach den mal wieder gut" abgegeben wird und der sorgfältige Instandsetzer
dann Sitzringe, Führungen und Ständerhülsen ausbaut, die Kalotte zuschweißt, ausdreht und Langgewinde für Zündkerze schneidet,
das Auspuffgewinde aufschweißt und neu schneidet, den Kopf stahlt und mit neuen Führungen, Sitzen und Ständerhülsen versieht
und neue Ventile, Federn, Keile und Teller einbaut und dann dafür 500€ aufruft, gibt es lange Gesichter...

Dichtfläche für Zylinderkopf- und Ventildeckeldichtung planen habe ich noch vergessen.

Bei einem heute üblichen Lohnstundenverrechnungssatz von 80-100€ muß er auch noch zügig arbeiten.

Also am Besten gleich bei Auftragsvergabe festlegen, was alles gemacht werden soll,
damit es keine bösen Überraschungen gibt. Sowohl das zu viel gemacht wird und es unnötig teuer wird,
als auch um zu verhindern, dass nur halbe Arbeit abgeliefert wird.


strichzwojan

Wer seinen Kopf mit der "Cowboy-Methode" behandeln will, der kann das gerne tun. Aber wenn BMW für das Herausklopfen der Ventilführungen 180 Grad angibt, dann sehe ich keinen Grund, an dieser Stelle weiter hochzuheizen. Ich bin sogar mit dem Pyrometer zugange gewesen, aus Materialschonungsgründen.
Wie schnell Alu sein Gefüge bei Hitze verändert und weich wird, habe ich dann absichtlich an der Alu-Ventildeckeldichtung mit dem Propanbrenner provoziert. Am Kopf selbst will ich das nicht haben.

CowBoy

Zitat von: strichzwojan am 28 November 2023, 11:42:02Aber wenn BMW für das Herausklopfen der Ventilführungen 180 Grad angibt, dann sehe ich keinen Grund, an dieser Stelle weiter hochzuheizen. Ich bin sogar mit dem Pyrometer zugange gewesen, aus Materialschonungsgründen.

Geht es jetzt um die Ventilführungen oder die Ständerhülsen?
Woher stammen die 180°C? Meine Unterlagen sprechen - für die Ständerhülsen - von 250°C
(Service Information Motor Nr./67)
Und das mit dem Pyrometer ist kein überflüssiger Luxus, guter Hinweis!

Ständerhülsen.jpg

Hodima

na ja, Hinwiese auf 180 Grad lassen sich schon finden

Zustände Hxxx gelten für alle nicht aushärtbaren, umgeformten Aluminium Werkstoffe (Legierungsreihen EN AW 1xxx,  5xxx). Für Aluminium Gussplatten aus naturharten Aluminium Legierungen gelten die Zustände Hxxx nicht. Werkstoffe in diesem Zustand können durch eine Wärmebehandlung keine weitere Festigkeitssteigerung erfahren. Werkstoffe im Zustand Hxxx sind thermisch unkritisch und können dauerhaft mit Temperaturen bis ca. 120° C belastet werden, kurzzeitig (ca. 4 – 6 h) auch bis ca. 180° C. Danach kann eine schleichende Rekristallisation (Gefügeveränderung) einsetzen.
wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

Anulu

Ist doch alles kein Trick. Das muss gar nicht so heiss werden.
Kopf auf eine Einzelkochplatte ( gehört mM nach in jede Werkstatt), langsam erhitzen bis Spuckheiss, die Ständerhülse am Ende mit dem Schraubstock greifen und den ganzen Kopf mit Links / rechts Bewegung und etwas Zug bewegen. ,,Iku, Iku-> Plopp" nächste...
Dauert 20 Minuten inkl. erhitzen.
Makier die Hülsen und Kopf vorher ( anreissen)  dann ist die passende Hülse an der passenden Stelle mit der passenden Tiefe wieder im Kopf.
Ich würd auch noch vorher auf dem Ceranfeld prüfen ob alle Hülsen gleich hoch sind.


Gruss
Gruß Manuel



Rock or Bust!

rolf


Anulu

hAB bEIM bESTEN gELERNT

Ich glaub das hast du mir sogar mal gesagt, das das so am besten geht?

Gruß und Kuss
Gruß Manuel



Rock or Bust!

rolf

mag angehen...hier meinte ich die Lautmalerei

Heiko

Iku iku.. bekannt aus den Werner Comics.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

KarstenK

 :kaffee: ;D   :thumbsup:
iku iku plopp - das kachelt- das muss ich ausprobieren... hehehe

Anulu

Ne das kachelt nicht, das KESSELT!



Ok... mit ie




Fahr ja aber auch nur einen ,98er Opel Astra und keinen ,98er Regency.
Gruß Manuel



Rock or Bust!

Guzzi Fuzzi

Zitat von: Anulu am 28 November 2023, 13:23:36Ist doch alles kein Trick. Das muss gar nicht so heiss werden.
Kopf auf eine Einzelkochplatte ( gehört mM nach in jede Werkstatt), langsam erhitzen bis Spuckheiss, die Ständerhülse am Ende mit dem Schraubstock greifen und den ganzen Kopf mit Links / rechts Bewegung und etwas Zug bewegen. ,,Iku, Iku-> Plopp" nächste...
Dauert 20 Minuten inkl. erhitzen.
Makier die Hülsen und Kopf vorher ( anreissen)  dann ist die passende Hülse an der passenden Stelle mit der passenden Tiefe wieder im Kopf.
Ich würd auch noch vorher auf dem Ceranfeld prüfen ob alle Hülsen gleich hoch sind.


Gruss

Das klappt bei den /3er Köpfen, die sitzen nicht so fest. Bei den /2er Köpfen hat das bei mir nie funktioniert, die saßen immer bobenfest. Ich bin da auch schon auf 220 bis 240 Grad rauf. Ich lasse aber die Ventile mit Federn drin. Mir ist schon passiert, dass bei 250 Grad ein Ring rausgefallen ist. Ich habe ein Werkzeug dass dann die Hülse zieht, nix klopfen oder gewaltsam drehen. Man muss mächtig aufpassen das Alu schmiert bei den enormen Hitze. Aber wenn die Bohrungen zu sind müssen die raus sonst ist keine Schmierung da. 
Servus aus Bayern, Alex

Anulu

Hat /2 andere Passungen oder Ständerhülsen?
Bei mir gings wie beschrieben wie von allein. Und so dichtgerotzt wie die waren, waren die auch noch nicht raus.
Gruß Manuel



Rock or Bust!

Kees

Zitat von: Guzzi Fuzzi am 04 Dezember 2023, 12:17:08Aber wenn die Bohrungen zu sind müssen die raus sonst ist keine Schmierung da. 
Aber, die /2 hat die Öl Lieferung durch die Ölrohrchen, da geht nichts durch die Kopfschraubenstutzen durch.

Nur wann man gestrahlt hat muss man aufpassen das da kein Strahlmittel zuruck geblieben ist. 

rolf

und deswegen dürfen die auch so fest sitzen

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