Unterschiedliche HT-Silikondichtmittel

Begonnen von strichzwojan, 02 April 2026, 08:30:45

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strichzwojan

Bei fast allen von uns werden zusätzliche Dichtpasten in der Werkstatt vorhanden sein.
Ich hätte gerne mal gewusst, was da so in Benutzung im Forum ist und vor allem warum und wo das zum Einsatz kommt.

Ich fange einfach mal an. Ich verwende Hylomar (selten), Dreibond und schwarzes Loctite. Dreibond war mein Standardzeug für die Ertüchtigung von Papierdichtungen (Fußdichtung, Stirndeckeldichtung, Ölwanne). Ich kriege das aber irgendwie nicht mehr. Es hatte den Nachteil sehr schnell nach Anbruch einzutrocknen, auch, wenn unter die Verschlusskappe ein Stückchen Alufolie gelegt wurde. Es ist unerreicht in seiner optischen Unauffälligkeit.

Das das ein Nachteil sein kann habe ich erst später gemerkt. Das notgedrungen ersatzweise gekaufte Loctitemittel (teurer und nur in einer größeren Menge zu haben) hat mit der schwarzen Farbe den Vorteil, dass man sehr gut sieht, wo es aufgetragen ist. Ich dichte damit die Alu-Ventildeckeldichtung ab (kleiner Borstenpinsel ist ideal dafür). Erfreulicherweise trocknet die Tube kaum ein (seit 2020 geöffnet! Gestern wieder benutzt). Das Zeug hat ein unglaubliches Anhaftvermögen und tut in Sachen Abdichtung seinen Job. Den Pinsel kann man nach Benutzung mit Bremsenreiniger auf einem Fetzen Lappen gut sauberkriegen.

Damit ist der Ventildeckelbereich vollkommen dicht. Ich gehe bei der Montage so vor: die Aludichtung wird auf der Unterseite gründlich entfettet und dünn(!)eingepinselt und auf die ebenfalls gut entfettete Dichtfläche des Kopfes gesetzt. Dann die Ventildeckel montieren. Die Aludichtung soll nach Möglichkeit auf dem Kopf "kleben bleiben". Einen Tag später kommen die Ventildeckel wieder runter, die obere Dichtfläche wird kontrolliert, saubergemacht und mit einem öligen Finger abgefahren. Dann wird die Dichtfläche der Ventildeckel entfettet und dünn mit dem Loctite eingepinselt. Die Deckel sollen sich ja beim Ventilspieleinstellen gut lösen lassen, was auch funktioniert.

Hylomar mag ein Oldtimer sein, aber bei bestimmten Anwendungen (Benzinkontakt) kann es Wunder wirken. Die Ausgleichskammer meines Bing war nicht dichtzukriegen. Etwas Hylomar auf die dünne Dichtung an der Verschlußschraube, und alles prima!

Ganz konkret habe ich die Frage ins Forum, ob jemand ein transparentes Silikon verwendet und empfehlen kann?

Gruß, Jan

strichzwojan


M. Bumerang

ZitatDreibond war mein Standardzeug für die Ertüchtigung von Papierdichtungen (Fußdichtung, Stirndeckeldichtung, Ölwanne). Ich kriege das aber irgendwie nicht mehr. Es hatte den Nachteil sehr schnell nach Anbruch einzutrocknen, auch, wenn unter die Verschlusskappe ein Stückchen Alufolie gelegt wurde. Es ist unerreicht in seiner optischen Unauffälligkeit.

Irgendwie biste weit hinter dem Mond.  :o
Ich habe mir vor 3 Wochen das Dichtmittel 007 beim Rabenbauer gekauft.
Das was du schilderst war bis vor 7 Jahre richtig. Die jetzigen Bond Kleber trocknen nicht ein. Und man kann sie jahrelang benutzen.
Hylomar war gut. Bis die EU wieder schädliche Beimengen gefunden hat. Seitdem ist Hylomar nix mehr gut
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

Kees

Interessante Jan. Ich bin im sachen Dichtungsmittel ganz unbedarft!

Welche Loctite gebrauchts du? Es gibt da soviele Varianten.

Und dann gibt es auch noch das unterschied zwischen Silikondichtung und Anearobe Dichtung. Was wird wan und warum gebraucht?

Die Verkaufsteksten der Hersteller sind meist nicht sehr hilsreich.

M. Bumerang

Nimm 007, und Dein Leben macht Dir wieder Freude.

Anaerobe Dichtungen sind
flüssige oder gelförmige Einkomponenten-Klebstoffe, die unter Sauerstoffabschluss (anaerob) und Kontakt mit Metallionen zu einem zähen Kunststoff aushärten. Sie werden primär zur Abdichtung von Metallflanschen, Gewinden (Rohre/Schrauben) und zylindrischen Verbindungen eingesetzt, bieten hohen Druck- sowie Temperaturbeständigkeit (bis ca.150Grad )
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

Kees

Ja genau. Das ist anearobe. Aber warum würde man das nehmen statt Silikon?

strichzwojan

Manfred, nicht Kleben, Dichten! Aufs Kleben können wir gerne verzichten...Hättest du da mal eine genaue Bezeichnung deines Dreibondmittels? Vor allem, ist es, wie früher, transparent?

Kees mein schwarzes Loctitezeug sieht so aus:

M. Bumerang

Zitat von: Kees am 02 April 2026, 10:04:50Ja genau. Das ist anearobe. Aber warum würde man das nehmen statt Silikon?
Aushärtung: Silikon ist ein flüssiger bis pastöser Dichtstoff, der durch Reaktion mit Luftfeuchtigkeit (bei neutralvernetzendem Silikon) oder durch Abspalten von Essigsäure (bei acetatvernetzendem Silikon) aushärtet. Dieser Prozess dauert i.d.R. 24 Stunden.

Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

M. Bumerang

ZitatManfred, nicht Kleben, Dichten! Aufs Kleben können wir gerne verzichten...Hättest du da mal eine genaue Bezeichnung deines Dreibondmittels? Vor allem, ist es, wie früher, transparent?

Ist transparent. Tube liegt noch im Kofferraum vom Auto
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

strichzwojan

Zitat von: M. Bumerang am 02 April 2026, 10:16:07Ist transparent. Tube liegt noch im Kofferraum vom Auto
Manfred

Froststabil ist das Teufelszeug auch noch?

RTwenty7

Zitat von: M. Bumerang am 02 April 2026, 10:16:07Ist transparent. Tube liegt noch im Kofferraum vom Auto
Manfred

Hätte ich jetzt auch gesagt.. ;D  ;D
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

Einzylindär

Loctite 5970 für Zylinderfuss ohne Fussdichtung... :thumbsup:

Gruß
Stefan, der Einzylindär

bemwenesu

Zitat von: M. Bumerang am 02 April 2026, 10:14:45Aushärtung: Silikon ist ein flüssiger bis pastöser Dichtstoff, der durch Reaktion mit Luftfeuchtigkeit (bei neutralvernetzendem Silikon) oder durch Abspalten von Essigsäure (bei acetatvernetzendem Silikon) aushärtet. Dieser Prozess dauert i.d.R. 24 Stunden.

Manfred
Manni,
fehlerfrei abgeschrieben von "Wikipedia"
Grüßle

RTwenty7

Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

Fastnachter

Also was auch gut geht: Dirko HT. Gibt's mittlerweile auch in schwarz.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

M. Bumerang

ZitatManni,
fehlerfrei abgeschrieben von "Wikipedia"

kannst du das auch?

manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

Beppo

Ich nutze Motordichtmasse von Würth, schwarzes Silikon, oder Fluid D von Teroson. Fuid-D deshalb weil die Tube noch von anfang der 90iger stammt. Ich hab sie neulich mal in den Tiefen des .. ihr wisst schon...ausgegraben und das Zeug geht immer noch!! Damals hatte ich den Zylinderkopf meine Wassergekühlten Hond MBX80 nach unqalifizierten Planversuchen mit dem blauen Zeug wieder dicht bekommen.
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

strichzwojan

Diese auch vom Hersteller garantierte Haltbarkeit in angebrochenem Zustand finde ich auch gut bzw. wichtig. Erstens ist es schön im Bedarfsfall nicht nach einer steinharten Tube zu greifen, außerdem erspart man der Umwelt so manchen Sondermüll.

bullet

Omnivisc 1050 von Henkel (oder Loctite, auch eine Marke von Henkel).  Klar und silikonbasiert, ziemlich dünnflüssig.  Über die Haltbarkeit der angebrochenen Tube kann ich noch nichts sagen.  Die neue Tube hat aber mindestens 10 Jahre in der Schublade gelegen.

Die letzte Anwendung war der Ventildeckel am Honda GCV-Motor, der werksseitig ohne Papierdichtung mit Silikondichtmasse angeklebt wird.  Entfetteten Ventildeckel mit der Dichtfläche nach oben waagerecht hingelegt und dort eine dünne Wurst aufgelegt.  Die dünnflüssige Masse verläuft zu einer gleichmäßigen Schicht.  Diese dann ein oder zwei Tage aushärten lassen.  War nach der Montage sofort dicht, nur die Schrauben mußten anfangs mehrmals nachgezogen werden.  Hat nun mehrere Demontagen überlebt und wird immer wieder dicht, klebt nicht am Kopf.

strichzwojan

Danke! Das hört sich interessant an.

Am Rande: ich komme gerade aus dem Keller, weil der eine Kipphebel zuviel Spiel zwischen den Böcken hatte. Bei der Demontage passierte folgendes. Nicht die eingeölte Fläche zwischen den mit Loctite eingepinselten Ventildeckeln und der Oberseite der Aluventildeckeldichtung löste sich, sondern die zuvor gründlichst mit Bremsenreiniger entfettete Verbindung der Dichtung per Loctite zum Kopf... :(

Dicht war es jedenfalls auch gewesen.

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