Pleuelbuchse wechseln

Begonnen von guest39, 03 Mai 2003, 15:40:06

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guest39

Hallo Zusammen,

habt einer das schon mal gemacht?
Wie sind die Erfahrungen eher schlagen (macht bestimmt Probleme mit Festsetzen des Pleuels damit
Schläge nicht Pleuel verbiegen) oder mit
Ziehen durch Abzieher. Will mir daher jetzt wahrscheinlich einen Abzieher drehen lassen?
Wer hat schon mal eine Buchse gewechselt?
Ist die schwer rauszuholen? und geht die neue gut rein?

Gruss Dago

guest39


rolf

Raus und rein ist nicht das Problem(obwohl du da auch zumindest eine Reibahle benötigst), rechtwinklig muß sie sein, das geht nicht ohne (sehr spezial)Spezialwerkzeug und know-how.
Lass es von einer Fa.(die es kann!!!) machen, das kostet nicht die Welt. Kolbenbuchse kaputt? Pleuellager noch ok?? eher unwahrscheinlich, die Kolbenbuchse lebt eigentlich länger als das Pleuellager.
Gruß
Rolf

Dagobert

Hallo Rolf,

warum eine Reibahle zum Aus bzw Einbauen?
Oder muss die Buchse nach dem Einbau auf Mass
gebracht werden.
Zum Verständnis ich möchte die Bronzebuchse
im Pleuelauge wechseln weil ich glaube, das der
Motor zu wenig Öl hatte und daher der Kolben kaputt ist (kann man gut sehen, leider), der Zylinder hin ist (sieht man auch sehr gut).
Ausserdem erkennt man auch, dass der Kolbenbolzen
einen Schaden hat, und wahrscheinlich auch die besagte
Pleuelbuchse......

Gruss Dago

Rütz

Hallo Dago,

"Oder muss die Buchse nach dem Einbau auf Mass
gebracht werden.
"

Ja, da sie Übermaß hat und sich beim Einpressen immer erheblich verformt. Selbst mit Spezialwerkzeug ist das "Auf Maß Reiben" wohl unheimlich schwer, da es auch in der "Rechtwinkligkeit" auf 1/100 mm ankommt.

Zum Verschleiß:
Es kann ein spezielles R27-Problem sein oder auch an "schiefem" Ausreiben gelegen haben (obwohl ich es immer hab' machen lassen).
Bei mir ist diese Buchse schon zweimal seitlich "rausgewandert".
Sie zerreibt sich dann mit dem Kolben, man hat auf einmal massenhaft Bronzespäne im Öl (beim Wechsel) und der Motor macht speziell im Schiebebetrieb ein dramatisches Geräusch ("seitlicher Kolbenkipper").

Gruß
Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

guest39

Hallo Rütz,

danke für die Antwort....Also ich wollte mir eine kleine
Ausdrückvorrichtung drehen lassen mit der ich die
Buchse seitlich aus dem Pleuel ziehen kann.
Auf dem gleichen Weg und mit dem gleichen Ausdrück-
werkzeug will ich die Buchse dann wieder eindrücken.
Meiner Meinung nach sitzt sie dann sicher im rechten Winkel, nur dass mit dem Übermass...Hmmm.
Ich fürchte durch das Aufreiben mit einer Ahle
geht dann oft der rechte Winkel flöten.
Hat die Buchse denn immer Übermaß?
Glaube die braucht 20mm innen.

Gruss Dago


guest39

Hallo Rütz,

noch ne Frage: Wo hast du denn die Pleuelbuchse
bearbeiten lassen?

Gruss Dago

Rütz

Hallo Dago,

bei Uli in Frankfurt.
- hab' seinerzeit (vor ~8 Jahren) noch in der Nähe gewohnt.
Die Händler tun sich nicht viel, ich nehm' eigentlich immer den nächsten, da kann man dann auch mal vorbeifahren.

Ich würde die Buchse nochmal gründlich Prüfen:
Wenn sie nicht seitlich raussteht, sich nicht verdreht hat (Ölbohrung fluchtet noch) und der neue Kolbenbolzen ohne spürbares Spiel reinpaßt, würde ich sie belassen.

Sowohl Ulli wie auch Stemler haben mir versichert, daß der Buchsenwechsel bei eingebauter KW, selbst mit Führungswerkzeug, eine absolute Notlösung ist, die nie so gut wird wie bei ausgebautem Pleuel.

Gruß
Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

rolf

Hallo,
Übermaß: ja, hat sie immer, sonst würde sie nicht fest im Pleuel sitzen. Durch diese Übermaß verringert sich auch das Innenmaß, deswegen muss!! es nachgerieben werden.
"20mm Innenmaß", das ist eine Passung, d.h. es ist irgendetwas zwischen 19,97 und 20,01 (oder so ähnlich, ich weiß nicht so genau welche Passung das genau ist)
Was für einen Schaden hat denn der Kolbenbolzen?
Gruß
Rolf

guest39

Hallo Rolf,
also der Kolbenbolzen ist heissgelaufen, vermutlich wegen fehlender Schmierung also zu wenig Öl.
Die Pleuelbuchse sieht entsprechend aus, muss also
meiener Meinung nach ebenfalls gewechselt werden.
Nur da die Kurbelwelle keinen Schaden hat, möchte ich nicht den ganzen Motor zerlegen, und die KW rausnehmen damit ich die Pleuelbuchse besser wechseln kann. Daher suche ich nach Möglicheiten dieses bei eingebauter KW mach zu können.
Eine entsprechend gezapfte Ausziehvorrichtung mit der ich hoffe die Büchse aus dem Pleuel ziehen zu können
ist in Arbeit. Mit dem gleichen Werkzeug möchte ich die
neue Büchse dann auch wieder reinziehen.
Pleuel dabei warmgemacht, Büchse kalt.
Denke dann müsste sie auch im rechten Winkel sitzen.
Hoffe das dann auch die beiden Ölbohrungen fluchten.
Sonst würde ich die nachbohren. Also die in der Büchse (Grins). Nur mit der Handreibahle im rechten Winkel bleiben. Also darüber denke ich noch nach...
Würde mich mal interessieren, wie die Werkstätten das machen. Oder spannen die das Pleuel ein?
Gruss Dago

guest39

Hallo Freunde der BMW,

also meine neue Pleuelbuchse ist eingebaut aber.....
Habe mit den gedrehten Werkzeugen (Buchsen) zunächst die alte Pleuelbuchse rausgezogen.
Ging ganz leicht. Ich hatte den Eindruck, die alte Buchse war ein wenig im Pleuel gelaufen...
Dann Pleuel erwärmt, neue Buchse mit Eispray gekühlt und eingezogen. Nach Gefühl eine Klasse Passung... ging schön rein....Aber: Ich hatte in einem schlauen Buch gelesen, man soll die neue Buchse wenn sie eingebaut ist, etwa 1 Stunde bei 180 Grad im Ölbad einkochen. Also Motor hängend montiert und gemacht.
Ging gut. Nach der Stunde und einer Abkühlphase konnte ich jedoch die Buchse mit dem Zeigefinger rausziehen ????? Wie soll ich sie da noch aufreiben??
Kann ich die Buchse mit Loctite fixieren??? Bin wieder ratlos...Oder gibt es die Buchsen mit unterschiedlichen Aussenmaßen?? Gruss an Alle
Dago

isie

Hallo Dago,
mmmh, da fallen mir nur zwei Dinge ein:
Oftmals kann man kaltverformten Metallteilen durch gleichmässiges "Spannungsfreiglühen" (z.B. Kupferdichtung Kopf > 300 ... 400 Grad) die erhöhte Festigkeit wieder nehmen. Andererseits ist dies häufig erwünscht, z.B. Unfallverformte Stahlteile durch unter Erwärmung NICHT geradebiegen...
  
Nuun gut das hilft dir nicht.

Lösungsvorschlag..:
=>
1.) mit neuer Buchse ausprobieren
2.) vielleicht kann dir einer eine SonderBuchse drehen, sollte nicht allzuschwer sein... ?
3.) ggf. neues Pleuel besorgen...

Ich rate Dringend von Locktide ab, alle Kunststoffe geben ab na sagen wir 80 Grad mehr oder weniger auf... der einzige Kunststoff, der da länger durchhält ist PTFE = Teflon (250 GC). ABER, die Eigenschaften ändern sich auch da ab 40 GC dramatisch...

Good Luck

Ingo  

Wolfgang

Hi Dago,

also das mit dem Pleuel im Ölbad auszukochen würde ich nicht unbedingt ausprobieren. Dies mag wohl früher mal der Stand der Dinge gewesen sein, heute macht das wohl keiner mehr.
Die Dämpfe die dabei entstehen sind äußerst schädlich und der Nutzen steht dazu in keinem Verhältnis.

Wolfgang

Peter

Hi Dago, Wolfgang, Ingo
wenn auskochen, dann keinesfalls in Motoröl und in der guten Küche. Die Sauerei, die da entsteht, bekomme ich von meiner besseren Hälfte heute noch aufs Brot geschmiert. Wenn im Ölbad kochen, dann tut's auch Speiseöl und am besten fernab der Küche.  ;D
Gruss Peter
Am Sichersten ist die Unfreiheit

guest39

Hallo zusammen

Pleuelbuchse ist eingebaut, mit Handreibahle
auf Maß gebracht so daß Kolbenbolzen saugend
reingeht.....
Lässt sich meines Erachtens gut selbst machen.

Geduld und Ausdauer sind aber Erfoderlich.
Und eine gute verstellbare Handreibahle natürlich.

Gruss Dago

rolf

Glückwunsch!!
Hast du auch kontrolliert ob sie wirklich rechtwinklig ist?
gruß
Rolf

guest39

Hallo Rolf,

ich bin der Meinung man kann die Buchse nur gerade einziehen. Sie hat eine Passbreite von gut 20mm (=Breite des Pleuelauges).
Da diese Bohrung rechtwinklig ist, sitzt die eingezogene Buchse ebenso wenn ... siehe oben.
Gleiches gilt meiner Meinung nach fürs Aufreiben.
Wenn man es mit Verstand und Geduld betreibt, wird
es rechtwinklig und gut.
Ist aber meine persönliche Meinung.
Habe es auf Parallelität zur Dichtflläche des Zylinderfusses (also zum Motorblock) geprüft.
Schien in Ordnung, ging aber nicht gut zu messen.

Gruss Dago

rolf

Hallo Dago,
zum messen brauchst 2 planparallele Eisenstücke, die legst du links+rechts vom Pleuel auf den Motorblock(auf die Zylinderdichtfläche) und dann oben ins Pleuel den Kolbenbolzen, langsam runterfahren bis der Bolzen aufliegt, dann auf lichtspalt prüfen.
Nur als tip, nicht als Besserwisser.
Gruß
Rolf

guest39

Hallo Rolf,

yep, genauso hab ichs gemacht und für gut befunden!
Bin halt der Meinung, wenn man die Buchse sauber mit entsprechend gedrehten Passhülsen einzieht, sitzt sie
automatisch im rechten Winkel. Weil man sie nicht schräg einziehen kann........

Gruss Dago

HeinzT

Hallo zusammen,
vor Kurzem hat mir ein Oldtimerfahrer mitgeteilt, bei Motorüberholungen werden heutzutage die Pleuelbuchsen durch Nadellager ersetzt.
Hat jemand von euch damit Erfahrung?
Mfg Heinz
R25-3

Heiko

#19
Mit der fragwürdigen Aussage?
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

rolf

1.
Dago...schön wär's.....dann isnd ja alle Spezialwerkzeuge zum Buchseneinbau (im eingebauten Zustand) VÖLLIG überflüssig

2. Heinz
Welcher idiot war das denn?? Bei 2-Takter ja (warum wohl?)...ansonsten Unsinn.....alleine schon aus Platzgründen.

HeinzT

Hallo,
sorry, das war auf einen Zweitakter bezogen. Wollte nur mal fragen, ob das bei einem Viertakter eventuell auch Vorteile bringt.
Mfg Heinz
R25-3

kruemel

1. Zum Thema Nadellager, ist wohl eher ein Platz/Luxusproblem - Bei der Kettensäge bestimmt sinnvoll, bei unseren Ackermotoren eher fraglich :-)
2. Zum Thema Maßgedrehte Buchse: Alles schön, beim Pressen ändert sich die Innengeometrie m.E. geringfügig. Das Ausreiben ist ja gerade erforderlich damit der KoBo nicht kneift und satt trägt. Das lässt sich im Vorfeld nicht prozessieren. Deshalb kann beim Reiben genau der Fehler gemacht werden, der mich einige Kolben und noch mehr Haare gekostet hat.
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

berndr253

Nadellager als Kolbenbolzenlager sind dann gut, wenn sichergestellt ist, dass hier der Auslenkungswinkel so groß ist, dass die Nadeln auch vollständig abrollen können. Ist das nicht der Fall müssen vollrollige Lager verwendet werden. Siehe dazu auch die entspechenden Vorgaben der Lagerhersteller.
Bei Zweitaktmotoren und Stirlingmotoren (trocken laufend, wo lebensdauergeschmierte Nadellager verwendet werden) macht das auch Sinn. Wenns hinreichend Öl hat sind die Gleitlager erste Wahl.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Fastnachter

Dass das ursprüngliche Thema bereits im Mai seinen 11. Geburtstag gefeiert hat ist euch aufgefallen?

;-)

Gruß
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

rolf

Uns Kaltstartern jedenfalls nicht! ;D

Heiko

#26
Mir schon... Habe ja nur auf HeinzTs Beitrag geantwortet.  ;D Rolf allerdings!  ::) ;D
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Wolfgang

Für Oldtimerfreunde sind 11 Jahre doch ein klacks

cledrera

Der hat damit nichts zu schaffen.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

HeinzT

Vielen Dank für die Antwort.
Find ich gut, wenn es zu einem uralten Thema immer noch neue Erkenntnisse gibt.
Mfg Heinz
R25-3

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