Härte der Lima-Kohlen: Erfahrungen?

Begonnen von strichzwojan, 12 Juli 2026, 08:18:39

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strichzwojan

Gibt es Erfahrungen zur Lebensdauer der Limakohlen, vielleicht auch aus unterschiedlicher Produktion?
Ein echter Kostenfaktor sind sie ja nicht. Es geht um den Staub, auch um Abnutzung des Kollektors.

Im Winter 2019 hatte ich den letzten Wechsel (Kohlen von Noris, Rabenbauer). Nach nur 33.000 km waren die nun fällig und wurden wieder durch Rabenbauer-Noris-Teile ersetzt.
Die Kohlen davor hielten 40.000 km und ließen 4mm Länge auf der Strecke.
Die gerade gewechselten haben auf die 33.000 km über 5mm verloren.
Und ich habe immer den Kohlenstaub im Deckelinneren gesehen - so ähnlich wie der Lidschatten einer Goth-Queen...

Die neuen Noris haben übrigens Änderungen gegenüber den alten. Die Kabel sind 8mm kürzer, der Ösenanschluss ist nicht mehr geklemmt und gelötet, sondern aufgelegt und angeschweisst.
Im Internet sieht man Kohlen, bei denen die nachlässige Fertigung sofort zu sehen ist: fransige Langlöcher im Ösenanschluss, das Anschlusskabel ist nicht sehr feindrähtige Litze, Kabelanschluss gefaltet und gelötet, die Schräge am Kohlenende nicht annähernd so schräg wie bei Noris.
Meine Lima arbeitet vollkommen unauffällig, Generatorleuchte ist bei Fahrt ohne jedes Glimmen, nachladen muss ich nie. Vape-Regler.

Was für Kohlen fahrt ihr denn so und mit welcher Staubentwicklung?
Ich frage auch, weil meine Transistorzündung sich über den Kohlenstaub nicht freut.

strichzwojan



Schorsch

Tja,

meine Kohlebürsten sind schon sehr lange drin, Staub hab ich im Deckel kaum, auch von Rabenbauer.


Zudem gibt es 2 unterschiedliche Kohlebürsten.

1. Kohlebürsten NOX 16, oben schräg
2. Kohlebürsten NOX 15, oben gerade, für R 51/3-R 68

Hansdampf hat mir mal gesagt, dass die NOX 15 besser sind, ich nehme an,
deshalb, weil sie nicht so von der Feder zur Seite gedrückt werden.

Versucht hab ich die noch nicht.
Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

felixcurly

Ist es nicht so, dass bei den Noris-Rabenbauer-Kohlen beiden Kohlen identisch sind, die Schrägen aber eigentlich unterschiedlich sein müssten? (Sorry, blöd zu erklären)

Felix

Schorsch

Das schrubte ich,

1x oben gerade
1x oben schräg
Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

Heiko

Ne,

ich glaube Felix meint, dass bei einer Kohle die Anschlussleitung auf der falschen Seite angebracht ist und dadurch die Schräge unsinnig ist. Meine hätte so eine Kohle auch schon mal in der Hand gehabt.  :Frage:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Eppo

Die angeschweißten Ringösen scheinen jetzt "state of the Art" zu sein. Hab bisher noch keine andere Ausführung von Neuteilen in der Hand gehabt.

Diesbezüglich müsste ich auch schon einmal so eine Ringösen umarbeiten, weil es sonst mit den Anschlusslängen und der Überkreuzung nicht gepasst hat.
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Schorsch

Interessant ist, dass Stemler in seinem Katalog die NOX 15 (oben gerade)
für R 24-25/3 gelistet hat.
Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

felixcurly

Zitat von: Heiko am 12 Juli 2026, 10:23:49Ne,

ich glaube Felix meint, dass bei einer Kohle die Anschlussleitung auf der falschen Seite angebracht ist und dadurch die Schräge unsinnig ist. Meine hätte so eine Kohle auch schon mal in der Hand gehabt.  :Frage:

Genau! Danke. Da finde ich oben gerade schon sinnvoller als ,,Schräge in die falsche Richtung" bei einer Kohle

Borkumer

Moin!

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass zu harte Kohlen SEHR kontraproduktiv sind. Ich hatte bei der Restauration damals
Kohlen bestellt mittels eines Links, der hier im Forum in einem Thread von einem erfahrenen User eingestellt wurde.
Der Shop hatte die Kohlen auch als NOX 16 gelistet und habe diese bestellt. Da ich damals nicht wusste wie LiMa-Kohlen auszusehen haben,
habe ich die gelieferten natürlich eingebaut, passten und funktionierten auch. Bis zum letzten richtigen Ederseetreffen...
Mit Schwierigkeiten am Linge angekommen wurde dann am nächsten Tage nachgesehen, woran es lag. Die verbauten Kohlen sahen
noch gut aus und durch Zufall erkannte man dann am Kollektor eine, sagen wir mal, "markante" Spur der Verwüstung. 

Die verbauten LiMa Kohlen waren in Wirklichkeit, laut Patick, Anlasserkohlen. Die sind "etwas" härter und sorgen für
dezenten Abtrag am Kollektor. Kurz gesagt, der Anker musste nach Prüfung durch Hansdampf von ihm wieder erneuert werden.
Der zuvor neu gemachte Anker hatte somit glatte 5500 km runter und hier sei gesagt:

Nimm lieber weiche Kohlen und erneuere sie, wenn die auf sind. Ist günstiger als ein neuer Anker ;)

Wenn der Kohlenstub nervt, Deckel runter, mit Kompressor durchpusten, Deckel drauf.
Im Anhang gibt's drei Bildchen, die mittlere Kohle ist die "Böse", hier sieht man einen kupferfarbigen Schimmer.
Dann einmal Anker nach 5500km und der "gleiche" nur ungelaufen.

LG Dennis

Wir ackern durchs Getreide, wir ackern durch die Saat, HURRA! wir fahren Eintopf und das nicht all zu zart...

Schorsch

Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

strichzwojan

Dem schließe ich mich an! Danke!

Kupferfarbe der Kohle muss aber nicht unbedingt ein Zeichen für "unpassend" sein. Meine Boxerkohlen haben genau den gleichen Farbton. Allerdings geht bei der Drehstromlima ja nur der Erregerstrom über die Kohlen, und nicht - wie bei uns - der komplette Ladestrom.
Ich habe ja so einen Verdacht, dass LED-Leuchtmittel durch den viel geringeren Strombedarf den Kollektor sehr entlasten.

Borkumer

Moin!

Was mir gerade so beim nochmaligen betrachten der Bilder auffällt..
Der "alte" Anker ist  ? linksrum ? und der "neue" Anker ist ? rechtsrum ? gewickelt.

@Hansdampf hat das irgendwelche Auswirkungen? Auch scheint mir die Drahtstärke anders zu sein.
Beide Anker kommen von dir, kannst du dazu was sagen?


LG Dennis
Wir ackern durchs Getreide, wir ackern durch die Saat, HURRA! wir fahren Eintopf und das nicht all zu zart...

Hansdampf

Die Spulen sind unterschiedlich eingelegt, mal der linke Schenkel oben, anders mal der rechte. Ist elektrisch egal. Mittlerweile wickele ich sie so wie die orignalen, heißt die Umgebungsluft wird nach aussen gedrückt. Wirkt zusammen mit der Fliehkraft vielleicht ein bissel besser als Ventilator und die Kühlung ist 0,1% besser.

4Taktix

Jetzt wird's aber esotherisch homöopathisch  ;D
Think outside the box !

Borkumer

Moin!

@Hansdampf vielen Dank!
Wickelrichtung hat physikalisch also eher k(l)eine Unterschiede, die Drahtstärke ist dem Foto geschuldet oder gibt es/gab es hier Unterschiede. Hat das was mit der Leistung zu tun?

LG Dennis
Wir ackern durchs Getreide, wir ackern durch die Saat, HURRA! wir fahren Eintopf und das nicht all zu zart...

Beppo

Da möchte ich doch auch noch meinen Senf/Erfahrung aus 30 Jahren E-Staplerrep. zum Besten geben.
da gab es 12V 24V 48V und 80V Motore, aufgefallen ist mir immer das nieder Spannungen 12-24V eher braune ins Kupfer gehende und weiche Kohlen hatten. bei 48-80 Volt waren die Kohlen wirklich kohleartig, schwarz und härter. Trotzdem war ich mal verwundert als 24V Motorkohlen plötzlich durch die Baugleiche 48V version ersetzt wurde. Der Kunde merkt ja nicht warum er plötzlich nen neuen Motor braucht, solange ich mein Maul halte... :o Im E-Motorenbau wurde mir mal gesagt das die Zusammensetzung von Kohlen auch auf die Legierung des Kollektors abgstimmt wurden, Ich nehme an heute ist das den Herstellern unserer Brangsche sch..egal.

Und noch was, Hansdampf möge korrigieren, ein guter Kollektor sieht dunkel eher seidenmatt aus. Viele meinen er müsste sauber glänzen und gehn mit feinem Schmiergel ran.Das ist in der Regel kontraproduktiv, Die feinen Korrundpartikel arbeiten sich ins Kupfer ein und lassen die neuen Kohlen erst mal schwinden.
Neue Kohlen liegen erst mal nicht vollflächig auf und müssen einlaufen bis volle Leistung zur Verfügung steht. Wo eine Einlaufzeit nicht vertretbar ist wird bei Neumotoren mit Bims eingeschliffen. Motor läuft, die Kohlen Pfeifen noch, kurz mit einen schmalen Bimsstift( die gibts extra dafür) drangehalten und ruhe ist. die Kohle liegt vollflächig auf und der Staub wird natürlich ausgeblasen.

weitermachen.. Beppo
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

Hansdampf

Is schon richtig so.
Es kommen 40 verschiedene Materialien in Frage die in Kohlebürsten reingemischt werden, je nach Anwendungszweck. Der Maschinenbauer sagt "die Kohle mußen stimmen".
Bei der Legierug des Kollektors bin ich skeptisch. Ich kenne praktisch nur Elektroylt-Kupfer. Gaaanz selten mal was wie Messing gesehen.

Beppo

Ob man vieleicht mal die Fa. Schunk anfragt ab sie ne Serie 6 Volt Kohlen mit vernünftiger Schräge und feiner Litze auflegen ? womöglich hat Schunk früher sogar die orginal Kohlen geliefert.

bei den Stößelgummis kam ja ganz schön was zusammen.
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

mekgyver

Fa Schunk ist mir früher nicht aufgefallen, eher Fa GeBe, die sitzen wohl in der Eifel, eine Traditionsfirma.
Die hatten die NOX16 im Prpgramm. Es hat mich immer gewundert, was es mit der Schräge auf sich hat.
Meiner Ansichtnacht ist die Kohle mit dem 90° Plateau (NOX15 ?) besser geeignet. Die sollte dann auch die selbe Härte wie original haben. Die Firman wird das genau wissen, sofern die Mitarbeiter von damals noch als Mentoren zur Verfügung stehen.
Gruß mek  :prost:
... 73er-Gang

Beppo

ich könnte mir vorstellen das diese Schräge das "Klappern" der Kohle seitlich verhindern soll. Ob wegen der Geräusche oder dem Einlaufen der Kohle. Bei einem Belüftungsmotor der Bahn oder einem Scheibenläufer für die Absaugung einer Zahnarztbehandlung sollte der Motor absolut leise sein. Vielleicht wurden die Kohlen ,weil zufällig passend, einfach so übernommen und man hat sich die neue Form gespart.
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

strichzwojan

"Gerade" Kohlen wurden ja später auch noch konstruiert, auch bei BMW-Motorrädern. Insofern glaube ich nicht unbedingt an eine "Anti-Klapper-Funktion", obwohl der Gedanke logisch erscheint.

Vielleicht hat es eher mit der erwarteten Abnutzung zu tun. Die Schräge verhindert offenbar, dass bei immer kürzer werdender Kohle irgendwann die Federkraft nur noch gegen die Wand der Führung geht...?

Und die mittlere Rille in der Schräge? Als ob die Federchen sonst ein komisches Eigenleben führten. Hin- und Herschwingen durch Vibrationen?

Heiko

#21
Zitat von: Beppo am 14 Juli 2026, 04:23:07Bei einem Belüftungsmotor der Bahn...

Was denn für ein Belüftungsmotor der Bahn? Als Beispiel: Der Fahrmotorlüfter einer E-Lok erzeugt lautere Luftströmungsgeräusche, welches jedes ,,Kohlenklappern" überlagert.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Beppo

Zitat von: Heiko am 14 Juli 2026, 06:23:51Was denn für ein Belüftungsmotor der Bahn? Als Beispiel: Der Fahrmotorlüfter einer E-Lok erzeugt lautere Luftströmungsgeräusche, welches jedes ,,Kohlenklappern" überlagert.

Belüftung in Fahrgastkabinen. ich hab ende der 90iger mal 3 Jahre im E-Motorenbau gearbeitet. Da hatten wir Kleinserien für die Bahn, Zahnmedizin, Rehatechnik, E-Bikes. Da war die Geräuschentwicklung immer ein wichtiges Endprüfkriterium. Wenn da die Kohlen gepfiffen haben gabs Reklamation.
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

Heiko

Wüsste nicht, dass bei der Bahn zu dieser Zeit noch Wagen mit Abteileinzellüftern im Einsatz waren, wenn waren dies auch meistens statische Lüfter.

Zu dieser Zeit gab es fast nur noch zentrale Lüfteranlagen bzw. Klimaanlagen unter dem Wagenboden.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

4Taktix

#24
Als Bürstenmotoren im Modell-Rennsport noch "state of the art" waren und es um das letzte Quäntchen Leistung
ging, war es üblich, die Motoren untergetaucht in destillliertem Wasser einlaufen zu lassen,
bis die Kohlen vollflächig "trugen".
Ohne diese Prozedur ist die Kontaktfläche Kohlebürste/Kollektor noch relativ klein und würde bei voller
Leistungsanforderung starkes "Bürstenfeuer" erzeugen -> geringere Leistung und Beschädigung des Kollektors.

Worauf ich hinaus will:
Falls neue Kohlen ( welche auch immer ) auf der Kollektorseite noch "flach" sind, sollten diese nicht direkt voll belastet werden.
Also: Erstmal kein Abblend-/Fahrlicht einschalten und keine fast leere oder große und altersschwache Batterie betreiben.
Think outside the box !

Eppo

Zitat von: strichzwojan am 13 Juli 2026, 15:29:34Dem schließe ich mich an! Danke!

Kupferfarbe der Kohle muss aber nicht unbedingt ein Zeichen für "unpassend" sein. Meine Boxerkohlen haben genau den gleichen Farbton. Allerdings geht bei der Drehstromlima ja nur der Erregerstrom über die Kohlen, und nicht - wie bei uns - der komplette Ladestrom.
[...]

Neben dem geringeren Erregerstrom, ist der Anker der Drehstromlima auch anders aufgebaut, da sind ja "nur" 2 Schleifringe, welche keine Absätze haben wie z.B. beim Polwender (Komutator) der Gleichstromlima. Je nachdem wie gut der Polwender ist fräst er stärker oder weniger an den Kohlen.

Die Schräge an den Kohlen hängt sicherlich mit dem Design der Andruckfeder zusammen, bei einigen Elektrowerkzeugen hab ich das auch schon mit schrägen Kohlen in Kombination mit den Spiralfedern gesehen.

MfG
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

felixcurly

Soweit ich weiß gibt es bei @Hansdampf bzw seiner Firma auch Kohlen zu kaufen. Ich würde mal hoffen&denken, dass das dann ,,vernünftige" ankerschonende sind. Waren oben flach aber mit Mittelrille wenn ich mich recht erinnere.

Felix

strichzwojan

Das stimmt natürlich Eppo!
Die Kohlenraspel gibt es bei den Drehstromlimas nicht.
Aber schon komisch, dass die Kohlen davor 1mm Material auf 10.000km ließen, die letzten aber nur 6.600 km dafür brauchten.

Eppo

Jan neben der unterschiedlichen Zusammensetzung der Kohlen, würde ich aus dem Bauch heraus auch das Fahrverhalten/Streckenprofil heran ziehen (wie beim Reifenverschleiß).

Wird viel bei hohen Drehzahlen gefahren, ist das Abschleifen stärker als bei niedrigen Drehzahlen.

Gibt ja für jede Baugruppe einen "Wohlfühl"-Betriebsbereich mit dem geringsten Verschleiß und damit höchsten Nutzungsdauer.

MfG
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

4Taktix

#29
Da sehe ich eher die Rundlaufgenauigkeit des Ankerstumpfes/des Kollektors als entscheidende Einflussgröße.
Bei hohen Drehzahlen und Rundlauf an der Grenze der erlaubten Toleranz kann es Bereiche auf dem Kollektor
geben, in denen die Kohlen mit weniger Druck angepresst werden, bzw. sogar "springen".
Hier kann dann Bürstenfeuer entstehen und die Lamellen in diesem Bereich werden etwas rauher -
der Anfang vom Ende. Sowohl der Kohlen, als auch des Kollektors.
Im Bild sieht man sehr schön, wie das Bürstenfeuer 4 Lamellen regelrecht  weggebritzelt hat,
der Bereich liegt "tiefer" als der Rest.
Think outside the box !

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