Spannungsmessng an der Lichtmaschine

Begonnen von dipl.segl, 23 Juni 2006, 09:34:30

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dipl.segl

Moinsen,

habe in meine R26 einen elektronischen Regler für 12 V eingebaut, gekauft bei Stemler. . Leider ist mir die Batterie verkocht. War auch schon mal Thema hier im Forum. Habe alle Anschlüsse kontrolliert und wüßte nicht was da verkehrt sein sollte. Beim ersten Testlauf ist die Scheinwerferlampe nicht durchgebrannt - könnte schon mal ein gutes Zeichen sein. Damit das Überkochen der Batterie nicht nochmal passiert, will ich die Ladespannung kontrollieren. Laut Beschreibung darf der Regler nicht ohne Batterie betrieben werden.
Frage: Wie messe ich die Ladespannung dann? Mit Batterie erhalte ich doch kein genaues Ergebnis, oder?

Jetzt schon mal Danke für alle Tipps.

Gruß Dipl.Segl

Dipl.Segl

dipl.segl



† odeon8

Hallo Dipl. Segl,

die Spannung direkt an der Batterie messen ist die beste Methode:


  • Die Ladeschlußspannung wird von der Batterie vorgegeben:
    Temperatur, Säure/Gel, ReinBlei / ReinZinn, etc. s. Herstellerangaben
  • Die Ladeschlußspannung kann dem Einsatz des Fahrzeugs angepaßt werden,
    z.B. reiner Kurzstreckenbetrieb erlaubt einer höhere Spannung
  • Die Batterie ist ein guter Dämpfer für Spannungsspitzen,
    die sonst das Meßergebnis verfälschen können (s.hier)
  • Beim Messen direkt an der Batterie vermeidet man Meßfehler
    durch Kabelwiderstände bzw. "Spannungsabfall"  ;)

Gute Regler erlauben das individuelle Einstellen der Ladeschlußspannung !

Thomas 6(00W LiMa)
HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

Heiko

Hi,

wieso 12V-Regler in einer R 26???... oder hast Du sie auf 12V umgerüstet?... Wenn nicht, dann ist das klar warum deine Batterie kocht!

Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

dipl.segl

nein das ist schon klar - neue Batterie 12 V und sämtliche Lampen ausgetauscht.

dipl.segl

Rütz

Nur wenn die Batterie noch rel. leer ist, also selbst mehrere A Ladestrom zieht, ist das Meßergebnis evtl. zu niedrig.
Mit einer am Ladegerät zuvor voll geladenen Batterie, erhälst du ein exaktes Ergebnis.
Die originale Lima wird aber mind. 3.000 U/min benötigen um die Ladespannung (14,0-14,4 V) zu erreichen.

anselm
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

Heiko

Okay... sorry, dann Ladespannung prüfen wie von Odeon8 beschrieben.

Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

† odeon8

@ Anselm  :applaus:

richtig, ca. 3500 U/min für 14V
(mit der Original Noris LiMa 5 Jahre lang gefahren
mit einem 12V(=14V) Regler aus dem VW-Bus)

Für R26 ok --> hochtourig fahren ist angesagt.

War dann für meine R34/4 sch... (3500 U/min bei 80 km/h)

Thomas

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guest474

Wie, wie? Ich muß nur den Regler, die Batterie, dei Lampen austauschen und kann mit 12 Volt fahren????
Is doch ein Witz, oder???
Bitte um Aufklärung.

Gruss Manfred, 6 Volt

† odeon8

Ja, Manfred, ist richtig.
Gleichstromregler, 12 Akku und 12V Birnchen, das ist alles.

Wie gesagt bin ich so 5 Jahre lang gefahren,
12V Umbau wegen Einbau des Anlassers.
Erst mit 344 ccm, richtig Drehmoment und dem langen Hintersachsantrieb
(3,44 : 1) wurden die für 14 V Ladung erforderlichen 3500 U/min nur
noch selten erreicht...und das zwang dann zum regelmäßigen Nachladen;
zudem mit H4 Licht.

TROTZDEM: Mit Originalübersetzung werden die 3500 U/min eher erreicht und
ganz nebenbei hat man die Ladeleistung verdoppelt !

Thomas
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Oerlov

Zitat von: Manfred250 am 23 Juni 2006, 22:31:05
Wie, wie? Ich muß nur den Regler, die Batterie, dei Lampen austauschen und kann mit 12 Volt fahren????
Is doch ein Witz, oder???
Bitte um Aufklärung.

Gruss Manfred, 6 Volt

Für verschiedene LiMa-Leistungen gibt es auch verschiedene Anker (45-60-90W) ... siehe http://www.bmw-einzylinder.de/forum/index.php?topic=1094.0
Ich vermute, wenn Du mittels Spannungsverdoppelung einer 45W-Lima dann 90W zumutest, kann das in die Hose gehen, oder was sagen die Experten?

Oerlov

rolf

Naja fast,
es gibt 45-60 Watt Anker und Limas
und für 60-90 Watt dito.
Thomas, bist du sicher ... das mit der doppelten Ladeleistung??
Bleibt die Wattzahl nicht gleich (abgesehen von den Spannungsverlusten)?
Rolf

† odeon8

Rolf: Nein, weil

:oberlehrer:
Lima Leistung = Spannung (7V) mal max. Ladestrom (ca. 8A)
ergibt ca. 60 W, für 90 W entsprechend höherer Strom.


Will heißen dass der Anker und alles drum herum (Kollektor, Kohlen und Verdrahtung)
auf einen bestimmten Maximalstrom ausgelegt wurden.
Verdoppelt man nun die Spannung bei gleichem Strom ergibt das doppelte
Leistung. Einziger Nachteil ist der späte Ladeeinsatz.
Man mag sich fragen, warum dann nicht gleich 12V ?
War nun mal damals noch nicht üblich, Anlasser gabs auch nicht für unsere Moppeds,
und der dickste Verbraucher ist die 35W Biluxbirne.

Heute: Trend zu 12V/42V Anlagen in Autos - spart Kupfer - bringt Power.

Thomas E(dison)
HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

Risky

Das geht aber bei der R 25/3 noch nicht, oder?

Thilo P(rince of darkness)
Bedenke: Wo immer du hin gehst, da bist du dann auch

R 25/3  1954    Citroën AMI 6  1964    Ducati Multistrada PP  2013

† odeon8

Hi Thilo,

selbstverständlich geht das auch mit einer /3 - die LiMas sind weitgehend
gleich (NORIS) und ich habe sie vor ca. 12 Jahren wegen Anlasserbetrieb
auf 12V umgerüstet.
Das einzige geänderte Teil an der LiMa war der Gleichstromregler aus einem alten VW-Bus. Ansonsten s.o.

Thomas

HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

rolf

Hey Thomas,
ich noch mal:
Mei n Wissensstand ist/war (wenn du recht hast) das mit der Verdoppelung der Spannung trotzdem die Leistung gleich bleibt (in etwa, die Spannungsverluste werden halbiert).
Zur Erwärmung (Drahtdicke) trägt doch nicht nur die Ampèrezahl bei sondern doch (?) die Leistung?
Hast du mal richtig die Leistung abgegriffen , mit 6 und mit 12 Volt?
Ein noch nicht ganz überzeugter Rolf (der schon seine alten Elektrobücher raussucht)

Oerlov

Zitat von: rolf am 26 Juni 2006, 11:21:41
Mei n Wissensstand ist/war (wenn du recht hast) das mit der Verdoppelung der Spannung trotzdem die Leistung gleich bleibt (in etwa, die Spannungsverluste werden halbiert).

Hi Rolf,
wenn also die Spannung verdoppelt wird und die Leistung (z.B. durch Auswahl der Glühbirnen, usw) in etwa gleich bleibt, muss sich der Strom halberieren (P=U*I=const.).
Die Spannungsverluste müssten sich -wie du schreibst- eigentlich durch den halben Stromfluss auch halbieren (R_verl=U_verl/I=const.) . Das müsste bei konstanten Kabel-und Steckerwiderständen dann zu einer Viertelung der Verlustleistung führen  (P_verl=R*I^2).

Also alles in allem wohl ein Fortschritt, aber was sagen die anderen Bauteile neben dem Anker -z.B. die Zündspule- dazu?

Gruß

Oerlov

groovebuster

Zitat von: rolf am 26 Juni 2006, 11:21:41
Zur Erwärmung (Drahtdicke) trägt doch nicht nur die Ampèrezahl bei sondern doch (?) die Leistung?
Hast du mal richtig die Leistung abgegriffen , mit 6 und mit 12 Volt?
Ein noch nicht ganz überzeugter Rolf (der schon seine alten Elektrobücher raussucht)
Leistung (P) errechnet sich aus Spannung (U) * Strom (I), also: P = U * I

Für die gleiche Leistung muss also bei 12V nur die Hälfte des Stromes fließen. Somit erwärmt er sich auch der Draht weniger stark. Man kann also über die gleichen 'Leitungen' den gleichen Strom bei doppelter Spannung schicken und hat somit die doppelte Leistung, ohne das sich diese merh erwärmen, als im 6V-Betrieb.

Gutes Beispiel sind ja die 'Klingeldrähte', die sie für die Überlandleitungen verwenden. Durch die hohe Spannung ist die Verlustleistung sehr gering. Gleichzeitig ist der Spannungsabfall über die langen Strecken aber durchaus verkraftbar, da der Strom für die 'Weiterverarbeitung' ja wieder runtertransformiert wird und somit fast verschwindend gering ist.

Deshalb haben sich ja auch 12V im Fahrzeugbereich gegenüber 6V durchgesetzt. Du erhältst 'den gleichen' Effekt mit der Hälfte des Stroms, was wiederum die Anfälligkeit eindämmt.

Christian

† odeon8

#17
Moin Rolf,

Deine Frage gibt mir Gelegenheit, einen Link hier reinzustellen,
den ich schon lange mal posten wollte:
Eine KFZ-Technische Formelsammlung VOM FEINSTEN:

http://www.kfz-tech.de/Formelsammlung/Formelsammlung.htm

In unserem spezielle Fall gehts ums OHMsche Gesetz:

http://www.kfz-tech.de/Formelsammlung/Widerstand.htm

Kurz: Um einen Draht/Anker zu erwärmen brauchts STROM nicht Spannung.
Elektrotechnisch wird dieser Umstand z.B. bei Hochspannungsleitungen genutzt,
um Megawatts mit relativ dünnen Aludrähten über 'zig Kilometer zur transportieren.
Also stromtechnisch ist die Grenze der Drahtquerschnitt,
spannungstechnisch die Isolation, welche beim Noris-Anker bei 12V noch
lange nicht am Ende ist.
Für die verdoppelte Leistung ist auch das Induktionsgesetz zuständig:

http://de.wikipedia.org/wiki/Induktion_%28Elektrotechnik%29

hierbei ist v die Geschwindigkeit, mit der sich der Anker dreht.
Also doppelt so viel U (Spannung) braucht doppelt so viel v (Drehzahl)
Bei Lichtmaschinen ist nun der Ladeeinsatz die charakteristische
Kennzahl, also die Drehzahl, bei der die Lichtmaschine so viel Spannung
produziert um die Batterie laden zu können. Bei unseren 6V Anlagen ist
das 7V typ. Um die max. Ladeleistung zu bekommen brauchts noch mehr
Drehzahl (wg. Übergangs- und Innenwiderstände) bei unserer Noris ist
das ca. 1800 U/min.; später 1600 (Typbezeichnung ZLZ 60 / 6 / 1600)
Ungeregelt würde die LiMa proportional zur Drehzahl immer mehr Spannung
liefern (bei 6000 U/min ca. 26 V)
- nur der Regler begrenzt Spannung und Strom auf ein für die
Batterie zuträgliches Maß. Ziel war und ist ein möglichst FRÜHER
Ladeeinsatz; daher auch die Drehstrommaschinen, die schon bei Leerlauf-
drehzahl 14 V liefern (und ungeregelt bis zu 80 V liefern würden)

Also: Für 12V (14V Ladeschlußspannung) brauchts einen entsprechenden Regler -
mit dem Nachteil des hohen Ladeeinsatzes bei ca. 3000 U/min.

Thomas M(ittagspause)
HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

groovebuster

Zitat von: Oerlov am 26 Juni 2006, 12:39:41
Also alles in allem wohl ein Fortschritt, aber was sagen die anderen Bauteile neben dem Anker -z.B. die Zündspule- dazu?
Wie meinst'n das jetzt? Wieviel Leistung die zieht im Vergleich? Dass man die Zündspule für den 12V-Betrieb wechseln muss, ist ja klar...  :Frage:

Christian

Rütz

Hallo,

mir erscheint dabei auch mit der Originalübersetzung die benötigte Mindestdrehzahl als sehr hoch.

3.000 U/min, das sind 55 km/h im 4. Gang.
Wenn man nur ein bißchen bummelig fährt, heißt das ja, daß nach jedem Hochschalten zunächst mal nicht geladen wird. Bei ruhiger Stadtfahrt (wo am meisten Strom verbraucht wird) evtl. überhaupt nicht.


Die Besonderheit der Gleichstromlima ist ja, daß allein der Regler bestimmt wieviel Leistung die Lima hat.
Mit einem 150W Regler liefert die Lima auch 150W.

...(lösch)...(das mit der Drahterwärmung habt ihr ja schon geklärt. ;D)


Ich meine trotzdem(! ;D) wegen der höheren Mindestdrehzahl hat man nichts davon.
Oder anders: Die Lima hat zwar bis zu doppelter Leistung aber auch nur die halbe Zeit zu Verfügung (in der sie arbeitet).
Also hebt sich das ganze plus/minus Null, wenn nicht ungünstiger, auf.


Anselm
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

groovebuster

Zitat von: Rütz am 26 Juni 2006, 13:28:45
Wenn man nur ein bißchen bummelig fährt, heißt das ja, daß nach jedem Hochschalten zunächst mal nicht geladen wird. Bei ruhiger Stadtfahrt (wo am meisten Strom verbraucht wird) evtl. überhaupt nicht.

Ich hatte auch des öfteren schon mit einem 12V-Umbau geliebäugelt. Aber genau aus dem von dir beschriebenen Grund habe ich das bisher verworfen. Wenn man das Mopped vorwiegend auf der Landstraße bewegt, dann macht es unter Umständen Sinn. Da ich jedoch auch immer wieder viel Stadtverkehr mit dabei habe, würde ich Gefahr laufen, dass meine Batterie regelmäßig entladen ist, was dann nicht wirklich Spaß macht, vor allem wenn man gerade am anderen Ende der Stadt ist und dann nicht weiß, wie man zurück kommt. Einfach das Licht ausschalten und hoffen, dass es noch bis zu Hause reicht ist ja auch keine Option, zumal das auch teuer werden könnte, wenn einen die Frösche anhalten...

Christian

Oerlov

Zitat von: groovebuster am 26 Juni 2006, 13:37:38
... Da ich jedoch auch immer wieder viel Stadtverkehr mit dabei habe, würde ich Gefahr laufen, dass meine Batterie regelmäßig entladen ist, was dann nicht wirklich Spaß macht, vor allem wenn man gerade am anderen Ende der Stadt ist und dann nicht weiß, wie man zurück kommt. Einfach das Licht ausschalten und hoffen, dass es noch bis zu Hause reicht ist ja auch keine Option, zumal das auch teuer werden könnte, wenn einen die Frösche anhalten...

Dann heisst es "orgeln", also hoch touren  :kotz: - dann ist genug Saft da und Du kommst immerhin damit nach Hause (ist ja nicht kaputt, sondern nur leer).

Bei Dir geht's ja eigentlich noch... vom anderen Ende der Stadt nimmst Du eben den Berliner Ring oder die Stadtautobahn :bike:

[quote ]
Dass man die Zündspule für den 12V-Betrieb wechseln muss, ist ja klar...
[/quote]

Na ja, da würde ich vermuten, dass die bei doppelter Spannung auch den doppelten Strom zieht -> vierfache Leistung. Müsste doch einen soliden Funken geben, geht wohl aber thermisch in die Hose, oder?

Oerlov


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