Vergaser reinigen 2.

Begonnen von Hodima, 24 Januar 2016, 18:17:19

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Hodima

So, jetzt ist der zweite Vergaser im Ultraschallbad gewesen.
Dieses Mal mit
SKSonics  Vergaser - Reiniger - VRO
Reiniger für ältere Vergaser aus Zinkdruckguss.
Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Der Reiniger scheint das Gehäuse tatsächlich nicht anzugreifen.
Gruß Horst-Dieter

PS: Erst bei der Demontage habe ich festgestellt, daß der Flansch verbogen und sogar angebrochen ist.
      Läßt sich das richten?


wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

Hodima


wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

cledrera

So eine Schande aber auch!  :kopfhau:

Zu Deiner Frage, ob sich das richten lässt, die klassische juristische Antwort: Es kommt darauf an.
Auf Deinen Bildern ist die Anbruchstelle nicht zu sehen (Jedenfalls für meine trüben Augen nicht.)
Versuch die doch bitte besser zu fotografieren.

Falls er keine Anbruchstelle hätte:
Knut hat einmal anhand eines schiefen Vergaserflansches (der an den Zylinderkopf drankommt, der) beschrieben, wie man Zinkdruckguss "fließen" lassen kann.
Das könnte (!) hier auch funktionieren.

Allerdings bräuchte man ein Vollmetallrundstück, das exakt in einen heilen Flansch passen würde und hinein damit.
Dann müsste außen am Flansch eine passende Rundschelle, am besten zweiteilig mit zwei gegenüberliegenden Verschraubungen, angebracht werden.
Vergaser komplett wärmen (90 Grad dürfte gehen).
Verschraubung gleichmäßig einen Mikrometer anziehen.
Warten und kalt werden lassen.
Anderer Tag: Selbe Prozedur, nächster Mikrometer.
Usw.

Ob das funktioniert, sagt Dir letztlich das Ergebnis.

Jemand einen besseren (weniger gefährlichen) Vorschlag?
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

professor buxus

Hallo,

ich würde den Vergaserflansch "opfern". Die betreffenden Flächen mit Schmirgel (so was um 180er) säubern und aufrauhen,
dann mit satt Aluminuim-Kaltmetall den Vergaser auf den Flansch aufsetzen und richten. Trotzdem noch die Spannschelle,
oder besser eine neue anbringen und das Ganze etwas spannen.

Soetwas in dieser Art:  http://www.loctite.de/produktsuche-29727.htm?nodeid=8802624798721

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

Hodima


Beides super Vorschläge, danke. Wäre ich nicht drauf gekommen.

Was haltet ihr davon:
1. Kleines Loch bohren, damit der Riss nicht wandert.
2. Flansch mit Trennwachs (oder gibt es besseres?) einstreichen
3. Mit diesem Loctite auffüllen

Dann müsste doch eigentlich die Passung wieder stimmen und die Rundschelle wieder fassen.

Gruß Horst-Dieter

wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

rolf

Hossi...das löst aber dein Problem nicht.
Ich würde , wie schon Clemens schrub; es einfach so machen mittels heissmachen und mittels Schelle langsam, Stück für Stück, wieder richten....rufe am besten mal an....aber ohne wieder zig-mal kalt werden lassen (woher hast du das, Clemens?)....es funktioniert  alldieweil damit auch Schwimmerkammerdeckel gerichtet werden können

Rütz

ad 1
Da der Riss nicht Richtung Vergaser geht, sondern wieder Umkehrt, sehe ich ihn nicht so kritisch.
Schlimmstenfalls bricht ein Stück raus, welches nicht funktionswichtig ist.
Loch bohren ist immer gut.
Es ist aber auch immer sehr schwierig das Riss-Ende korrekt zu erkennen.
Was oft hilft (von profi Rissentwicklerflüssigkeiten abgesehen):
Stelle gründlich mit Bremsenreiniger einsprühen, 1x trocken drüberwischen und dann den Riss (mit Lupe) genau beobachten: Der Bremsenreiniger sickert aus dem Riß nach und man erkennt, daß er länger ist als gedacht...

ad 2
Ich würde nichts mit Loctite etc machen.
Durch "Kriechen lassen" kann man Zinkdruckguß wunderbar, schadlos und prakisch unbegrenzt verformen!
Im Prinzip wie Clemens es schon beschrieben hat:

- Flansch einführen.
- Gute Schlauchschelle drum.
- Schlauchschelle leicht anspannen.
- Auf min. 100° - max. 150° erwärmen (Zischprobe! 90° reichen nicht.).
- 15 - 30 min abkühlen lassen.

Die letzten drei Schritte so lange wiederholen bis es paßt.
Evtl. die Schelle öfter mal versetzen (drehen), damit es gleichmäßig rund wird.

Da man die Schelle jedesmal immer nur leicht spannt, muß man keine Sorge haben, daß etwas kaput geht.
Man spürt regelrecht, wie sich das Zink nach jedem Abkühlen gesetzt hat und man mit gleichen Kraft nochmal nachspannen kann.

@Rolf:
Das Abkühlen lassen ist wahrscheinlich technisch nicht wirklich notwendig.
Aber es hilft sehr bei der Disziplinierung, nicht zu schnell vorzugehen (mir zumindest), für Abkühlen und neu Erwärmen geht so automatisch die Zeit drauf (0,5 h), die zw. zwei Nachspannungen mindestens liegen sollte... und man muß nicht die ganze Zeit daneben stehen.
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

cledrera

Zitat(woher hast du das, Clemens?)

Aktuell von Rütz  ;D
Vor Äonen von Knut.

Hintergrund ist, dass bei einer solchen Arbeit Ungeduld das Schädlichste überhaupt ist.
Sorgt man für einen geruhsamen Takt, wird alles gut.


@ Rütz,
mag sein, das 90 Grad zu wenig sind. 150 Grad halte ich aber für grenzwertig.
Habe meine Vergaser (Mischkammer ging hoch) mit 110 Grad (ziemlich exakt) gewärmt und der "wuchs", dass mir Angst und Bange wurde.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Rütz

Ja, Zink hat einen noch höheren Ausdehnungskoeffiidingens als Alu (wenn ich nicht irre).
Aber auch das spricht für das wechselnde Erwärmen/Abkühlen:
In der Ausdehnungsphase wächst der Stutzen (langsam!) gegen die starre (=sich kaum ausdehnende) Schelle und zieht sich beim Abkühlen wieder zusammen. So hat man noch mehr das beruhigende Gefühl kaum Kraft auf den Stutzen auszuüben.
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

Hodima

ok, klingt bis dahin vernünftig

Frage: Das mit der Spucke klingt etwas vage.
          Wie messt ihr denn die Temperatur?  Infrarot?
          Wenn ich das richtig verstanden habe, besteht ja durchaus die Gefahr der Überhitzung.
          Wenn die Heissluft-Püster bis 500 Grad liefern, wird mir etwas bange dabei.

LG Horst-Dieter
wer will, findet Wege
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Stefan

Wenn Du den Vergaser im Dampfkochtopf erhitzt kommst Du in den passenden Temperaturbereich.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Rütz

#10
Vage?
Ich habe zu (unbestechlichen) physikalischen Gesetzen größeres Vertrauen als zu irgendwelchen Anzeigen.
Muß keine Spucke sein, man kann auch ein Töpfchen mit Wasser zum Fingerreintunken bereitstellen.

- Kann der Wassertropfen die Oberfläche benetzen aber kocht dabei: 100°C
- Kann er sie nicht mehr benetzen, sondern "hoovert" auf seinem eigenen Dampf (Leidenfrost Phänomen): 120°C

Mehr braucht man nicht und der Sichherheitsabstand zu 150°C ist noch ausreichend groß.

100°C sind nötig, weil Zink erst ab da seine Sprödigkeit verliert:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zink#Physikalische_Eigenschaften
(Bei Wiki steht sogar 200°C als Obergrenze)

@Stefan:  ;D
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

cledrera

@Rütz,
tu pöser Pupe.  :lol:
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Fastnachter

Ich hab immer ne kleine Sprühflasche mit Wasser da stehen. Nach nem Kaffee müffelt die hoovernde Sabber manchmal ein wenig... ;)

Gruß
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

Stefan

The evil is always and everywhere!

Rütz

Hast recht, müßte auch gehen.
Ich dachte erst, hmm... schwierig, man kann ja nicht dran, wenn heiß und sobald man den Deckel öffnet sind es wieder unter 100°..
Aber muß man ja nicht, wenn man vorher vorspannt.

Trotzdem fänd' ich's umständlich und "zu spannend" (weil man nichts sieht). :gewissen:
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

Hodima

Rütz:     Danke, das verstehe jetzt sogar ich.

Stefan:  Das mit dem Kochtopf finde ich gut, der geht ja bis 115 / 120 Grad
             Das Problem ist nur, wie entwende ich ihn aus der Küche, ohne
             erschlagen zu werden :lol:
             Außerdem, verträgt der Vergaser das heiße Wasser? Ich habe
             gehört die Legierung mag kein Wasser. Man soll das Gehäuse doch
             etwas einölen, oder?
           
wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

Heiko

Zitat von: Hodima am 27 Januar 2016, 10:55:46
             Außerdem, verträgt der Vergaser das heiße Wasser? Ich habe
             gehört die Legierung mag kein Wasser.

Gehört? Fährst Du nicht im Regen?
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Hodima

Regen:  doch, sicher

Aber......
jemand sagte unlängst, daß es wichtig sei, die Vergaser bei der Einlagerung einzuölen.
Da ging es um Wasser, das wohl die Legierung angreift o.ä.
wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

Schorsch

Hodima,

schätze mal, dass es um die Luftfeuchtigkeit bei langer Einlagerung in der Garage ging.
Da ist fast immer die Luftfeuchtigkeit hoch, wenn nicht richtig ent- / belüftet.
Die Zinklegierung  läuft dann etwas dunkel an, macht aber der Funktion nichts aus.


Übrigens By the way,
nächsten Monat in der Oldtimer Markt, richtiges Einlagern von Ersatzteilen.

Schorsch
Das Leben ist wie eine Brille.
Man macht viel durch.

(Heinz Erhardt)

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