Mechanisches Problem am Vergaser

Begonnen von strichzwojan, 24 Juni 2025, 06:43:21

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

strichzwojan

Hallo,

seit mindestens 25 Jahren fahre ich den 1/24/42 hochzufrieden an meiner 25/2 mit Strichdreikopf. Nun ist ein Problem aufgetreten, für das ich nur eine Lösung habe, die mir nicht recht gefällt!

Beim Kauf damals wurden ALLE Innereien getauscht. Vor drei Jahren hatte ich erstmals Probleme, dass der Schieber schwergängig war. Ich führte das auf einen kleinen Fremdkörper im Schieberschacht zurück, den ich wegmachte und dann, nach einer Graphitpuderkur ging auch alles wieder.

Dieses Jahr, nach den ersten scharfen Hitzefahrten, hatte ich zu hohen Leerlauf. Das lag daran, dass nur der Schieber nicht mehr bis ganz runter ging an der Ampel.
Nach gründlichster Abklärung stellt es sich wie folgt dar:

der Schieberschacht ist quer zur Fahrtrichtung enger als in Längsrichtung, der Schieber hat beim Einführen einen leichten Klemmwiderstand (schon oben!)

ohne montierte Schiebernadel und Feder, läuft der Schieber problemlos bis hinunter zur Anschlagschraube, mit dem "Klack", auch, wenn nur mit ganz wenig Schwung bzw. Betätigungsweg gearbeitet wird.

Ist die Nadel montiert und auch die Nadeldüse eingeschraubt, wird es plötzlich schwergängig auf den letzten drei Millimetern Weg. Wird die Nadeldüse dann etwas gelöst, geht es wieder!

Spanne ich den Schacht ganz vorsichtig in Längsrichtung im Schraubstock ein ( natürlich nur ganz sachte, Druckguss!!!) läuft der Schieber ohne Klemmneigung im Schacht. Die Schwergängigkeit im unteren Bereich bei montierter Nadeldüse besteht aber weiter!

Das Alles ist nicht nur bei Hitze so, sondern auch im kühlen Werkstattkeller!

Der Schacht ist also verzogen. Trotzdem tauchen die Probleme nur mit fest eingeschraubter Nadeldüse auf. Es wirkt auf mich so, alsob der Schieber unten in eine Position kommt, in welcher er die Schiebernadel aus dem Zentrum der Nadeldüsenbohrung seitlich verschiebt, und dabei zum Klemmen / Reiben bringt, was natürlich so nicht sein darf.

Rolfs Vorschlang mit einer in die Länge gezogenen Feder hilft nicht, da schon ein ziemlicher Druck mit dem Finger nötig ist, um den Schieber in die tiefste Position zu bringen. Die Feder hat übrigens die vorgeschriebene Länge, die auch Rabenbauer in seiner Ersatzteilbeschreibung angibt, etwa 6,4 cm.

Ich habe die Nadeldüse mit einem kleinen Alu-Dichtring einen Millimeter tiefer gesetzt, auch die Nadel mal ein Loch höher. Beides brachte nicht den gewünschten Erfolg. Dann löste ich (mit Bauchgrimmen) die Nadeldüse etwas (deutlich weniger als eine 16tel Umdrehung!), bis der Schieber wieder freilief und machte eine Probefahrt. Nach 50 km kontrollierte ich, und die Nadeldüse hatte sich schon etwa drei Umdrehungen weiter losgerappelt, was mich nicht wirklich erstaunte.

Es folgte ein Versuch mit Teflonband. Das funktionierte überhaupt nicht.

Und wie geht es nun weiter? Loctite?

Ratlos, Jan

strichzwojan



Heiko

Ausspindeln und neuer Übermaßschieber.

Alternativ den Schieber mit Schmirgelleinen vorsichtig und dezent abziehen.

Der Rest ist alles Murks.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Kees


strichzwojan

Der Vergaser war in wirklich gutem Zustand als ich ihn kaufte. Alle Gewinde prima ( ist auch heute noch so).
Warum verzieht sich das plötzlich? Und dann kommt dazu, dass der Schieber ja im kritischen Bereich frei läuft ohne Anbauteile. Als ob sich der Teil des Vergasers verzogen hätte, in dem das Gewinde für die Nadeldüse sitzt! Wenn ich den Schieber jetzt in Wurfpassung abschleife, dann wird das wahrscheinlich auch nicht gut sein. Und ein gebrauchtes Gehäuse lässt sich auch erst wirklich beurteilen, wenn alles zusammengebaut und probegefahren ist.

Heiko

#4
Das verzieht sich nicht plötzlich, sondern über die Jahre und Du sollst auch keine Wurfpassung schleifen, sondern mit Gefühl und Vorsicht. Das ist doch nur max. 1/100 oder weniger.

Auch wenn Du ihn als ,,Gut" vor zig Jahren gekauft hast, ist das doch altes Gelumpe was 70 Jahre alt ist. Irgendwann ist das einfach fertig... Muss man sich mal dran gewöhnen. Innenliegende Zündspulen rauchen auch nach 70 Jahren ab... will nur keiner wahr haben und es wird geschimpft.

Das ist Verschleiß.

Nebenbei:

Schon mal eine neue Nadeldüse und/oder Schiebernadel probiert? Nicht, dass die eine Macke haben, leicht krumm, oder was weiß ich sind.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

RTwenty7

Ich versuche mir gerade physisch vorzustellen, dass die ja recht flexibel gelagerte Düsennadel auf den letzten 5 Zehntel gegen die Federkraft in der Nadeldüse klemmen soll. Da ist doch was anderes faul. ::)
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

Heiko

Vielleicht zu viel geputzt?  ;D
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

RTwenty7

Alle zahllosen Nadeldüsen/Düsennadel Paarungen, die ich in meinem Leben gesehen habe, waren mehr oder weniger oval ausgearbeitet/abgeschliffen. Klemmende Nadeln habe ich bislang nur in Stand/Wasserleichen gehabt durch Nichtbenutzung, gepaart mit gammeligen zähflüssigem Sprit.

Sehr mysteriös....
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

Hans Otté

Nur so mal als Tipp von meiner (Erfahrungs)-Seite! (R26 & R27).
Generell sind die Vergaser gerade besonders bei den Einzylindern im heißen Abluftstrom der Zylinderköpfe gelegen.
Diese besonders unangenehmen Auffälligkeiten, was das Verziehen und die Aufheizung der Vergaserkörper angeht, habe ich bei meinen Einzylinder und auch bei den Rollenboxern eigentlich recht gut umgehen können.
Dazu habe ich die Vergaser komplett mechanisch und thermisch von den beiden Zugankerbolzen der Zylinderkopfes  entkoppelt durch die Zwischenlage einer ausreichend starken Scheibe aus Pertinax. Eingebaut sind diese zwischen dem Vergasergehäuse und den metallischen Unterlegscheiben zu den Befestigungsmuttern. Das Ergebnis war/ist mehr aus erstaunlich, denn auch bei sehr heißem Motor oder im Stand bleiben die Gasschieber leichtgängig und das Standgas sehr stabil. Durch die Entkoppelung kann die Hitze des Zylinderkopfes nicht mehr über die Zugankerbolzen/Verschraubung in den Vergaserkörper übertragen werden. Der Sprit in den Schwimmerkammern bleibt deutlich kühler und es findet keinerlei Blasenentwicklung mehr statt. Kosten pro Umbau ca. 1,00€. Frohes Schaffen und Erfolg, *****
Pour être le meilleur il suffit parfois que les autres soient moins bon!
Et le chemin le plus court d'un point à un autre, c'est de ne pas y aller!

M. Bumerang

ZitatDazu habe ich die Vergaser komplett mechanisch und thermisch von den beiden Zugankerbolzen der Zylinderkopfes  entkoppelt durch die Zwischenlage einer ausreichend starken Scheibe aus Pertinax.

Das ist bei den R25+25/2+25/3 Typen ab Werk so gemacht
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

strichzwojan

#10
Danke an Alle fürs Mitdenken!
Nadeldüse 1208 und die Düsennadel sind natürlich erneuert. Die alte Nadel habe ich in die Bohrmaschine gespannt mit der "Lochseite". Ergebnis: nichts verbogen.

Nadeldüse und Nadel sind von Rabenbauer.
Bei wem ich damals den neuen Schieber gekauft hatte, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls sind da bei unseren Händlern erheblichste Preisunterschiede!!! Vergleicht mal Ulis und Rabenbauer...
Diesmal liegt Uli klar vorne bzw. hinten, was die Lust aufs dort bestellen angeht.

https://www.ulismotorradladen.de/artikeldetails/Vergaserschieber-253-R60-24er-27mm-22-470.aspx

Vielleicht ist der Preisunterschied berechtigt, ich weiß es nicht. Bei Rabenbauer bekommt man knapp 4 Schieber für das Geld!

Der Vergaser wird nicht übertrieben heiß bei mir. Zylinderkopfkühlrippen sind unten geschwärzt. Die Ventilhauben (mit Aludichtung) außen und die Zylinderrippen beidseitig. Dazu gibt es die Kühlsternmutter zum Aufschrauben.

Ich habe jetzt die Nadeldüse in "leicht gelöster Stellung" mit loctite mittelfest eingesetzt.

Heiko

Hatte ich bisher mit der Originallösung R26 keine Probleme.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Kees

Vergaser bleiben relativ kühl durch die Verdunstung des Bensins. Verdunstung kostet viel Energie und das kommt vom Umgebung, in diesem Fall das Vergasergehäuse. Darum können Vergaser auch vereisen bei Temperaturen weit über 0 grad. Die Pertinaxscheibe zwischen Zylinderkopf und Vergaserflansch ist natürlich trotzdem wichtig.

RTwenty7

Zitat von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 12:00:19Ich habe jetzt die Nadeldüse in "leicht gelöster Stellung" mit loctite mittelfest eingesetzt.

Wie lange soll denn das halten bei dauerhaft mit Treibstoff umgebenen Materialien?
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

strichzwojan

#14
Ich sehe schon, du bist genauso gespannt wie ich, Amir...

Szenario 1: es löst sich, dann ist das Rauskriegen der Nadeldüse offenbar kein Problem!
Szenario 2: es löst sich nicht, dann ist ja alles gut und die ND kann drinbleiben. Die   
                  Probefahrt eben über 80 km war  jedenfalls ereignislos.

Szenario 1 heißt weiter überlegen, Szenario 2 heißt weiterfahren!

Heiko

#15
Möge Dir auf der linken Spur der Inntalautobahn bei 100 während des Überholvorganges die Nadeldüse herausfallen...  ;D  :popcorn:

Respekt... in 43 Minuten 80 km.  :thumbsup:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Q-Michael

ich hatte das auch. Aber dann den Vergaser 1/10 aufgespindelt und den Schieber aufgebuchst. Alles andere war Mist

RTwenty7

Das ist mal ne Lösung :thumbsup:
Wobei mir nach wie vor der Zusammenhang von klemmendem/ausgesschlagenen Schieber und "Nadeldüse eine Miniumdrehung lösen, dann läufts", fehlt. ???
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

strichzwojan

Zitat von: Heiko am 24 Juni 2025, 12:48:52Möge Dir auf der linken Spur der Inntalautobahn bei 100 während des Überholvorganges die Nadeldüse herausfallen...  ;D  :popcorn:

Respekt... in 43 Minuten 80 km.  :thumbsup:

Heiko, du Schelm ;)

Ich wollte dich sowieso mal anhauen, ob es möglich wäre, von deinem schicken Benzinsiebgeflecht ein briefmarkengroßes Stück zu kriegen. Das könnte man zu einem Puschel formen und in die Verschlussmutter unter die Hauptdüse packen, dann wäre die Gefahr des Rausfallens vermutlich gebannt!

strichzwojan

Zitat von: RTwenty7 am 24 Juni 2025, 13:04:13Das ist mal ne Lösung :thumbsup:
Wobei mir nach wie vor der Zusammenhang von klemmendem/ausgesschlagenen Schieber und "Nadeldüse eine Miniumdrehung lösen, dann läufts", fehlt. ???

Genau das verstehe ich nämlich auch nicht. Kurz hatte ich die Schieberanschlagschraube im Verdacht, die unten in den Schieber eine schöne Halbkugel eingeformt hat. Stichwort "seitliches Verschieben des Schiebers im letzten Moment".
Den Schieber habe ich mehrmals mit Edding angemalt und hin- und hergeschoben um abgeriebene Stellen zu entdecken und auch etwas an den Klemmstellen abgeschmirgelt.
Die Klebung des Nadeldüsengewindes muss ja nur einen gewissen Widerstand gegen das Drehen derselben bieten. Generell habe ich mit modernen Klebstoffen im mineralölbelasteten Bereich gute Erfahrungen gemacht.
Schaun mer mal...

strichzwojan

#20
Beitrag doppelt gepostet...

Heiko

Kannst Du gerne was haben... weiß aber nicht was der Versand nach A kostet. Dürfte als Brief aber nicht die Welt kosten. Schau doch mal bei ebay.at. Messinggewebe Mesh 20.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Q-Michael

jedenfalls lasse ich es nicht so wenn es schon oval ist. Und wenn das andere geht, dann ist es doch auch gut

bemwenesu

#23
Zitat von: M. Bumerang am 24 Juni 2025, 11:42:11Das ist bei den R25+25/2+25/3 Typen ab Werk so gemacht
Manfred
Hallo, und ich habe noch außer der 5mm Pertinax Dichtung zusätzlich noch die Bohrungen der M8 Schrauben mit Pertinax Buchsen
isoliert.
Gruß  Frank

strichzwojan


strichzwojan

320 Kilometer nach dem Einkleben der Nadeldüse...

Ich habe zwischendurch zweimal die Verschlussschraube entfernt und mit einer 8er Nuss die Einheit aus Haupt- und Nadeldüse auf Festsitz kontrolliert. Alles prima!

Parallel dazu hatte ich eine normale M6er Schraube mit einer mit "Loctite mittelfest" benetzten Mutter versehen, drei Stunden ablüften lassen und dann in einem Schraubdeckelglas mit etwas Benzin versenkt.
Jeden Tag schüttelte ich das und positionierte die Mutter mal komplett unter Benzin, dann nur halb eingetaucht, dann auch mal nur in den Benzindämpfen hängend.

Beim Lösen nach 5 Tagen war dann Kraft nötig. Die Verschraubung wäre nicht von alleine losgegangen, definitiv!
Loctite in Anführungszeichen deshalb, weil es sich um ein Louis-Produkt handelte, bestimmt vor zwei Jahren von mir geöffnet, mit Hinweis auf dem Etikett "hergestellt in Deutschland von Markenhersteller".

Damit ist für mich geklärt, ob so etwas benzinfest ist oder nicht.
Sollte sich noch etwas ergeben, melde ich mich (wie immer).


Jan

Beppo

#26
Vergaser1-22-28.pdf

Hallo Jan , ich weiß nicht ob dein Vergaser genauso aufgebaut ist, aber ich hatte ja ein aufgedehntes Gewinde an Pos. 14 Mischkammereinsatz welche am Boden der Schieberkammer sitzt. und von unten mit Pos. 19 Gewindestück verschraubt ist. Erst in diesem Gewindstück ist die Nadeldüse eingeschraubt. In einigen Sprengbildern ist dieses Gewindestück nicht aufgeführt!! Sollte sich da wie bei mir etwas verzogen haben würde das dein Problem erklären.

Übrigens ist auf meiner Kyffhäuser-tour auch mein Schieber wegen Hitze komplett bei Vollgas festgeblieben. Neuer Schieber aus Alu, dehnt sich halt mehr aus, abkühlen lassen, mit Schleifflies etwas nachpoliert und ein tropfen Öl vom Messstab dran und es lief wieder.

Gruß Beppo

Hoffe das Bild ist sichtbar?
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

strichzwojan

An den Schieber sollte kein Öl, sondern etwas Graphitpuder. Gab es früher beim Schlüsseldienst, nun im Baumarkt.
Der 24er Bing hat einen festeingepressten Mischkammereinsatz. Bei manchen wandert er (unschön!) hoch und sorgt für die irrsten Gemischzustände.
Bei den 22ern ist das von unten mit der Nadeldüse zusammengeschraubt.

Beppo

Ok, wenn dein Mischkammereinsatz also noch im Lot ist, kann das nicht das Problem sein.Ich frage mich ob sich ein Vergaser mit der zeit verziehen kann. mein Schieber hatte vorne und hinten geklemmt da musste ich am Vergaser etwas ausschleifen. Als ob der Vergaser mal von unten einen Schlag bekommen hätte.
Hätte gern Graphitpuder genommen aber in der Not.....Wie lange bleibt den Graphitpuder bis es ausgewaschen ist?
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

cledrera

Das wäscht sich eigentlich nicht aus.
(Van-der-Waals Kräfte; Stefan huhu  ;D )

Ich mache den Vergaser meines Mopeds jedes Jahr sauber und ärgere mich darüber, dass ich den Graphit-Film immer abwasche und dann wieder drauf mache. Graphit-Puder (um 3 € für die Lebensdauerration) sollte man haben.


Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Hauptmenü

Anleitungen & Bücher Baureihe Specials Startseite Vergleichsliste

Presse & Wissen

Bauzeiten & Stückzahlen Historisches Liste der BMW Modelle Presseberichte Prospekte & Plakate

Foren & Literatur

Bildergalerie Bildtafel-Suche Forum: Boxerforum Handbücher Servicedaten

Allgemeine Infos

Bildtafelsuche Glossar Impressum Kontakt Sitemap

Tipps & Service

Dienstleister Händler Märkte & Museen Tipps Verschleißteile & Werkzeuge