Kardan vor dem Verchromen auseinanderpressen ??

Begonnen von Norbert_Bender, 31 Mai 2011, 14:11:13

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Norbert_Bender

Hallo,

ich wollte heute u.a. den Karanantrieb meiner R25/2 zum Verchromen bringen. Sie haben ihn leider
nicht angenommen, da er nicht auseinandergepresst war.  Das geht so nicht ...hieß es.

Vor einigen Jahren hatte ich für meine andere R25/2 das gleiche Teil im zusammengepressten
Zustand verchromen lassen. Das war überhaupt kein Problem.

Es war beides Male die Firma Breidert in DA-Wixhausen.  ??? ??? - warum ging das damals ?

Kann mir jemand eine gute Firma im Raum Frankfurt / Wiesbaden nennen, die mir einige
Teile verchromen kann (auch den nicht getrennten Kardanantrieb).

Gruß
Norbert

Norbert_Bender


berndr253

Ich würde den Kardan vor dem Verchromen auf jeden Fall auseinander nehmen! Nach dem Verchromen wird der Mitnehmerflansch wohl nicht mehr herunterkommen, zudem schätze ich mal, dass die Chemikalien in einem solchen Bad und den vorhergehenden Reinigungsbädern für eine gepresste Verbindung schon schädlich sein können.

Sicherlich KANN man die beiden Dinge in montiertem Zustand verchromen, meiner Meinung nach SOLLTE man das aber nicht tun. Das Auseinanderpressen ist so ein großer Aufwand nicht, brauchst halt nur eine Werkstattpresse oder jemanden, der eine solche Presse hat.

Bernd
Leben und Leben lassen

franz1

Hallo Norbert,
ich hab eine solche Presse, und auch die Aufnahmen dazu.
Die Kardanwelle kann ich dir ausenander- und auch wieder zusammenpressen.
Gruß
Franz

berndr253

Hallo Franz,

reibst Du die Bohrung des Mitnehmerflansch nach dem Aufchromen der Welle vor dem Pressen auf ein neues Maß auf oder schleifst Du die Welle auf das alte Maß?

Bernd
Leben und Leben lassen

Stefan

Was ändert sich am Sitz, wenn das Teil verchromt und dabei der Sitz abgedeckt wird?

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Tino

Genau, der zu verpressende Stumpf wird mit einer Schutzschicht versehen und nach dem Verchromen entfernt.
Gruß Tino
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

berndr253

#6
Das kann man machen, wenn die Lage des Antriebsflansches auf der Kurbelwelle exakt fixiert ist - das ist sie aber nicht! Entscheident für die Lage des Antriebsflansches auf der Kurbelwelle ist der einzustellende Abstand der beiden Flansche (Getriebe-Kardanwelle) im eingebauten Zustand, der 30 mm betragen sollte (exakten Wert müsste ich nachschauen).

Ich würde deshalb die Welle komplett chromen und den Sitz im Flansch aufreiben.

Bernd

Nachtrag
Abdecken geht selbstverständlich, allerdings wird man vielleicht einen nicht "schönen" Übergang von der Welle zum Antriebsflansch haben.
Leben und Leben lassen

Stefan

Viel Spaß beim Berechnen des Sollmaßes für den Sitz, wenn unterm Nickel verkupfert wurde.

Zudem: Was spricht dagegen, die Teile wieder exakt so zu verpressen wie vor dem Verchromen?

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Heiko

Zitat von: berndr253 am 01 Juni 2011, 10:23:28
Abdecken geht selbstverständlich, allerdings wird man vielleicht einen nicht "schönen" Übergang von der Welle zum Antriebsflansch haben.

Wird man auch nicht bekommen, wenn man beim Pressen den halben Chrom wegschiebt oder die Passung im Laufe der Zeit auf dem Chrom der Welle eiert.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Karl

... bei meiner letzten Kardanwell-Verchromungsaktion hat der #%&%!!! von Verchromer ZUVIEL abgeschliffen - jetzt flutscht der Mitnehmer auf der Kardanwell´ rum ...  :kotz:

Ich werd mir künftig 2x überlegen, ob ich meine Welle verchromen lasse ...
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Fastnachter

Ha, siehste, ich wusste doch noch dass da irgendwer schlechte Erfahrungen gemacht hatte...
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

berndr253

Also erstmal ist Chrom nicht unbedingt ein Werkstoff, der sich zusammendrücken lässt so dass durch mechanische Belastung aus der Presspassung eine "Wurfpassung" wird. Bezüglich der Erfahrung von Karl kann man nur festhalten, dass der Schleifer halt Sch... gebaut hat - kann passieren, ist aber nicht zwingend.

Die Mitnehmerflansche sind übrigens auch häufig verchromt - die Erfahrung zeigt eigentlich, dass die Verchromung beim Pressvorgang durchaus stabil erweist und nicht abgeschert wird. Bei meinem Getriebe habe ich einen Mitnehmerflansch aus Aluminium den ich auf die Kardanwelle aufgepresst habe.

Moin

Bernd
Leben und Leben lassen

† Oldtimerfahrer

Moin,
jetzt mal ne bescheidene Frage.
Was spricht gegen eine Verchromung der zusammen grepressten Welle?
Die Welle hat ihre Haftung in dem Kardanflansch. (Wenn auch nur durch Rost etc.)
Die Welle an sich behält ihre Länge, also nichts neu berechnen.
Und ansonsten, was sollte passieren?

Gruß Rudi
2011 Schottland I 2012 Großglockner-Hochalpenstraße I 2013 Schottland I 2014 Lettland/Litauen I 2017 Südengland

Norbert_Bender

Hallo Rudi,

und genau das wollte ich machen lassen.

Habe vor ca. 25 Jahren schon einmal eine Welle mit aufgepresstem Flansch
verchromen lassen. Das Ergebnis war sehr gut und ich hatte bis heute keine
Probleme damit.

Doch als ich vor ein paar Tagen wieder eine Kardanwelle mit noch aufgepresstem
Flansch zum Verchromer bringen wollte, winke er ab. "Das geht so nicht - die
Teile müssen auseinander ..."
.

Das verstehe ich nicht ! 
Warum ging das vor 25 Jahren und warum geht das heute nicht mehr ????
(kann diese Firma nicht weiterempfehlen - waren auch sehr arrogant)


Gruß
Norbert

berndr253

Hallo Rudi,

Nachteil beim gemeinsamen Verchromen ist, dass der Flansch faktisch nicht mehr runtergeht ohne hier Schäden zu hinterlassen. Damit ist der Kardan für eine Maschine eingestellt, Änderungen sind nicht mehr möglich (ggf. verursacht durch anderes Getriebe, ...)

ZUDEM
Die Abdeckscheibe (Gummi) kann nur durch Zerschneiden und wieder Verkleben ausgewechselt werden.

Bis Morgen!

Bernd
Leben und Leben lassen

Norbert_Bender

Zitat von: berndr253 am 01 Juni 2011, 18:35:35
Hallo Rudi,

...... Damit ist der Kardan für eine Maschine eingestellt, Änderungen sind nicht mehr möglich (ggf. verursacht durch anderes Getriebe, ...)


Welche Änderungen wären denn beispielsweise bei einer Auswechslung des Getriebes an der Kardanwelle nötig ?
Das verstehe ich nicht.

berndr253

Die Getriebewellen und Getriebe, der Konus für den Antriebsflansch und der Konus des Antriebsflansches - alles ist mit definierte Toleranzen, also Abweichungen vom Sollwert behaftet.
In der Summe können diese Abweichungen groß sein, dass man den Antriebsflansch am Kardan ein wenig versetzen muss um den Sollabstand zwischen den beiden Antriebsflanschen einzustellen.

Bernd
Leben und Leben lassen

Heiko

Das ist aber Pfusch, eine Presspassung soll am ganzen Umfang tragen.


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

berndr253

#18
Nöööö,
das ist nicht gepfuscht - das muss so!

Die Kardanwelle ist über die Länge auf der Antriebsflansch verschoben werden kann maßhaltig. Der Abstand der beiden Flansche soll nach Instandsetzungsanleitung 31+-1mm betragen.
Explizit In der Instandsetzungsanleitung ist hier das Verfahren des Verschiebens des Antriebsflansches auf der Kardanwelle benannt um dies zu erreichen.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Stefan

Zitat von: Norbert_Bender am 01 Juni 2011, 17:54:32
Warum ging das vor 25 Jahren und warum geht das heute nicht mehr ????

Warum hast Du nicht den Chromonkel gefragt? Hier kann Dir das keiner beantworten.
The evil is always and everywhere!

Heiko

Zitat von: berndr253 am 01 Juni 2011, 22:09:28
Nöööö,
das ist nicht gepfuscht - das muss so!

Ne, hat jetzt Klick gemacht... ich dachte Du meintest verdrehen, dass die Passung sitzt... aber an den Abstand habe ich jetzt gar nicht gedacht.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

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