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BMW Einzylinder-Forum

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Autor Thema: Strahlen mit Trockeneis - ein Testbericht  (Gelesen 2767 mal)

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Karl

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Strahlen mit Trockeneis - ein Testbericht
« am: 01 Mai 2011, 16:19:24 »

Diesem Testbericht ging ein Besuch bei www.Rostbuster.de in Frankfurt am Main voraus. Uns wurde dort eindrucksvoll die Funktionsweise von Trockeneisstrahlen demonstriert.

Den Bericht und die ursprüngliche Diskussion im Forum finden sie hier: http://bit.ly/12Pqz0q


Strahlen mit Trockeneis



Beim Strahlen treffen Trockeneis-Partikel mit annähernd Schallgeschwindigkeit auf und gehen vom festen in den gasförmigen Zustand über. Es kommt zu einer explosionsartigen Volumenvergrößerung. Die zu entfernende Schmutz - oder Lackschicht wird schlagartig abgekühlt, versprödet und abgesprengt. Diese Kombination verschiedener physikalischer Effekte schafft ein bisher unerreichtes Reinigungsergebnis. Eine sorgfältige Wahl der Arbeitsparameter ermöglicht es, Unterbodenschutz zu entfernen, ohne den darunter liegenden Lackaufbau zu beschädigen.

Gummi- oder Plastikteile bleiben unversehrt. Auch Lack kann vollständig abgetragen werden. Es bleibt kein Strahlmedium zurück. Die Oberflächenspannung der Karosseriebleche bleibt erhalten.

Link-Tip: http://www.sternzeit107.de/modules.php?name=News&file=print&sid=230

Link-Tip: http://www.trocken-eis.com/faq.htm

Der entscheidende Unterschied zum häufig verwendeten Sandstrahlen besteht darin, dass je nach Intensität der Bestrahlung außer dem zu entfernenden "Schmutz" oder Belag kein Materialabtrag stattfindet. Es lassen sich so Öl, Fett und wachsartige Substanzen, Rostschutzanstriche, Klebstoffe, Harze, PU-Schaum, Ruß, Bremsabrieb, Vogelkot, Kaugummis, Lacke, Schweißrückstände und vieles mehr rückstandsfrei entfernen.


Vor- & Nachteile des Trockeneisstrahlens
(Quelle: http://www.107sl-club.org/ratundtat/eisschiessen_2.htm)

VORTEILE
- der Eisstrahl kommt an Stellen, die man sonst kaum oder nur sehr schwerlich mit der Drahtbürste oder dem Schaber erreichen könnte
- anders als beim Sandstrahlen kann das Fahrzeug komplett montiert bleiben, wenn es von unten einschließlich der Radhäuser gestrahlt werden soll, um z.B. den Unterbodenschutz zu entfernen; das Abkleben von Lackflächen oder Bremsen und Achsen (oder Ölleitungen im Motor) entfällt
- Nicht abrasiv; es findet kein Materialabtrag statt (Oberfläche des Bauteils wird nicht zerstört/angegriffen)
- Umweltfreundlich; es muss nur der abgelöste Belag entsorgt werden, nicht aber das Strahlmittel
- man sieht nach der Arbeit, welche rostigen Stellen besonderer Zuwendung bedürfen
- die gereinigten Teile und Flächen sehen fast aus wie bei Werksauslieferung

NACHTEILE
- bei Rostbefall ist anschließend ein abrasives, also abtragendes Strahlverfahren (z.B. Sandstrahlen) oder der Einsatz der Drahtbürste weiterhin erforderlich; lediglich Oberflächenrost kann entfernt werden
- Aufkleber, spröde Fahrzeugteile oder textile Kabelummantelungen bedürfen einer besonderen Beachtung, der man sich schlagartig bewusst wird, wenn einem die Fragmente um die Ohren fliegen
- das Verfahren ist zeitaufwendig und teuer; mal eben so drüber, wie es der Hobbyschrauber vielleicht beim Sandstrahlen von Kleinteilen zu Hause macht, ist nicht
- nichts für den „Einmalstrahler“, da Erfahrung für die zu bearbeitenden Materialien und die Einstellungen der Geräte erforderlich ist


Unser Tag bei "Rostbuster":

Ich erzähl' mal Frei-Schnauze

Nachdem wir (mein Bruder und ich) uns zig Mal in Frankfurt verfahren hatten, haben wir "Rostbuster" doch noch gefunden. Rolf (Beinert) hatte schon auf uns gewartet, die Zeit aber genutzt um schonmal Arno und ein paar anderen anwesenden Interessenten das Eisstrahlen kurz zu demonstrieren.

Rolf hat uns einen recht herzlichen Empfang bereitet und schonmal das Bier eisgekühlt und die Wurst bereit gestellt (dank an Rolf für die leckere Verköstigung). Doch bevor er uns das Thema "Trockeneisstrahlen" erläutern wollte, musste er mir beim Reparieren meiner Maschine kurz helfen ... irgendwie habe ich die Stange im Scharnier des hinteren Kotflügels verloren, so dass der Kotflügel nur noch an dem Elektrokabel hing ... muß mir 'was Haltbares dafür überlegen.

Weiter gehts. Es erfolgte eine kurze, kompakte Einführung in die Thematik und wir konnten einen alten VW-Käfer begutachten, welchem mittels Trockeneis recht eindrucksvoll der Unterbodenschutz entfernt wurde, ohne den Original-Lack zu beschädigen (der sah drunter noch aus wie neu).

Plötzlich ein kurzes Rumpeln - Jan (Fastnachter) kam mit seinem Van und seiner weissen /2 auf'm Hänger an. Nach dem Abladen der Maschine konnten wir uns dann die Ohrenschützer überziehen und Rolf hat sich an die Demonstration des Eisstrahlens an Jan's Maschine gemacht.

Das Abtrag-Verhalten dieses Verfahrens kann man mittels Druck und Menge an Strahlgut recht gut dosieren. So konnte Rolf eindrucksvoll Jan's lackierte Bremsankerplatte im Nu säubern, dass sie aussah wie neu. Auch die Aluteile an der Hinterradfederung, sowie Endtopf (Verkrustungen; Stichwort: "Stiefel-Gummi") wurden ratzfatz sauber. Generell - so Rolf - ist diese Methode sehr dazu geeignet, zB. verchromte Teile (zB. Kühlergrill an amerikanischen Autos) von Lack zu befreien, da dieses Verfahren sehr schonend arbeitet. Auch verschmutzte Textilien (zB verschmutzter Fahrzeuginnenraum, Sitze. Cabriodächer oder auch Perserteppiche mit Kaugummiflecken) lassen sich sehr einfach reinigen.

Dann hat sich Rolf an den hinteren Kotflügel rangewagt, was uns die Grenzen dieser Strahlemthode aufzeigte ... Die oberste Lackschicht wurde mühelos abgetragen, doch die darunter befindliche dicke Spachtelschicht zeigte sich fast unbeeindruckt von dem Gestrahle. Rolf meinte dass alle gummiartigen Substanzen durch diese Strahlmethode nicht angegriffen werden (was andersrum ein Vorteil sein kann). Auch chemische Verbindungen (wie zB Rost oder andere Oxidationen) oder thermische (Farb)Veränderungen des Materials können nicht beseitigt werden und erfordern eine abrasive Strahlmethode. Höchstens leichter Oberflächenrost liesse sich entfernen.

Anschliessend hat mich Rolf mal selber an meiner /0 strahlen lassen. Meine /0 hatte am Getriebe häßliche Verharzungen vom Benzin (undichter Benzinhahn), welche selbst durch Bremsenreiniger nicht zu entfernen waren. Einmal kurz mit dem Trockeneisstrahler drüber "gewischt" und das Getriebe sah aus wie "aus dem Ei gepellt" - die Verharzungen gingen weg als wär's lockerer Staub den man wegpustet (ich war echt beeindruckt).

Es folgten mehrere Demonstrationen, bei welchen Rolf durch das Trockeneis mit Leichtigkeit einen Kofferraumdeckel entlackte.

Abschliessend: Besprechung, Fachsimpeln und Verköstigung.
Meiner Meinung nach ein sehr interessanter, aufschlussreicher Tag.

Fazit:
Man muß sich im Klaren sein was man mit Trockeneisstrahlen alles machen kann und was nicht. Eine komplette Entlackung/Entrostung eines Fahrzeugs kann man damit nicht/nur bedingt erreichen, je nach Grad des Rostbefalls. Möchte man aber sein Fahrzeug reinigen ohne die Patina zu zerstören, oder einfach nur schonend den Lack entfernen, dann ist dieses Verfahren sehr zu empfehlen.

Bilder und Videoclips:

Vorher:


Nachher:


Movie 01 (Bremsankerplatte mit Militärgrün-Lack wird gereinigt; ca. 1,2 Mb)
http://bit.ly/12Pqz0q


Strahlen mit Trockeneis



Beim Strahlen treffen Trockeneis-Partikel mit annähernd Schallgeschwindigkeit auf und gehen vom festen in den gasförmigen Zustand über. Es kommt zu einer explosionsartigen Volumenvergrößerung. Die zu entfernende Schmutz - oder Lackschicht wird schlagartig abgekühlt, versprödet und abgesprengt. Diese Kombination verschiedener physikalischer Effekte schafft ein bisher unerreichtes Reinigungsergebnis. Eine sorgfältige Wahl der Arbeitsparameter ermöglicht es, Unterbodenschutz zu entfernen, ohne den darunter liegenden Lackaufbau zu beschädigen.

Gummi- oder Plastikteile bleiben unversehrt. Auch Lack kann vollständig abgetragen werden. Es bleibt kein Strahlmedium zurück. Die Oberflächenspannung der Karosseriebleche bleibt erhalten.

Link-Tip: http://www.sternzeit107.de/modules.php?name=News&file=print&sid=230

Link-Tip: http://www.trocken-eis.com/faq.htm

Der entscheidende Unterschied zum häufig verwendeten Sandstrahlen besteht darin, dass je nach Intensität der Bestrahlung außer dem zu entfernenden "Schmutz" oder Belag kein Materialabtrag stattfindet. Es lassen sich so Öl, Fett und wachsartige Substanzen, Rostschutzanstriche, Klebstoffe, Harze, PU-Schaum, Ruß, Bremsabrieb, Vogelkot, Kaugummis, Lacke, Schweißrückstände und vieles mehr rückstandsfrei entfernen.


Vor- & Nachteile des Trockeneisstrahlens
(Quelle: http://www.107sl-club.org/ratundtat/eisschiessen_2.htm)

VORTEILE
- der Eisstrahl kommt an Stellen, die man sonst kaum oder nur sehr schwerlich mit der Drahtbürste oder dem Schaber erreichen könnte
- anders als beim Sandstrahlen kann das Fahrzeug komplett montiert bleiben, wenn es von unten einschließlich der Radhäuser gestrahlt werden soll, um z.B. den Unterbodenschutz zu entfernen; das Abkleben von Lackflächen oder Bremsen und Achsen (oder Ölleitungen im Motor) entfällt
- Nicht abrasiv; es findet kein Materialabtrag statt (Oberfläche des Bauteils wird nicht zerstört/angegriffen)
- Umweltfreundlich; es muss nur der abgelöste Belag entsorgt werden, nicht aber das Strahlmittel
- man sieht nach der Arbeit, welche rostigen Stellen besonderer Zuwendung bedürfen
- die gereinigten Teile und Flächen sehen fast aus wie bei Werksauslieferung

NACHTEILE
- bei Rostbefall ist anschließend ein abrasives, also abtragendes Strahlverfahren (z.B. Sandstrahlen) oder der Einsatz der Drahtbürste weiterhin erforderlich; lediglich Oberflächenrost kann entfernt werden
- Aufkleber, spröde Fahrzeugteile oder textile Kabelummantelungen bedürfen einer besonderen Beachtung, der man sich schlagartig bewusst wird, wenn einem die Fragmente um die Ohren fliegen
- das Verfahren ist zeitaufwendig und teuer; mal eben so drüber, wie es der Hobbyschrauber vielleicht beim Sandstrahlen von Kleinteilen zu Hause macht, ist nicht
- nichts für den „Einmalstrahler“, da Erfahrung für die zu bearbeitenden Materialien und die Einstellungen der Geräte erforderlich ist


Unser Tag bei "Rostbuster":

Ich erzähl' mal Frei-Schnauze

Nachdem wir (mein Bruder und ich) uns zig Mal in Frankfurt verfahren hatten, haben wir "Rostbuster" doch noch gefunden. Rolf (Beinert) hatte schon auf uns gewartet, die Zeit aber genutzt um schonmal Arno und ein paar anderen anwesenden Interessenten das Eisstrahlen kurz zu demonstrieren.

Rolf hat uns einen recht herzlichen Empfang bereitet und schonmal das Bier eisgekühlt und die Wurst bereit gestellt (dank an Rolf für die leckere Verköstigung). Doch bevor er uns das Thema "Trockeneisstrahlen" erläutern wollte, musste er mir beim Reparieren meiner Maschine kurz helfen ... irgendwie habe ich die Stange im Scharnier des hinteren Kotflügels verloren, so dass der Kotflügel nur noch an dem Elektrokabel hing ... muß mir 'was Haltbares dafür überlegen.

Weiter gehts. Es erfolgte eine kurze, kompakte Einführung in die Thematik und wir konnten einen alten VW-Käfer begutachten, welchem mittels Trockeneis recht eindrucksvoll der Unterbodenschutz entfernt wurde, ohne den Original-Lack zu beschädigen (der sah drunter noch aus wie neu).

Plötzlich ein kurzes Rumpeln - Jan (Fastnachter) kam mit seinem Van und seiner weissen /2 auf'm Hänger an. Nach dem Abladen der Maschine konnten wir uns dann die Ohrenschützer überziehen und Rolf hat sich an die Demonstration des Eisstrahlens an Jan's Maschine gemacht.

Das Abtrag-Verhalten dieses Verfahrens kann man mittels Druck und Menge an Strahlgut recht gut dosieren. So konnte Rolf eindrucksvoll Jan's lackierte Bremsankerplatte im Nu säubern, dass sie aussah wie neu. Auch die Aluteile an der Hinterradfederung, sowie Endtopf (Verkrustungen; Stichwort: "Stiefel-Gummi") wurden ratzfatz sauber. Generell - so Rolf - ist diese Methode sehr dazu geeignet, zB. verchromte Teile (zB. Kühlergrill an amerikanischen Autos) von Lack zu befreien, da dieses Verfahren sehr schonend arbeitet. Auch verschmutzte Textilien (zB verschmutzter Fahrzeuginnenraum, Sitze. Cabriodächer oder auch Perserteppiche mit Kaugummiflecken) lassen sich sehr einfach reinigen.

Dann hat sich Rolf an den hinteren Kotflügel rangewagt, was uns die Grenzen dieser Strahlemthode aufzeigte ... Die oberste Lackschicht wurde mühelos abgetragen, doch die darunter befindliche dicke Spachtelschicht zeigte sich fast unbeeindruckt von dem Gestrahle. Rolf meinte dass alle gummiartigen Substanzen durch diese Strahlmethode nicht angegriffen werden (was andersrum ein Vorteil sein kann). Auch chemische Verbindungen (wie zB Rost oder andere Oxidationen) oder thermische (Farb)Veränderungen des Materials können nicht beseitigt werden und erfordern eine abrasive Strahlmethode. Höchstens leichter Oberflächenrost liesse sich entfernen.

Anschliessend hat mich Rolf mal selber an meiner /0 strahlen lassen. Meine /0 hatte am Getriebe häßliche Verharzungen vom Benzin (undichter Benzinhahn), welche selbst durch Bremsenreiniger nicht zu entfernen waren. Einmal kurz mit dem Trockeneisstrahler drüber "gewischt" und das Getriebe sah aus wie "aus dem Ei gepellt" - die Verharzungen gingen weg als wär's lockerer Staub den man wegpustet (ich war echt beeindruckt).

Es folgten mehrere Demonstrationen, bei welchen Rolf durch das Trockeneis mit Leichtigkeit einen Kofferraumdeckel entlackte.

Abschliessend: Besprechung, Fachsimpeln und Verköstigung.
Meiner Meinung nach ein sehr interessanter, aufschlussreicher Tag.

Fazit:
Man muß sich im Klaren sein was man mit Trockeneisstrahlen alles machen kann und was nicht. Eine komplette Entlackung/Entrostung eines Fahrzeugs kann man damit nicht/nur bedingt erreichen, je nach Grad des Rostbefalls. Möchte man aber sein Fahrzeug reinigen ohne die Patina zu zerstören, oder einfach nur schonend den Lack entfernen, dann ist dieses Verfahren sehr zu empfehlen.

Bilder und Videoclips:

Vorher:


Nachher:


Movie 01 (Bremsankerplatte mit Militärgrün-Lack wird gereinigt; ca. 1,2 Mb)
(Hinterachsfederung, Endtopf etc; ca . 1 Mb)
www.Rostbuster.de in Frankfurt am Main voraus. Uns wurde dort eindrucksvoll die Funktionsweise von Trockeneisstrahlen demonstriert.

Den Bericht und die ursprüngliche Diskussion im Forum finden sie hier: http://bit.ly/12Pqz0q


Strahlen mit Trockeneis



Beim Strahlen treffen Trockeneis-Partikel mit annähernd Schallgeschwindigkeit auf und gehen vom festen in den gasförmigen Zustand über. Es kommt zu einer explosionsartigen Volumenvergrößerung. Die zu entfernende Schmutz - oder Lackschicht wird schlagartig abgekühlt, versprödet und abgesprengt. Diese Kombination verschiedener physikalischer Effekte schafft ein bisher unerreichtes Reinigungsergebnis. Eine sorgfältige Wahl der Arbeitsparameter ermöglicht es, Unterbodenschutz zu entfernen, ohne den darunter liegenden Lackaufbau zu beschädigen.

Gummi- oder Plastikteile bleiben unversehrt. Auch Lack kann vollständig abgetragen werden. Es bleibt kein Strahlmedium zurück. Die Oberflächenspannung der Karosseriebleche bleibt erhalten.

Link-Tip: http://www.sternzeit107.de/modules.php?name=News&file=print&sid=230

Link-Tip: http://www.trocken-eis.com/faq.htm

Der entscheidende Unterschied zum häufig verwendeten Sandstrahlen besteht darin, dass je nach Intensität der Bestrahlung außer dem zu entfernenden "Schmutz" oder Belag kein Materialabtrag stattfindet. Es lassen sich so Öl, Fett und wachsartige Substanzen, Rostschutzanstriche, Klebstoffe, Harze, PU-Schaum, Ruß, Bremsabrieb, Vogelkot, Kaugummis, Lacke, Schweißrückstände und vieles mehr rückstandsfrei entfernen.


Vor- & Nachteile des Trockeneisstrahlens
(Quelle: http://www.107sl-club.org/ratundtat/eisschiessen_2.htm)

VORTEILE
- der Eisstrahl kommt an Stellen, die man sonst kaum oder nur sehr schwerlich mit der Drahtbürste oder dem Schaber erreichen könnte
- anders als beim Sandstrahlen kann das Fahrzeug komplett montiert bleiben, wenn es von unten einschließlich der Radhäuser gestrahlt werden soll, um z.B. den Unterbodenschutz zu entfernen; das Abkleben von Lackflächen oder Bremsen und Achsen (oder Ölleitungen im Motor) entfällt
- Nicht abrasiv; es findet kein Materialabtrag statt (Oberfläche des Bauteils wird nicht zerstört/angegriffen)
- Umweltfreundlich; es muss nur der abgelöste Belag entsorgt werden, nicht aber das Strahlmittel
- man sieht nach der Arbeit, welche rostigen Stellen besonderer Zuwendung bedürfen
- die gereinigten Teile und Flächen sehen fast aus wie bei Werksauslieferung

NACHTEILE
- bei Rostbefall ist anschließend ein abrasives, also abtragendes Strahlverfahren (z.B. Sandstrahlen) oder der Einsatz der Drahtbürste weiterhin erforderlich; lediglich Oberflächenrost kann entfernt werden
- Aufkleber, spröde Fahrzeugteile oder textile Kabelummantelungen bedürfen einer besonderen Beachtung, der man sich schlagartig bewusst wird, wenn einem die Fragmente um die Ohren fliegen
- das Verfahren ist zeitaufwendig und teuer; mal eben so drüber, wie es der Hobbyschrauber vielleicht beim Sandstrahlen von Kleinteilen zu Hause macht, ist nicht
- nichts für den „Einmalstrahler“, da Erfahrung für die zu bearbeitenden Materialien und die Einstellungen der Geräte erforderlich ist


Unser Tag bei "Rostbuster":

Ich erzähl' mal Frei-Schnauze

Nachdem wir (mein Bruder und ich) uns zig Mal in Frankfurt verfahren hatten, haben wir "Rostbuster" doch noch gefunden. Rolf (Beinert) hatte schon auf uns gewartet, die Zeit aber genutzt um schonmal Arno und ein paar anderen anwesenden Interessenten das Eisstrahlen kurz zu demonstrieren.

Rolf hat uns einen recht herzlichen Empfang bereitet und schonmal das Bier eisgekühlt und die Wurst bereit gestellt (dank an Rolf für die leckere Verköstigung). Doch bevor er uns das Thema "Trockeneisstrahlen" erläutern wollte, musste er mir beim Reparieren meiner Maschine kurz helfen ... irgendwie habe ich die Stange im Scharnier des hinteren Kotflügels verloren, so dass der Kotflügel nur noch an dem Elektrokabel hing ... muß mir 'was Haltbares dafür überlegen.

Weiter gehts. Es erfolgte eine kurze, kompakte Einführung in die Thematik und wir konnten einen alten VW-Käfer begutachten, welchem mittels Trockeneis recht eindrucksvoll der Unterbodenschutz entfernt wurde, ohne den Original-Lack zu beschädigen (der sah drunter noch aus wie neu).

Plötzlich ein kurzes Rumpeln - Jan (Fastnachter) kam mit seinem Van und seiner weissen /2 auf'm Hänger an. Nach dem Abladen der Maschine konnten wir uns dann die Ohrenschützer überziehen und Rolf hat sich an die Demonstration des Eisstrahlens an Jan's Maschine gemacht.

Das Abtrag-Verhalten dieses Verfahrens kann man mittels Druck und Menge an Strahlgut recht gut dosieren. So konnte Rolf eindrucksvoll Jan's lackierte Bremsankerplatte im Nu säubern, dass sie aussah wie neu. Auch die Aluteile an der Hinterradfederung, sowie Endtopf (Verkrustungen; Stichwort: "Stiefel-Gummi") wurden ratzfatz sauber. Generell - so Rolf - ist diese Methode sehr dazu geeignet, zB. verchromte Teile (zB. Kühlergrill an amerikanischen Autos) von Lack zu befreien, da dieses Verfahren sehr schonend arbeitet. Auch verschmutzte Textilien (zB verschmutzter Fahrzeuginnenraum, Sitze. Cabriodächer oder auch Perserteppiche mit Kaugummiflecken) lassen sich sehr einfach reinigen.

Dann hat sich Rolf an den hinteren Kotflügel rangewagt, was uns die Grenzen dieser Strahlemthode aufzeigte ... Die oberste Lackschicht wurde mühelos abgetragen, doch die darunter befindliche dicke Spachtelschicht zeigte sich fast unbeeindruckt von dem Gestrahle. Rolf meinte dass alle gummiartigen Substanzen durch diese Strahlmethode nicht angegriffen werden (was andersrum ein Vorteil sein kann). Auch chemische Verbindungen (wie zB Rost oder andere Oxidationen) oder thermische (Farb)Veränderungen des Materials können nicht beseitigt werden und erfordern eine abrasive Strahlmethode. Höchstens leichter Oberflächenrost liesse sich entfernen.

Anschliessend hat mich Rolf mal selber an meiner /0 strahlen lassen. Meine /0 hatte am Getriebe häßliche Verharzungen vom Benzin (undichter Benzinhahn), welche selbst durch Bremsenreiniger nicht zu entfernen waren. Einmal kurz mit dem Trockeneisstrahler drüber "gewischt" und das Getriebe sah aus wie "aus dem Ei gepellt" - die Verharzungen gingen weg als wär's lockerer Staub den man wegpustet (ich war echt beeindruckt).

Es folgten mehrere Demonstrationen, bei welchen Rolf durch das Trockeneis mit Leichtigkeit einen Kofferraumdeckel entlackte.

Abschliessend: Besprechung, Fachsimpeln und Verköstigung.
Meiner Meinung nach ein sehr interessanter, aufschlussreicher Tag.

Fazit:
Man muß sich im Klaren sein was man mit Trockeneisstrahlen alles machen kann und was nicht. Eine komplette Entlackung/Entrostung eines Fahrzeugs kann man damit nicht/nur bedingt erreichen, je nach Grad des Rostbefalls. Möchte man aber sein Fahrzeug reinigen ohne die Patina zu zerstören, oder einfach nur schonend den Lack entfernen, dann ist dieses Verfahren sehr zu empfehlen.

Bilder und Videoclips:

Vorher:


Nachher:


Movie 01 (Bremsankerplatte mit Militärgrün-Lack wird gereinigt; ca. 1,2 Mb)
http://bit.ly/12Pqz0q


Strahlen mit Trockeneis



Beim Strahlen treffen Trockeneis-Partikel mit annähernd Schallgeschwindigkeit auf und gehen vom festen in den gasförmigen Zustand über. Es kommt zu einer explosionsartigen Volumenvergrößerung. Die zu entfernende Schmutz - oder Lackschicht wird schlagartig abgekühlt, versprödet und abgesprengt. Diese Kombination verschiedener physikalischer Effekte schafft ein bisher unerreichtes Reinigungsergebnis. Eine sorgfältige Wahl der Arbeitsparameter ermöglicht es, Unterbodenschutz zu entfernen, ohne den darunter liegenden Lackaufbau zu beschädigen.

Gummi- oder Plastikteile bleiben unversehrt. Auch Lack kann vollständig abgetragen werden. Es bleibt kein Strahlmedium zurück. Die Oberflächenspannung der Karosseriebleche bleibt erhalten.

Link-Tip: http://www.sternzeit107.de/modules.php?name=News&file=print&sid=230

Link-Tip: http://www.trocken-eis.com/faq.htm

Der entscheidende Unterschied zum häufig verwendeten Sandstrahlen besteht darin, dass je nach Intensität der Bestrahlung außer dem zu entfernenden "Schmutz" oder Belag kein Materialabtrag stattfindet. Es lassen sich so Öl, Fett und wachsartige Substanzen, Rostschutzanstriche, Klebstoffe, Harze, PU-Schaum, Ruß, Bremsabrieb, Vogelkot, Kaugummis, Lacke, Schweißrückstände und vieles mehr rückstandsfrei entfernen.


Vor- & Nachteile des Trockeneisstrahlens
(Quelle: http://www.107sl-club.org/ratundtat/eisschiessen_2.htm)

VORTEILE
- der Eisstrahl kommt an Stellen, die man sonst kaum oder nur sehr schwerlich mit der Drahtbürste oder dem Schaber erreichen könnte
- anders als beim Sandstrahlen kann das Fahrzeug komplett montiert bleiben, wenn es von unten einschließlich der Radhäuser gestrahlt werden soll, um z.B. den Unterbodenschutz zu entfernen; das Abkleben von Lackflächen oder Bremsen und Achsen (oder Ölleitungen im Motor) entfällt
- Nicht abrasiv; es findet kein Materialabtrag statt (Oberfläche des Bauteils wird nicht zerstört/angegriffen)
- Umweltfreundlich; es muss nur der abgelöste Belag entsorgt werden, nicht aber das Strahlmittel
- man sieht nach der Arbeit, welche rostigen Stellen besonderer Zuwendung bedürfen
- die gereinigten Teile und Flächen sehen fast aus wie bei Werksauslieferung

NACHTEILE
- bei Rostbefall ist anschließend ein abrasives, also abtragendes Strahlverfahren (z.B. Sandstrahlen) oder der Einsatz der Drahtbürste weiterhin erforderlich; lediglich Oberflächenrost kann entfernt werden
- Aufkleber, spröde Fahrzeugteile oder textile Kabelummantelungen bedürfen einer besonderen Beachtung, der man sich schlagartig bewusst wird, wenn einem die Fragmente um die Ohren fliegen
- das Verfahren ist zeitaufwendig und teuer; mal eben so drüber, wie es der Hobbyschrauber vielleicht beim Sandstrahlen von Kleinteilen zu Hause macht, ist nicht
- nichts für den „Einmalstrahler“, da Erfahrung für die zu bearbeitenden Materialien und die Einstellungen der Geräte erforderlich ist


Unser Tag bei "Rostbuster":

Ich erzähl' mal Frei-Schnauze

Nachdem wir (mein Bruder und ich) uns zig Mal in Frankfurt verfahren hatten, haben wir "Rostbuster" doch noch gefunden. Rolf (Beinert) hatte schon auf uns gewartet, die Zeit aber genutzt um schonmal Arno und ein paar anderen anwesenden Interessenten das Eisstrahlen kurz zu demonstrieren.

Rolf hat uns einen recht herzlichen Empfang bereitet und schonmal das Bier eisgekühlt und die Wurst bereit gestellt (dank an Rolf für die leckere Verköstigung). Doch bevor er uns das Thema "Trockeneisstrahlen" erläutern wollte, musste er mir beim Reparieren meiner Maschine kurz helfen ... irgendwie habe ich die Stange im Scharnier des hinteren Kotflügels verloren, so dass der Kotflügel nur noch an dem Elektrokabel hing ... muß mir 'was Haltbares dafür überlegen.

Weiter gehts. Es erfolgte eine kurze, kompakte Einführung in die Thematik und wir konnten einen alten VW-Käfer begutachten, welchem mittels Trockeneis recht eindrucksvoll der Unterbodenschutz entfernt wurde, ohne den Original-Lack zu beschädigen (der sah drunter noch aus wie neu).

Plötzlich ein kurzes Rumpeln - Jan (Fastnachter) kam mit seinem Van und seiner weissen /2 auf'm Hänger an. Nach dem Abladen der Maschine konnten wir uns dann die Ohrenschützer überziehen und Rolf hat sich an die Demonstration des Eisstrahlens an Jan's Maschine gemacht.

Das Abtrag-Verhalten dieses Verfahrens kann man mittels Druck und Menge an Strahlgut recht gut dosieren. So konnte Rolf eindrucksvoll Jan's lackierte Bremsankerplatte im Nu säubern, dass sie aussah wie neu. Auch die Aluteile an der Hinterradfederung, sowie Endtopf (Verkrustungen; Stichwort: "Stiefel-Gummi") wurden ratzfatz sauber. Generell - so Rolf - ist diese Methode sehr dazu geeignet, zB. verchromte Teile (zB. Kühlergrill an amerikanischen Autos) von Lack zu befreien, da dieses Verfahren sehr schonend arbeitet. Auch verschmutzte Textilien (zB verschmutzter Fahrzeuginnenraum, Sitze. Cabriodächer oder auch Perserteppiche mit Kaugummiflecken) lassen sich sehr einfach reinigen.

Dann hat sich Rolf an den hinteren Kotflügel rangewagt, was uns die Grenzen dieser Strahlemthode aufzeigte ... Die oberste Lackschicht wurde mühelos abgetragen, doch die darunter befindliche dicke Spachtelschicht zeigte sich fast unbeeindruckt von dem Gestrahle. Rolf meinte dass alle gummiartigen Substanzen durch diese Strahlmethode nicht angegriffen werden (was andersrum ein Vorteil sein kann). Auch chemische Verbindungen (wie zB Rost oder andere Oxidationen) oder thermische (Farb)Veränderungen des Materials können nicht beseitigt werden und erfordern eine abrasive Strahlmethode. Höchstens leichter Oberflächenrost liesse sich entfernen.

Anschliessend hat mich Rolf mal selber an meiner /0 strahlen lassen. Meine /0 hatte am Getriebe häßliche Verharzungen vom Benzin (undichter Benzinhahn), welche selbst durch Bremsenreiniger nicht zu entfernen waren. Einmal kurz mit dem Trockeneisstrahler drüber "gewischt" und das Getriebe sah aus wie "aus dem Ei gepellt" - die Verharzungen gingen weg als wär's lockerer Staub den man wegpustet (ich war echt beeindruckt).

Es folgten mehrere Demonstrationen, bei welchen Rolf durch das Trockeneis mit Leichtigkeit einen Kofferraumdeckel entlackte.

Abschliessend: Besprechung, Fachsimpeln und Verköstigung.
Meiner Meinung nach ein sehr interessanter, aufschlussreicher Tag.

Fazit:
Man muß sich im Klaren sein was man mit Trockeneisstrahlen alles machen kann und was nicht. Eine komplette Entlackung/Entrostung eines Fahrzeugs kann man damit nicht/nur bedingt erreichen, je nach Grad des Rostbefalls. Möchte man aber sein Fahrzeug reinigen ohne die Patina zu zerstören, oder einfach nur schonend den Lack entfernen, dann ist dieses Verfahren sehr zu empfehlen.

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Nachher:


Movie 01 (Bremsankerplatte mit Militärgrün-Lack wird gereinigt; ca. 1,2 Mb)
(Hinterachsfederung, Endtopf etc; ca . 1 Mb)
(Entlacken eines Kofferraumdeckels; ca. 0,7 Mb)
« Letzte Änderung: 14 Dezember 2014, 22:55:18 von Karl »
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