BMW R25/2 Getriebe - Gang springt heraus

Begonnen von josef.spiessl, 14 Mai 2017, 18:26:38

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josef.spiessl

Hallo, bei meiner BMW R 25/2 springen unter Belastung gerne der 2. und der 3. Gang heraus. Das Getriebe habe ich bereits ausgebaut und nachgeschaut ... es scheint alles in Ordnung zu sein! Schaltweg ist auch richtig eingestellt, man schaltet also nicht über einen Gang hinaus und die Klaue rastet dabei immer schön in die Drehscheibe ein!
Hat jemand einen Tipp woran das liegen könnte?

Vielen Dank

josef.spiessl



Borgward


Karl

Ich tippe mal entweder Schiebeklaue (Schaltscheibe) oder Schaltgabel ausgenudelt. Mach mal Foto.
Und. Wäre schön wenn du dich mal vorstellen würdest.
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berndr253

Schiebemuffen sind möglicherweise ausgenudelt, zusätzlich stehen die Schaltgabeln nicht korrekt.
Hier muss man die Mittenstellung prüfen (im Leerlauf) und die Stellung der Schiebemuffen bei eingelegten Gängen.

Wenn die Schaltgabeln zu weit abgenutzt sind werden die Schiebemuffen nicht weit genug auf die "Nasen" der Zahnräder geschoben.

Ist alles am Einfachsten nach der Demontage zu testen.

Dann sind zu prüfen:
1. Überschaltspiel des Schaltautomaten
2. Mittenstellung der Schaltgabeln im Leerlauf
3. Zustand der Schaltgabeln
4. Zustand der Schiebemuffen
5. Lage der Schiebemuffen bei eingelegten Gängen.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

josef.spiessl

#4
Ja ich gebe zu ich hab mich noch nicht vorgestellt, werde dies aber heute Abend noch im entsprechenden Thema machen!

Und ja zum eigentlichen Thema: Es ist durchaus so, dass die Schaltgabeln abgenutzt sind und an einer auch schonmal etwas aufgeschweißt wurde. Zudem sind auch die Schiebemuffen schon etwas abgenutzt, am stärksten die 1. auf der Seite zum 2. Gang. Dabei habe ich aber vermutet, dass dies normal ist ... es war auch immer so wenn man vom 1. in den 2. Gang geschaltet hat, dass es sehr ungesund geklackert hat (war aber bei einer R25 eines Freund auch so, deshalb war ich der Meinung dass dies normal ist). Ich vermute jetzt, dass dieses Klackern das Abnutzen verursacht hat.
Ich habe ein Ersatzgetriebe Zuhause welches im Inneren noch in sehr guten Zustand ist und habe jetzt einfach die beiden Schaltgabeln und Schaltmuffen getauscht! Ich hoffe, dass ich es jetzt damit beheben kann.
Ist es nun möglich, dass sich die Schaltmuffen wieder erneut so stark abnutzen? Kann ich das durch irgendwelche falsche/richtige Einstellung beschleunigen/verhindern?

Fotos muss ich erst von Jemanden machen lassen, da ich unter der Woche nicht Zuhause bin. Kann ich aber machen!

berndr253

Wenn die Schaltgabeln die Muffen nicht weit genug auf die Nasen der Zahnräder schieben wird das Problem recht schnell wieder auftreten. Es ist hier wirklich wichtig das zu prüfen.

Ein Bild von den Schiebemuffen wäre hier wichtig um bewerten zu können ob die ausgetauscht werden sollten.

Das Klackern/Knallen beim Schalten ist BMW-typisch. Das lernt man mit der Zeit - beim Raufschalten den Schalthebel nicht brutal nach oben ziehen sondern mit Gefühl - dabei eine "Gedenksekunde" zwischen den beiden Gängen einlegen! Runterschalten mit ordentlich Zwischengas oder bei niedrigen Drehzahlen!

Bernd
Leben und Leben lassen

josef.spiessl

Alles klar, dann werd ich das prüfen! Mal angenommen die Muffen werden nicht weit genug auf das Zahnrad geschoben ... wie kann ich das dann beheben?

Fotos schick ich heue Nachmittag.

Alles klar! Ja Zwischengas ist klar ... dabei fällt mir allerdings noch was zum Schaltverhalten ein! Ist es normal dass man erst ab einer gewissen Geschwindigkeit den niedrigeren Gang reinbekommt?
Folgendes Szenario: ich fahre auf einen Berg im 4. Gang zu und möchte früh genug zurückschalten um keinen Schwung zu verlieren. Schalte ich aber zurück wenn ich noch zu schnell bin schaltet mein Getriebe ins Leere und ich finde keinen Gang mehr ... also muss ich stehen bleiben und erneut vom 1. Gang anfahren. Wenn ich hingegen auf den Berg mit dem 4. Gang rauf fahre bis sie es nicht mehr zieht und schalte dann zurück ist alles in Ordnung ... jedoch ist dann jeder Schwung weg und es geht nur sehr mühsam den Berg hoch! Ist das Verhalten normal oder stimmt da auch etwas nicht?

Borgward

Zitat von: josef.spiessl am 15 Mai 2017, 10:10:39
Alles klar, dann werd ich das prüfen! Mal angenommen die Muffen werden nicht weit genug auf das Zahnrad geschoben ... wie kann ich das dann beheben?
durch richtiges Einstellen der (nicht zu stark abgenutzten) Schaltgabeln

Dein Schaltproblem sollte sich mit Zwischengas beim Runterschalten lösen lassen

berndr253

#8
Einen niedrigeren Gang sollte man schon einlegen können - wenn das nicht funktioniert könnte das auch an einer nicht ausreichend trennenden Kupplung liegen!
Die Frage ich hier aber auch bei welcher Geschwindigkeit Du beispielsweise vom 4. in den 3. zurückschalten möchtest. Wenn Du dabei die Drehzahl des Motors auf das Level hochziehst bei dem das Einkuppeln in den 3. Gang nicht mit einer Drehlabsenkung verbunden ist sollte das funktionieren.
Für den Fall, dass die Schaltgabeln die Muffen nicht weit genug auf die Räder schieben ist 1. zu prüfen ob die Gabeln zu weit abgeschliffen sind UND 2. ob die Stellungen der Gabeln korrekt sind. Wenn nicht müssen die Gabeln nachgerichtet werden. Die Schwierigkeit besteht darin das Nachbiegen für beide Arme der Gabel identisch auszuführen, gelingt das nicht klemmen die Schiebemuffen beim Schalten.
Die Prüfung erfolgt am besten bei eingebauter Abtriebswelle, Antriebs- und Nebenwelle bleiben draussen!
Die Schaltgabeln können bei montierter Antriebswelle montiert und demontiert werden

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

josef.spiessl

Alles klar! Jetzt schick ich noch am Nachmittag die Fotos, prüfe demnächst alles und dann schau ich weiter!

Wegen dem Schaltproblem, wenn ich über 40 kmh vom 4. in den 3. selbst mit ordentlich Zwischengas schalte geht nichts ... dann schaltet er irgendwo ins Leere! Erst ab 40 ist ein runterschalten möglich.

berndr253

Das ist keinesfalls akzeptabel.

Wenn ich das richtig verstehe hast Du das Getriebe schon zerlegt - mach Fotos von den Schiebemuffen, den "Nasen" auf den Zahnrädern die in die Schiebemuffen einrasten und mess bitte die Stärke der "Zapfen" der Schaltgabeln die in die Nut der Schiebemuffen eingreift.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

josef.spiessl

Ei ei Bernd! Mach ich alles und stells hier rein!

Ja klar ist es schon zerlegt, da wird nicht lange gefackelt :D

josef.spiessl

So hier die versprochenen Bilder ...

Die Stärke der Gabel "Zapfen" ist bei dieser Gabel einmal 5,6 und 5,8 mm.

berndr253

Die Schaltgabeln sind wohl noch brauchbar - müssen vielleicht gerichtet werden.

Die Schiebemuffe auf dem ersten Bild kann weiter verwendet werden, wenn auch die andere Seite der Scheibe nicht stärker ausgearbeitet ist.

Die Muffe auf dem zweiten Bild würde ich nicht mehr verwenden und austauschen.
Deutlich zu sehen sind Laufspuren der Nasen der Zahnräder - die Muffe steht hier im Leerlauf sicher nicht in der Mitte wie sein sollte.
Nach dem Schadensbild zu urteilen steht die Schaltgabel des 3. 4. Gangs zu weit in Richtung des 3. Gangs.

Hoffe, die Schaltgabeln wurden vor dem Ausbau markiert, nur so ist die Zuordnung eindeutig.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

josef.spiessl

Dann tausche ich die Schiebemuffe aus, hab ich mir eh schon fast gedacht!
Wie stelle ich denn die Schaltgabel ein, damit sie im Leerlauf genau in der Mitte steht? Muss ich sie dazu verbiegen?

Ist das dann die Ursache dafür, dass der 2. und 3. Gang rausspringen? Bzw. dafür dass ich über 40 kmh nicht in den 3. Gang runterschalten kann?


berndr253

#15
Das Einstellen der Schaltgabel geht bei den Einzylindergetrieben nur durch Nachbiegen! Hierbei vorsichtig rangehen, wenn einer der beiden "Arme"  zu weit heraussteht verkantet sich beim Schalten die Schiebemuffe.

Das könnte auch ein Grund sein, warum sich der Dritte aus dem Vierten heraus nicht einlegen lässt

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

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