Tachoanzeige überprüfen

Begonnen von emm, 11 Januar 2005, 13:37:06

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emm

Ich habe eine einfache Methode gefunden, um die Genauigkeit der Geschwindigkeitsanzeige eines Tachos zu überprüfen.

Den Tacho mit einem Akkuschrauber/regelbaren Bohrmaschine über die serienmäßige Tachowelle antreiben. Die Anzeige sollte irgendwo im oberen Drittel liegen; auf jeden Fall merken/notieren. Dann wird irgendwann die km-Anzeige einen weiter drehen. Jetzt die Sekunden stoppen, bis die Anzeige wieder einen weiterdreht. Sekunden aufschreiben.

Die Rechnung geht so:
Angenommen die Anzeige hat 54 sec bis zum nächsten Überschlag gebraucht; 54 sec entsprechen also 1000 m.
1000 m / 54 sec = 18.5 m/s oder auch, 18.5 m/s x 3.6 = 66.7 km/h.

Mein kleiner VDO hat dabei 64 km/h angezeigt, er geht also sogar etwas nach.

Gruß
Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

emm


Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

rolf

lass das doch in tipps+tricks setzen (guckt zwar kein Schwein, aber trotzdem, Archiv!)

Heiko

....

gut, dass ich kein Schwein bin....

Heiko  ;D
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

† Hirsch666

Hallo Emm

Ich finde auch, der Text sollte als Hilfe in die Tips aufgenommen werden. :applaus:
Gerade solche Kleinigkeiten machen einem doch das Leben leichter. Und die Tips lesen mehr als Rolf denkt. Ich fand die Hilfe zur Satteldeckenbespannung z.B. sehr hilfreich.
Gruß
Hirsch666 :bike:
Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich gehört habe was ich sage?!

sjeuf12

Markus,
very simple, very nice, very neat...compliments  :respekt:

May I use this to write a nice article (with pictures) on this subject for our bi-monthly magazine?

regards,
Ser

emm

Hi Ser,

sure! Of cause you can do that! (And I'd be delighted (and a littel bit proud) to read about my little tricks in a dutch magazine  :D ).

Kind regards
Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

F.-M.

Hi,
eine interessante Art den Tacho zu kalibrieren. Da es an der Werkbank abläuft ist es sehr bequem und genau. Wenn die Zeitspanne der Messung verlängert wird erhöht sich durch Reduzierung des Messfehlers natürlich auch die Genauigkeit.
Um jedoch an der Motorradseite die Wegdrehzahl, z.B. bei der 25/3 Soloübersetzung W=1 zu prüfen möchte ich folgende Überprüfungsmöglichkeit beschreiben, die ich schon mehrfach durchgeführt habe.

Eine zu verwendende Meßstrecke von genau 10 m ausmessen.
Die Tachowelle aus dem getriebeseitigem Tachoantreieb ausbauen.
Auf den Tachwellenantrieb des Getriebes eine kleine feststehende Gradscheibe fixieren.
In den Tachoantrieb einen Schweißdraht mit angefeilten Vierkant stecken, der auf der Gradscheibe zu 90 Grad gebogen als Zeiger dient.
Das Motorrad die Meßstrecke schieben und die Umdrehungen zählen.

W=1 entsp. 10 m = 10 Umdrehungen.

Und je nach Bereifung sind dieses mal 9,7 oder 10,1 usw.
Also wer seinen Tacho einstellen möchte, sollte auch unbedingt die Antriebsseite beachten.

Gruß F.-M.

sjeuf12

Hi,
yes a good idea and I perhaps have a usefull tool for that.
If you look at our dutch site http://www.bmw-mono-club.nl/ at the bottom of the main-home page you will find two files:




Normally the cd-player is used as a tool to setup crank- and camshaft distribution, but it is also a degree dish that perhaps can be used to calibrate the tacho.

But what do you do with the information you calculate.
Say you have a tacho that says w=1 and you now find w=1.1
This 10% difference can be used by a difference in tire diameter (although 10% is a bit much) or a different final-drive

That means that your tacho now shows an error of 10%.
Nice to know, but how do you compensate for that? A new tacho dial perhaps?

Ser

rolf

I would be happy to have a 25/3 that have a topspeed of 123 Kmh ::)

guest76

Hallo Markus, hallo Leute,

also Markus, ich fürchte, Deine Methode funktioniert nicht: Du kannst grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass der km-Zähler richtig arbeitet.
Du weißt nicht, ob der Kilometer, den der Tacho zählt, auch wirklich ein Kilometer ist und nicht 950 Meter oder wieviel auch immer.

Außerdem hat F.-M. völlig recht: Du musst auch prüfen, ob der Antrieb des Tachos überhaupt richtig läuft, was wiederum vom aufgezogenen Hinterreifen abhängig ist (ein 3.50er führt zu einer längeren Endübersetzung als 3.25er, was aber weder das Getriebe noch der Tacho wissen können).

Die einzig vernünftige und zudem einfachste Methode zur Tachokontrolle ist eine vergeichende GPS-Messung während der Fahrt - wenn man ein solches Gerät hat. Sonst die altbewährte Technik: km-Markierungen an der Autobahn und Stoppuhr.

Gruß

Hans

Wolfgang

Hi,

ich machs schon auch gerne mit dem GPS. Das zeigt einem zum einen die Geschwindigkeit sehr exakt an und zum anderen hats ja auch noch nen Kilometerzähler mit drin. Wenn das Moped läuft ist dies wohl die einfachste Möglichkeit.

Wolfgang

emm

Zitat von: Hans am 15 Januar 2005, 12:45:01
Hallo Markus, hallo Leute,

also Markus, ich fürchte, Deine Methode funktioniert nicht: Du kannst grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass der km-Zähler richtig arbeitet.
Du weißt nicht, ob der Kilometer, den der Tacho zählt, auch wirklich ein Kilometer ist und nicht 950 Meter oder wieviel auch immer.



Sorry, Hans, doch, das kann ich.

Der aufgezogene Hinterreifen und damit die tatsächlich zurückgelegte Wegstrecke pro Radumdrehung, eine eventuell andere Winkeltrieb-Übersetzung oder die Wegdrehzahl des Tachoantriebs geht den Tacho selbst als Fehlerquelle nichts an!

Wenn mein Tacho mit der über die Zahnräder festgelegten Wegdrehzahl 1.0 (die man am ausgebauten Tacho auch überprüfen kann, wenn man sich nicht sicher ist, indem man den Tacho mit z.B. 1.0 eine Minute lang mit 1000 1/min antreibt, dann sollte der eine Kilometer durch sein. Anders wird beim Tachodienst der Tacho auch nicht kallibriert!) mit der Tachowellen-Umrehungszahl für 60 km/h angetrieben wird, dann zählt das km-Werk nach einer Minute einen km weiter. Und wenn dazu die Tachonadel etwas anderes als 60 km/h anzeigt, dann stimmt das Magnetfeld der Glocke nicht und muß (dann natürlich vom Tachodienst) nachjustiert werden.

Aber du hast natürlich Recht, die Genauigkeit des Gesamtsystems Tacho + Antrieb + Reifengröße läßt sich am besten durch eine Geschwindigkeitsmessung überprüfen.

Gruß
Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

† odeon8

Zitat von: rolf am 14 Januar 2005, 09:57:41
I would be happy to have a 25/3 that have a topspeed of 123 Kmh ::)

Hi Rolf,

there is absolutely no problem getting this R25/3 with 123 km per hour -
just look here:


There are 2 reasons for doing that:
1. My Wegdrehzahl is about 0,75 because of the R75/5 rear drive
2. The expected power with the supercharger will be more than 30 hp
   so the tacho does not need to be replaced !   ;D

Thomas

PS: The digital RPM Meter shown on the picture reaches up to 10000 U/min,
      so it is well prepared for any future tuning actions.....  ;)
HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

rolf


Heiko

... den brauchst Du bei der R 4 nicht, es sei denn es ist ne Richterskala für Erschütterungen...  ;D

Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

isie

#15
Hallo,

als Indiz ist Markus´ Methode sicher ok - allerdings habe ich zur Genaugkeit auch meine Zweifel, denn die km-Anzeige könnte auch beliebig ungenau sein. Schätze so +- 20 % oder mehr, schliesslich handelt es sich um Kunstoffteile.

Kann  nur vermuten (und hoffen),  dass der professionelle TachoJustierer hier ein "justiertes / geeichtes" Vergleichsgerät benutzt.

Genaue Drehzahlmessung geht z.B. mit Stroboskop oder mechanischen Drehzahlmessern.Schlussendlich könnte man auch (genau ausgemessenes) Seil bei bestimmter Drehzahl aufwickeln, die Zeit bestimmen und so eine Referenzgeschwindigkeit errechnen. Ist das aber rein akademisch...: Mit GPS oder digitalem Tacho geht das -alle Einflüsse berücksichtigend - schmerzloser....

Übrigens sind m.W. funktionsbedingt nur Geschwingkeitsanzeigen von 1/3 bis 2/3 Maxgeschwindigkeit einigermassen genau darstellbar, die Abweichung ist NICHT linear....

Bye

Ingo

emm

@isie: Ach so, Zahnräder aus Kunststoff haben Schlupf und rasten daher nur jeden 1.5ten Zahn ein?  ??? Ja, dann....
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

F.-M.

Hi,
ich glaube so genau wie hier gewünscht ist der original Tacho nicht zu bekommen. Durch die Technik Wirbelstrombremse gegen Spiralfeder mit dem Einfluß von Reibung verbunden mit Vibrationen, wird  er nicht in allen Meßbereichen genau sein können. Die Alterung, nachlassen der Magnetkraft und Spannkraft der Feder, werden auch einen Einfluß nehmen. Das ist alles o.k. und hat uns nie geschadet. Die Anzeige wenn ,,hinreichend genau" reicht aus. Aber ich kenne ja das Gefühl, das es für einen selbst genau sein muss. Seitdem habe ich einen Fahrradtacho und mit dem kann man die Meßbereiche des VDO Tacho auch stets vergleichen, (überprüfen). Die Uhr mit Tages km etc. gibt es noch dazu. Sieht natürlich ein wenig blöd aus! Vielleicht hat jemand einen guten Tip wo man den Fahrradtacho unauffällig anschrauben kann. Funktacho und als Armbanduhr geht leider nicht wg. Der störenden Zündung.
P.S. Die Wegdrehzahlüberprüfung habe ich durchgeführt, als ich vor der Wahl stand einen Tacho teuer von W=1 auf W=0,95 umrüsten zu lassen. Abgerollt hatte das Motorrad W=0,978, also Geld gespart.

Gruß F.-M.   

emm

Hi Micha,

recht hast du! Erst mal schauen was Sache ist und dann etwas unternehmen!
Mir ging es übrigens mit der 1-km-Stopp-Methode auch hauptsächlich darum herauszufinden, welcher von meinen Tachos mit 1.0 (VDO oder OS), die für die Terrot in Frage kommen, denn noch hinreichend genau anzeigen. Und der VDO hat mit 4 km/h Abweichung das Rennen gemacht, wogegen der OS mit Anzeige 41 bei Tempo 60 wohl mal zum Tachodienst sollte.  ::)
Gruß
Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

isie

Zitat von: emm am 15 Januar 2005, 20:25:01
@isie: Ach so, Zahnräder aus Kunststoff haben Schlupf und rasten daher nur jeden 1.5ten Zahn ein?  ??? Ja, dann....
@emm: Natürlich nicht - Abmessungen wie Aussendurchmesser, Zahnform, Achsendurchmesser usw. sind ggf. nicht genau und zudem verschleissbehaftet. Auch an sich geringere Axial- od. Radialspiele können (bei den kleinen ZR-Durchmessern) ggf. zu erheblichen Abweichungen führen.
Bye Ingo

emm

@isie: Das Übersetzungsverhältnis und damit das Verhältnis Eingangs- zu Abtriebsdrehzahl eines Zahnrad- oder Schneckengetriebes wird einzig und allein durch die Zähnezahlen der beteiligten Zahnräder bestimmt.
Gruß
Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

rolf

nebenbei :  die Antriebsräder für die Wegstreckenmessung (km Angabe) sind aus Messing
Noch mehr nebenbei: was soll es bringen (besser : wer braucht es ) die geschwindigkeit/zurückgelegte Stecke auf 2 Nanometer /Nm/sgenau zu bestimmen?

Heiko

Danke Rolf...  mir brannte es schon unter den Fingern...
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

isie

#23
Hallo,
ok - TachoMechanik Wegstreckenzähler aus Metall statt Kunststoff. Ändert aber am  Einwand nix,  dass Ergebnis von Markus´ beschriebener Messmethode "als Indiz ok" aber als "Rückschluss zur Genauigkeit Tacho" fraglich - bisweilen bleiben Wegstreckenzähler stehen, gehen nach & es handelt sich um keine Präzisionsteile (braucht es aber auch für unsere Zwecke nicht, klar) usw. ?!
Bye
Ingo

PS: Es geht nicht um ggf. "2 nm/h".

Heiko

Hm,

aber der Wegstreckenzähler bleibt eigentlich nur stehen wenn der Tacho mit Öl vergnazt ist oder sonst ein mechanischer Defekt durch Schwergang vorliegt... ansonsten bestimmt die Zähnezahl das Maß der Dinge und den Nadelausschlag macht das Magnetfeld...

Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

rolf

[ggf. nicht genau und zudem verschleissbehaftet. Auch an sich geringere Axial- od. Radialspiele können (bei den kleinen ZR-Durchmessern) ggf. zu erheblichen Abweichungen führen.
Bye Ingo

Erhebliche Abweichungen??? bei 1km???
Das ganze wird langsam esoterisch, na klar sind Tachos keine Präzisionsinstrumente, dazu braucht man schon GPS (sind allerdings auch auf 50m(?) ungenau), wozu auch.
Der "professionelle" Tachojustierer benutzt kein Meß/Eichgerät, er baut das passende Wegstreckenmeßgetriebe  ;D ein und fertig.
Was soll denn genau sein? der tacho ? warum? was ist mit dem Schlupf am Reifen? Kupplung? Getriebe (nach deiner Theorie müssten doch bei soviel Zahnrädern noch mehr Ungenauigkeiten im Getriebe sein, vom Kardan ganz zu schweigen).
Rolf B(achblüte)

rolf


Meister2101

#27
Hallo zusammen,
jetzt wird es aber Zeit, das ich auch meinen Senf dazugebe. Ich habe beruflich viel mit der Positionierung von Antriebseinheiten zu tun. Ergo auch mit der Drehzahl und Wegerfassung. Ich möchte hier etwas klarstellen. Mechanische Getriebe, gleich welcher Bauart haben keinen Schlupf. Das Spiel im Getriebe kommt erst zu tragen wenn es um Schleifenpositionierung geht, also reversibel betrieben wird. Das ist bei uns nicht der Fall. Eine schleifende Kupplung hat auf die Wegstrecke keinen Einfluß, da der Abtrieb für den Wegzähler dahinter liegt. Der Tachometer ist nichts anderes als ein Drehzahlmesser, der die Drehzahl der Tachowelle anzeigt. Die Wegzählung ist eine Folge von Zahnradübersetzungen die keinen Schlupf haben und somit auch genau ausrechenbar ist. Noch nicht erwähnt wurde hier der richtige Reifendruck, der natürlich einen erheblichen Fehlerwert produzieren kann. Der Abrollumfang errechnet sich aus dem Radius des belasteten Rades.

Ich wollte eigentlich nicht so akademisch werden, aber ich hoffe allen Lesern ein wenig Klarheit in die Geschichte gebracht zu haben.

Volker
Wer nie einen Fehler beging, hat nie etwas Neues ausprobiert. (Albert Einstein)

rolf


† odeon8

Hallo beinander,

auch etwas Senf aus Bayern hierzu - hab da was gefunden:     ;)
Ganz allgmein zum Thema:
http://www.ka-ja-tacho.de/site.php?view=faq#wegdreh

Zum Thema Wegdrehzahl gibts da auch eine kleine Beschreibung:


Wer die genauen Abrollumfänge aus einer Tabelle lesen will:
http://www.wbcnet.de/tips/abroll17-21.html
Viele Grüße

Thomas

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