günstiges Motoröl

Begonnen von timbuchholz, 31 August 2010, 13:05:35

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27-steib

Also wie jetzt:

Knut- ernstgemeinte Frage: ich dachte du bist überzeugter Russenplörrefahrer (Kompressoröl), oder steigst du jetzt, wenn dein Motor sauber und wieder zusammen ist auf son hochmodernes 15 W40 um?

Wie auch immer, man sollte ein Motorradöl kaufen, das für Rollengelagerte Motoren ausgelegt ist - siehe Anmerkung zu den zerschreddeten Kohlestoffketten.

So, meine Chips sind alle, geh mit jetzt Oliven und eingelegte Knolauchzehen holen...

Saludos Jan

27-steib


rolf

Zitat von: klaus wg am 02 November 2010, 14:38:06
Welches preisgünstige Öl nehme ich denn nun, um

- den Motorverschleiss zu minimieren und
- das Schleuderblech möglichst lange sauber zu halten?



k. (dem momentan weder Chips, noch Flips, noch Bier, Wein oder ähnliche Getränke zu Verfügung stehen...daher die etwas weltfremde Frage)

Du hast nicht aufgepasst Klaus....
1. das Schleuderblech setzt sich nicht zu
2. kann es eigentlich auch gar nicht, denn es ist auch nicht zur Filterung gedacht....ach , schon wieder, ich Dummerchen....Extraktion von Dreckpartikeln
3. es ist scxxxx egal welches Öl
4. es ist egal ob Partikel in der Schwebe bleiben oder nicht
5. in der Schwebe gehalten ist dasselbe wie in die Ölwanne sinkend...weil dort wird es sowieso (egal welches Öl) wieder rausgerissen
6. NSU hat später auch die Schlammhülsen abgeschafft weil das nichts bringt....und nichts anderes dafür genommen
7. die angenommene "Filterhöhe " beträgt sowieso nur 3mm (fertigungstechnisch bedingt...sonst wäre es nur 0-0,5mm)....meine Exemplare sind  Produktionsausreisser
8. Dreck in der Ölwanne ist nur Einbildung, bzw. Molekular vorhanden
9. Kompressoren sind nicht rollengelagert

Habe ich etwas vergessen in dieser Auflistung der sinnvollen Beiträge ;D?

7

isie

... kann sein kann aber auch nicht sein !

† Knut

Zitat von: 27-steib am 02 November 2010, 15:55:15

Knut- ernstgemeinte Frage: ich dachte du bist überzeugter Russenplörrefahrer (Kompressoröl), oder steigst du jetzt, wenn dein Motor sauber und wieder zusammen ist auf son hochmodernes 15 W40 um?

Saludos Jan

Nein nein nein, Jan, niemals werde ich mich vom Kompressoröl abwenden. Schau mal auf einen meiner ersten Threats. Da habe ich mich schon massiv für den Einsatz dieser Russenplörre in unseren Motoren eingesetzt.
Um ehrlich zu sein: ich bin ein heimlicher Intrigant der Ölindustrie, der diese Sorte aus kommerziellen Interessen in dieser der doch eher konservativen Community näher zu bringen. Da dauert nun mal.
Der erste Schritt meiner Strategie lautet daher, die Mitglieder in ihrer inneren Überzeugung zu bestätigen, dass ein Baumarktöl der Marke XYZ das richtige für ihren Motor sei.
Das habe ich jetzt getan.
Der nächste Schritt wird sein, die weiteren noch hadernden Mitglieder davon zu überzeugen, ein Einbereichsöl mit entsprechenden Inkredenzien sehr ähnlich dem des "optimalen" Öls für einen hochbelasteten luftgekühlten Oldtimers einzusetzen.
Dieses Öl hat eine stabile Viskosität, eine ausgewogene Menge an waschaktiven Substanzen (Detergentien) und keine "in-Schwebe-Halter" sowie von der Grundöl-Rezeptur eine hohe Temperaturstabilität - eben kein Oldtimer-Öl, dass überall für Oldtimer angeboten wird.

Jan, Du wirst verstehen, dass dieser Prozess nicht von Heute auf Morgen geschehen kann. Ich muss auch Rückschläge verkraften können, so wie mit dem Tragbild von meinen Kolbenringen, die aber ursächlich nachweisbar einem Fertigungsfehler zuzuordnen sind. Nichtsdestotrotz hat das Kompressoröl mich vor einem größeren Schaden bewahrt.

Knut

berndr253

Knut,

dass hätte ich ja nicht von Dir gedacht, dass Du als hochgeachtetes Mitglied des ,,ehrenwerten Forums" derartige ehrenwerte Verfahren anwendest!

Um aber auch in diesem thread nochmal inhaltlich zu werden, was sicherlich nicht gewünscht ist, möchte ich Dich um ,,Aufklärung" bitten.

Kompressorenöle werden wohl, wie es der Name auch nahelegt, vorwiegend in Kompressoren verwendet, also in den magischen Geräten, die verbunden mit viel mechanischer Energie und einem ,,Höllenlärm" unsere Luft in ein nasses, stinkendes Gasgemisch verwandeln.
Schaut sich der geneigte Leser jedoch einmal die Verhältnisse in den Herzen unserer edlen stählernen Rösser an so zeigen sich hier geringfügig andere Verhältnisse. Da bläst ein rauher, heisser Wind an den Wänden von Kolben und Zylinder vorbei in die Tiefen des Motorhauses, Stickoxide und andere auch übelriechende Gase mit sich führend – das edle honiggelbe Blut vergiftend. Auch der Sauerstoff, der uns beim deutlichen Vernehmens des ,,dritten Taktes" das Erleben des ,,Vorwärts" ermöglicht ist lässt das Blut altern und versäuern.
Und Du verweigerst Deinem Ross den Oxidationsschutz und Säurestabilität – ist dies mit Deiner Ehre als ,,fliegender Ritter" vereinbar??

Sag er an ob er denn nicht abschwören will von seinem frevelnden Tun!

Bernd 1(5W40)
Leben und Leben lassen

27-steib

nein nein, auf keinen Fall, der Prophet geht doch nicht zum Berg! lieber kauft er alle 5000 Km neue , allerdings fehlerhafte Kolbenringe, und schiebt die Schuld auf die Chinesen, die die gefertigt haben.

Jan

cledrera

Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

klaus wg

Zitat von: rolf am 02 November 2010, 19:55:01
Du hast nicht aufgepasst Klaus....
... es ist scxxxx egal welches Öl

Ok., danke für die Auskunft. Also: kaltgepresstes Olivenöl, fortan... ;D

Und natürlich: nur noch R35 fahren, denn die hat kein Schleuderblech........ :juhuu:(R50 = Teufelszeug)

k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

† Knut

Zitat von: 27-steib am 02 November 2010, 15:55:15

Wie auch immer, man sollte ein Motorradöl kaufen, das für Rollengelagerte Motoren ausgelegt ist - siehe Anmerkung zu den zerschreddeten Kohlestoffketten.


Was muß denn auf der Dose draufstehen, damit es für rollengelagerte Motoren ausgelegt ist? Oder noch besser - was muß denn in dem Öl drin sein?? Hä??

Oerlov

Zitat von: klaus wg am 03 November 2010, 06:36:14
Ok., danke für die Auskunft. Also: kaltgepresstes Olivenöl, fortan... ;D

Klaus,

es ist -wie so oft bei teilweiser Unkenntnis bzw. gesammeltem Halbwissen- eine Glaubensfrage. Problem ist hier vor allem, dass unsere Propheten nicht der selben Meinung sind, was die Gläubigen spaltet. Oder mit anderen Worten: Rolfs und Rützens Erfahrungen sind widersprüchlich.

Deshalb liegt es bei Dir selbst, Dir ein Bild zu machen und Dich für Baumarkt-, Kompressor- oder Oldtimeröl zu entscheiden. Das Denken nimmt Dir leider keiner ab ... und das Bezahlen von Motorinstandsetzungen auch nicht  ;)

Mein (!) Fazit:
In einen ungeöffneten (dreckigen) Motor würde kein modernes Öl einfüllen, da ich Angst hätte, den ganzen abgesetzten Schlamm wieder zu lösen und somit Schleuderscheibe und Ölkanäle zuzusetzen und kapitale Motorschäden zu riskieren (-> Rolfs Sichtweise).

In einen blitzsauberen, überholten Motor tendiere ich dazu eher modernes Öl einzufüllen, um Verschleiß (=Entstehung von Kleinstpartikeln) und Zusammenbappen von Kleinstpartikeln zu einer im Schleuderblech abscheidefähigen Größe zu verhindern (-> geht eher in die Richtung von Rütz)

Generell ist die "Ölfilterung" unzureichend, sodass man das Öl eben häufig tauschen sollte, weil sich der Verschleiß mit der Zunahme der Partikelanzahl im Öl erhöht und somit mit steigender Laufleistung überproportional viel (abscheidefähiger) Schlamm entsteht.

Gruß

Carsten

27-steib

Moin,

so ist es wohl. Für die Technikgläubigen gibt es bei Castrol ganz gute Information über Motorradöl- vom Classic bis zum Act-Evo, was ich frevelhaftigerweise verwende. Was mit unlegierten ölen bei hohen Temperaturen passiert, vor allem im bereich Zylinderkopf und Kolbenring (Run it Hard) ist da auch ganz gut beschrieben.

Ansonsten muss halt jeder davon überzeugt sein, dass die Plörre die er in seinene Motor kippt gut ist, und auf ein langes Motorleben hoffen.

Gruesse Jan


klaus wg

Zitat von: Oerlov am 03 November 2010, 08:17:02
es ist -wie so oft bei teilweiser Unkenntnis bzw. gesammeltem Halbwissen- eine Glaubensfrage. .... Das Denken nimmt Dir leider keiner ab ... und das Bezahlen von Motorinstandsetzungen auch nicht  ;)


Ich denke, das Wechselintervall steht außer Frage.
Interessant wäre halt gewesen, ob es zu dieser an für sich schon länger währenden Öldiskussion im Oldtimerbereich hier mittlerweile belastbare Erkenntnisse und Erfahrungen gäbe, die einem das DENKEN (sprich: das ENTSCHEIDEN) leichter machen: Man muss ja nicht mit Gewalt alle Fehler, die andere bereits gemacht haben könnten, neu erfinden und wiederholen.
Letztlich mindert dieses Vorgehen in Folge auch die Häufigkeit des BEZAHLENS VON MOTORINSTANDSETZUNGEN.

Das Sich-Füllen der Schleuderscheibe(n, beim Boxer: 2) kann man ja leider nicht beobachten und mitverfolgen, und ich tendiere nicht dazu, den R50-Motor prophylaktisch regelmäßig zu zerlegen.

Aber ok., isso. War auf jeden Fall bisher eine unterhaltsame Diskussion   :juhuu:

k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

Tino

Zitat von: 27-steib am 03 November 2010, 08:53:30
...
Was mit unlegierten ölen bei hohen Temperaturen passiert, vor allem im bereich Zylinderkopf und Kolbenring (Run it Hard) ist da auch ganz gut beschrieben.
...
Dafür gibts ja dann auch die kürzeren Wechselintervalle bei den unlegierten Ölen.
Bis 150°C sollte jedes Motorenöl klaglos vertragen. Höhere Temperaturen im Bereich des Ölkreislauf wären dann aber auch schon anzeichen für einen ungesunden Motor.
Sowas korrigiert man aber auch nicht mit superduper Öl,sondern mit einer Reparatur!

Für Rennbetriebe werden übrigens Öle mit hohem Rizinusölanteil empfohlen!
Rizinus hat zwar viele tolle Eigenschaften,die manche Standardöle nicht haben,neigt aber schnell zum geelieren und benötigt deshalb kurze Wechselintervalle.Eben gerade für ein Rennwochenende.

Die ganze Schleuderblechanalyse finde ich umso erstaunlicher,wenn man mal ein Blick auf die BMW-Vorkriegseinzylinder wirft.
Keine Schleuderbleche vorhanden!
Der Ölkreislauf geht von der Pumpe aus teilweise übers vordere KW-Gleitlager zum Hubzapfen. Der andere Teil geht weiter zur Nockenwelle und Zylinderkopf.
Der Ölanteil,der nun übers Gleitlager zum Hubzapfen gelangt ist,schmiert daß Rollenlager des unteren Pleuelauges und nachdem es dieses Verlassen hat wird es im Kurbelgehäuse verschleudert. So erzeugt es einen stetigen Ölnebel.

Beim den vollständig rollengelagerten Krubelwellen der Boxer und Einzylinder ist die Ölversorgung des Hubzapfens und Verschleuderung durch diesen mangels Gleitlager nicht möglich. Also musste man einen anderen Weg finden,wie Öl möglichst nah an den Lagerstellen vernebelt werden kann.

Zu Vorkriegszeiten war der einzige Filter das Grobmaschensieb an der Ölpumpe und die Neigung des Öls Ölschlamm zu bilden.Der auch im Betrieb nicht, wie bei modernen Ölen notwendig,wieder aufgelöst und ständig durchgepumpt wird!

Gruß Tino
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

berndr253

@Ölprinzen

Betreffs des Ölschleuderrings habe ich heute eine Mitteilung von BMW erhalten.

Der Inhalt ist eindeutig - das Schleuderblech dient nur zum Tranport des Öls und nicht zur Filterung.

Ich denke, dass wir uns damit mit diesem Thema nicht mehr befassen müssen.

Es bleibt eigentlich nur die Diskussion um das "beste Öl". Hier gehen die Meinungen weit auseinander und ich denke, dass es auch hier Sinn macht die zur damaligen Zeit aktuellen Werkstatt-Infos von BMW interessant sind. Die sind teilweise ja sogar hier im Forum vorhanden (Instandsetzungsanleitung), so heisst es in einer Vorgabe:

Ölempfehlung für Winter 1967/57:
EP-Motoröl, Viskositätsklasse SAE 20 oder 20W40, bei Temperaturen unter -18°C 10W40

Ölempfehlung Sommer:
Alle HD-Öle SAE40

Ich vermute, dass es auch später noch zu Anpassungen und Modifikationen dieser Empfehlungen gekommen ist.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Mopedwoife

Hallo Bernd,

kannst Du die Email / Nachricht einfügen?

Vielen Dank,

Wolfgang

Mopedwoife

Ich persönlich frage mich aber noch immer, warum die BMWler damals den Wulst nach aussen = 8mm mit eingebaut haben.

Hätten die von Haus aus keine Filterwirkung gewollt, dann wäre doch die Bauart 2 sinnvoller gewesen, oder?

Anhang bitte beachten!

berndr253

#136
Hallo Wolfgang,

nachfolgend die relevanten Auszüge aus dem Schriftverkehr mit BMW:

Aus meine Anfrage:
...Bei der Diskussion über Sinn und Funktion des Ölschleuderbleches in den Einzylinderbmws
die ja keine Ölfilter haben spaltet sich das Lager der Enthusiasten in zwei Gruppen.
Die einen behaupten, dass das auf der Kurbelwelle sitzende Schleuderblech vorwiegend
Partikel filtern sollen - die andere steht auf dem Standpunkt, dass die Schleuderscheibe
nur zum Transport des Öls ins Pleuellager dient.
Es wäre sehr hilfreich wenn Sie \"Licht in dieses Dunkel\" bringen könnten - es muss
noch Unterlagen und Hinweise geben, die hier eindeutige Hinweise liefern können.

Antwort BMW:
... die Aussage mit Öltransport zum Pleuel ist die richtige Variante.

Die Infos zum Öl sind aus der Instandsetzungsanleitung hier im Forum

Bernd


Nachtrag:
Welchen "Wulst" meinst Du denn hier? Den Abstand zwischen Außenkante Schleuderring und dem gedrückten Loch das in den Kurbelzapfen gedrückt wird? Das ist - auch wenn Rolf das vielleicht anders sehen mag - primär fertigungstechnisch begründet. Ohne einen hinreichend breiten Blechsteg ist das Drücken kaum möglich. Eine Anfrage bei einer Metalldrückerei würde hier sicherlich Klarheit bringen können.
Leben und Leben lassen

Mopedwoife

Hallo Bernd,

so schwarz / weiss dargestellt wie in Deiner Email ist es aber auch wieder nicht... ;)

klar ist, dass die Hauptfunktion der Transport von Öl zur Kurbelwelle ist. Stell glaube ich auch keiner in Frage.

Das Ölschleuderblech soll nicht vorwiegend das Öl filtern, sondern zum Kurbelwellenlager transportieren. Und in diesem Zuge soll das Öl auch gefiltert / zentrifugiert werden.

Richtige Fragestellung an BMW wäre gewesen: :oberlehrer:

Ölschleuderblech erfüllt die Funktion von:

nur Transport von Öl zum Kurbelwellenlager
nur Filterung von Partikeln im Öl
Transport von Öl zum KW-Lager und Filterung

Es erfüllt meines Erachtens eine Doppelfunktion, nicht entweder/oder. :oberlehrer:

Viele Grüße,

Woife




berndr253

#138
Hallo Wolfgang,

ich vermute mal, dass der Sachbearbeiter, der meine email beantwortet hat durchaus verstanden hat worum es ging. Ich habe übrigens nie bestritten, dass das Ölschleuderblech eine Abscheidewirkungfunktion hat - aber wenn es Dir so wichtig ist auch die Zwreitfunktion der Partikelabscheidung von BMW absegnen zu lassen dann mach das bitte.

Was mich bei der Diskussion über Sinn und Zweck des Ölschleuderbleches verwundert hatte war die Tatsache, dass viele derjenigen die sich hierzu geäussert haben sich nicht vorstellen können, dass BMW Motoren ohne Ölfilter gebaut hat - nach dem Motto "was nicht sein darf das nicht sein kann".
Das ist aber wohl doch so!
Das Ölschleuderblech hat weder die Abscheideleistung noch die Kapazitzät das umlaufende Motoröl hinreichend zu filtern/reinigen. Schau Dir mal ein Papierfilter aus einem Verbrennungsmotor an der ein paar Tausend Kilometer gelaufen hat, da sind ernsthafte Mengen von Feststoffen drin.
Zu glauben, dass die Ingenieure bei BMW damals so unfähig gewesen wären eine Ölaufbereitung zu planen die praktisch nicht revisierbar ist kann doch wohl nicht wirklich ernst gemeint sein. Dass sich Partikel in der Schleuderscheibe absetzen ist nicht Ziel der Verwendung der Schleuderscheibe sondern ein Nebeneffekt der wohl an sich nicht unbedingt schädlich ist sehr wohl aber Wartungsaufwand erfordert die möglicherweise durch das Verwenden eines "schmutztragenden Öls" weitgehend verhindert werden könnte.

Ob die Verwendung eines solchen Öls tatsächlich zu Problemen im Motor führt ist eine Frage der Additivierung und dessen Umfang. Klar gibt es SpezialFluide mit Additivanteilen von 25 % der Gesamtmasse, die werden in unseren Motoren sicherlich nicht angebracht sein, aber welche Komponenten sich in unseren Motoren wie und wie stark auswirken ist sicherlich noch nicht hinreichend geklärt - der Threat geht also weiter.

Grusz

Bernd

Leben und Leben lassen

hpoberli

Hallo Oelfreaks
Auch mein VW Käfer 1955 hatte ein Oelschleuderblech und andere Fahrzeugmotoren auch. Dies Blech war da um den Oelaustritt bei der Kurbelwelle zu verhindern wehe wenn man das Oelschleuderblech falsch eingebaut hat, dann ist das Oel beim Motorgehäuse im Fahrbetrieb ausgelaufen, und übrgens auch dieser  Motor hatte nur ein Oelsieb und keinen Filter. Diese Motoren sind mit nicht HD Oelen gelaufen und ein umstellen auf HD war nicht zu empfehlen oder nach einer Motorrevision wo aller Dreck raus war.

Ein alter Käferfreak.

rolf.soler

Leute, die Lage am Oelhorizont wird ja von Seite zu Seite dramatischer......
Zitat von: 27-steib am 02 November 2010, 15:55:15
zerschreddeten Kohlestoffketten.
da hat also wirklich jemand Deine Kohlenstoffkette geknackt und Dein Moped gestohlen ? Oder nur die Schleuderscheibe ? Echt krass, Mann
Zitat von: Tino am 03 November 2010, 11:56:35
Zu Vorkriegszeiten war der einzige Filter das Grobmaschensieb an der Ölpumpe und die Neigung des Öls Ölschlamm zu bilden.Der auch im Betrieb nicht, wie bei modernen Ölen notwendig,wieder aufgelöst und ständig durchgepumpt wird!
1960 wurde dann der feinmaschige Textilfilter eingeführt (siehe Bild)

im übrigen ist festzustellen, dass die Oelschleuderscheibe das einzige bekannte Werkzeug zur Herstellung der sog. Oligometallopetroleopolycarbonate ist (Al-Mg-Stahl-Bronze-Messing-Dreck-Oel-Russ -Legierung), ein wegen seiner äussersten zähen, aber doch formbaren Konsistenz und magnetischen Eingeschaften sehr gesuchtes Material. Die Ausbeute lässt sich durch seltenes Oelwechseln und wahlweise a) Kompressoröl b) Einbereichsöl c) modernes Motorenöl d) Rizinus- oder Olivenöl verbessern
Siehe Bilder

Tja, die Quintessenz ist also folgende (Erstes und einziges Oeltheorem

1. Hauptsache, es ist Oel drin !
2. Hauptsache es wird regelmässig gewechselt

Womit wir genau das rausgefunden haben, was schon in der Betriebsanleitung steht  ;D

Tino

Zitat von: Mopedwoife am 03 November 2010, 13:33:08
Ich persönlich frage mich aber noch immer, warum die BMWler damals den Wulst nach aussen = 8mm mit eingebaut haben.

Hätten die von Haus aus keine Filterwirkung gewollt, dann wäre doch die Bauart 2 sinnvoller gewesen, oder?

Anhang bitte beachten!
Version 2 ist aber kompliziert zu bördeln und rissgefährdeter!

Ursprung der Erfindung war nur das Herumschleudern von Öl.
Das mit der Zeit nun manch einer sich denken mag,daß das Ölschleuderblech in einem gewissen Grade vielleicht auch ein Zentrifugalfilter sein könnte,dafür kann das Ölschleuderblech nix.

Es ist wie mit der ollen Drahtglühlampe,sie setzt etwas Energie in Licht um. Und weil dieses uneffektive Leuchtmittel in der EU immer weiter verboten wird,wird sie heute von findigen Importeuren schon als Kleinstheizkörper verkauft.
Herr Edison würde im Grabe rotieren bei dem Gedanken wie seine Erfindung von den Importeuren heute verklärt wird.

Es ist durchaus denkbar,daß man mit diesem Nebeneffekt des Abscheidens von Feststoffen bei BMW garnicht so glücklich war. Denn der Abscheidegrad ist recht ungenau bestimmbar,an einer ungünstigen Wartungsposition.
Gruß Tino
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

Rütz

Zitat von: hpoberli am 03 November 2010, 16:10:00
... umstellen auf HD war nicht zu empfehlen oder nach einer Motorrevision wo aller Dreck raus war.
Klar. Es ist natürlich ein Unterschied, ob Schmutzteilchen einzeln, im Moment ihrer Entstehung vom Öl aufgenommen werden können (und dadurch gleich perfekt "in Schwebe" gehalten werden können)..
Oder, ob bereits abgesetzte, verklumpte Schmutzteilchen (also "Schlamm") durch ein zu modernes Extra-Spezial-Öl oder ein sonstiges "Motorreinigungsmittelchen" wieder gelöst und aufgeschwemmt werden sollen. Da so ein Klumpen nicht von jetzt auf gleich "entklumpt" und in seine Bestandteile vereinzelt werden kann, wird letzteres womöglich dazu führen, daß die Ölpumpe in größerem Umfang "Brökchen" ansaugt, die sich direkt danach in der Schleuderscheibe endgültig festsetzen.
Auch so eine Motorspülung mit Petroleum geht m.E. in die Hose, wenn der Motor mit Petroleum laufengelassen wird.
-> Motorinnenreinigung geht bei uns nur mechanisch mit Lappen...


Nochmal kurz zu den Fragen an mich:

1. Natürlich(!) habe ich -wie auch gesagt- "abgesetztes" Motoröl zentrifugiert.
Daß sich der schwere Dreck (vorwiegend Metallabrieb), der sich schon bei normaler Schwerkraft in Stunden absetzt... daß der sich auch in der Zentrifuge absetzen würde, darüber besteht doch kein Zweifel...
Natürlich enthält dieses Öl dann - ich denke mal fast ausschließlich- nichtmetallischen Dreck (Kohlenstoff, Ruß, Ache, Salze, was weiß ich...)
Ausschlaggebend für den Versuch war ja die Erkenntnis, die z.B. auch der Traktorfahrer in Bernds Beispiel (#95) gewinnen konnte, daß sich zumindest aus Vorkriegsöl auch diese Bestandteile unter Schlammbildung fast vollständig herauszentrifugieren lassen!

2. Das Zentrifugieren war eine Spielerei und ist für diese Erkenntnis nicht nötig (siehe auch Bernds Traktorfahrer)!
Die Größenordnungen sind mehr als überschaubar, jede Wäscheschleuder erzeugt mehr Fliehkraft als unsere Schleuderscheibe.
Was 3.000g in einer Stunde schaffen, schafft die einfache Erdanziehung in etwa in 3.000 Stunden (=5 Monaten) ebenso.
Also: Warmes Altöl ablassen, 1 Tag absetzen lassen, den Überstand vorsichtig in einen sauberen Kanister oder Klarglasflasche füllen, das Ding an einen sicheren ruhigen Ort stellen und schauen, was sich nach 6 Monaten so abgesetzt hat: Das ist dann etwa 4x mehr als die Schleuderscheibe aus dem Öl noch hätte rauskriegen können (sicher ist sicher...).

Wie gesagt, ich habe mit Vorkriegsöl verglichen!
Wer weiß, was heute als "unlegiert" verkauft wird? Vielleicht einfach umetiketiertes Baumarktöl..., die lachen sich doch über unsere "Probleme" kaputt...


Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

berndr253

Irgendwie muss es doch möglich sein hier einen Weg zu finden um diese Diskussion endlich mal zu beenden oder aber in eine Richtung zu bringen die KONSTRUKTIV ist.
Die Bilder von Rolf sind meiner Meinung nach dafür ein erster Schritt. Es scheint ja so zu sein, dass die abgeschiedenen Partikel Eisen enthalten, so dass eine magnetische Abscheidung möglich sein sollte. Damit hätten wie eine Chance die Partikelmasse, die sich im Schleuderblech abscheidet, deutlich zu verringern.
Hierzu müsste eine großflächige magnetische Platte oder Folie im Bereich der Ölwanne eingebracht werden. Erläuterungen über Fläche und magnetische Feldstärke sind zum jetzigen Punkt noch nicht sonderlich wichtig.

Ich werde in den nächsten Tagen mal schauen wo man was passendes findet - erste Wahl ist ja immer ebay. Diese magnetische Folie werde ich dann mal in meine Ölwanne einlegen - muss dann aber noch befestigt werden, so dass die Platte sich nicht vor das Ölsieb legen kann.

Mit dieser Maßnahme sollte es möglich sein die Partikelanzahl und -menge im Ölkreislauf deutlich zu verringern. Ein kleines Magnet, das in der Ölablassschraube eingesetzt wird ist meiner Ansicht ein erster Schritt aber bei weitem nicht ausreichend.

Hat noch jemand eine weitere Idee die Partikelanzahl und -menge im Öl zu mindern??

Bernd
Leben und Leben lassen

Tino

Zitat von: berndr253 am 03 November 2010, 18:22:45
...
Ein kleines Magnet, das in der Ölablassschraube eingesetzt wird ist meiner Ansicht ein erster Schritt aber bei weitem nicht ausreichend.
...
Also ich habe überall Neodym-Magnete drin. Da die Ölablassschraube am tiefsten Punkt der Ölwanne ist,ist die Wirkung auch recht ordentlich.
Ich hatte probehalber mal einen Magneten durch den Ölschlamm gezogen und deutlich weniger Abrieb vorgefunden,als an der Ölablassschraube war.
Gruß Tino
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

isie

#145
soso, das Ö(l)S(chleuder)S(cheibe) kurz ÖSS hätte also keine Abscheiderwirkung. Wird hier aus einer Nachricht eines BMWkers herausbehauptet.

Na UND warum setz(t)en sich die ÖSS dann zu, purer Populismus ?  

mekgyver

Zitat von: Tino
Also ich habe überall Neodym-Magnete drin.

Aha, da hat mal Einer was ausprobiert  :applaus:
Ich hatte das mal vor etwa 3 Jahren angedacht, bin aber selbst nicht dazu gekommen.

Hast Du mal geschaut, ob die Neodym-Magnete was heraus ziehen ?

Gruß mek V(ersuch macht kluch)  :bike:
... 73er-Gang

Tino

Zitat von: mekgyver am 03 November 2010, 19:09:11
...
Hast Du mal geschaut, ob die Neodym-Magnete was heraus ziehen ?
...
Klar,hatte ich ja eigentlich schon geschrieben. Bei jedem Ölwechsel ist ein ordentlicher Kamm/Tannenbaum Eisenspäne dran,den man zwischen den Fingern zu etwas Brei zerreiben kann.
Sieht auf dem Magneten immer schlimmer und nach mehr aus,als es dann zwischen den Findern ist.

Besonders vorteilhaft finde ich bei der R2 die Lage der Ölablassschraube quasi neben der Ölpumpe. So sitzt der Magnet ordentlich im Ölstrom.
Gruß Tino
Gott fragte die Steine: "Wollt ihr Starrrahmenfahrer werden?"
Verängstigt antworteten die Steine:"Nein,dafür sind wir nicht hart genug."

Stefan

Macht auch am Getriebe Sinn, denn ich habe in meinen Getriebeölablaßschrauben (sind ja auch Motoren mit getrennter Getriebe- und Kurbelraumschmierung) überall Neodyme drin, daran ist auch jedesmal ordentlich Material anhaftend.

Mein Tipp für den Einbau der Magnete: Die Schraube mit einem zweischneidigen Schaftfräser 1,5..2 mm größer bohren als der Magnetdurchmesser ist. Damit hat man einen flachen Grund, auf dem der Magnet vollflächig aufliegt. Den Magneten mit Uhu plus endfest konzentrisch (Mantelflächen berühren sich nicht) in die Bohrung kleben, dann können die Feldlinien schön durch das Schraubenmaterial gehen, wobei der Schraubenring dann den Gegenpol bildet. Nennt sich Topfmagnet.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

berndr253

Zitat von: isie am 03 November 2010, 19:04:02
soso, das Ö(l)S(chleuder)S(cheibe) kurz ÖSS hätte also keine Abscheiderwirkung. Wird hier aus einer Nachricht eines BMWkers herausbehauptet.
Na UND warum setz(t)en sich die ÖSS dann zu, purer Populismus ?  

So ein Unsinn!

Niemand behauptet, dass sich die "ÖSS" NICHT zusetzt!
Niemand bestreitet, dass eine Abscheidung von Partikel aus dem Öl erfolgt.
Die Frage war doch nur, ob die ÖSS als Abscheider konzipiert ist (und das ist sie eben NICHT) und ob es überhaupt notwendig ist, diese Wirkung unter allen Umständen zu erhalten.

Wenn es aber so ist, dass die Abscheidewirkung des Schleuderbleches so überflüssig ist wie ein Kropf muss man sich darüber Gedanken machen dürfen, ob es nicht doch möglich ist Öle mit modifizierter Additivierung zu verwenden.

Es muss doch wohl darum gehen ein Öl zu finden, welches einen optimalen sicheren Betrieb des Motors ermöglicht.

Bernd

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