Tank Sanierung, was verbessern?

Begonnen von Fupl, 06 August 2026, 15:20:09

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Fupl

Hallo zusammen,

ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass die /3-Tanks wohl gerne mal undicht werden. Mein Tank ist aktuell zwar noch dicht, aber da er demnächst lackiert werden soll, wollte ich vorher noch etwas fragen:

Wo sind denn die typischen Schwachstellen bei den Tanks? Und gibt es etwas, das man vorbeugend machen kann, damit er später nicht undicht wird?

Außerdem habe ich auf dem Bild die rot markierte Lasche eingezeichnet. Macht es Sinn, die vorsorglich durchzuschweißen, oder bringt das eher nichts bzw. kann dadurch sogar etwas schiefgehen?
Sollte man es eher Verzinnen?
lasche.jpg
tank.jpg

Danke schon mal für eure Tipps!

Der Tank kommt auf meine 25/2 Maschine.

Fupl



M. Bumerang

Mach eine Rißprüfung an den Schweißstellen
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

strichzwojan

Da gibt es massig Lesestoff. Gib mal in der Suche "Weichlöten" "Hartlöten", "Versiegeln" oder "Tank schweißen" ein...

Alles hat Vor- und Nachteile. Ich würde heute gar nicht mehr versiegeln, weil das nachfolgende Reparaturen sehr problematisch machen kann.

Meine Empfehlung wäre, mit (teurem) Silberlot hartzulöten. Das fließt gut, hält sehr gut, versprödet nicht das Tankblech. Schweißnähte erzeugen im Umfeld der Naht Spannungen oder Materialgefügeveränderungen.

Noch ein Beispiel. Ich ließ von Jemandem, der es wirklich kann, ein kleines Loch (stecknadelkopfgroß) in Benzinhahnnähe schließen. Zuerst sollte es ein Edelstahlpünktchen werden, ging nicht, dann wurde hartgelötet, was gut hielt, aber nun war rund um das Gewinde im Tank alles sprudelnd undicht. Auch dieses Gewinde bzw. der kleine Einsatz musste mit Silber verlötet werden. Ich lernte, dass ab Werk dieser Gewindeeinsatz gar nicht gelötet, sondern nur verpresst wurde! Durch die Hitze hatte sich diese Verpressung bewegt...
Die Tankinnenversiegelung (Kreem weiß) war natürlich an den erhitzten Stellen verbrannt.
Arbeit kann Arbeit nach sich ziehen.

Heiko

#3
Um mal mit einem Vorurteil aufzuräumen:

Silberlot heißt nicht Silberlot, weil es zu 100% aus Silber besteht und 1712 Euro das Kilo kostet.

Silberlot besteht aus Silber, Kupfer, Zink und Zinn welches man in ausreichender Anzahl zum Löten eines Tanks für rund 19 Euro bekommt wenn man es selber machen kann. Ich würde immer vorher nach Anwendungsfall entscheiden ob hart- oder weichgelötet werden sollte oder kann.

Vorne an den Laschen würde ich gar nichts löten, weil die Laschen dann so steif werden, dass es dort garantiert zu Rissen kommt später... eher früher.

Das wird Dir aber der Tankinstandsetzer deines Vertrauens sagen können.

Übrigens ist der Gewindeeinsatz, zumindest bei R 26, im Tank immer Hartgelötet und nicht gepresst. Zumindest bei allen R 26-Tanks die ich in der Hand hatte. Wahrscheinlich auch bei R25/x. Da wird vermutlich durch das Löten daneben das alte Lot weglaufen sein.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

strichzwojan

#4
Zitat von: Heiko am 06 August 2026, 19:57:13Silberlot heißt nicht Silberlot, weil es zu 100% aus Silber besteht und 1712 Euro das Kilo kostet.

Du weißt, was aktuell so eine Stange Silberhartlot kostet? Für den Preis kriegst du 8 bis 10 Stangen Messinghartlot. Das Silberhartlot, was ich immer noch verarbeite, hat einen Silberanteil von über 50 Prozent.

Das ist ein bisschen wie mit dem Leberkäse, in dem weder Leber, noch Käse ist...
Und dann fällt mir noch Neusilber ein, auch ein spannendes Material.

Mein Tank ist übrigens von der R24, und da ist das Gewindeeinsatzstück (Innengewinde im Tank) eben ab Werk eingepresst.
Ich schreibe ja aus eigener Erfahrung...

Warum die R24-Tanks meiner Meinung nach die besseren Einzylindertanks sind, hatte ich ja schon mal erläutert.

Heiko

#5
Weiß ich... alles und, dass man nicht reich sein muss um einen Tank mit Silberlot zu reparieren. Ich hatte übrigens von R 26 Tank geschrieben.

Ist auch egal. Du hast Recht...
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

M. Bumerang

ZitatVorne an den Laschen würde ich gar nichts löten, weil die Laschen dann so steif werden, dass es dort garantiert zu Rissen kommt später... eher früher.

wie schon geschrieben: Rißprüfung, wenn was gefunden mit Silberhartlot ausbessern.
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

Fupl

Also Risse hab ich keine gefunden.
So wie ich das nun sehe, werde ich gar nichts machen außer neu lackieren.

Danke für eure Tipps, sonst hätte ich mich nur verrannt.

M. Bumerang

ZitatAlso Risse hab ich keine gefunden.

wie hast du geprüft?
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

Fupl

Der Tank war bis zum Ausbau dicht.
Also hab ich mir jetzt mit dem Augen alle Schweißnähte noch mal genauer angeschaut.

schraubenkoenig

schau dir ganz genau das Profil für das Kniekissen an! Darunte sammelt sich gern Schmutz. Wenn dann Feuchtigkeit dazukommt, hat das unter dem Kissen beste Voraussezungen zum Gammeln. bei meinem Tank hatte ich da bereits im Bereich der Schweißpunkte winzige Poren. Allerdings sah man da bereits, daß sich das Prfil hob- daraufhin habe ich es vorsichtigst abgetragen(Sträflingsarbeit) und die Poren entdeckt. Ich habe eine starke LED Lampe in den Tank gesteckt und in der Werkstatt dunkel gemacht. Die Poren konnte man dann von außen erkennene(mit guten Augen).
Ein Kühlerbauer hat mit das dann flächig verzinnt(weich) bevor es zum Lackieren ging. Die originale Beschichtung hat das überlebt. Schweißen lässt sich in diesem Bereich jetzt natürlich nix mehr :-).  Das Profil fällt weg und das Kissen wird mit Skaflex montiert.

strichzwojan

Das ist der Riesenvorteil der R24-Tanks. Die Knie-/Schenkelkissen sitzen nicht auf einem aufgeschweißten Blechrahmen, sondern es ist eine Blechplatte mit Distanzstücken auf dem Tank verschraubt. Die zu kleinen R24-Platten wurden gegen selbstgemachte Alubleche getauscht und auf diese dann die R25-Kissen montiert. Da wird auch in Zukunft nichts rosten! Waren halt ab Werk noch vier weitere Gewindehülsen, die in den Tankflanken eingelötet werden mussten.

Anulu

Ich würd mir die Versiegelung vorher peinlich genau ansehen.
Im
Zweifel vor dem lakieren erneuern.
Mit Restom kannst du auch Haarrisse dadurch abdichten. Also keine bösen Überraschungen.
Gruss
Gruß Manuel



Rock or Bust!

berndr253

Ich würde mich nicht darauf verlassen, mit einer Innenbeschichtung Risse oder Undichtigkeiten zu "reparieren". Früher oder später wird das undicht werden (meine Erfahrung). 
Undichtigkeiten oder großflächige Verrostungen würde ich mit Hartlot wieder "versiegeln". Autokühlerbauer nehmen für solche Reparaturen auch schon mal Weichlot (aber kein Radiolot)

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Anulu

Schon klar, nur wenn er bis jetzt dicht ist und neu lackiert wird, könnte man vorbeugend neu beschichten. Dann ist länger Ruhe.
Gruß Manuel



Rock or Bust!

schraubenkoenig

Zitat von: Anulu am 13 August 2026, 09:51:28Schon klar, nur wenn er bis jetzt dicht ist und neu lackiert wird, könnte man vorbeugend neu beschichten. Dann ist länger Ruhe.
Kann man so oder so sehen. Eine Beschichtung macht eine Reparatur später schwieriger. Enfernen lässt sie sich auch kaum mehr. Wenn sie fehlerhaft ist, kann es sogar noch mehr Arbeit machen.

Hier im Forum gibt es Geschichten zu "gut" und "schlecht" genug.  Muss man dann für sich entscheiden.

Fupl

Also, ich hab mich bereits entschieden, gar nichts zu machen.
Der Tank war dicht, und wenn er mal kaputtgeht, wird er eben hartgelötet etc.

Die originale Beschichtung ist noch okay.
Wenn er mal Probleme macht, dann wird er halt restauriert.

Danke für eure Hilfe

CHAMBONDU

Hallo zusammen.

Die ,,Restom"-Beschichtung blättert nach einigen Jahren schließlich ab.

Jean-Claude.

M. Bumerang

nach welcher Zeit blätterte sie ab?
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

CHAMBONDU

Zitat von: M. Bumerang am 13 August 2026, 17:56:03nach welcher Zeit blätterte sie ab?
Manfred


nach 15 Jahren

Jean-Claude

RTwenty7

Zitat von: CHAMBONDU am 13 August 2026, 16:52:49Hallo zusammen.

Die ,,Restom"-Beschichtung blättert nach einigen Jahren schließlich ab.

Jean-Claude.

Jede Beschichtung ist nur so gut wie ihre Vorarbeit. Wenn ich mir deinen Tank innen ansehe, sind da noch etliche andere Schichten drin, nicht nur Restom. So wird das natürlich nix.
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

rwiegmann

Wenn die Beschichtung sich ablöst und die Teile im Vergaser landen und die Düsen verstopfen, ist das auch nicht so lustig. Ist mir in letzter Zeit mehrfach passiert, gerade beim/nach Umschalten auf Reserve. In jedem Fall den Tank ordentlich spülen. Eine alte Beschichtung/Rost kann man ganz gut entfernen. Glassplitter, Schrauben und sonstiges scharfes Zeug in den Tank füllen, Tank gut einpacken und mehrere Stunden auf einer Mischmaschine rotieren lassen, hilft ziemlich gut.

MfG Reinhard
Projekte aktuell in der Mache: BMW R25/3, Ardie BZ206, Ardie NE 125, DKW SB 200
Fahrbereit: BMW R80 G/S, DKW RT 200/2, MZ RT 125/3 und /2, Honda Innova, mein Stadtmoped
Aktuell abgemeldet: NSU LUX und Hercules 313

M. Bumerang

Ich habe den Tank meiner 25/2 und einen R90/6 Tank innen beschichtet. Alles nach Anleitung gemacht. Nach  ca. 15 Jahren ging am 25/2 Tank  die Beschichtung im DIN A5 Format ab. Ich fand dann einen Händler der mit Säure und mit Glasperlenstrahlen den Tank von meiner Bschichtung befreite. Alle anderen Händler lehnten ab.Das war 2005, Beschichtung ist noch einwandfrei.
Beim 90/6 Tank kam das Benzin rosarot gefärbt raus. Ein Händler wollte den Tank mittig trennen und dann wieder zusammen schweißen. Ich bin  dann wieder beim Säure- Händler gelandet. Immer wenn ich sagte ich hätte schon mal beschichtet haben die Händler abgelehnt.
Auf meine Frage ob die Beschichtung auch E15 oder 20 aushält konnte er nix sagen. Die Schweden haben E85.
Manfred

Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

strichzwojan

Da der Tank des TE ja nun mechanisch bearbeitet wurde (schleifen, entlacken) könnte man über eine Dichtigkeitsprüfung vor dem Wiederlackieren jedenfalls mal nachdenken...

schraubenkoenig

Zitat von: Fupl am 13 August 2026, 10:57:32Also, ich hab mich bereits entschieden, gar nichts zu machen.
Der Tank war dicht, und wenn er mal kaputtgeht, wird er eben hartgelötet etc.

Die originale Beschichtung ist noch okay.
Wenn er mal Probleme macht, dann wird er halt restauriert.

Danke für eure Hilfe
wenn die originale Be3schichtung i.O. ist, solltest du garnichts machen. Die ist gut.

92fzr









Da war doch was, unter dem Kniekissen  ;D
Und schlecht gemachter Verzinnung, bei keinen Dellen :\'(
Es grüßt Dirk

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