Bing Vergaser als Schweizer-Käse

Begonnen von oldtimerschuppen, 17 Februar 2008, 17:57:13

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oldtimerschuppen

Hallo Zusammen,
hatte heute die Vergaser von meiner Boxer in den Händen, um sie flott zu machen.
Dabei entdeckte ich an einem Vergaser eine helle Stelle am Gehäuse. Nach näherer Betrachtung wurden es mehrere helle Stelllen und nach näherer Untersuchung wurde der Vergaser ein Schweizer Käse :galgen:
Das Ultraschallbad hat wohl die ganze Misere zum Vorschein gebracht.

Meine Frage an die Spezialisten unter Euch. Kann man da noch was retten, oder soll ich den Käse Käse sein lassen :schimpf:

Über Eure Hilfe wäre ich sehr dankbar.

Gruss
Claudia ???


oldtimerschuppen


emm

#1
Hallo Claudia,
ich würde die innere Fläche mal kurz mit einem Sandstrahl anpusten zum Reinigen und Anrauhen, dann außen das Loch mit Tesafilm abkleben und anschließend die Stelle mit Uhu Endfest 300 ausgießen. Zum Schluss für ein paar Minuten im Backofen nach der Anleitung aushärten, fertig. Das Zeug ist wirklich benzinfest; damit habe ich meinen Tank abgedichtet.

Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

emil

hallo O.S
nach meiner Meinung handelt es sich um eine Aluminium - Korrosion die man Lochfrass nennt. Lochfrass entsteht durch die Potentialunterschiede zweier Metalle. In der CNC Bearbeitung kann diese Problem auftauchen wenn Stahl dann Kupfer und dann noch Aluminium auf der gleichen Maschine bearbeitet werden. Im Kühlschmierstoff hat es dann kleine Partikel unterschiedlicher Metalle. Wenn die Teile dann auch noch feucht aufeinander gestapelt werden kann es diese Auswirkung haben. In deinen Vergaser waren offensichtlich Stahl - Partikel (man sieht Rostspuren) Wasser kann dort auch vorhanden sein, das Benzin verdunstet...
Zu Lochfrass findest du weitere Informationen im Netz...
Gruss
Emil

guest474

Wenn nur diese Stellen löcherig sind könnte man auch über Löten nachdenken. Ich glaube Thomas / Rolf hat sowas schon mal gemacht.

Gruss Manfred

† odeon8

Löten mit AL75 ginge bei Alu (Schmelzpunkt ca. 650°C) - aber ich weiß
nicht ob der Vergaser aus Alu ist. Knut ?
HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

Karl

Zitat von: emil am 17 Februar 2008, 19:10:16
...Lochfrass...

In meinem Inneren höre ich plötzlich Stimmen ... Dieter Bürgi, bist du´s?  ;D

Okay, mal ernsthaft werd.

Weitere Möglichkeit:  KNETMETALL. Soll (angeblich) auch Benzinfest sein, sieht aus wie Metall und man kann es wie Metall bearbeiten (zB abfeilen). Würd mir zB bei www.Louis.de so ne Tube/Rolle holen, ein wenig kneten und das Loch damit stopfen. Aushärten lassen - fertig! Angeblich soll man darin auch Gewinde reinschneiden können (das Zeug hatte ich mir mal für meinen kaputten SAWE-Vergaser geholt) ...

VLG,
Karl
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klaus wg

Hatte vor Jahren mal erfolgreich einen BING 1/20/25 erfolgreich mit Weichlot gelötet.
Kam daher, dass selbiger BING ein Loch in der Schwimmerkammer hatte, und zwar exakt so, als hätte man die untere Aufnahme der Schwimmernadel einfach durchs Gehäuse gebohrt. Habe das Teil dann penibelst sauber gemacht, eingespannt, Gasbrenner genommen und, als das Gehäusematerial weich wurde, Zinn zugeführt. Danach mit Feile bearbeitet.
War wohl ein günstiges Zusammentreffen aller Umstände, denn ich wüsste nicht, ob's nochmal so gut klappen würde.


k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

† Knut

Moin zusammen,

das Gehäuse des Vergasers ist aus einer Zinkdruckguss-Legierung GD-ZnAl4 (GD=Druckguss; Zink 96%; Aluminium 4%). Bei dieser Legierung erfolgt eine erste Gefügeumwandlung bei ca. 250°C, ab 360°C fängt die flüssige Phase an!! Also bei allen thermischen Rettungsversuchen nach Möglichkeit unter 250°C bleiben, ganz kurzfristig auch knapp drüber (Aber da wird das Zeugel schon verdammt weich).

Ist allerdings auch ein schönes Beispiel dafür, warum unbedingt das Wasser aus der Schwimmerkammer entfernt werden sollte. Es ist Lochfraß in seiner schönsten Form, verursacht durch Potenzialunterschiede zwischen Zink, Wasser und Benzin. Zink ist dabei das schwächste Glied und ist die Opferanode

Knut

Knut


rolf

Solange es auf dem markt noch genügend (und günstig) Vergaserkörper zu kaufen gibt würde ich einen kaufen...bei einen Amal Tt o.ä. kann man versuchen den zu retten...aber bei einen (noch) stinknormalen, günstig zu erwerbenden BING würde ich keinen gedanken daran verschwenden...was ist es denn genau (Nummer)?
Rolf

oldtimerschuppen

Hallo Zusammen,

danke für Euren zahlreichen Tipps. Werd mich mal in Ruhe über alle Möglichkeiten stürzen und den Lochfrass killen...  :box2:

Zitat von: rolf am 18 Februar 2008, 09:27:36
Solange es auf dem markt noch genügend (und günstig) Vergaserkörper zu kaufen gibt würde ich einen kaufen...bei einen Amal Tt o.ä. kann man versuchen den zu retten...aber bei einen (noch) stinknormalen, günstig zu erwerbenden BING würde ich keinen gedanken daran verschwenden...was ist es denn genau (Nummer)?
Rolf

Auf lange Sicht, geb ich Rolf recht. Bin auch schon auf der Suche nach einem neuen Gehäuse 1/24/26, wenn also jemand sowas rumliegen hat....... ;D

Danke nochmal und Gruss
Claudia

klaus wg

Nochmal den fred aufgegriffen:

Dieser aktuelle link hier klingt doch recht interessant und könnte eine Lösung der Reparatur-Problematik darstellen:

http://emw-r35.de/board/viewtopic.php?t=3350

k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

oldtimerschuppen

Hallo Klaus,

danke für den Link.
In der Zwischenzeit hat sich mein Problem jedoch schon gelöst - Dank KNUT!!!!! :applaus:

Er hat meinen Vergaser fachmännisch abgedichtet.
So und jetzt zu meinem schlechten Gewissen - ich habe Knut versprochen, dass ich Bilder von vorher und nachher ins Forum stelle und euch an seinem Lösungsweg teilhaben lasse.
Deshalb werd' ich heute Abend mein Versprechen einlösen und die Bilder ins Netz stellen. Für den Langzeit-Dichtigkeitstest müsst ihr allerdings noch etwas Geduld aufbringen, da die Vergaser noch nicht in Betrieb genommen wurden.

Gruss
Claudia    :bike:

und nochmals ein dickes Lob an Knut!  :respekt:

oldtimerschuppen

Hallo Zusammen,

wie versprochen die Beschreibung der Abdichtungsaktion.

Da ich hier nix wirklich beigetragen habe, richtet Eurer Lob bitte an Knut.  :blumen:

Er hat mir den Vergaser fachmännisch mit einem Repair Stick von der Fa. abgedichtet. Der Stick heißt "Repair Stick ST 115 Aluminium". Das Zeugsel schaut aus wie Metall. Leider musste ich die Paste an der Aussenseite des Schwimmergehäuses noch in Form schleifen, so dass diese Stelle jetzt ohne Patina sehr glänzend ist. Ich glaube aber, wenn die Patina wieder drauf ist (ich hoffe das wird sie ???), dann erkennt man keinen Unterschied mehr.
Lt. Hersteller ist die Paste benzinfest und ein Langzeittest wird sicherlich positiv ausfallen. Ich werden dann berichten.
Auf jeden Fall bin ich froh, dass der Vergaser wieder einsatzbereit ist und durch die metallische Paste, sieht er auch wieder gut aus.
Danke Knut!

Schöne Grüsse
Claudia


Tino

Oh,Weicon. Sehr gut, aber nicht gerade für kleines Geld zu haben.
Hatten wir auch schon in der Firma.
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

oldtimerschuppen

Hallo Tino,

da ich nur die Wahl hatte zw. neuem Gehäuse (woher nur??) oder 12,- , dann ist das nicht wirklich teuer - oder?

Gruss
Claudia  :schrauber:

Tino

Zitat von: oldtimerschuppen am 29 Mai 2008, 14:11:14
Hallo Tino,

da ich nur die Wahl hatte zw. neuem Gehäuse (woher nur??) oder 12,- , dann ist das nicht wirklich teuer - oder?

Gruss
Claudia  :schrauber:

Nö,zumal ja wohl nicht der ganze Stick für einen Vergaser drauf gegeangen sein wird.

bye Tino
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

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