Stoßdämpferproblem

Begonnen von krauthahn, 04 September 2012, 00:41:01

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krauthahn

Hallo nochmal !
Ich habe bei meiner R26 gerade die Boge-Stoßdämpfer ausgebaut. Dabei fiel mir auf daß sich alle vier Dämpfer relativ leicht zusammenschieben aber nur langsam wieder auseinanderziehen lassen. Ist das so gewollt, daß sie quasi nur beim Ausfedern dämpfen oder sind die Dämpfer futsch ? Gibt es eine Möglichkeit defekte Dämpfer instandzusetzen ?
krauthahn

krauthahn


berndr253

Grundsätzlich ist die Funktion so wie Du sie beschreibst in Ordnung, sind die Dämpfer verölt oder sonstwie "versifft"?? Wenn nicht, kannst Du davon ausgehen, dass die wohl noch in Ordnung sind.
Eine Instandsetzung ist nicht so einfach, es sei denn, Du hast die Dämpfer, die mit einem Spezialschlüssel zerlegt werden können.

Bernd
Leben und Leben lassen

Heiko

Hi,

versuche mal die Dämpfer ruckartig zusammen zu schieben... dann müssten Sie dämpfen.


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Rütz

Nee... fühlbar haben die nur eine Zugdämpfung.
Steht nicht auch im WHB "reine Zugdämpfung" ? Muß nochmal nachschauen, war zumindest zu der Zeit die übliche Technik.

!! Beim testweisen Zusammenschieben unbedingt darauf achten, sie nicht mit Ruck oder Kraft gegen den Anschlag zu schieben!
Dabei können sie wirklich kaputtgehen.

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

BamBam

Zitat von: RützSteht nicht auch im WHB "reine Zugdämpfung" ? Muß nochmal nachschauen, war zumindest zu der Zeit die übliche Technik.
Das ist auch heute noch so ähnlich gegeben - allerdings keine "reine Zugdämpfung"

Will sagen wenn man mit dem Rad auf ein Hindernis auffährt muß der Dämpfer schnell einfahren damit das Rad nicht den Bodenkontakt verliert oder instabil wird und beim ausfedern wird 'gedämpft' (Kurzfassung).
Jedoch wirkt sich ein zu langsames Ausfahren des Dämpfers natürlich auch negativ auf das Fahrverhalten aus.

Bei modernen Motorradfederbeinen sind heutzutage alle Funktionen separat einstellbar - Federbeinlänge, Federhärte, Zug und Druckstufe. Allerdings sind die wenigsten Fahrer in der Lage ihr Fahrwerk einigermaßen vernünftig einzustellen. Das ist eine Wissenschaft für sich bei soviel Einstellmöglichkeiten.

Wer sich näher mit diesem Thema befassen möchte kann sich das hier reinziehen.
http://www.ohlins.eu/de/motorcycle/technics/


burghard

alles gut so - die Zustufendämpfung ist bei jedem  Dämpfer das eigentlich wichtige !

Kann von meiner identischen R 27 nur sagen, daß das Fahrwerk nur dann wirklich gut ist, wenn die Zugstufe richtig funktioniert und auch nicht irgendwelche Exotika eingebaut sind. Die Testfahrer von BMW haben damals einen tollen Job bei der Abstimmung geleistet.
Komme gerade von der Irish Vintage Rallye zurück, wo man  über die fiesesten "Lanes" zügig fahren muss. Die R 27 hat das (mit Sozia !!!!!!)  super bewältigt und die Iren waren "very astonished" , da es nicht viele Verückte gab, die nicht solo gefahren sind.

Wichtig ist auch , das die Federn  noch ungefähr die richtige Länge haben. Da ich oft mit Sozia fahre habe ich die Federvorspannung durch Ringe unter den Federn leicht erhöht und damit das Fahrzeugniveau bereits in der Grundeinstellung etwas angehoben um auf richtig schlechten Straßen etwas mehr Reserven zu haben. Hatte auch auf dieser wirklich heftigen Rallye keinen Durchschlag.

BAMBAM sieht das prinzipiell richtig - Nur möglichst langsames ausfedern ist bei hoher Beladung und schneller Fahrt auf glatter Straße ein unbedingtes MUSS !!!!!!!!!! Schnelles Ausfedern nur auf schlechten Straßen bei relativ geringer Fahrt. Einstellen kann das heute kaum noch einer - deswegen ist ein gutes Federbein mit einer guten Grundeinstellung (und evtl. einer verstellbaren  Zugstufendämpfung ) heute immer noch mit Abstand der beste Kompromiss - besser als ein Öhlins oder Wilbers mit Druck/Zugstufe jeweils für Hig- und Lowspeed etc was fast niemand einstellen kann.   Das die Leute entweder 60 kg oder gar 90 kg mit Gepäck auf Krad bringen ist noch ein anderes Thema - jede Fahrwerkseinstellung vom Werk aus ist immer ein Kompromiss. Die ESA Fahrwerke von BMW oder ähnliches sind somit der eigentlich richtige Weg .....

Evtl. schreibe ich mal einen Bericht über die Rallye in Irland - so mit das geilste was ich bisher gefahren bin (trotz mehrfach Milano-Taranto )

Burghard


BamBam

Burghard hat schon recht da wir hier ja über Oldies reden, bei denen es nicht um Topkurvenspeed und sonstigen Schwachsinn geht, ist ein guter Kompromiss gefragt um Spaß zu haben.

Bei den Reisbrennern und Joghurtbechern stellt man halt schon mal bei unterschiedlichen Landstraßen an den Rädchen - oder auch besser nicht wenn man nicht weis was man tut!!!
Ich hatte auch immer die Umlenkung am Heck mechanisch verändert damit das Ding vorne nicht hochkommt. Kein Freund von Wheelie's bin. Gerade beim Rausbeschleunigen aus Kurven brauchte ich kein Vorderrad in der Luft!

Nun ich werd in Zukunft an meinen Reibungsdämpfern drehen und hoffe auf gutes Ansprechverhalten meiner verchromten Blattfeder  :galgen:

Finde das Thema Fahrwerkseinstellung aber trotzdem interessant und ein bisschen KnowHow kann ja nicht schaden.
Umsonst sind ja auch die Shim's nicht in Burkhard's Federbeinen gelandet.

burghard

Nichts gegen Reibungsdämpfer. Habe eine Airone mit Reibungsdämpfer - die sind Klasse und stufenlos verstellbar. 1949 hatte der Herr Guzzi dann mal hydraul. Dämpfer eingebaut und die Herren Werksrennfahrer wollten die nicht sondern wieder ihre Korkscheibendämpfer - weil besser . Darufhin wurden die Korkdämpfer in Falkone, Airone bin Anfang 1960 weitergebaut - also bis zum Ende der alten Baureihen - auch für Miltär und Polizei waren diese Dämpfer ausreichend.

Burghard

BamBam

Denke die eigentliche Frage dieses Beitrags ist schon so gut wie geklärt. Dämpfer scheinen ok zu sein.

Da wir uns inzwischen aber schon weit vom eigentlichen Thema bewegen möcht ich noch ein Highlight in Sachen Fahrwerk anfügen - die neusten Yamaha R1 Reisschüsseln haben an der Vorderradgabel ein Federbein das nur die Druckstufe bedient und das andere nur die Zugstufe! D.h: jedes Federbein vorne übernimmt eine unterschiedliche Funktion.

Inovativ? Genial? Spinnerei? Schwachsinn?
Ehrlich gesagt geht mir das zu weit und war auch ein Grund warum ich jetzt keinen Joghurtbecher mehr in der Garage habe (mal von meiner Frau abgesehen).
Back to the roots - Blattfeder!!!

Stefan

Zitat von: BamBam am 04 September 2012, 17:00:55
... die neusten Yamaha R1 Reisschüsseln haben an der Vorderradgabel ein Federbein das nur die Druckstufe bedient und das andere nur die Zugstufe! ...

Hatte das nicht auch schon die MZ Skorpion anno 199x?

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

krauthahn

Erstmal tausend DanK für die Antworten !!!
Die Frage hat sich somit geklärt !
Meine Stoßdämpfer scheinen in Ordnung zu sein, hab` ne Menge Geld gespart und interessante Beiträge gelesen !
Euer Forum lohnt sich !!!  :applaus:
Vielleicht kann ich ja mit der einen oder anderen Antwort in Zukunft auch etwas dazu beitragen ?
Auf jeden Fall werde ich jetzt öfter mal reinschau`n und Euch weiter empfehlen !
Weiter so !

Grüße !
krauthahn


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