Hauptdüse / Leistung R27

Begonnen von rolf.soler, 13 Mai 2008, 20:12:24

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rolf.soler

So jetzt noch ein update. Ihr erinnert Euch: R27 kam nicht auf volle Leistung trotz verschiedener Massnahmen und klemmte mit 120er HD nach 500 km einfahren von neuem Kolben. Ich habe dann eine 125er HD eingesetzt, versch. Zzpt. ausprobiert, Loch im Ansauggummi zugeklebt, neuen FKR eingesetzt und sie lief so um 110 ohne zu klemmen. Im Verlauf dann ein paar weitere Probleme und Lösungen:

1. der neue FKR war zu nahe (etwa 0,5 mm) an der Achse des Unterbrechers, hat diese sogar verbogen ->zurückgebogen und ca. 0,5 mm dicken Kupferring auf den Zapfen der Nockenwelle gesetzt, sodass FKR ein wenig weiter vorn stand. Ging erst gut, nachdem FKR aber ein paar Mal weggenommen und wieder aufgesetzt, klemmte er - Kupferring wohl gequetscht und hat die drehende Unterbrechernockenhülse festgeklemmt. Ich weiss, es steht wohl die Nockenwelle ein wenig zu weit hinten und man müsste die wohl rausnehmen und knapp 1 mm weiter nach vorne bringen. Gibts da Distanzscheiben beim hinteren Lager ? Hab jedenfalls keine Lust darauf und den alten (etwa 3-5 ° ausgeleierten) FKR wieder eingesetzt. Bei Gelegenheit mach ich mir mal einen passenden Stahlring

2. ZzPt. auf Optimum eingestellt mit Testfahrten: es hat sich gezeigt, dass das mit Strobo bei rpm>3000 ziemlich genau bei F in Mitte des Schaulochs (vielleicht 1-2° später) der Fall ist...(wie BMW sagt...). Im LL steht dann S ziemlich genau in Mitte des Schaulochs (vielleicht 1-2° später). In Ruhe aber mit Prüflampe ist ZzPt. viel später, etwa bei OT. Das heisst, dass mein alter FKR trotz neuer Federn schon im LL ein paar Grad auslenkt. Macht nix, jetzt weiss ich dass ich im Stand etwa 5° später einstellen muss damits stimmt.
Zwischendrin hat Kabel von Lima (Spule 1/Kondi) zum Unterbrecher Kontakt zum Gehäuse bekommen...Neues gelegt. Ist enorm mühsam, das Ding mit Kabelschuh kurzschlussicher unter die Unterbrecherfeder zu klemmen, alles so eng und schlecht zugänglich...

Uebrigens: nach mehreren Autobahntestfahrten (SEHR warmer Motor) ist der ZzPt. konstant etwa 3° früher als bei kaltem Motor. Ist an sich auch logisch, nach >1 h fahren ist auch die Nockenwelle, der FKR, die Grundplatte und der Unterbrecher warm, die Ausdehnungen summieren sich und verkleinern den Kontaktabstand eine Spur, so stelle ich mir das vor. Wusste ausser mir sicher jeder.

3. Ansauggummiloch zugeklebt: Bin inzwischen einverstanden, dass das kleine Loch bezüglich Menge der Luftzufuhr nichts ändert. Ohne Lufi war die Maschine übrigens eine Spur langsamer (?). Loch zukleben/aufmachen/zukleben ohne andere Aenderung hat aber konsistent etwa 3 km/h Spitze verändert. Erklärung ? Mein Versuch: Ein Loch in einem Ansaugkanal wirkt als Unterdruckdüse, da wird Luft reingezogen - so funktioniert ja u.a. der Vergaser. Ueber dem Loch KANN es dann Wirbel geben, was die sonst idealerweise gleichförmige laminare Strömung im Ansaugrohr stört und so letzlich die Gemischzufuhr bremst. Loch zu, keine Wirbel. Das trifft sicher nicht bei jeder Maschine zu, kommt wohl auf Lochdurchnesser, -position, -richtung und die Schuhgrösse des Fahrers und Quersumme des Nummerschildes an. Ich stelle einfach fest: bei meiner machts etwas aus.

4. Schieberöffnung: Habe gemerkt, dass der Schieber nicht ganz aufging, hing noch etwa 4 mm im Durchlass. Bei mehr Vorspannung des Zuges ging er zwar ganz auf, aber nicht ganz zu (Standgas etwa 2500 rpm...). Also Kette im Gasgriff nicht richtig ? -nachgeschaut und die Messingzahnradnockenkette 1 oder 2 Zähne weitergedreht - leider ist das Teil beim Aufziehen immer wieder die 1-2 Zähne zurückgerutscht - Diagnose: schwere Karies. Also neuen Messingzahnradnockenkettengaszughalter gekauft + eingebaut. Schieber jetzt voll zu und voll auf möglich, dafür knackt die Feder im Vergaser, aber egal. Volle Schieberbeweglichkeit änderte allerdings kaum etwas an der Endgeschwindigkeit !

5. Inzwischen lief sie immer noch gleich: etwa 105-110 je nach Laune und mit etwas stottern beim Aufziehen aus LL. Den Mischkammereinsatz hatte ich schon runtergeklopft, steht gut. Deshalb hab ich mal die Düsennadel eins gehoben (4. Loch von oben), darauf noch etwas langsamer und vor allem mehr Rumpeln / husten unten. Dann ein Loch runter (2. von oben und BINGO ! jetzt läuft sie 117 km/h. Im WHB steht vmax 118 km/h für die Version mit Standardantrieb 25:6 (mit Behördenantrieb 27/6 120 km/h seltsamerweise...). Also bin ich jetzt dort wo man normalerweise hin kommt...Was mach ich jetzt in meiner Freizeit ?

6. Spasseshalber mal wieder die 120er HD eingesetzt und mit verschiedenen Nadelstellungen gefahren; jetzt klemmt sie damit nicht mehr ! fährt aber nicht ganz so schnell wie mit der 125er (etwa 114 mit Nadel im 3. Loch v.o., im 2. Koch nur 110)

Also Schlussfolgerungen:
- Auch nach 500 km ist ein neuer Kolben noch nicht unbedingt eingefahren, auch wenn man zügig einfährt (Vollgasminuten ab 100 km)
- Zündzeitpunkt ist bei heisser Maschine etwas früher, gibt Leistungsabfall wenn er sowieso etwas früh eingestellt ist
- Auch bei voll offenem Schieber spielt die Nadelstellung noch eine grosse Rolle.
- Loch im Ansauggummi kann bremsen (?)
- 120er Düse läuft mit Nadel im 3. Loch v.o. fast (!) gleich schnell wie 125er mit Nadel im 2. Loch. Ich bräuchte also eigentlich eine 122,8132er Düse und ein 2 1/2. Loch

Optimale Einstellung für meine (!) R27:
Hauptdüse 125 (Norm 120), Nadelstellung 2. Loch von oben (Norm 3. oder gar 4.), Nadeldüse (1408) + Leerlaufdüse (35) Standard, Leerlauf-Gemischschraube 2 1/4 Umdrehungen draussen
Zündzeitpunkt kalt bei >3000 mit Strobo etwa 1-2° nach F, im LL etwa 1-2° nach S, bei heissem Motor alles etwa 3° früher.
Im Stehen mit Prüflampe kalt ca. bei OT, heiss etwa 3-4° vor OT (das ist aber nicht übertragbar, gilt nur bei meinem etwas ausgeleierten FKR)
Ansauggummi-Loch zugeklebt.

Sorry, viel Text, muss man ja nicht lesen. Ich dachte, es interessiert vielleicht jemanden.


rolf.soler



Rütz

Hallo Rolf,
doch, ist ein interessanter Bericht. Dafür aber ein paar Anmerkungen... ;D

ad1
Die Position der Nockwelle ist fest und läßt sich eigentlich nicht ändern.
Aber unter der Unterbrechergrundplatte ist eine "Simmerring Halteplatte" und darunter eine Dichtung. Die kann zu dick sein, wenn sie z.B. mal selbstgefertigt wurde.
Wenn du die Unterbrechergrundplatte löst (2 Schrauben M4), ist auch die "Halteplatte" lose und die Dichtung zugänglich.

ad2
ZitatZwischendrin hat Kabel von Lima (Spule 1/Kondi) zum Unterbrecher Kontakt zum Gehäuse bekommen...Neues gelegt. Ist enorm mühsam, das Ding mit Kabelschuh kurzschlussicher unter die Unterbrecherfeder zu klemmen, alles so eng und schlecht zugänglich...
Original liegt das Kabel in einer Art Gewebe- Hitzeschutzschlauch. Wenn man den nicht hat, kann das öfter passieren. Heute gibt es für diesen Zweck Silikonschutzschläuche (Elektriker, Conrad....), wie auch in Bügeleisen oder anderen Heißgeräten, habe ich genommen als mein Gewebeschlauch das Zeitliche segnete.
Wenn man die Unterbrechergrundplatte ausbaut, läßt sich das Kabel einfacher anschließen.

Den interessanten Temperatureffekt kann ich mir auch nicht so richtig erklären... Ich habe allerdings auch erst einmal ein Stroboskop an der R27 benutzt, dabei festgestellt, daß das selbe raus kommt, als wenn ich mit manuell gespreizten Gewichten statisch auf "F" einstelle, und mir danach die Mühe nicht mehr gemacht.

Zitat...dass mein alter FKR trotz neuer Federn schon im LL ein paar Grad auslenkt.
Das ist normal und Absicht (und sollte bei dem neuen FKR auch so sein). "S" ist der statische Zündzeitpunkt zum Antreten, der optimale LL Zündzeitpunkt liegt bereits einige Grad früher.

ad3
Eigentlich sitzt das Loch ja mit Absicht in der Erweiterung des Ansauggummis. Ein Venturi-Effekt (Druckverringerung der strömenden Luft) tritt aber nur an Engstellen auf. Theoretisch wär es sogar möglich, daß Luft an dem Loch ausströmt, zumindest sollte sich -konstruktionsbedingt- dort nur wenig Luft bewegen und kaum ein Druckunterschied sein.... :Frage:

ad6
ZitatIch bräuchte also eigentlich eine 122,8132er Düse...
Kenn' ich, war auch schon mal drauf und dran eine 122 oder 123er HD bei Bing zu bestellen (gibt es!)... ;D


Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

rolf.soler

Zitat von: Rütz am 24 Juni 2008, 23:12:46

ad1
Die Position der Nockwelle ist fest und läßt sich eigentlich nicht ändern.
Aber unter der Unterbrechergrundplatte ist eine "Simmerring Halteplatte" und darunter eine Dichtung. Die kann zu dick sein, wenn sie z.B. mal selbstgefertigt wurde.
Wenn du die Unterbrechergrundplatte löst (2 Schrauben M4), ist auch die "Halteplatte" lose und die Dichtung zugänglich.
Danke, das gefällt mir schon besser als NW ausbauen. Tönt logisch. Wenn ich sehe, was da in meiner R27 alles für Falschteile verbaut waren...Mach ich gelegentlich.
Zitat von: Rütz am 24 Juni 2008, 23:12:46
ad2Original liegt das Kabel in einer Art Gewebe- Hitzeschutzschlauch. Wenn man den nicht hat, kann das öfter passieren. Heute gibt es für diesen Zweck Silikonschutzschläuche (Elektriker, Conrad....), wie auch in Bügeleisen oder anderen Heißgeräten, habe ich genommen als mein Gewebeschlauch das Zeitliche segnete.
Ja ich hab Autolichtkabel genommen, ziemlich dick. Problem war aber eher, dass der Kabelschuh unter der Unterbrecherfeder zu weit nach hinten rausragt und das Kabel einen scharfen Knick nach unten machen muss
Zitat von: Rütz am 24 Juni 2008, 23:12:46
Das ist normal und Absicht (und sollte bei dem neuen FKR auch so sein). "S" ist der statische Zündzeitpunkt zum Antreten, der optimale LL Zündzeitpunkt liegt bereits einige Grad früher.
Dacht ich mir auch, aber wieso steht dann im WHB dass man mit Prüflampe S in Mitte Schauloch stellen soll, und mit dem Strobo genau das gleiche, S in Mitte Schauloch bei LL ? Das kann ja gar nicht gehen. O.K. im WHB steht noch mehr Stuss. Forum ist VIEL besser...
Zitat von: Rütz am 24 Juni 2008, 23:12:46
Eigentlich sitzt das Loch ja mit Absicht in der Erweiterung des Ansauggummis.
Aber erst ab Vergaser 1/26/79 (kleingedruckt im WHB...)
Zitat von: Rütz am 24 Juni 2008, 23:12:46
Ein Venturi-Effekt (Druckverringerung der strömenden Luft) tritt aber nur an Engstellen auf. Theoretisch wär es sogar möglich, daß Luft an dem Loch ausströmt, zumindest sollte sich -konstruktionsbedingt- dort nur wenig Luft bewegen und kaum ein Druckunterschied sein....
Da hast Du auch wieder recht. Trotzdem: wenn ich den Kleber wegnehme und den Finger aufs Loch halte, wird der leicht angesaugt ! Mal wieder ein Phänomen ohne Erklärung. Witchcraft haben wir dem in Afrika gesagt.
Zitat von: Rütz am 24 Juni 2008, 23:12:46
ad6Kenn' ich, war auch schon mal drauf und dran eine 122 oder 123er HD bei Bing zu bestellen (gibt es!)
Ehrlich ? Sollte nur n'Witz sein...Die bestell ich mir mal !

† Knut

Hi Rolf,

interessante Darstellung über die Möglichkeiten und das erzielbare Verbesserungspotenzial. Wenn Du jetzt nichts mehr zu tun hast, kannste meine R27 ja einstellen  ;)

Ne, im Ernst, ich fahre in der vorgegebenen Werkseinstellung an meinem 1/26/93 und bin der Meinung, dass es ganz gut funzt. Habe ich auch gestern mit Jörg andiskutiert: never change a running Vergasereinstellung. Aber wenn da denn noch was kommen würde
  :gewissen:

Allerdings würde ich die "3-Schritt-Methode" mit Beschleunigungsmessung bevorzugen, um die Bereiche "Vollgas", "Halbgas" und Übergang Leerlauf - Halbgas jeweils separat einzustellen (habe ich 'mal irgendwo gelesen).

1. Schritt: bei Vollgas die Beschleunigung zwischen z.B. 60 und 90 km/h im 3. Gang messen. Das Ganze mit verschiedenen Hauptdüsen ins + und ins - wiederholen. Die Düse mit der besten Beschleunigung auswählen.

2. Schritt: Den Gasweg am Bowdenzug unter der Schieberfeder auf ca. 1/2 Gas beschränken (dass müsste mit den Innereien einer Lüsterklemme gehen). Die Beschleunigungsmessung jetzt bei Halbgas wiederholen, dabei die Düsennadelposition höher und tiefer hängen und somit den mittleren Bereich optimieren.

3. Schritt: Den Gasweg am Bowdenzug auf ca. 1/10 - 1/5 Gasweg beschränken. Jetzt im geeigneten Gang die Höchstgeschwindigkeit bei veränderter Leerlaufluftschraube suchen. Zum Schluss Leerlaufanschlag einstellen.
Könnte sein, dass bei der Wiederholung von Schritt 2 nochmal ein bisschen mehr kommt.

Evtl. 4. Schritt: Mit dem ZZP spielen, um die Leistung bei hohen Drehzahlen zu optimieren ==> Vmax austesten

Das Ganze dauert bestimmt einen halben Tag und setzt voraus, dass wirklich alles andere am Motor stimmt (Zündung, Ventile, Nebenluft? usw.)
Zusätzlich benötigt man nicht nur die entsprechenden Hauptdüsen sondern auch das passende Wetter, eine topfebene Meßstrecke und eine geeignete Meßmimik, da es um 1/10 Sekunden geht. Deswegen habe ich bisher noch nicht gemacht, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit einer Stoppuhr in der linken Hand mit Blick auf eine pendelnde Tachonadel eine genaue Zeit zwischen 60 und 90 km/h messen kann. Ich habe kein Peiseler Meßrad so wie Klacks.

Wird fortgesetzt ==> So Thomas: Dein Einsatz (KL100 von ELV !! ;))

Knut

rolf.soler

Zitat von: Knut am 25 Juni 2008, 10:14:47
Hi Rolf,
Wenn Du jetzt nichts mehr zu tun hast, kannste meine R27 ja einstellen 
Warum nicht...Aber ich hab ja noch die R50 (die allerdings zu meinem Leidwesen immer perfekt läuft. Aber schalten geht etwas streng, mach ich im Winter mal auf...). Und das Chinesengespann, da wirst Du nie fertig mit revidieren...Allerdings muss ich zur Ehrenrettung sagen: Der Kracher hat mich  noch nie im Stich gelassen. Aber rosten tut sie nur schon vom anschauen. Und dann gibts da noch irgendwo eine Frau und 3 Kinder
Zitat von: Knut am 25 Juni 2008, 10:14:47
never change a running Vergasereinstellung.
Völlig einverstanden. Aber meine lief damit nur knapp 100 (vor neuem Kolben etwa 60km/h - war ein R26 Kolben drin, der kam nicht hoch trotz Viagra, Kompression 5 bar...) und Vergaser musste nach Revision sowieso neu eingestellt werden, also wollte ich das Maximum rausholen.
4-Schritt Methode tönt interessant, Teile davon ähnlich wie von Hertweck beschrieben. Bei mir war es aber so, dass nach Einstellen der bestmöglichen Höchstgeschwindigkeit (Düsen, Zündung, Schieber) auch die Beschleunigungsleistung am besten war, ausserdem läuft sie so am ruhigsten und der Ton ist perfekt, in der Mitte zwischen blubbern und röhren. Für den Leerlauf/Uebergang musste ich noch etwas schräubeln, aber der ist jetzt auch besser als mit allen vorherigen Einstellungen
Zitat von: Knut am 25 Juni 2008, 10:14:47
Das Ganze dauert bestimmt einen halben Tag und setzt voraus, dass wirklich alles andere am Motor stimmt (Zündung, Ventile, Nebenluft? usw.)
Zusätzlich benötigt man nicht nur die entsprechenden Hauptdüsen sondern auch das passende Wetter, eine topfebene Meßstrecke und eine geeignete Meßmimik
Du Optimist ! Hab vorgestern 2 Stunden gebraucht allein um rauszufinden, ob HD 125 mit Nadel auf 2 oder 3 besser ist als HD 120 mit Nadel auf 3 oder 2...Für Zünd Ztpt. Verstellung z.B. musst das Moped immer wieder abkühlen lassen...Düsenwechsel bei heissem Motor geht noch, Nadelstellung ändern auch mit Müh und Not ohne Brandblasen. Hauptproblem Messstrecke: Wenn Du endlich in die interessante Region so ab 110 kommst, bist Du schon am Heck eines italienischen Schweinetransporters, während links die deutschen Audis nach Italien vorbeipreschen.

† Knut

#35
Zitat von: rolf.soler am 25 Juni 2008, 13:06:47
Hauptproblem Messstrecke: Wenn Du endlich in die interessante Region so ab 110 kommst, bist Du schon am Heck eines italienischen Schweinetransporters, während links die deutschen Audis nach Italien vorbeipreschen.

Hi Rolf,

deswegen ja auch der Hinweis mit der Beschleunigungsmessung. Finde ich besser als flachliegend sich vor den Schweinen (im LKW und Audi  ;D) zum Kaspar zu machen. Ausserdem ist der Windeinfluss geringer/vernachlässigbar.

Zitat von: Knut am 25 Juni 2008, 10:14:47

Zusätzlich benötigt man nicht nur die entsprechenden Hauptdüsen sondern auch das passende Wetter, eine topfebene Meßstrecke und eine geeignete Meßmimik, da es um 1/10 Sekunden geht. Deswegen habe ich bisher noch nicht gemacht, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit einer Stoppuhr in der linken Hand mit Blick auf eine pendelnde Tachonadel eine genaue Zeit zwischen 60 und 90 km/h messen kann.

Nachtrag:

Mir ist da gerade noch was eingefallen, wie man die Unsicherheiten "topfebene Meßstrecke" und "Meßmimik" umgehen kann.

Eigentlich will man doch im Schritt 1 und 2 nur wissen, wie lange man zwischen zwei Meßpunkten bei voller Beschleunigung unterwegs ist, wenn man den ersten Meßpunkt mit ein und der selben Geschwindigkeit passiert.

Dazu auf einem Stück freier Strecke zwei dicke Markierungen im Abstand von ca. 200m auf die Strasse (oder auch Bäume, Laternenmasten o.ä.). An die erste Markierung mit konstanter Geschwindigkeit heranfahren und bei der Markierung den Hahn aufdrehen sowie die Stoppuhr starten. An der zweiten Markierung Stoppuhr anhalten. Dat Janze vielleicht 3 Mal wiederholen und Mittelwert bilden.

Der Rest dürfte klar sein: kürzeste Zeit für Meßstrecke = höchste Leistung.

Das müsste klappen - probier ich gleich 'mal aus.

VLG

Knut

P.S.: Jawohl Tassilo... (Wind aus den Segeln nehm) wenn es funktioniert, schreibe ich es in die Rubrik "Tipps und Tricks"  :P

rolf

Knut, vergiss nicht die "Klingelprobe" beim ZZP...sprich 4. gang, mittlere Drehzahl...Steigung

Rolf: Mit der Nadelstellung ist interessant, ich hatte mal mit Stefan vor ...??..5 jahren darüber eine seitenlange Grundsatzdiskussion.
Rolf

rolf.soler

Und was habt  ihr schlussendlich rausgefunden ? Dass die Nadelstellung auch bei Vollgas noch was ausmacht ?

rolf


rolf.soler

Zitat von: Rütz am 24 Juni 2008, 23:12:46

Aber unter der Unterbrechergrundplatte ist eine "Simmerring Halteplatte" und darunter eine Dichtung. Die kann zu dick sein, wenn sie z.B. mal selbstgefertigt wurde.
Wenn du die Unterbrechergrundplatte löst (2 Schrauben M4), ist auch die "Halteplatte" lose und die Dichtung zugänglich.


Hallo Rütz,
ich hab diese Teile im Katalog mit Explos (Stemler) nicht gesehen. Weisst Du zufällig die Nummer ??
Danke
Rolf II.

Rütz

Hallo,

in meinem Stemler-Katalog von 2004 ist es auf Seite 11 oben abgebildet:
#10  "Haltering" für Wedi   11 11 0 002 127
#9   "Dichtring" (die Dichtung darunter)  11 11 0 002 128

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

rolf.soler

Zitat von: Rütz am 30 Juni 2008, 00:17:27
in meinem Stemler-Katalog von 2004 ist es auf Seite 11 oben abgebildet:
Rütz

Stimmt...sorry, blöd von mir...

Vielen Dank

guest474

Und was habt  ihr schlussendlich rausgefunden ? Dass die Nadelstellung auch bei Vollgas noch was ausmacht ?
Schlicht und einfach : JA.
Hatte das Problem bei meiner R90/6. Die sollte ab Werk 60 PS haben. Komischerweise konnte ich mit den 60 PS die R75/5
meines Freundes mit 50 PS nie abhängen. Fand dann durch Zufall heraus dass BMW die Nadelstellung von 1 auf 2 geändert hatte.
Nach dieser Änderung war alles kein Problem mehr.

Gruss Manfred

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