Bowdenzug Bremse vorne

Begonnen von doc_mech, 30 April 2022, 17:49:15

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doc_mech

Hallo,

bin gerade bei den letzten Arbeiten beim renovieren / umbauen meiner R25/2.
Heute waren die Bowdenzug dran.
bei der vorderen bremse läuft der Seilzug nicht in der Richtung zur Hülle aus dem Bremshebel.
Auf dem Foto ist das zu sehen was ich meine. Wie ist das bei anderen R25/2.
Den Hebel kann man nicht versetzen da es keine VerzahnungBremse vorne.jpg  sondern ein Vierkant auf der Welle ist.

Gruß

Dieter

doc_mech


Heiko

Ist die Führung des Bowdenzuges nicht drehbar bzw. kann gedreht werden?


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Borgward

außerdem: Die Flügelschraube für die Aufnahme des Seilzugs muss von der anderen Seite her eingeschraubt werden, bzw die Halterung entsprechend verdreht werden

Hubi

doc_mech

Hallo,

dass die Flügelschraube anders rein kommt ist schon klar, sonst ginge ja die Hülle nicht rein.
Drehen der Aufnahme hilft nicht. Die Situation ändert sich nicht. Der Zug kommt nicht trotzdem nicht gerade aus dem Hebel.
Es müsst am Hebel die Aufnahme des Zuges drehbar sein.
Das war ja meine Frage. Wie sieht es bei anderen aus.

Dieter

strichzwojan

Darüber habe ich mich auch bei meiner Strichzwei oft geärgert. Es ist leider normal. Ich verstehe nicht, warum das ab Werk so "unregulierbar" konstruiert ist. Keine Feineinstellung über eine Verzahnung am Hebelauge, wie es ja hinten gelöst ist, nur so ein primitiver Vierkant. Keine Aufhängung der Nippelaufnahme in einem U-Bügelchen, die die Kraft entspannter einleiten könnte. Der Seilzug wird unnötig auf Biegung statt nur auf Zug belastet...
Ich möchte da aber nichts abtrennen und neu anschweißen lassen. Wer übernimmt da die Garantie, dass das nicht im entscheidenden Augenblick abreißt? Und gehalten hat es ja bislang. Ist halt nicht schön konstruiert.

rolf

Ääääh...
das teil wo die Verstellschraube drin steckt ist doch drehbar....im Gewinde...oder nicht?

doc_mech

Zitat von: rolf am 30 April 2022, 19:17:51Ääääh...
das teil wo die Verstellschraube drin steckt ist doch drehbar....im Gewinde...oder nicht?

Ja ist es. Das hilft aber nichts

doc_mech

Zitat von: strichzwojan am 30 April 2022, 19:12:13Darüber habe ich mich auch bei meiner Strichzwei oft geärgert. Es ist leider normal. Ich verstehe nicht, warum das ab Werk so "unregulierbar" konstruiert ist. Keine Feineinstellung über eine Verzahnung am Hebelauge, wie es ja hinten gelöst ist, nur so ein primitiver Vierkant. Keine Aufhängung der Nippelaufnahme in einem U-Bügelchen, die die Kraft entspannter einleiten könnte. Der Seilzug wird unnötig auf Biegung statt nur auf Zug belastet...
Ich möchte da aber nichts abtrennen und neu anschweißen lassen. Wer übernimmt da die Garantie, dass das nicht im entscheidenden Augenblick abreißt? Und gehalten hat es ja bislang. Ist halt nicht schön konstruiert.


Das ist mir früher gar nicht so aufgefallen als das mein alleiniges Fahrzeug war.
So lasse ich es jetzt aber nicht. Bin nur noch nicht sicher wie ich es ändere

Dieter

strichzwojan

Etwas besser geht es, wenn man bei selbstgelöteten Zügen die Länge so macht, dass die Messingschraube nur etwa 1 Zentimeter Richtung unterer Hebel übersteht.

Krottenkopp

Steck die Bremse mal ins Rad...
Soweit muss sich der Hebel doch gar nicht bewegen.
Ganz weg bekommst du das nicht aber bei mir ist das vernachlässigbar.
Auf dem Bild ist die Bremse nicht gezogen, beim ziehen bewegt der Hebel sich noch ca 7mm.30.04.2022, 19:47:23 MESZ.jpeg
Gruß Heiko/2

strichzwojan

Zitat von: Krottenkopp am 30 April 2022, 19:51:35Steck die Bremse mal ins Rad...
Soweit muss sich der Hebel doch gar nicht bewegen.
Ganz weg bekommst du das nicht aber bei mir ist das vernachlässigbar.
Auf dem Bild ist die Bremse nicht gezogen, beim ziehen bewegt der Hebel sich noch ca 7mm.30.04.2022, 19:47:23 MESZ.jpeg


Man kann aber auch bei deiner Bremse sehen, wie schon im unbetätigten Zustand der Lötnippel etwas "verbogen" nach unten zeigt.

doc_mech

Zitat von: Krottenkopp am 30 April 2022, 19:51:35Steck die Bremse mal ins Rad...
Soweit muss sich der Hebel doch gar nicht bewegen.
Ganz weg bekommst du das nicht aber bei mir ist das vernachlässigbar.
Auf dem Bild ist die Bremse nicht gezogen, beim ziehen bewegt der Hebel sich noch ca 7mm.30.04.2022, 19:47:23 MESZ.jpeg


Bei meinem Bild ist die Bremse gezogen und liegt an der Trommel an. (Das Rad ist gerade zum neu einspeichen zerlegt)
Wenn es bei dir sich der Hebel noch 7mm bewegtsieht es dann ähnlich wie bei mir aus.

Krottenkopp

Das sieht aber auf dem Bild wirklich schlimmer aus als es ist, da sieht es auch so aus als ob das Loch für den Lötnippel außermittig sitzen würde, tut er aber nicht.
Wollte mich nicht hinlegen um die Perspektive zu verbessern...
Aber ja, ganz bekommt man es nicht weg.
Gruß Heiko/2

doc_mech

Das Problem ist dass der Aufnahme des Zuges im falschen Winkel angeschweißt ist.
Soll der Zug gerade aus dem Hebel kommen müsst die Aufnahme der Hülle  weiter oben sein. Dann wär der Winkel des Zuges zum Hebel aber ungünstig

Krottenkopp

Schon klar,
Der Mittelpunkt des Hebel geht bei mir aber nur bis zum Rand der Bremsankerplatte (und ich schätze mal das die Beläge nur noch so 60% vom Neuzustand haben), und wenn du dann noch die Aufnahme der Einstellschraube etwas in diese Richtung drehst wirst du merken das es schon gar nicht mehr so schlimm ist.
Jaaaa ich weiß, etwas schräg ist es, dass ist halt nunmal so wenn die Aufnahme des Lötnippel fest und nicht drehbar am Hebel ist.
Wenn Du den jetzt umschweißt wird es wieder irgend eine Stellung geben wo es schief ist.
Oder du fertigst dir einen Hebel für ganz neue Bremsbeläge, einen für halb abgefahrene und einen für Stahl auf Alu... oder bastelst gleich ne drehbare Aufnahme dran.
Ich hab jedenfalls an der Stelle noch nie Probleme mit gebrochenen Zügen gehabt und sehe da kein Handlungsbedarf.
Gruß Heiko/2

doc_mech

Dass es Probleme mit gebrochen Zug gibt glaube ich auch nicht.
Ich denke aber das es für die Bremsleistung nicht hilfreich ist wenn der Seilzug zuerst gerade gezogen werden muss.
Technisch ist es meiner Meinung nach auch nicht in Ordnung.
Deswegen bin ich heute früh in die Werkstatt und habe den Hebel umgebaut so dass ich den Winkel einstellen kann.
Ich weiß dass einige nun wieder schreiben werden dass es nicht sicher wäre was ich gemacht habe.
Der Bolzen sitz in einer Passung 10H7, 10h7 also spielfrei in der Bohrung und wird mit einer M8 Sicherungsmutter festgezogen.

mekgyver

Die Aufnahme des Zuges am Bremshebel muss drehbar ausgeführt werden !
Gruß mek  :schrauber:
... 73er-Gang

strichzwojan

Zitat von: mekgyver am 01 Mai 2022, 23:57:20Die Aufnahme des Zuges am Bremshebel muss drehbar ausgeführt werden !
Gruß mek  :schrauber:
Ist sie original ja auch nicht! Es ist doch super, wenn der Hebel jetzt so einstellbar ist, dass im Moment des Zupackens der Beläge der Nippel zum Zug nicht mehr schräg steht.

kahlo

Mir gefällt das! An der sowieso laschen vorderen Bremse kann das nur gut sein. Ich nehme das mal als Anregung für einen komplett neuen Hebel (der originale ist mir zu wertvoll zum Umbau, und das gesamte Teil ist ja nicht wirklich kompliziert).

Grüsse,
Kahlo.

Kees

Steht dein Hebel nicht viel zu weit nach hinten gedreht? Ideal wäre 90 grad zwischen hebel und Drahtzug. Deine ist eher 110 grad. Sind deine Bremsbeläge so weit verschlissen?

strichzwojan

Das sind ja "work-in-progress"-Bilder. Es ist ja kein Rad und wahrscheinlich noch kein Bremsbackensatz montiert. Auf dem ersten Bild ist der gefertigte Bolzen auch noch nicht geschlitzt.

Ich finde das eine prima Arbeit!

Gruß, Jan

rolf

Zitat von: mekgyver am 01 Mai 2022, 23:57:20Die Aufnahme des Zuges am Bremshebel muss drehbar ausgeführt werden !
Gruß mek  :schrauber:
wie das original ;D

die Arbeit finde ich klasse!

doc_mech

Zitat von: Kees am 02 Mai 2022, 11:03:50Steht dein Hebel nicht viel zu weit nach hinten gedreht? Ideal wäre 90 grad zwischen hebel und Drahtzug. Deine ist eher 110 grad. Sind deine Bremsbeläge so weit verschlissen?

Die Beläge denke ich sind noch gut.
Hab allerdings kein Maß
Im Foto ist die Bremstrommel schon drin und der Bremshebel ist max. gezogen.
Um das zu ändern müsste der Vierkant leicht verdreht sein.
Das lass ich erst mal so. Vielleicht mach ich mal einen neuen Hebel

Kees

Es konnte auch die Bremmsschlüssel sein, oder die Angreifsflächen auf die Bremsbacken. Wenn da viel verschleiss ist dann muss der Hebel auch zu weit drehen.

Eppo

#24
Hallo Zusammen,

da es sich um das gleiche Problem handelt und ich mir damit das ganze Vorgeplänkel sparen kann  ;D ,
kommt hier meine Idee zur Bremshebelmodifikation.

Als Neuteil verwende ich den vorderen Bremshebel vom Simson S51.

IMG_20220831_194416_bearb.jpg

Der Hebel wird des Bogens entledigt und schön rund verschliffen.
Dazu wird eine zusätzliche Presshülse auf der Drehmaschine angefertigt (20mm Außen, Bohrung 6, Breite 7mm). Die Bohrung wird bewusst kleiner ausgeführt, damit noch genügend Materiel zum verschweissen bleibt.

IMG_20220907_1910_bearb.jpg

Hülse einpressen und umlaufend beides miteinander an allen Kontaktstellen verschweissen.

IMG_20220909_1834_bearb.jpg

Danach geht es ans glätten der Nähte und feilen des Innenvierkants. Dann noch die Materialdicke dem original Hebel angepasst und auf ca. 6,1mm runter geschliffen.
Als Bezugspunkt für den Vierkant, dient der Fixpunkt des Bowdenzugnippels am alten Bremshebel.
Dazu habe ich das Loch auf 8mm aufgebohrt und mit der Reissnadel die i.e Position des Vierkants angerissen.

IMG_20220909_224008_bearb.jpg

Ein zusätzlicher Pluspunkt ist, dass der neue Hebel länger ist als der Alte und damit die wirkende Hebellänge größer wird (62 zu 70mm). Dadurch ergibt sich eine Steigerung der Hebelkraft um ca.12,5%.
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Eppo

#25
weiter gehts mit dem Umbau.

Den Hebel zum Bowdenzugeinhänger ausgerichtet.
Die Fluchtlinie passt aus beiden Achsen betrachtet ganz gut, für Feinheiten könnte der Bremshebel noch etwas Richtung Bremsankerplatte gebogen werden.

IMG_20220909_223845_bearb.jpg

Danach noch Farbe drauf und final montieren.
Da der Nippeleinhänger gegenüber dem alten Bremshebel versetzt ist, steht der neue Bremshebel etwas weiter über die Bremsankerplatte hervor.

IMG_20220910_151233_bearb.jpg

Im eingebauten Zustand getestet (mit Bowdenzug meiner BK), links mit entlastetem Bowdenzug, rechts mit gezogenem Bowdenzug.
Sehr deutlich zeigt sich der nun gerade Verlauf des Bowdenzuges und im gezogenen Zustand ist der Hebel fast im 90°-Winkel zum Bowdenzug  ::) .

IMG_20220910_153900_bearb.jpg

Nun wird allerdings ein neuer Bowdenzug bzw. ein anderes Nippel für den Einhänger am Hebel fällig,
die Bowdenzuglänge sollte aber mit der Originallänge passen.

MfG Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Anulu

Mal wieder geil gelöst!
Hättest du nicht der Einfachheit halber den Dreh- Einhänger der Simme an den /2 Hebel basteln können? 4kannt feilen hört sich nach Strafarbeit an!

Gruss Manu
Gruß Manuel



Rock or Bust!

Eppo

Du meinst den Bremsnocken?
Der Vielkant von der Simme wäre schon schön, glaube aber der wird von den Maßen nicht passen und damit müsste sicher auch der Vielkant und der Nocken bearbeitet werden.
Die späteren MZ-Bremsnocken haben auch Vielkant, hatte ich aber leider alles nicht zur Hand und deswegen eines meiner anderen Motorräder zerlegen, nur um die Teile zu vermessen, wollte ich dann auch nicht  ::)
Da bist du mit Feilen, guter Feile vorausgesetzt, wesentlich schneller.
Oder Einspannen und Fräsen geht auch, da die Ecken des Vierkants kleine Radien aufweisen. Ginge vielleicht mit 3-4mm Fräser  :Frage: .

MfG Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Anulu

Gruß Manuel



Rock or Bust!

Eppo

Ich wollte den originalen Hebel nicht zerstören.
Damit bleibt die Möglichkeit des originalen Rückbaus  ::)
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

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