Tankreparatur

Begonnen von sigi_rs, 13 Juli 2007, 14:03:34

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

sigi_rs

Hallo zusammen,
einige kennen die Probleme, die ich kurz vor dem Edersee mit meinen Tanks hatte. Ich habe mich nun durchs Forum inspirieren lassen und meinen Original-Gepäckträgertank, den es richtig schwer erwischt hatte, repariert. So wie es ausschaut, war die Reparatur sogar erfolgreich. ;D
Vielleicht gibt meine kleine Anleitung anderen den Mut, bei ähnlichen Problemen es mal mit dieser Methode zu versuchen. Ob diese jetzt fachgerecht ist, ist mir persönlich wurscht, da es mir darauf ankam, überhaupt was abdichten zu können.

Mein Tank hat eigentlich 2 bis 3 Probleme. Die erste Leckage war an der vorderen Befestigung, die eingerissen war. Dies lies sich vor einem Jahr durch Weichlöten gut in den Griff bekommen. Natürlich machte ich eine Druckprobe, ob der Tank auch schön dicht ist. Leider bin ich etwas leichtsinnig mit dem Druck umgegangen und so machte der Tank dicke Backen und die Naht im Sattelbereich ist über ca 5 cm aufgeplatzt. Eigentlich ein Fall für den Schrott, dachte ich. Also habe ich den Tank zurückgebogen, wobei zwei kräftige Beulen auf der Oberseite übrig blieben und den Falz ebenfalls mit Weichlot geschlossen. Dies hielt auch ganz gut dicht. Und zwar bis einen Tag vor der Ederseetour. :kopfhau: Danach begann die Sauerei von neuem und ich sah nach dem Tanken aus, als ob ich in die Hose gemacht hätte. Also den unlackierten Ersatztank schnell repariert und damit zum Edersee!
Bei der jetzigen Reparatur wollte ich die Beulen rausziehen und habe mir dann durch Ungeduld Löcher hineingebraten, weil ich hier eine Schraube zum Rausziehen anschweißen wollte. Son Mist, würde Bernd-das-Brot jetzt sagen. ;D

Das Problem beim Reparieren unserer Spritbehälter ist immer die Hitze, die bei nach meiner Meinung sachgemäßen Reparaturversuchen durch Löten oder Schweißen, eingebracht wird.
Deshalb habe ich mich für das Weichlöten entschlossen.

Mit einem normalen Lötkolben kommt man da aber nicht weit. Eine Flamme scheidet für mich aus, weil ich durchaus Angst vor einer Verpuffung habe. Das Spülen mit Inertgas ist mir sehr aufwändig und das Füllen mit Wasser ein Witz, da sich das an den Löchern natürlich rausdrückt.

Also Weichlöten... Ich habe mir einen 100-Watt-Elektrolötkolben mit einer Sonderspitze ausgerüstet. Diese Spitze besteht aus Kupfer und ist selbstgedengelt. Sie verzundert natürlich schnell, aber mit ein bischen Säubern kann man damit relativ viel Wärme in das Blech reinbringen. Das erste Bild zeigt den Lötkolben bzw. die Spitze.

Zur Vorbereitung habe ich die Farbe in dem Bereich entfernt und das Tankblech angeschliffen. Zusätzlich habe ich Lötfett in der Bastelkiste gefunden und mir gedacht, daß das vielleicht nicht schaden könnte. Das Verzinnen mit normalem Radiolot ging mit diesem Fett ganz einfach.

Ich habe mir dann "Pflaster" zugeschnitten, die die Schadensstellen abdecken sollen. Für den aufgeplatzten Falz habe ich mir aus einer alten Gulaschsuppendose ein entsprechendes Blech ausgeschnitten und für die Löcher zwei kleine Quadrate. Der Vorteil dieses Blechs ist der, daß es nichts kostet, es ist Weisblech und lässt sich gut löten und relativ dünn, so daß die Wärme gut eingebracht werden kann. Die Oberflächen habe ich mit Schleifpapier blank gemacht, anschließend mit Lötfett eingestrichen und verzinnt.
Danach einfach auf die Schadensstelle aufgelegt und mit dem Lötkolben angedrückt. Dabei schmilzt natürlich das Lot und durch die Kapillarwirkung verteilt sich das Lot vollflächig. An den Rändern habe ich dann noch Lot in den Spalt laufen lassen, bis alles richtig "durchtränkt" ist.
Weiter gehts in Teil 2 (wegen den Bildern)


sigi_rs


sigi_rs

Teil 2:
Der halbmondförmige Blechstreifen ist durch Hammerschläge so um den Falz gebogen worden, daß er ihn wie ein U umschließt. Dadurch wird die kaputte Stelle verstärkt und ist auch durch Blech verschlossen.

Nach dem Löten habe ich Kollophonium- und Lötfett-Rückstände mit Spiritus abgewischt und hatte das Ergebnis wie auf Bild 5 erreicht.
Eine Druckprobe habe ich natürlich wieder gemacht, aber diesmal ganz vorsichtig! :lol:

Nun kommt nur noch Spachteln und Lackieren (bei mir mit nem Airbrush) und es geht weiter mit dem Tank.

Nix :rip:

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in eine Reparaturmöglichkeit geben, die bei mir erfolgreich war. Falls Ihr was genaueres wissen wollt oder was nicht verstanden habt, fragt. Für Kritiken und Anregungen bin ich dankbar!

Viele Grüße,
Jörg

Taz

Hallo Jörg.

Super gemacht (technisch und Doku) :applaus: :respekt:

Eine Anmerkung zum Thema "Inertgasspülung"...ich habe mich vor einiger Zeit auch mal mit dem Thema Tankreparatur beschäftigt (mußte allerdings nicht schweißen dank Odeon8s Lötkolben) und dabei bin ich in einem anderen Forum auf eine recht plausible Methode zum Thema Gasspülung gestoßen: dort wurde die "Russenmethode" propagiert...einfach den Tank eine Zeitlang an den Auspuff eines laufenden Fahrzeugs halten...die Gase riechen nicht besonders lecker, aber damit sollte die Verpuffungsgefahr auch stark gesenkt werden.

Schöne Grüße, Tas
Life's a bugger, and then you die

auf Tour:
Northumbria (2025)
Northumbria (2024)
Zipfelreise (2019)
Cymru "Radnor Revivals" (2016)
Alba "Isle of Skye" (2013)
Austria Großglocknerhochalpenstrasse (2012)
Alba "Spittal of Glenshee" (2011)

† Knut

Hi Jörg,

Prima gemacht und fotografiert. Bin gespannt auf das Endergebnis, dass Du uns hoffentlich nicht vorenthälst.

Knut

(...warum Gulaschsuppe?? ??)

sigi_rs

Danke für die Lorbeeren!
Gulaschsuppe ist natürlich die erste Wahl (wenn man keinen leeren Kanister für Verdünnung o.ä. hat)!

Diese Art Intertgasspülung kannte ich auch noch nicht! Sollte man aber nur draußen anwenden.
Das Lackierergebnis ist nicht überragend, da ich 1. das nicht kann und 2. die alte Farbe einem schon zu schaffen macht, wenn man die überlackieren will.

Grüße,
Jörg

Rütz

Klasse Jörg. Das macht Mut (wo es mir ja womöglich auch noch bevorsteht).
"Inertgas":
Das Abgas sollte man vielleicht vorher auf CO untersuchen. Der typisch hohe CO eines schlecht eingestellten Russenboxers, der ja schon so, ganz ohne Tank, mit reichlich Verpuffung imponiert, ist wahrscheinlich weniger gut geeignet... :lol:

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

isie

Hllo,
habe mir heute ein "Autogen-Schweiss-Bastler Gerätchen" zugelegt, CHT, rd. 80 E mit Brenner und 2 "Fläschchen" für 02 sowie Gas. (Immerhin keine 200 l Flaschen...)

Der Tank tropfte mal wieder und plötzlich im Sekundentakt, diesmal was es an derAufhängung hinten - da aber aber an der Halbschalenschweissung...

Vorgeschichte..: Diese xxxr26-Tanks SIND JA OHNEHIN NUR 3 x Papierdünn - da braucht es fast keine Vibras oder Rost usw..

Beide Tanklbefestigungen hinten sind bei mir bereits mit Blechen verstärkt - eine Seite habe ich selbst mit Silberlot (rd 13 E die Stange !) und 400er Gas von von Rothenberger aber halt eben ohne 02 bearbeitet. Damit sind die erforderlichen 670 °C aber kaum zu schaffen !

Besser als Silberlot und überdies billiger ist das übliche Messinglot - dazu braucht es aber  > 900 °C also eine kleine AutogenAnlage.

Kurzum..: Habe DREI Anläufe gebraucht, bis es dicht war. Sogar die an sich dichte "Silberlot unter BlechsSache" war dann wieder undicht usw.

Inertisierung: Na ja, drei mal mit Pril ausgespült, offene Befeuerung vermieden, Tankstutzen und alle Türen usw. offen. Es ging halt gut.

Trick mit dem Lack..: Alles mit tropfend feuchten Lappen abdeckt. Hat sogar bei der Werkzeugfachtank Hülse gut geklappt  - was habe ich da herumgebraten aber nur 20 mm ringsherum minimale Beschädigungen aussen (nur unmittelbare Umbegung) und lässt sich mit dem Lackstift ganz gut reparieren.

Tank Innen halt so wie vorher, wird ggf rosten, aber da lauert ja jetz die MessinglotSchicht von 4 mm ...

Bin gespannt, ob das morgen auch noch dicht ist....

CU Ingo

PS: Weichlot, Klebung usw - alles nicht dauerhaft, jedenfalls an dynamisch belasteteten Stellen.

Heiko

Zitat von: isie am 16 Juli 2007, 22:59:46
PS: Weichlot,.....usw - alles nicht dauerhaft, jedenfalls an dynamisch belasteteten Stellen.

Moin,

sorry Isie, ist es trotzdem... es liegt viel an der Art der Ausführung und dem richtigen Einsatz der Hilfsmittel! Bis jetzt ist mein R 26 Tank dicht (seit 2003) und der Tank der GS ist auch seit einem Jahr dicht... und das Ding ist eine richtige schexx Konstruktion!


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Stefan

Zitat von: Heiko am 17 Juli 2007, 05:47:05
und das Ding ist eine richtige schexx Konstruktion!

Warum?
The evil is always and everywhere!

Heiko

... weil der Benzinhahn höher sitzt als manche Stellen im Tank in denen sich Sprit bzw. Wasser sammeln kann... und da rostet er dann durch.


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

isie

Hallo,

so  eingebaut und dicht

Und dann doch wieder den gesamten Sprit abgelassen, neu mit Pril und Wasser gespült usw, diesmal mit Wasser aufgefüllt und auf ein Neues..:

Zum Schluss war nämlich noch die andere WerkzeugfachHülse am Tank abgerissen. Natürlich ist auf halben Wege auch noch des 02-Fläschle leer gewesen usw. (Übrigens laut Aufschrift 165 bar wenn voll).

Die 02 Flasche von "CFH" ist natürlich mit Anderem Anschluss als die sonst sehr ähnliche von "Rothenberger"....

Vorversuch mit Weichlot an Hülse .. sah gut aus - war ABER NIX.

Rest Wasser mit Spiritus aus-, danach mit etwas (verworfenem) Sprit nachgespült.

Lackschäden minimal, wegen nasser Lappen wie beschrieben.

Ente gut usw...

Bye

Ingo

† Knut

Hey Ingo,

was is' mit Bilder??

Nix für ungut, hört sich alles ganz gut an, aber ein paar Bilder wie bei Sigi sagen mehr als viele Worte und können andere anspornen, Gleiches zu tun.

Knut

Stefan

Zitat von: Heiko am 17 Juli 2007, 10:14:16
... weil der Benzinhahn höher sitzt als manche Stellen im Tank in denen sich Sprit bzw. Wasser sammeln kann... und da rostet er dann durch.


Heiko

Stimmt, das hatte ich auch schon. Gegen Kondenswasser kippe ich ab und an ein Glas Spiritus in den Tank.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

† Knut

Moin zusammen,

genau, Spiritus hilft gegen Wasser im Tank.

Was passiert:
Spiritus ist eine andere Bezeichnung für Ethanol oder umgangssprachlich Alkohol C2H5OH. Ethanol ist hydrophil (bedeutet Wasser liebend) und kann somit nahezu unbegrenzt mit Wasser gemischt werden.
Durch die hydrophile Eigenschaft bindet Eth. das Wasser und es wird gemeinsam mit dem Benzin über den Vergaser verbrannt.

Wieviel? Ethanol und Benzin lassen sich problemlos mischen. Bis zu einer Zugabe von 10 % sind keine Änderungen am Ottomotor notwendig. Soweit das mit dem Rauskriegen aus dem Tank.

Bleibt die Frage, wie das Wasser in den Tank hinein kommt? Die häufigste Antwort ist Kondenswasser. Das kann eigentlich nicht sein, was die nachfolgende Rechnung zeigt:

Ein leerer Tank faßt etwa 12 Liter Luft. Das Motorrad steht trocken in der Halle oder Garage. Der Tankdeckel ist verschlossen. Der Luftaustausch erfolgt aufgrund von Luftdruckschwankungen über das Belüftungsventil im Tankdeckel.

Unterstellen wir einmal, dass während des Zeitraums einer Winterpause von 6 Monaten jeden Tag Luftdruckschwankungen von 10 hPa erfolgen (4hPa sind realistischer!). Das bedeutet also täglich 10/1013 des atmosphärischen Drucks oder etwa 1%.
Während 180 Tage tauschen sich so 180% von 12 Liter oder 22 Liter Luft aus.

Bei einer als Durchschnitt angenommenen Temperatur von 10°C kann Luft maximal 9,41 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen.
Wenn wir mal unterstellen, dass die Luft mit 100% relativer Feuchte zufließt und mit 50% relativer Feuchte wieder abfließt, können sich also maximal 5 Gramm Luft pro Kubikmeter bzw. 0,1 Gramm für unsere 12 Liter Luft im Tank niederschlagen.

Die errechnete Kondenswasser-Menge ist jedenfalls weit davon entfernt, überhaupt bemerkt zu werden und löst sich im Benzin glatt auf.

Also kommt noch Regenwasser in Frage, das im Stand oder während der Fahrt über den Tankdeckel reinläuft und nicht zu vergessen Wasser, dass beim Tanken mittels Kanister, Zapfpistole oder anderen Gründen eingefüllt wird.

Damit es im Winter nicht anfängt zu rosten, die Empfehlung, vor der Winterpause einen kräftigen Schluck Spiritus in den Tank zu kippen  :saufen:

Knut

kruemel

hallo Knut! Das ist eine tolle Erklärung, es gibt jedoch noch einen ganz anderen Grund für Wasser im Tank, nämlich beim Tanken... Unser Sprit ist nicht mehr so rein, wie es vor 50 Jahren der Fall war, d.h. neben Additiven und sonstigen naturidentischen Aromastoffen  ;) ist auch immer H2O im Sprit enthalten - gab es da nicht zu Beginn des Jahres auch eine Gesetzesänderung?

Da wäre es doch am einfachsten, den Tank im Winter komplett zu entleeren und trocknen zu lassen...

gruß, kruemel
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

Stefan

Was passiert aber im Laufe des Jahres? Man fährt bei schönem Wetter durch die Gegend, der durch den Motor gejagte Sprit wird im Tank durch warme Sommerluft (70 % rel. Feuchte) ersetzt. Abends im Keller kühlt die Luft im fast leeren Tank ab, die rel. Feuchte steigt auf 100 % und das Wasser kondensiert.
Rechne das doch bitte auch mal durch, Knut.
Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Rütz

Ich denke auch, daß das der Haupteffekt ist. Das Motorrad wird mit warmer, feuchter Luft im Tank abgestellt, die sich in der Winterpause gar auf unter Null abkühlt. Wenn man das mal gemacht hat, kann man am nächsten Morgen die Wassertropfen allein am Tankdekel mit bloßem Auge sehen.
Hinzu kommt, daß heutiger Sprit bis zu 10% Methanol enthält, wird zumindest immer wieder erzählt (vor allem Super wg. der Klopffestigkeit). Dieses Methanol ist aber sehr flüchtig, so daß dessen Anteil im Laufe der Zeit ("alter Sprit") abnimmt. Dadurch kann sich bereits gelöstes Wasser wieder zu Tropfen formen und absinken.
So steht's jedenfalls oft in den Oldiezeitschriften zu der Frage, warum Tanks heute mehr rosten (sollen) als früher..

Gruß Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

† Knut

... und genau das ist das Problem und deswegen auch uneingeschränkte Empfehlung für den Schluck Spiritus, um das Wasser, woher auch immer kommend, zu binden.
Ob man das jetzt bei jeder Tankfüllung macht oder nur vor längeren Fahrpausen, ist wohl 'ne Glaubensfrage. Genauso wie "Tank voll" oder "Tank leer" beim Überwintern.
Ich habe früher bei meinen Moppeds immer den Sprit komplett abgelassen und weg damit (nicht im Frühjahr zurück in den Tank), Benzinhahn abbauen damit auch wirklich alles raus ist und dann getrocknet mittels Druckluft. So werde ich es im Oktober auch machen.

Was ich eigentlich mit der Rechnung zeigen wollte ist, wenn gar kein Wasser vor dem Überwintern im Sprit ist, kann während der 6 Monate auch (fast) nix durch Kondensation dazu kommen.

Knut H(-S-Diagramm)

† Knut

Hallo zusammen,

derzeit gebräuchlicher bleifreies Benzin wird gemäß DIN EN 228 genormt. In dieser Norm sind die Grenzwerte für die Inhaltsstoffe angegeben. Insgesamt ist die ganze Norm doch recht schwammig formuliert und lässt den Herstellern sehr viel Spielraum.

Interessant folgende Werte:
max. Bleigehalt: 5 mg/Liter  (von wegen bleifrei)
max. Methanol   3,0 Vol % (Methylalc.1-wertiger Alkohol, davon wird man blind!!)
max. Ethanol     5,0 Vol % (Spiritus)
max. Iso-propyl-Alkohol  10,0 Vol % (müsste Rütz gut kennen  ;D)
max. Iso-butyl-Alkohol    10,0 Vol % Isobutanol = Lösemittel
max. Tert-butyl-Alkohol   7,0 Vol %  Tert. Butanol als Antiklopfmittel

Alles kann in den angegebenen Mengen drin sein, muss aber nicht. Um das Wasserproblem zu lösen, gibt es einen weiteren Gummiabsatz in der Norm:

5.6.1 Wassertoleranz
Angesichts des bekannten Wasserabsorptionspotentials einiger Kraftstoffe müssen die Lieferanten sicherstellen, dass im Bereich der für das betreffende Land üblichen klimatischen Bedingungen keine Wasserabscheidung auftritt.

Weiterhin gibt es wohl auch für Benzin - wie beim Diesel - eine Sommer- und Wintervariante. Ab 1.Mai bis 30.September ist in Deutschland "Sommerbenzin" vorgeschrieben, der einen niedrigeren Dampfdruck hat. Für die Übergangszeit von 4 Wochen zu diesen Stichtagen gibt es noch "Übergangsklassen"

"....Kraftstoffe mit hohem Dampfdruck (Winterbenzin) können in den jeweiligen Kraftstoffsystemen zu leicht verdampfen mit der Folge, dass der Kraftstoff-Fluss zum Motor vermindert wird und möglicherweise durch Dampfblasenbildung ganz aufhört. Umgekehrt können Kraftstoffe mit zu niedrigem Dampfdruck (Sommerbenzin) Kaltstartprobleme, schlechten Warmlauf und zögernde Beschleunigung verursachen, da sie zu langsam verdampfen."

Also, wer noch "Winterbenzin" im Tank hat, braucht sich bei den jetzigen Temperaturen über Dampfbildung seiner heissgelaufenen Maschine nicht wundern. Und wer noch im September "Sommerbenzin" getankt hat, könnte im Oktober morgens bei 0°C schon mal Probleme bekommen.
Ausserdem kann ich mir vorstellen, dass an diesen Stichtagen auch die Zusätze für die Wasserabsorption geändert werden.

Man lernt doch nie aus

Knut

Taz

#19
Hallo Knut.

Zitat von: Knut am 18 Juli 2007, 10:58:54
...Das bedeutet also täglich 10/1013 des atmosphärischen Drucks oder etwa 1%.
Während 180 Tage tauschen sich so 180% von 12 Liter oder 22 Liter Luft aus...

:oberlehrer: Sorry, aber da hast Du einen konzeptionellen Fehler drin...die Luft tauscht sich ja nicht wie in einem dünnen Schlauch aus, wo ich jeden Tag vorne 1% des Tankvolumens reindrücke und hinten dafür 1% des alten Inhalts rausfällt, sondern es findet ja eine Vermischung statt, so daß am Folgetag nur weitere 0,99% der alten Luft ausgetauscht werden...und die Quote wird mit jedem Tag schlechter... ;D damit ist die Menge an potentiell im Tank verbleibender Feuchtigkeit noch geringer...

Aber die restlichen Infos waren sehr beeindruckend...und bestätigen mich in meinem Plan, meinen innen unbeschichteten Tank am Saisonende zu entleeren und dann im Heizungskeller zu überwintern...

Schöne Grüße, Tas
Life's a bugger, and then you die

auf Tour:
Northumbria (2025)
Northumbria (2024)
Zipfelreise (2019)
Cymru "Radnor Revivals" (2016)
Alba "Isle of Skye" (2013)
Austria Großglocknerhochalpenstrasse (2012)
Alba "Spittal of Glenshee" (2011)

Hauptmenü

Anleitungen & Bücher Baureihe Specials Startseite Vergleichsliste

Presse & Wissen

Bauzeiten & Stückzahlen Historisches Liste der BMW Modelle Presseberichte Prospekte & Plakate

Foren & Literatur

Bildergalerie Bildtafel-Suche Forum: Boxerforum Handbücher Servicedaten

Allgemeine Infos

Bildtafelsuche Glossar Impressum Kontakt Sitemap

Tipps & Service

Dienstleister Händler Märkte & Museen Tipps Verschleißteile & Werkzeuge