Ventilführungen und Kupplungsscheibe

Begonnen von Sascha, 05 Juli 2003, 12:16:02

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Sascha

Hallo,
ich bin an der Restaurierung von Motor und Getriebe angekommen.
Ich habe an meiner 25/3 fetgestellt das die Ventilführungen total ausgschlagen sind. (besonders Auslaßseite)
Nun meine 1. Frage: wer kann mir Angaben zum auswechsen geben? bekomme ich die Führungen leicht raus und müßen dei neuen aufgerieben werden?

2. Die Kupplundsscheibe sieht noch recht gut aus. Gemessene Stärke 4.9mm. Welche Stärke hat eine neue Scheibe bzw. wo liegt die Verschleißgrenze?

3. Die hintersten Lager im Getriebe sind total verrostet und jede menge schlamm im Getriebe
Ich denke mal die Tachowelle war undicht.
Ich habe was über eine Enlüftungsschraube gelesen (Tachowelle) fehlt bei mir.
Ist das eine schraube mit Loch? verstehe ich noch nicht so ganz.
Ist der Filzring am Antriebsflansch durch einen Simmerring zu ersetzen?

Vielen Dank für eure Hilfe
Gruß Sascha

Sascha


isie

Hallo Sacha,

habe meinen Motor / Getriebe R26 im Herbst aufarbeiten lassen.. (Uli S., FfM), hätte ich schn früher kompplett erledigen soll, hatte mich bis dahin eine Menge Nerven usw. gekostet..:

Re Ventilführungen:
Führungen müssen mit Reibahle ausgerieben werden, ausserdem gibts da je nach Z-Kopfzustand verschiedene Führungen. Die alten werden bei Erwärmung .. 200 Grad oder so ausgetrieben, so ein Werkzeug hat auch nicht jeder.
=> Nun ja: Uli S.../ Ffm: Hat mich ca. 130 E gekostet und sollte auch ok sein.

Und dann nimmt bitte die "NEUEN" Ventile (<> Orginal BMW) plus Federn und vergiss nicht, die V-Sitz selbst (+ Ventile) neu einschleifen zu lassen. (Ventile kann man auch selbst machen, klar).
Auch dazu brauchts wieder Spezialwerkzeuge.

(Neue verschleissfestere Ventile reissen nicht "unmittelbar" ab...)

Ausserdem kann auch Kerzengewinde, Flammrohrgewinde sowie  Vergasergewinde dann mit erneuert werden.

Ich habe zu diesen og. Schritten etliche Anläufe gebraucht... (blöd...)
  
Re Kupplungscheibe:
M.E  bringt die ganze Fummmelei nix und kostet nur Zeit und Nerven. das Ausbauen des getriebes ist ja nun mit voel Auufwand verbunden...
=> Kauf dir gleich eine neue und vergiss nicht, die Verzahnung Antriebswelle mit Kupferpaste / -fett (leicht)zu beschichten (sonst rupfts ggf.).
                    
Re Getriebe:
wie vor, lass Dir das Dings überholen. Und ALLE Wellendichtringe auch gleich neu sowie das Öl-Ablassgewinde ggf. neu schneiden lassen (M14 -> 16 oder Helicoil)!

"Schlamm in Getriebe"  hört sich aber nicht gut an, vermutlich gibts wg. Korrosion usw. weitere Schäden. Dazu kann ich aber nichts weiter sagen, hatte das Problem noch nicht.  

Fazit: Lass es gleich richtig machen und  spar Zeit, Nerven und Geld.
Oldtimer sind nicht billig aber es lohnt sich !
Natürlich sollte man die Massnahmen immmer im Detail hinterfragen.
=> Nicht einfach "Blanco" machen lassen.

Die genannten Spezialwerkzeuge kosten mehr (für 1x Arbeit) als die gesamte Reparatur.

Viel Erfolg !

Ingo


PS  - Kosten ca. (Euro):
Material:  2 ventile+ federn : 70
V-Sitze + Montage komplett: +60
Auspuff-Gewinde: 60.
Getriebeüberholung: Schwer zu sagen, je nach Zustand... sagen wir mal : 400 E.

Peter

Hallo Sascha,
als Ergänzung zu Ingo:
In die Schraube an der Tachowelle/Getriebe habe ich ein Loch gebohrt (2 mm). Das reicht als Entlüftung aus.
Ein Spezialwerkzeug für das Zusammenpressen der Ventilfedern kannst Du recht einfach selbst herstellen.
Du brauchst dafür nur eine grössere Schraubzwinge, die den Zylinderkopf umfasst.  Das Ende mit dem Teller wird auf die Unterseite des Zylinderkopfes gegen das Ventil gepresst. Auf die andere Seite der Schraubzwinge habe ich einen grossen Kerzenschlüssel geschweisst, in den ich zuvor ein ausreichend grosses Loch geschnitten habe, um mit einer kleinen Zange die Ventilkeile einzusetzen.  
Die Ventilführungen habe ich allerdings auch machen lassen, da ich eh ein neues Auspuffgewinde aufschweisen lassen musste.
An der Tachowelle kann durchaus Wasser ins Getriebe eindringen, wenn der Gummi undicht ist. Allerdings muss deswegen nicht unbedingt das Getriebe überholt werden. Ich würde erst mal das Getrieböl erneuern und dann mal fahren. Dann wirst Du schon sehen,ob's noch ok ist. Wer weiss, wie lange das alte Getriebeöl da schon drinne war?!
Gruss Peter
Am Sichersten ist die Unfreiheit

emm

Hallo Sascha,

wenn ich deine Fragen richtig verstanden habe, willst du so viel wie möglich selber machen und nicht machen lassen. Das finde ich gut!

Ventilführungen: Kopf auf etwa 180°C erwärmen und die Führungen von der Brennraumseite aus mit einem Dorn herausschlagen. Wenn du die Möglichkeit hast, dreh dir einen abgesetzen Dorn (ca. 12 auf 7 mm), damit du nicht beim raushauen die Wandung verhunzt. Oder du schneidest M8 in die Führung hinein und ziehst sie mit einer normalen Schraube, einer großen U-Scheibe und einem Stückchen Rohr zur Kipphebelseite hin heraus.

Dann gibt es Führungen mit Übermaß aussen. Also alte Führung messen und die neuen 0,1 mm größer kaufen. Dann den Kopf wieder heiß machen (250°C im Backofen, so du einen alten hast) und die Führungen (mit Anschlagring) am besten mit dem Dorn ins Eisfach, oder, besser, in flüssigen Stickstoff legen. Hat nur leider nicht jeder gerade parat (ich auch nicht). Ich habe die Führungen aus dem Eisfach noch mit Vereisungsspray weiter heruntergekühlt. Wenn alles passt (und du sie beim Einsetzen nicht verkantest...  :-/ ) fluschen die Führungen so rein und sind fest.
Dann ist allerdings der Gang zum Spezialisten angesagt. Es sei denn, du hast Zugang zu verstellbaren Reibahlen, einem Hungerer-Gerät zu Nachfräsen der Ventilsitze oder zu den originalen Sitzfräsern (Matra Nr. 294 für 45° und Matra Nr. 295 für 15°). Wenn du Glück hast laufen die Ventile jetzt schon spielfrei in den Führungen. Wenn nicht, weil zu eng, ist zartes Nachreiben der 7er Bohrung mit einer verstellbaren Reibahle angesagt. Anschließend Nachfräsen der Ventilsitze (45° bis der Fräser überall gut trägt und dann 15° bis die 2 mm Sitzbreite erreicht sind; macht aber eigentlich auch jede (BMW-)Motorradwerkstatt, die was auf sich hält). Wenn du sowieso neue Ventile einbaust, entfällt das Einschleifen mit Paste. Dichtheitskontrolle: Ventile leicht in den Sitz drücken und die Ventilkammer mit Sprit auffüllen. Wenn was durchsickert: Einschleifen.

Getriebe: Wenn du es selbermachen willst (ist wirklich keine Hexerei; meine Getriebe hat noch keine "Fach"-Werkstatt von innen gesehen), dann besorg dir die Instandsetzungsanleitung für R25 (gibts auch mit Nachtrag bis R25/3) bei den Literaturversendern oder auf dem Teilemarkt. Da ist die Getriebereperatur klasse drin beschrieben. Solltest du mit Abziehern nicht oder nicht gut bestückt sein, die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall, wenn du vorhast selber zu schrauben! Und geh zum richtigen Werkzeugspezialisten, auch wenn's Geld richtig wehtut. Die Baumarktdinger überstehen meist noch nicht mal den ersten Einsatz. Kugellager und Dichtringe sind beim FAG- oder SKF-Händler übrigens meistens billiger als bei Stemler und Co.....am besten mal vergleichen.

Kupplung: Ich habe bisher noch kein Verschleißmaß in der Literatur gefunden. Wenn die alten Beläge allerdings knochenhart/speckig/ölig sind, würde ich sie austauschen. Die Federn sowieso. Oder du riskierst es und hast womöglich später Spiel- und Bastelspass, weil sie rutscht. Dann aber auch nicht lange herumprobieren, sonst glühst du die Druckplatten aus.

So, jetzt habe ich mich bei den Werkstätten erst mal genug unbeliebt gemacht. Aber schraube nun mal lieber selber als das ich schrauben lasse. Macht mir mehr Spass.

Gutes Gelingen!

Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

Sascha

Hallo,
Danke für eure Hilfe. @Markus..... Du hast das schon richtig verstanden mit dem selber machen. Ist auch kein großes Problem weil ich KFZ-Mechaniker bin.
Mir war aufgefallen das die Führungen einen Sicherungsring haben und das ist heute nicht mehr üblich. Darum war ich der Meinung das sie vielleicht recht lose sitzen und ich mir dann das Aufreiben sparen könnte. Sollte eben eine vorab Info sein. Reibahle und Ventilsitzfräser habe ich und denke das es dann auch klappen wird.

Getriebe habe ich auch schon zerlegt und Lager ausgabaut. Waren wirklich verrostet ( Antriebsflansch) und werde mir jetzt dann mal die Neuteile beschaffen.
An dem rest vom Getriebe ist zum Glück nichts kaputt.
Ich möchte mir dan auch gerne den Filzring gegen einen Simmerring austauschen. Mal sehen ob es klappt.

danke für die Hilfe
Gruß Sascha

emm

Sascha,

bau doch ruhig einen neuen Filzring wieder ein. Das hat vor 50 Jahren funktioniert und klappt heute auch noch. Nur die gelochte Schraube, von der Peter geschrieben hat, ist wichtig wegen Druckausgleich wenn's warm wird. Sonst drückt dir eventuell das Öl überall raus.

KFZ-Mechaniker bist du? Oh Mann, da kannst du ja aus dem (Werkzeug-)Vollen schöpfen! All die schönen Spezialwerkzeuge... *Seufz*

Gruß

Markus (etwas neidisch...nunja.)
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

emm

Sascha,

ich bin jetzt auch am Getriebe dran. Dabei habe ich gesehen, daß man den Filzring Getriebeausgang wirklich gegen einen Wedi tauschen kann. Der Uli S. hat den in der Liste. Dann muß es den ja auch beim Kugellagerfredel um die Ecke geben....

Gruß

Markus
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