Bremsbacken aufarbeiten

Begonnen von Taz, 09 Mai 2008, 22:43:07

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Taz

Hallo zusammen.

Nachdem meine R25/3 mit der Vorderradbremse nur verhalten langsamer wird und ich schon an allen Stellschrauben (Winkel des Hebels eingestellt, Bremstrommel gereinigt und neuen Zug eingebaut mit runder Verlegung) gedreht habe, ohne daß es besser wurde, habe ich mich nun der Bremsbeläge und der Bremsbacken angenommen...Belagstärke ist noch in Ordnung, aber weiß der Geier, wie lange die schon drin sind...

Also hab ich aus dem Fundus das beste Paar rausgesucht und beim Bremsen Schöbel in Nürnberg dann neue Beläge aufkleben lassen (12,50€ pro Backen inkl. Material plus Märchensteuer und Versand). Dienstag früh verschickt, heute wieder zurückbekommen...kann man lassen.

Morgen wird eingebaut und dann schauen wir mal, ob ich in Zukunft aufs Ankerwerfen verzichten kann.

Eine Frage habe ich dem Zusammenhang noch: ich habe noch zwei weitere Paare Bremsbacken, die allerdings auf der Anlagefläche des Bremsschlüssels deutlich sichtbare Einlaufspuren haben...kann ich die so lassen, macht es Sinn, die mit der Feile wieder zu richten oder gehen die direkt in die Tonne? Ich will halt vermeiden, daß der Schlüssel im unpassenden Moment das Rasten anfängt...

 

Vielen Dank im Voraus und schöne Grüße, Tas
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Taz

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isie

Hallo Tas,

habe  gerade folgende mir nicht erklärliche ErfaHRUNG GEMACHT (schhxxxx Hochstell usw.):

a.) Bremsbeläge vorne bremsen einwandfrei

b.) aLLES GESÄUBERT (ssss s.o), mit Nitro übergeschwischt, ausreichend lange "abtrocknet" ( 2 Wochen), mit Schmirgelpapier aufgeraut, Kanten abgefeilt = Bremswirkung BESCHEIDEN und deutlich schlechter als vorher !


c.) 500 km gefahren = Teufel, greift wie ebenso.


Für mich sieht es so aus, als ob der auf den Belägen vorhandenen Abrieb NICHT entfernt werden sollte.

Na ja - ob Dir das jetzt aber hilft ? 

VG Ingo

Tino

Bremsbeläge müssen eingefahren oder besser eingebremst werden. Einmal damit sie sich mit der Trommel richtig einschleifen und zum anderen wird die Oberfläche des Bremsbelag noch "vergütet" durch die Bremswärme. Harze und Bindemittel werden von der Oberfläche verbrannt und eigener anorganischer Abrieb setzt sich in den obersten Porenraum. Dabei kann es erstmal von Vorteil sein den alten Schmodder(Staub,Abrieb usw.) mit Bremsenreiniger zu entfernen. Die alten Bremsgehäuse waren ja nie so wirklich richtig dicht. Wenn sie Straßenstaub usw. ins Sintergewebe absetzt,dann bremst das nie so gut,wie eine neu eingefahrene Bremse.
10 Bremsung mit leichter Steigerung,aber keine Volbremsung sind ganz gut zum Einbremsen.
Ich hatte gestern auch meine alten Bremsbeläge gereinigt. Vorher schön rehbraun und danach zartrosa  ;D
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

klaus wg

Zitat von: Tino am 10 Mai 2008, 08:45:46
Bremsbeläge müssen eingefahren oder besser eingebremst werden. Einmal damit sie sich mit der Trommel richtig einschleifen ....

Stimmt. Überdies ist auch zu bedenken, dass die wenigsten Trommeln rund und in der Breite betrachtet "plan" sind.
Siehe dazu auch die umfangreichen Ausführungen von C. Hertweck in "Besser machen".
TAS, dort dürftest Du wahrscheinlich auch etwas zu Deinem Problem der eingelaufenen Backen finden: siehe >>>Seite 137.
Apropos Abwischen mit Nitro: fettet auch etwas nach, Aceton oder eben Bremsenreiniger hielte ich für besser.

Gruß
k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

Taz

Hallo Klaus.

Zitat von: klaus wg am 10 Mai 2008, 19:08:11
...dort dürftest Du wahrscheinlich auch etwas zu Deinem Problem der eingelaufenen Backen finden: siehe >>>Seite 137...
Ich Depp habe da drübergelesen...danke. Dann werde ich mal die Feile zücken und die Flächen wieder planen...

Nach dem Einbau der neu belegten Backen bin ich gleich los, Tragbildkontrolle erfolgt am Sonntag...aber so schlecht kann es nicht sein, die Bremswirkung ist deutlich besser als vorher. Die alten Beläge hatten es also wirklich hinter sich...

Schöne Grüße, Tas

PS: Zum Bremsenreinigen habe ich Bremsenreiniger genommen...war irgendwie naheliegend.
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guest474

falls noch einer neue Bremsbeläge einbauen will:
Diese Firma mit dem bayrischen Ländchen bietet in ca. 4 Wochen noch bessere Bremsbeläge an.
Die Dinger bremsen schon beim drandenken.

Gruss Manfred

Kompressor_Peter

Hallo Manfred,

sorry aber wer ist das?
Ich brauche für meine R 25/3 Bremsbeläge zu aufnieten.

Gruß,
Peter

Wolfgang

Hi Peter,

Bremsbeläge können vom Fachbetrieb auch aufgeklebt werden. Man erspart sich das Nieten und heben tuts auch noch ganz gut.


Wolfgang

Kompressor_Peter

Hi Wolfgang,

mag es jetzt hier auch einen Sturm der Entrüstung geben und Hinweise auf geklebte Flugzeugteile usw....
Da ich Bremsträger habe, auf die die Beläge genietet werden können, werde ich von diesem System nicht abweichen und die Dinger selber aufnieten.
Hatte mal ein Erlebnis der besonderen Art mit einem Fachbetrieb und aufgenieteten Bremsbelägen bei meinem Käfer (und einige weitere beim Ersatzteilkauf bei AT..). Komisches Verhalten beim Bremsen. Räder und Bremstrommeln runter und siehe da, ein Belag war nur mit zwei Nieten auf einer Seite fest!!!! In den restlichen Belägen fehlten auch so einige Nieten. Ich habe damals Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um denen eine ordentliche Ohrfeige zu verpassen. Hat leider nicht viel genutzt, es wurde alles auf den Lehrling abgeschoben. Ich habe mir dann von einem Bekannten meines Vater´s (Kfz-Meister) zeigen lassen wie´s gemacht wird und seit diesem Zeitpunkt die Beläge selber aufgenietet.

Viele Grüße,
Peter  V(ertrauen ist gut, Kontrolle ist besser)


Peter

Hallo Peter,
mache ich genauso. Mein Vater (KFZ-Mechaniker) hat's mir damals auch gezeigt. Seitdem niete ich die Belege immer selber auf! Muss nicht schlechter sein als geklebt!
Gruß Peter
Am Sichersten ist die Unfreiheit

klaus wg

Wenn man nieten kann, halte ich dies auch für eine sehr gute Alternative. Bedingung: Bremsbeläge, die wirklich sauber passen. Zu oft wird Schund angeboten, der trotz sorgfältigsten Arbeitens an den Enden hochsteht  :schimpf:

Beim Kleben weiß man halt nie, wie sorgfältig gearbeitet wurde, und der Gedanke an einen schlecht geklebten Belag, der sich bei Gefahrenbremsung komplett löst, ist nicht wirklich angenehm  :o

k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

Wolfgang

Hi Peter,

von mir gibts da keine Entrüstung, ich sehs da schon genauso. Wenn man selber die Beläge aufnieten kann ist man da klar im Vorteil. Man ist nicht von einem Bremsendienst abhängig und als Passfahrer ist man da eindeutig im Vorteil.

Wolfgang

rolf

Ich habe jahrelang die Dinger selbst genietet (und konnte es auch irgendwann ;D) bloß dann wurden die Beläge immer schlechter ...Bohrungen stimmten nicht, Belag zu schmal, wellig etc...gleichzeitig wurden die Trommeln immer unrunder...also beim renommierten (LKW-Bremsen + Kupplungen) in übermaß...Beläge meiner Wahl kleben lassen-Preis? 11,- DM anstelle von 7,50,- DM.
Beides hat seine Berechtigung...ich würde es pragmatisch und nicht so philosophisch sehen.
Rolf

Kompressor_Peter

Grübel....    :-\\

Ich bin ja vor langer Zeit aus dem "Geschäft" ausgestiegen und deshalb überrascht über die Hinweise auf die mittlerweile schlechte Qualität der Bremsbeläge.
Kann ich evtl. die alten Beläge drauf lassen (ca. 32 Jhre alt und augescheinlich noch völlig in Ordnung) oder doch sicherheitshalber neue besorgen?

Schon mal vorab ein Dankeschön,
Peter 

Wolfgang

Hi Peter,

na etwas betagt sind deine Beläge ja schon. Aber keine Angst vor den neuen. Du brauchst da ja nicht irgendwelche Noname Produkte zu kaufen.
Ich empfehle dir da Bremsbeläge von einem Markenhersteller. Damit ist dir die Qualität auf jedenfall sicher.

Wolfgang

rolf

Hey Peter,
bremsen sie noch gut?
32 jahre ist schon recht alt und meistens sind sie denn verhärtet...aber wenn sie noch ausreichen...lasse sie..ansonsten eben neue kleben/nieten.
Rolf

rolf.soler

Mein Grundsatz Nr. 1

Never change a working part

dt, etwas weniger elegant: Wechsle nie ein funktionierendes Teil aus


Kompressor_Peter

Hi Rolf,

wenn wir das nur schon testen könnten  :koenig: !!!
Hier liegen noch tausend Einzelteile. Mit dem Ausprobieren ist also Essig.
Aber bei dem Wort "verhärtet" hat´s bei mir geklingelt und wir sind noch mal runter in die Werkstatt.
Nagelprobe...  >:(  Da könnte man glatt Kugellager draus bauen, so hart sind die Teile.
Alles neu macht der Mai (hier die Bremsbeläge).

Danke an alle,
Kevin und Peter

Taz

Hi Rolf.

Zitat von: rolf.soler am 24 Juni 2008, 19:37:00
...dt, etwas weniger elegant: Wechsle nie ein funktionierendes Teil aus...

Ich kenn das als "nix reparieren, was nicht kaputt ist"... ;D

Schöne Grüße, Tas
Life's a bugger, and then you die

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rolf.soler

Ja, so ists sogar auf deutsch elegant...

Uebrigens: Bremsbeläge sind eigentlich immer steinhart, jedenfalls im Vgl. zum Daumennagel. Oder ? Kannst Du den in die neuen reindrücken ? Früher gabs mal "weiche" Bremsbeläge, aber die waren auch nicht wirklich weich und hatten Asbest drin (gut für die Bremsen, schlecht für die Lunge)

Kompressor_Peter

Ja natürlich sind die Beläge im vgl. zum Fingernagel "steinhart".
Aber da gibt es auch noch "Nägel" die laufen unter der Bezeichnung Drahtstifte   ;D.

Und garantiert mit Asbest, genau wie in den formschönen  :P gewellten Dachplatten aus dieser Zeit.

rolf.soler

Und den Drahtstift, den kannst Du in die neuen Beläge reindrücken ?

Kompressor_Peter

Nee, aber kann mich erinnern, dass es dann wenigstens einen Kratzer gab.
Bei meinen alten tut sich da nix!

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