Radlager ausbauen

Begonnen von Taz, 22 Februar 2008, 00:39:00

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Taz

Hi zusammen.

Zusammen mit der übel verdengelten R25/3 Felge habe ich mir auch die dazugehörige Nabe geholt....die schaut sogar besser aus, braucht nur etwas Aufmerksamkeit (glasstrahlen oder traditionell mit Poliermittelchen) und dann kann man sie wieder anschauen.
Aber: Die Lager sind natürlich fest...was so ein paar Jahre Lagerung an einem feuchten Fleck ausmachen :P

Ich habe die Suche und das WHB bemüht, bin aber entweder zu blöd, was zu finden oder es geht normalerweise so einfach, daß es nicht erwähnt werden muß: wie bekomme ich denn die Lager mit möglichst wenig Beschädigungen raus? Die Lager selber sind wohl fertig (und die können auch leiden), aber der Rest sollte danach mit neuen Lagern wieder in Dienst gestellt werden können...Bolzen und Hammer oder Wärme (Knut...das ist doch wieder Alu, also nicht über 100°C, bevor die Legierung feststeht?) ?

Schöne Grüße, Tas L(agerarbeiter)

PS: Ich weiß...kann man auch für weniger Streß auf Teilemärkten bekommen, aber es geht auch um den Spaß beim Werkeln, oder :schrauber: ..und 08/1954 ist halt auch ein Wort.

PPS: Ich vermute, die Lagerverschraubung werde ich auch neu brauchen, oder? :lol:
wie sind da die Erfahrungen (ich meine gesehen zu haben, daß es die in traditionellem Stahl und Edelstahl gibt)?

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Taz

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† Knut

Moin Tassilo,

die Verschraubung haste ja schon ab.... gut! Dann fallen Dir ja schon die Rollen des ersten Lagers entgegen.

Jetzt von der Gegenseite mit der Steckachse den Rest "vorsichtig ausklopfen". So steht's im WHB. Bei meinen Radlagern hat's geklappt. Anwärmen bringt nicht wirklich was, auch wenn die Nabe Alu ist.

Zum "Lagereinstellen" poste ich die nächsten Tage noch was, ich muss noch Bilder machen.

Knut (2. Lagerarbeiter)

Taz

Hi Knut.

Zitat von: Knut am 22 Februar 2008, 07:53:36
...Dann fallen Dir ja schon die Rollen des ersten Lagers entgegen...

Da haben wirs...erstens wären das bei meiner Nabe Kugeln und zweitens fällt da gar nix...fest wie reingepreßt...momentan badet das alles in WD40, aber ob sich da was lockert :-\\

Muß los, Tas
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† Knut

Zitat von: Tassilo am 22 Februar 2008, 07:57:53

...fest wie reingepreßt...momentan badet das alles in WD40, aber ob sich da was lockert :-\\



OK, dann hast Du den Lagersatz wie auf dem Bild. Alles ist eingepresst mit leichter Preßpassung, da lockert sich auch durch WD40 nicht wirklich was.
Steckachse rein und mit dem Dreipfünder immer feste druff 8)

Knut

tassilo (inkognito)

Hi Knut.

Ja, auf die "Originalausstattung" bin ich auch schon gekommen...das mit dem Einpressen war mir allerdings nicht bewußt...wieder was gelernt :)

Dann werd ich am Wochenende mal den Hammer schwingen  :schrauber:

Vielen Dank, Tas

cledrera

IF I had a hammer,
I hammer in the morning,
I hammer in the evening,
I hammer all days ...

cledrera (nicht den Barden schlagen)
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Taz

Well, I had a hammer, too...

Ein Teilerfolg:

Mit der Achse gingen zumindest Druckhülse Nr. 19, der Innenring vom Nadellager Nr. 20, das innere Abstandrohr Nr. 23 und das zweireihige Kugellager Nr. 21 raus....der Rest ist noch in der Nabe und wird morgen einem größeren Dorn weichen müssen.

Und die Druckhülse Nr. 19 werde ich bestimmt wiederverwenden können  ;D.

Schöne Grüße, Tas
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hpoberli

Ciao Schrauber

Steckachse von der rechten seite einstecken, dann auf der linken Seite ein passendes Rohr aufsetzen mit grosser U-Scheibe und Achsmutter und das Ganze herausziehen. funktioniert prima.

Taz

Hi.

Nedd ganz...wie gesagt war der Hammer zwingend nötig...und es steckt immer noch jede Menge Kleinkram in der Nabe drin und harrt der zweiten Runde mit dem Wasserrohr...das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis...hatten wir ja die Tage schon...

Schöne Grüße, Tas

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Rütz

Hmm... was kann denn da jetzt noch drin sein, Tas?
Willst du sagen, das Nadellager ging raus, aber das äußere Abstandsrohr blieb drin? Das Lager kann doch schlecht durch den Ring getunnelt sein?...
Wenn das Nadellager raus ist, kann doch außer dem rechtsseitigen Filzring nichts mehr in der Nabe sein...  :Frage:

Rütz K(lemmende Leitung)
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

rolf

Wenn ich helfen darf...der Außenring des Nadellagers.

Rütz

Arrgh... jetzt iss klar... habe das Wort "Innenring" glatt überlesen... :kopfhau:
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Risky

NOchmals hochschieb:
Ich habe heute mit Mark Huggett von BMWbike.com telefoniert, eigentlich wegen anderer Dinge, wir kamen aber auch auf die Radlager zu sprechen.
Als ich ihm sagte, ich bräuchte die Abstandshülsen hat er mir netterweise angeboten, dass ich alle bestelle und dann die unbenutzten zurückgebe (na ja, ich hab dort auch schon ein Vermögen liegen lassen... :kotz:)
Dann hab ich ihm gesagt, dass die Radlager mit den Aussenhüllen schon aus den Rädern ausgebaut seien, und zwar hätte ich die einfach rausgeschlagen bzw. gedrückt...

Das fand er gar nicht gut, die seien so fest, dass man sie nur mit einer 3 - 4 to Presse lösen könne.

Sind jetzt meine Naben, die am freitag erst vom Strahler geholt habe, für'n Arxxx?

Oder übertreibt Hr. Huggett ein wenig?
(Ich fürchte ja, dass er recht hat, hatte er zumindest bis jetzt immer - und nein, er heisst nicht Rolf mit Vornamen)

Thilo
Bedenke: Wo immer du hin gehst, da bist du dann auch

R 25/3  1954    Citroën AMI 6  1964    Ducati Multistrada PP  2013

Rütz

Ist es vielleicht nur ein Mißverständnis oder hast du wirklich auch die Lagerbüchse (den Stahlzylinder mit 4-Lochflansch) ausgepreßt?
Wenn ja, warum um Gottes Willen? :-\\

Ich ärger mich leider auch immer darüber, daß z.B. bei Ebay oft Naben mit ausgepressten Lagerbüchsen angeboten werden. Um die wieder vernünftig reinzupressen, bräuchte man eigentlich Übermaßhülsen und muß die Bremstrommel dazu passend neu ausdrehen, weil die wahrscheinlich nicht mehr ausreichend fluchtet.
Im Prinzip ist es so wie z.B. bei den Ventilführungen (harte Büchse in weichem Alu). Wenn man die raus und wieder reinpreßt sitzen die weder so fest noch so genau wie vorher, man braucht Übermaß und muß den Ventilsitz neu anpassen.

Daß die Büchse in den E-Teile Listen nicht als separates Ersatzteil geführt wird, ist auch ein Hinweis, daß man es besser nicht auseinander baut.


Gruß Rütz F(ürchte auch, Hugget hat recht, heiße aber auch nicht Rolf...)
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Taz

Hi Thilo.

Stell doch einfach ein Bild Deiner Naben hier rein...vorzugsweise von der Bremstrommelseite, dann können wir Dich beruhigen (oder in den Wahnsinn treiben)  :gewissen:

Schöne Grüße, Tas
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Risky

Treibt mich in den Wahn, fürchte ich.
Die Radlagerbüchseist, wenn ich es richtig begriffen habe, das Ding aus Stahl mit den 4 Ohren auf der einen Seite und dem Deckel mit den beiden Löchern...
Rauspressen musste ich die nicht wirklich, die kamen mehr oder minder freiwillig (die eine mehr die andere weniger, aber im Endeffekt ohne rohe Gewalt).
Schxxx, ich könnte  :kotz:

Hat irgendjemand noch eine oder zwei Naben???
Thilo
Bedenke: Wo immer du hin gehst, da bist du dann auch

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Taz

Hi Thilo.

Du hast... :kopfhau: Aber wenn sie locker waren, war schon vorher was im Argen.

Aufmunternde Grüße, Tas
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Risky

Kann ich die nicht einfach mittelfest einkleben?
Warum müssen die denn so fest sitzen?
Kraft wird doch dort nicht übertragen, oder?
Die Bremse stützt sich an der Gabel ab, das Radlager schwingt doch da unten einfach locker mit...
Oder seh' ich da was falsch?

Thilo
Bedenke: Wo immer du hin gehst, da bist du dann auch

R 25/3  1954    Citroën AMI 6  1964    Ducati Multistrada PP  2013

mekgyver

Doch Thilo,
es gibt Querkräfte in Kurvenfahrten und beim Bremsen.
Nicht alle Kräfte werden durch die Schräglage kompensiert.
(sag ich mal so, aus dem Gefühl heraus, ohne es nachweisen zu können)
Ich würde die Lageraufnahme auch einkleben.
Wer mehr weiß, möge sich melden.
Gruß mek
... 73er-Gang

Taz

Hi Thilo.

Aus dem Bauch heraus: die Buchse würde ich in der Position, in der sie vorher drin war, wieder einbauen und wenn's nicht anders geht, kleben. Wie mek schon geschrieben hat, werden hier axiale Kräfte wirksam, die über die Kette Reifen-Felge-Speichen-Nabe-Buchse auf die Lager abgeleitet werden (sonst hätte BMW ja nur Nadellager oder einfache Kugellager nehmen können), zum anderen müssen die Achsen der Lager und der Bremstrommel sauber fluchten, um eine optimale Bremswirkung zu erreichen...und wenn die Buchse irgendwie in der Nabe herumrutschen kann, sehe ich das nicht als gewährleistet an...könnte brandgefährlich werden.

Wie sieht das dann mit der Temperaturfestigkeit Deines Klebers aus? Die meisten Klebstoffe lassen sich doch mit Wärme wieder lösen..und die Bremstrommel könnte bei anspruchsvolleren Landstrassen oder in den Alpen (entgegen Obelix Aussage ist die Schweiz ja nicht völlig flach) doch ganz gut warm werden...nicht, daß Dir hieraus Ungemach erwächst.

Schöne Grüße, Tas

PS: Was sagt denn der Herr Huggett dazu...weche Lösung hat er für dieses Problem angeboten?
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Kompressor_Peter

#20
Hallo zusammen,

da wir am gleichen Thema in der letzten Woche gearbeiten haben, hier noch ein paar Fotos und Erläuterungen zu unseren R 25/3 Radnaben.
Bitte korrigiert uns, wenn wir etwas falsch dargestellt oder beschrieben haben! Noboy is perfect!

Nach dem Lösen der Radlagerverschraubung (brutale Methode: mit Dorn und Hammer, denn die waren schon total zerdeppert >:() die Steckachse verkehrt herum einstecken und die Unterlegscheibe und Schraube aufdrehen (sonst fliegen gleich evtl. die Einzelteile durch die Werkstatt und ein munteres Suchen sorgt für eine nette Abwechslung  ;D). Zum leichteren Ausbau der Lager kann man die Radnabe auf ca. 100 Grad erwärmen. Die Felge so auflegen (Schraubstock mit Schutzbacken, etc.), dass die Lagerbüchse immer eine Auflage hat!

Eigentlich ein schlechtes Beispiel. Hier hat schon jemand arg dran rumgebastelt, denn eigentlich sollten die Schraubenlöcher der Felge und Lagerbüchse übereinander stehen.
Zuerst versuchen mit einem Gummihammer die Radachse herauszuschlagen. Nur bei Bewegungsverweigerung zu den hier geschilderten härteren Sachen greifen. Jedoch nicht direkt mit dem Hammer auf die Radachse schlagen, sondern ein Stück Hartholz auflegen. Dann sollten die Einzelteile bald so vor der Nase (auf den Füßen) liegen:

Jetzt sitzen noch zwei Teile in der Nabe:

Jetzt muss auf jeden Fall die Nabe auf ca. 100 Grad erwärmt werden und mit Kupfer- oder Messingdorn (wir haben Kupferflachmaterial 20 x 10 mm genommen) die beiden Teile nacheinander herausschlagen. Darauf achten, dass sie sich nicht verkanten und die Lagerbüchse immer eine Auflage hat!!
Wenn alle Teile richtig zusammengefügt werden, sollte es so aussehen:

Und Noch ein Foto mit den Lagerbezeichnungen:


Viel Erfolg,
Kevin und Peter



 

sigi_rs

Hallo Peter un Kevin,
sauber dokumentiert. :respekt:

Viel Erfolg damit.

Wenn die große Lagerbuchse noch nicht wackelt und sich nur mit Hammerschlägen verdrehen lässt, würde ich sie wahrscheinlich noch fahren. Wenn sie mit leichten Hammerschlägen rausgeschlagen werden kann, würde ich die Nabe wegwerfen.

Das Verdrehen ist ja dadurch verhindert, daß die Schrauben der Radkappe normalerweise vorhanden sind. Das Rad bzw. die Nabe selbst kann bei loser Lagerbuchse nur Richtung Bremsankerplatte wandern, wenn 1. die Schrauben der Radkappe weg sind und 2. die Buchse komplett lose wird.
Im schlimmsten Fall schleift dann die Nabe an der Bremsankerplatte.

Ich empfehlen hier keinesfalls, mit einer losen Lagerbuchse zu fahren und gebe nur meine Meinung wieder. Es muß jeder selbst wissen, ob er das Risiko eingehen würde oder nicht.

Viele Grüße,
Jörg

rolf

Gut gemacht und dokumentiert...ich würde die Nabe vorm Aus/Einbau noch auf ca. 100°C erwärmen...dann geht es noch reibungsloser.
gruß
Rolf

Kompressor_Peter

Danke!

Rolf: Die ca. 100 Grad haben wir eben noch ergänzt

Jörg: Die Lagerbuchse bewegt sich erst nach dem Erwämen und dann nur unter Einsatz eines 500 g Hammers. Die werden wir auch noch fahren. Wir wollten nur verdeutlichen, dass die Darstellung auf dem Foto so nicht in Ordnung ist.

Kevin und Peter

Kompressor_Peter

#24
 :kopfhau: :kopfhau: :kopfhau: :kopfhau: :kopfhau: :kopfhau:
O.k.,  ich steh dazu und ihr drüft mich zukünftig mit meinem anderen Namen anreden: Hein Blöd von der Erft
Ich habe habe verzweifelt die Filzringe gesucht!!! Gedanken wie "Mist in der Karre waren wohl keine verbaut" oder "Hat der Vorgänger herausgeholt und es gab damals keine mehr" kamen auf. (So dämlich kann nur ich sein).
Wir hatten in einem Beitrag von Marcus (emm) gelesen, dass er vorschlug die Filzringe gegen andere Dichtringe auszutauschen, kamen aber mit den Abmessungen nicht klar. Kurzes Mail an Marcus... Antwort: ruf doch mal an... gesagt, getan... Eine Minute später war auch mir klar wo diese beschxxxx Filzringe sitzen. Nochmals Danke für deine Hilfe  Marcus!!!!!! Ohne dich würde ich heute noch glauben, unsere R25/3 hat keine.

Zur Erleichterung für alle die, die noch ihre Räder neu lagern und abdichten wollen hier ein paar Bilder von der R25/3:





Die alten Filzringkapseln können mit einem Dorn leicht von hinten herausgeschlagen werden.
Vor dem Einbau der neuen Kapseln müssen die alten Verstemmungen weggeschliffen werden.
Wenn gleichzeitig neue Lager eingebaut werden sollen, sollte dies vorher geschehen, da sonst
die Druckhülse (auf der Bremsenseite) den Arbeitsbereich arg einschränkt. Filzring mit Kapsel in
den Sitz drücken und mit einem Körner neu verstemmen. Fertig!

Wir haben uns dann noch schnell ein Werkzeug für die Radlagerverschraubung zusammengebraten.
Können wir nur empfehlen, denn eine unserer Verschraubungen ist wohl nicht mehr zu retten. Wurde
zu oft mit Dorn und Hammer bewegt.



Noch ein Tip: neue Kugellager, etc. gibt es unter "www.ekugellager.de" (schon wieder zu blöd, das mit dem Link klappt nicht, und jetzt doch.. >:(), kosten hier nur etwa die Hälfte des Ladenpreises. Verkaufen aber nur an Firmen....  ;D   hatten wir dann ganz plötzlich  ;D


Viele Grüße,
Kevin und Peter

mekgyver

 ;D schönen Urlaub, Grüssli von mek  :schrauber:
... 73er-Gang

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