tolerierbares "Kippspiel" Zähnräder Abtriebswelle

Begonnen von 4Taktix, 09 November 2023, 08:13:43

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4Taktix

Guten Morgen Foristi,
wieviel "Kippspiel" dürfen die Zahnräder auf der Abtriebswelle haben ?
Dazu finde ich in keinem der Rep.-Handbücher ( R25/3 - R27 ) eine Angabe oder Kommentar.
Es geht dabei um diese drei "Buchsen" aus Messing und deren Verschleiß.
In der angehängten Bildtafel rot eingekreist.
Klar ist "neu" immer besser, aber ich würde gern beurteilen können, ob das auch zwingend nötig ist.
Oder anders gefragt: Wie würde sich zuviel Kippspiel im Betrieb bemerkbar machen ?

Gruß,
Sascha
Think outside the box !

4Taktix

Think outside the box !

4Taktix

Davon ab: Bei Uli's und Rabenbauer z.B. sind diese "Buchsen" aus Messing,
bei meinem Getriebe sieht zumindest die große für die 2./3. Gang Räder nach Aluminium aus,
jedenfall ganz sicher nichts "goldenes".
Ist das eine "Verbesserung" oder gibt's keine original-BMW-Teile mehr und die Nachfertigung aus Ms ist einfacher ?
Think outside the box !

berndr253

Die messingfarbenen Buchsen sind Standard - irgendwann hat BMW mal die Produktion auf "Lagerwerkstoff" umgestellt - meines Wissens auf "Weißmetall". Könnte sein, dass das mit der Verträglichkeit mit höherlegierten Ölen zusammenhängt - das weiss ich aber nicht.
Nach meiner Erfahrung haben die Buchsen aus dem hellen Werkstoff häufig Probleme mit der Gleitfläche auf der Welle. Hier sind die Buchsen häufig gefressen und sitzen sehr fest. Damit erhöht sich die Gleitgeschwindigkeit auf der Zahnradseite naturgemäß.
Bei den Boxerwellen sind die Abtriebswellen hohl gebohrt und werden auch von der Innenseite mit Öl versorgt. Hier sind die Buchsen entsprechend beidseitig mit Öl versorgt.
Ich würde bei den Einzylindergetrieben immer auf die Bronzeversion gehen - aber jeder wie er mag.
Die Buchsen wechsle ich bei Getrieben aus, wenn sich die Zahnräder am Zahnende mehr als 0,5 mm kippeln lassen.
Das sind in der Regel die Buchsen vom 1. und 4. Gang - die Buchse auf der das 2 und 3. Gangrad laufen ist in der Regel in Ordnung.
Leben und Leben lassen

4Taktix

Danke Dir, das ist mal eine konkrete Antwort.  :thumbsup:

Bei meinem Getriebe ist es genau die Buchse für die 2. und 3. Gang Räder, auf der diese Räder bedenklich viel
Wackelspiel haben.
Wenn ich mir diese Buchse auf Uli's Webseite raussuche, ist dort die Rede von "Aufpressen" und nacharbeiten.
https://www.ulismotorradladen.de/artikeldetails/30262-Buchse-R25-R69S-2-und-3-Gang.aspx

Beim Rabenbauer hingegen heisst es: "Paßgenau gefertigt, ohne weitere Bearbeitung verbaubar."
https://www.rabenbauer.com/onlineshop/23/0/802289/buechse_fuer_stirnrad_2_3_gang__r24_-_r27___r50_-_r69s.html

Das wiederspricht sich m.E. - entweder muss die aufgepresst werden, oder lässt sich so montieren,
eins von beidem.

Von der Abbildung her wird zumindest klar, dass die durch die Innenverzahung nicht drehbar auf der Welle sein
kann - im Gegenteil. Von daher würde die ja Innen auch keine Schmierung brauchen.
Es sei denn sie muss noch Axial beweglich sein. Keine Ahnung, ob das bei den Boxern der Fall ist.
Zumindest die im Bild sichtbare Ölbohrung scheint für die Boxer mit Versorgung durch die hohle Welle zu sein.

Wie sind denn Deine Erfahrungen für diese Buchse: Aufpressen + Nacharbeiten, oder wie Rabenbauer ?

Gruß,
Sascha


Think outside the box !

berndr253

Ich würde die Rabenbauerbuchse nehmen - nachgearbeitet hab ich hier noch nichts. Vor der Buchse des dritten Gangrads sitzt ein Sprengring, der muss naturgemäß vorher raus bevor du die Buchse runter drücken/ziehen kannst.

In der Regel sind die am stärksten belasteten Gangräderbuchsen betroffen. Dass ich die Buchsen vom 2. und 3. Gang auswechseln musste war recht selten.
Vermutlich sind die Buchsen vom 1. und 4. Rad schon mal getauscht worden.

Wieviel Kippspiel haben denn das 2. und 3. Gangrad?

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

CowBoy

Das "Kippspiel" ist zu vernachlässigen.
Wichtig ist, dass die Räder auf den Buchsen und die Buchsen auf der Welle nicht übermäßig verschlissen sind.
Laut Rep.-Leitfaden sollen die Gangräder 0,02-0,06  Spiel haben, die Buchsen auf der Welle 0,01-0,05.

Bei den 1-Zylinder-Getrieben sind die Lagerbuchsen 1./4. Gang drehbar auf der Welle ,die dicke,
lange Buchse ist fest. Alle sind aus Weißmetall.
Bei den Boxer-Getrieben sind alle Buchsen fest auf der Welle und aus Buntmetall, ob Messing oder Bronze weiß ich nicht.

Der Unterschied rührt daher, dass die Boxer-Getriebe anders geschmiert werden. Wie Bernd schon schrieb,
ist die Boxer-Welle hohl gebohrt und hat Querbohrungen zu den Buchsen. Die Gangräder werden also von innen heraus
geschmiert.

Bei den Einzylinder-Getrieben haben die Gangräder Bohrungen, durch die das Öl von außen - also quasi durch
"negative Zentrifugal-Kraft" nach innen gelangen soll... Wie das gehen soll, konnte mir noch niemand erklären.
Da es aber funktioniert, würde ich mir keine Gedanken über zu große Laufspiel der Räder/Buchsen auf den Wellen machen.

Viele Grüße, Ulli

berndr253

Die Buchsen der Einzylindergetrieben sind in der Regel aus Lagerbronze - zumindest sind das meine Erfahrungen mit den Getrieben die ich mal restauriert habe.
Das Kippspiel resultiert aus zu großem Radialspiel der Wellen/Buchsen/Zahnräder, wobei die Buchsen die Elemente sind die im Betrieb verschleissen. Somit kann man aus einem zu großen Kippspiel durchaus auf die Gebrauchstauglichkeit der Buchsen schliessen.
Auch wird sich ein zu starkes Kippspiel auf den Abrieb an den Kanten der Buchsen auswirken.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Ulrich6027

Die letzen Buchsen habe ich vor ca 5 Jahren direkt in der BMW Niederlassung in Dortmund bestellen können und wurden dann von Bernd eingebaut. Geliefert wurden die messingfarbenen Buchsen.

Gruß
Ulrich

4Taktix

Zitat von: CowBoy am 09 November 2023, 11:56:51...
Laut Rep.-Leitfaden sollen die Gangräder 0,02-0,06  Spiel haben, die Buchsen auf der Welle 0,01-0,05.
...
Jetzt bin ich neugierig, in welchem Rep.-Leitfaden das denn so steht. Ich habe nichts finden können.
Kannst Du mich da mal aufgleisen ? Und in welcher Richtung ist das gemeint ? - Radial ?

Was das "Kippspiel" angeht, bin ich bei Bernd. Wenn nichts verschlissen wäre, könnte auch nichts "kippen".
Zumindest nicht nennenswert. Taugt zwar nicht zur unmittelbaren, quantitativen "Messung" des Spiels,
gibt aber einen Anhaltspunkt/Beurteilungshilfe.
Think outside the box !

4Taktix

ZitatWieviel Kippspiel haben denn das 2. und 3. Gangrad?
Liegt in der Größenordnung von ca. 2mm (nur mit Stahllineal "gemessen")
Auch können die beiden sich axial ~ 1,5 mm bewegen, dies habe ich bei der Kipp-Messung jed. ausgeschlossen.
Beim 1.Gang-Rad ca. 1 mm - 4. Gang etwas weniger.

Wenn die Buchse für 2./3. Gang innen noch realtiv spielfrei auf der Welle sitzt, und nur aussen verschlissen ist,
wäre es dann nicht denkbar, diese Buchse aussen abzudrehen, dass die wieder zylindrisch anstatt ballig ist,
und eine "passende" Messing- oder Rotgussbuchse anzufertigen, die dann auf die "alte" Buchse gepresst/
geschrummpft wird ? Ggf. mit Spiralnut o.ä.
Think outside the box !

berndr253

Die Buchse hat nur ne Stärke von ca 3 mm schätze ich mal, ich halte das für keine gute Idee. Wie dick willst du die Büchse auf der Büchse denn machen? Da bleibt doch kaum noch Material übrig?
Ich bin ja auch ein Sparschwein aber irgendwann muss man halt die Buchsen erneuern - sind zwar nicht billig aber dafür brauchst du in DIESEM Leben dann da auch nicht mehr dran

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

4Taktix

Is'n Argument.
"Sparschwein" ist gut - "kleine Süße Sau" trifft es aber eher   :-* ;D

Dass das bei mir deutlich zu viel ist, ist jetzt klar.
Aber eine Frage bleibt offen: Wie würde sich dass denn beim Fahren bemerkbar machen ?
Nur beim "Geräuschpegel" oder ernsthafte, mechanische Folgeschäden ?
Think outside the box !

CHAMBONDU

Hallo

Die Buchse Nr. 5 wird mit der Abtriebswelle verkauft, da sie darauf angepasst wird. Ich glaube nicht, dass man sie separat ersetzen kann.

Jean-Claude

4Taktix

Zitat von: CHAMBONDU am 09 November 2023, 13:53:38Die Buchse Nr. 5 wird mit der Abtriebswelle verkauft, da sie darauf angepasst wird. Ich glaube nicht, dass man sie separat ersetzen kann.
Ich weiss nicht, was "Nr. 5" in welcher Liste ist. Die hier gemeinte Buchse gibt es defintiv einzeln:
https://www.ulismotorradladen.de/artikeldetails/30262-Buchse-R25-R69S-2-und-3-Gang.aspx
https://www.rabenbauer.com/onlineshop/23/0/802289/buechse_fuer_stirnrad_2_3_gang__r24_-_r27___r50_-_r69s.html
und Stemler hat die auch gelistet. Dort kaufe ich jedoch nur sehr ungern, und wenn es garnicht anders geht.
Dann stecke ich mir vorsichtshalber stets ein Beissholz in die Tasche .....
Think outside the box !

CHAMBONDU

Die hier abgebildete Buchse (Nr. 5) entspricht (Nr. 117) im Stemler-Diagramm. Ich hatte in Frankfurt Ringe für den 1. Gang und den 4. Gang bestellt, die hatten aber mehr Spiel als die verschlissenen Buchsen!

Jean-Claude

CHAMBONDU

Ich habe einen Fehler gemacht: Es handelt sich um die hier abgebildete Buchse mit der Nr. 55.

Jean-Claude

R25-2-3-7Hartmut

Wenn mann sich nach den allgemeinen Regeln für Gleitlager richtet, gilt für die Bohrung H7 und für die Welle h6/h7. Wenn man sich in diesem Toleranzfeld bewegt, müsste alles passen. Da sich das bei eingelegten Gang keine Drehbewegung in der Buchse stattfindet sehe ich das mit der Geräuschentwicklung entspannt, und die leerlaufenden Zahnräder werden auch nicht so laut sein.
Gruß Hartmut

Kees

Ich dachte es konnte Probleme mit ausspringde Gänge geben wann die Zahnräder kippeln.

Eppo

#18
Zitat von: CowBoy am 09 November 2023, 11:56:51[...] Bei den 1-Zylinder-Getrieben sind die Lagerbuchsen 1./4. Gang drehbar auf der Welle [...]

Da muss ich widersprechen  :beleidigt: ,
konstruktionsbedingt hat die Abgangswelle auf der Seite des 1.Gangrades keinerlei Stufung.
Die innere Anlaufscheibe vom 1.Gangrad stützt sich auf die Innenverzahnung auf der Welle für die Schiebemuffe,
alle nachfolgenden Teile werden dann daran angeordnet:
1.Gang-Gleitlager, äußere Anlaufscheibe, danach das hintere Lager.

R25_Abgangswelle_20231109.jpg

Das 1.Gang-Gleitlager muss demzufolge breiter sein als das 1.Gangrad, da das Gleitlager beim Montieren des hinteren Lagers sich zwischen den beiden Anlaufscheiben verklemmt.
Wäre das 1.Gang-Gleitlager schmaler als das 1.Gangrad, dann würde bei Montage des hinteren Lagers das 1.Gangrad zwischen den beiden Anlaufscheiben verklemmt  :thumbdown: .

Wird das hintere Lager nicht bis Anschlag auf die Welle montiert, dann dreht sich natürlich das Gleitlager und das 1.Gangrad.

Für das 4.Gang-Gleitlager kann es unter Umständen auch zutreffen, dass sich dieses nicht auf der Welle dreht sondern genau wie das 1.Gang-Gleitlager zwischen den Anlaufscheiben verklemmt, selbst bei richtiger Montage der Anlaufscheiben (siehe Radius der Wellenstufen zur Fase an den Anlaufscheiben).
Grund hierfür können Produktionsabweichungen sein.
So hatte ich es schon, dass die Wellenstufe vom 4.Gangrad schmaler war und dadurch beim Zusammenbau das vordere Wellenlager auf die Anlaufscheiben gedrückt hat.
Auch kann es sein, dass die neuen Gleitlager ein Stück breiter sind als die alten Gleitlager (dies könnte man notfalls noch abdrehen).

Um dies zu Testen, hatte ich damals alles in der Drehmaschine eingespannt und ausgemessen.

Ausgangswelle_20220410_1300_bearb_klein.jpg

Bei den bisher von mir überholten Getrieben der R25/2 waren ausnahmslos die Alu-Gleitlager verbaut und keines davon hat innen zur Welle eine Schmiernut, die Nuten sind nur außen zwischen Gleitlager und Gangrad vorhanden, also soll auch an dieser Stelle laut den BMW-Konstrukteuren die Schmierung erfolgen.

IMG_20220409_130927_bearb_klein.jpg

Ich vermute die aktuell vertriebenen Gleitlager sind wieder so ein Resultat der Ersatzteil-Nachbau-Rationalisierung, frei nach dem Motto: "Maße passen - Funktion egal".

Da bei meinen bisherigen Überholungen immer die äußere Schmiernut an dem neuen 4.Gang-Gleitlager gefehlt hat, aber das Gleitlager sich zwischen den Anlaufscheiben verspannt, habe ich die Schmiernut außen nachträglich angebracht. Sicherlich würde es auch lange genug ohne diese Schmiernut gehen  ::) , bei entsprechenden leichter Nutzung.

IMG_20220409_190436_bearb_klein.jpg

Zitat von: CowBoy am 09 November 2023, 11:56:51[...]Bei den Einzylinder-Getrieben haben die Gangräder Bohrungen, durch die das Öl von außen - also quasi durch
"negative Zentrifugal-Kraft" nach innen gelangen soll... Wie das gehen soll, konnte mir noch niemand erklären.[...]

Die Schmierung wird ja nur relevant, wenn die Gangräder sich nicht mit Wellendrehzahl drehen.
Das im Kraftschluss befindliche Gangrad dreht sich ja dann mit der Abgangswelle.
Die restlichen nicht im Eingriff befindlichen drei Gangräder laufen ja ohne Last und da reicht das Spritzöl durch die Bohrungen der Gangräder und den Schlitzen zu den Anlaufscheiben.

Und wie wir seit kahlo seiner "Trockenfahrt" wissen, kommt ein Getriebe auch lange Zeit ganz gut nur mit dem restlichen Oberflächenölfilm klar. Dann sind es eher die Zahnradflanken und Kugellager die trocken laufen.  ::)

Für das Lager des 2./3.Gangrades kenne ich es auch nur so, dass es mit Übermaß aufgepresst wird und anschließend passend an die Gangräder abgeschliffen wird. Warum dies so passiert kann ich nicht begründen. Sicherlich funktioniert auch die Steckversion, wenn die höchste Belastung auf 1.&4.Gang liegt (z.B. bei Solo-Maschinen). Bei Gespannbetrieb kann schon durchaus der 3.Gang mit stärker belastet sein.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

CowBoy

Zitat von: 4Taktix am 09 November 2023, 13:15:09Jetzt bin ich neugierig, in welchem Rep.-Leitfaden das denn so steht. Ich habe nichts finden können.
Kannst Du mich da mal aufgleisen ? Und in welcher Richtung ist das gemeint ? - Radial ?

Was das "Kippspiel" angeht, bin ich bei Bernd. Wenn nichts verschlissen wäre, könnte auch nichts "kippen".
Zumindest nicht nennenswert. Taugt zwar nicht zur unmittelbaren, quantitativen "Messung" des Spiels,
gibt aber einen Anhaltspunkt/Beurteilungshilfe.

... weniger DMax schauen und mehr hier suchen... ;D
Im Rep.-Leitfaden R26/27 und Rep.-Leitfaden R50-69S sind die Werte hinterlegt.

Ich bin da sowieso der falsche Ansprechpartner, da ich neben der R50 seit über 30 Jahren die M72 mit MT804 Getriebe
fahre. Da klappern die Gangräder auf den Wellen mit bis zu 1,0 Zehntel Radialspiel und kippen mehrere Millimeter.
Negative Auswirkungen hat das nicht.

Einmal haben wir ein Uralgetriebe ganz sauber ausdistanziert. Das hat rund 400 Meter gehalten, bis sich das 1. Gangrad
mit dem Mitnehmer der Schaltmuffe reibverschweißt hat. ::)


CowBoy

Zitat von: Eppo am 09 November 2023, 19:49:26Da muss ich widersprechen  :beleidigt: ,

Ich vermute die aktuell vertriebenen Gleitlager sind wieder so ein Resultat der Ersatzteil-Nachbau-Rationalisierung, frei nach dem Motto: "Maße passen - Funktion egal".

Zum 1. Punkt gebe ich Dir für die Messung in der Drehbank recht - allerdings berücksichtigt das nicht die 0,2 mm
Axialspiel. Und nicht umsonst hat BMW ein Toleranz Maß für die Buchsen bei den Einzylindern angegeben.
Dann drehen die Buchsen auch auf der Welle.

Beim 2. Punkt stimme ich Dir vollkommen zu: die Boxer-Teile passen auf Einzylinder, umgekehrt nicht. Also werden nur Boxer-Teile angeboten.
Was nun keinen Nachteil hat.

4Taktix

#21
Danke Euch allen  :thumbsup:
Scheinbar habe ich da in ein Wespennest gestochen - alles sehr interessant und lehrreich.

@Eppo: Bist Du der "Schrauber-Stolln" ?  Das YT-Video hatte ich nämlich gestern Abend auch gefunden.
Bis jetzt das einzige, dass auf die Buchsen auf der Abtriebswelle eingeht, wenn auch nur am Rande.
Hier hätte ich mir mehr Details zum Spiel und dessen Ermittlung gewünscht. -> "Verschleissgrenze"
Wenn ich mir die Anmerkung erlauben darf: Viel mehr Licht ! Bildausschnitt auf die Hände und das "Objekt"
beschränken/mehr Fokus und "Objekt" in der Bildmitte behandeln. Ansonsten: TOP  :thumbsup:
Mit welcher Vorrichtung macht man denn so eine "steile" Spiralnut auf der Drehbank ?

@CowBoy: hab's jetzt gefunden - unter technische Daten. Vorher hatte ich in der Sektion "Getriebe demontieren"
gesucht. Danke.
Hatte selber mal kurz eine Dnepr MT10 und ein Kumpel eine Ural-M72 mit 2WD - das glaubt kein Mensch,
der es nicht selber erlebt hat, was dort für eine "Qualität" verbaut wird. Ich weiss, wovon Du sprichst.

@Hartmut: H7/h6 wäre vermutlich optimal, BMW "erlaubt" ja etwas mehr.
Da bin ich aber wohl trotzdem weit drüber = Alle drei Buchsen neu.

@Bernd: Ja, die Buchsen - speziell die 2./3.-Gang sind teuer. Aber Du hast Recht:
Wenn ich das in meinen Netto-Stundenlohn umrechne, ist es aussichtslos, in der Zeit für ~60,- Euro solch einen
angedachten "Überzieher" selber herzustellen, der dann auch noch tadellos und verlässlich funktioniert.
Kann man sich auf die Masshaltigkeit und nachbearbeitungsfreie Benutzbarkeit der Rabenbauer-Buchsen (alle 3)
verlassen ? Die Teile aus FFM scheinen diese Anforderung ja wohl nicht zu erfüllen.
( Finde den Kommentar jetzt nicht, wo jemand geschrieben hatte, dass das Spiel mit neuen Buchsen aus FFM
beim 1. und 4. Gangrad größer war als mit den gebrauchten )
Think outside the box !

berndr253

Hatte mir gerade für ein Boxergetriebe (4-Gang) Buchsen bei Rabenbauer gekauft. Die für den 4. Gang konnte ich ohne Nachbearbeitung verwenden - die Buchse für den 1. Gang war jedoch leider ohne Nachbearbeitung nicht brauchbar.
Die Reibahle H7 habe ich nicht in die Buchse hineinbekommen - die Buchse war nicht auf die Welle aufzuschieben. Hab dann gestern abend händisch die Büchse mit einer H7-Reibahle manuell aufgerieben. Hat ne halbe Ewigkeit gedauert - kann diese nun ohne FÜHLBARES Spiel auf die Welle aufschieben.
Heute geht es dann mit der "Aufbereitung" des Getriebes weiter.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Fastnachter

Hallo zusammen,

mal was allgemeines:
ich empfinde es als schwierig, wenn aus "Jemand hat doch irgendwo mal gesagt die passen nicht direkt" GERADE bei Buchsen gleich ein "Die von Uli sind nicht zu gebrauchen" wird. Nach 70 Jahren können dann auch Wellen, Zahnräder, etc. eingelaufen sein. Dass das ohne Nacharbeiten passt ist schön, aber auch nicht zwingend normal. Bei der Isetta werden die Buchsen grundsätzlich im Übermaß geliefert und müssen dann aufgerieben oder abgedreht werden, je nach Montageort. Ich halte das auch für sinnvoll.

Gruß

Jan.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

4Taktix

Jan - wenn Du mich schon zitierst, dann bitte korrekt !

Zitat"Die von Uli sind nicht zu gebrauchen"
habe ich so nie geschrieben !

... und den entsprechenden Kommentar habe ich auch wieder gefunden:
Zitat von: CHAMBONDU am 09 November 2023, 14:27:18...Ich hatte in Frankfurt Ringe für den 1. Gang und den 4. Gang bestellt, die hatten aber mehr Spiel als die verschlissenen Buchsen!
...

Wenn Teile "Aufmaß" haben, damit diese passend nachbearbeitet werden können, ist das vollkommen in Ordnung.
Dann muss es aber auch dran stehen. Wie z.B. bei Ventilführungen o.ä.
Bei Uli's "Buchse für 3./4.Gangrad" steht es dran. Vollkommen OK.
Bei Uli's "Buchse für 1. Gangrad" und dito f. 4. Gang steht nichts derartiges.
Dann erwarte ich als Käufer, dass diese "passen", so wie sie sind.
Auf gar keinen Fall rechne ich mit "Untermaß".
Und Ich traue Jean-Claude absolut zu, dass er es dazugeschrieben hätte, wenn es an ausgelutschten Innenbohrungen
der Zahnräder gelegen hätte. Sowieso unwahrscheinlich, dass bei der Paarung gehärteter Stahl/Lagerbronze ausgerechnet
der härtere Partner verschleisst.

Also bitte die Kirche im Dorf lassen.


Gruß,
Sascha
Think outside the box !

4Taktix

wo wir grad dabei sind: Über die Fixierung der Scheibe auf dem hinteren Ende der Eingangswelle heisst es,
die sei "verstemmt" und könne mit Schraubenziehern abgehebelt werden.
Nach dem Wiederzusammenbau müsse die wieder "verstemmt" werden.
Kann mir das mal jemand mit anderen Worten genau beschreiben, womit ich da aus welcher Richtung was genau
machen muss ?
Think outside the box !

berndr253

Du spannst die Antriebswelle mit Schonbacken in der Verzahnung des Schraubstocks.
Die Scheibe kannst du nun mit dem Schraubendreher rundum ein Stück nach oben drücken. Obacht, wenn die recht locker sitzt fliegt die zusammen mit der darunter sitzenden Feder durch die Werkstatt und du verbringst die nächsten Stunden damit auf dem Boden die Feder wieder zu finden um dann am Abend eine neue zu bestellen.
Jetzt kannst du den Zahnrad mit der "Ratschenverzahnung" abheben. Darunter hält ein Sicherungsring das Gegenstück der Ratsche mit der dicken Feder und dem Ruckdämpfer in Position.
Nun kannst du die Welle im Schraubstock zusammen drücken bis du mit zwei Schraubendrehern den Sicherungsring aus der Nut hebeln kannst. Ich empfehle bei dieser Arbeit die Stellung seitlich vom Schraubstock - denn sollte sich die Welle aus irgend einem Grund aus den Backen bewegen fliegt dir das Teil in den Bauch - das muss nicht sein.

Jetzt den Schraubstock wieder entspannen und du kannst die Antriebswelle rausnehmen und die aufgesteckten Teile von der Welle abziehen

Noch Fragen? Fragen!

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

4Taktix

Nee, ich meinte nicht den Sicherungsring.
Die "einfache" Scheibe auf dem Ende der Eingangswelle. Warte ....
Die Nummer 38 im Bild ...
Think outside the box !

berndr253

Auf den ersten 4 Zeilen meiner Antwort findest du die Infos. Der Ring sitzt vor einer Feder die dafür sorgt, dass die Ratsche des Kickstarters überhaupt funktioniert.
Leben und Leben lassen

Eppo

Wie berndr253 schon im Betrag #26 schrieb oder auch im Video zu finden:


Es gibt auch eine PDF-Version zum Lesen, hier im Forum einfach mal die Suchfunktion bemühen
(z.B. "Getriebe überholen")
und zum Verstemmen eignet sich z.B. eine Schraubenzieherklinge und ein Hammer.

"Schrauber-Stolln" ist mein YT-Kanal,
sicher bin ich kein Walt Disney oder Georg Lukas (aber die sind auch nicht vom Himmel gefallen),
ich taste mich langsam ran und hoffe die Videos immer besser zu machen und da freue ich mich über jedes Feedback. Ausleuchtung habe ich schon stetig verbessert, leider fehlt es an einem "Kammerakind"  ::)
Ich sehe mich da als Konterpart zu den ganzen Katzenvideos und Schmink-Tutorials  ;D .

Zitat von: 4Taktix am 10 November 2023, 08:59:05Mit welcher Vorrichtung macht man denn so eine "steile" Spiralnut auf der Drehbank ?

die Nut ist ja keine Spirale sondern eher elliptisch.
So was kann man sicherlich mit geeigneten Kopiervorrichtungen drehen.
Aber bei mir dient die Drehmaschine zum Einspannen und Anzeichnen des Formverlaufs.
Anschließend wird im eingespannten Zustand mit der Dreiecksfeile der Verlauf heraus gearbeitet und danach mit der Rundfeile bis die Form und Tiefe passt (ca. 0,5mm).
Als Finish wird dann mit Schleifvließ und Nassschleifpapier geklettet.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

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