Pleuellagerschaden nach 5000km

Begonnen von guest474, 27 Januar 2011, 19:27:12

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guest474

habe meinen 275ccm Motor wegen Klappergeräusche und kaputten Simmerring im Kettenkastendeckel mal zerlegt. Da die Welle aufgechromt werden mußte wo der Simmerring läuft, mußte die KW zerlegt werden.
Das ist der Motor den ich auf 275ccm pimpte. Pleuel ist eins von BMW, exz. Lagerbolzen und Pleuellager aus FFM.
Der Lagerbolzen ist von der Härte und der Fertigung her in Ordnung. Pleuel dürfte auch in Ordnung sein.
Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist das Pleuellager. Es gibt nur noch einen Hersteller der die Dinger vertreibt. Ich bin der Meinung dass das Pleuellager von schlechter Qualität ist.
Oder hatten die bei BMW andere verwendet?
Als Öl wurde Milleröl verwendet.
Wer hatte noch so einen Schaden?

Gruss Manfred

guest474


guest474

Hier noch ein paar.

gradweg

Hi,

Manfred,ich tippe mal das da schmutzpartikel mit durchgegangen sind.die nadel sind doch normteile u.werden millionenfach verwendet,

die stellt keiner selber her.sind denn schon ansätze zu fühlen(messen)oder nur blanke stellen?du hattest doch mal erwähnt das

ein kugellager nicht ganz ok war ,vielleicht ein folgeschaden?aber mal sehen was die cracks sagen.

gruss reinhold

berndr253

Hallo Manfred,

sieht ja nicht so toll aus - aber bezüglich der Ursache habe ich eine andere Vermutung als Reinhold. Hast Du noch die Informationen darüber wie die exakten Passungsmaße von Pleuelauge und Pleuelzapfen beim Einbau waren? Welcher Rollendurchmesser des Pleuellagers??

Ist die Ölpumpe noch in Schuss und die Kanäle bis zum Ölschleuderblech frei??

Ich finde, dass das Tragbild der Rollen eher auf Mangelschmierung oder zu enges Lagerspiel hinweist.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

Rütz

Hi Manfred,

mir fallen 2 Sachen auf:
1. Die Lagerrollen haben scheinbar eine der Ölbohrungen überlaufen können (1. Bild). Das darf nicht sein!
2. Unglaublich wo der Lagerkäfig überall geschliffen hat... Ein taumelndes statt schraubendes Lager? :Frage:

-> Lassen sich Pleuel und Lager leicht wieder aufstecken oder klemmt, kantet es dabei, bzw. ist ein gewisser Druck nötig, um das Pleuel aufzuschieben?

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

guest474

Schmutzpartikel? Ich habe auf 1000km insgesamt 5 x Öl gewechselt. Das Motorengehäuse wurde ca. 10x durchgespült. Ölpumpe 100% sauber. Alle Ölkanäle mir einer Rundbürste sauber gelegt.
Ich habe damals den gesamten bausatz (Pleuel, Lager, Exzenter) an Meister Kamradt geschickt.
ich gehe davon aus, dass die Passungen gestimmt haben.
Rütz, was meinst Du mit schraubenden lager?
Das Pleuel ist an der vorderen Wange angelaufen und die beiden haben sich gegegenseitig abgeschrubbelt.
Mit dem aufschieben des Lagers, da muß ich nochmal bei meinem Motorenfritze vorbeigehen.
Das Vorderteil der KW ist gerade beim Hartverchromen.
Mich jedenfalls k... das an.
Bin ich der Erste mit so einem Schaden?
Gruss Manfred

berndr253

Die Anmerkung von Rütz, dass das Lager nicht "schraubt" sondern ggf. "taumelt" würde darauf hinweisen, dass die Kurbelwelle eventuell einen Schlag hatte. Durch einen solchen würde das Lager genau die Bewegung machen.

Bernd
Leben und Leben lassen

† Oldtimerfahrer

Manfred,
sit das nicht der besagte Motor mit der Ölundichtigkeit?

Gruß Rudi
2011 Schottland I 2012 Großglockner-Hochalpenstraße I 2013 Schottland I 2014 Lettland/Litauen I 2017 Südengland

F.-M.

Hallo Manfred, hallo Bernd,
dass der Schaden aufgrund von taumeln entstanden sein kann, halte ich aufgrund meiner Erfahrung für unwahrscheinlich.
Ich hatte bei ca. 10.000km gelaufenen km an meinem R24 Motor sehr starke Vibrationen. Diese traten im mittleren Drehzahlen auf.  Ich konnte damals kaum im Stadtverkehr ruhig fahren. Ich hatte Angst, dass sich der Tank durch Vibrationsschäden an den Halterungen verabschieden würde.
Am hinteren Schutzblech war  schon eine Halterung gebrochen. Nachdem ich so fast alles ausprobiert habe, untersuchte ich in letzter Konsequenz die KW. Die hatte sich um 3° verdreht!
Dazu muss man wissen,  ich lass die Motoren laufen was sie können.  Vielleicht ist mir mal die Kupplung aus der Hand gerutscht oder ich habe mich verschaltet.  Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall ist dieser Versatz (Verdrehung) der KW erst im eingebauten Zustand eingetreten.  Ich habe die KW nachgerichtet und fahre heute mit inzwischen 15.000 km immer noch damit.  Kein Pleullagerspiel vorhanden. Dieses spricht gegen die Theorie Schaden durch taumeln.   
Gruß F.-M.

Rütz

ZitatDas Pleuel ist an der vorderen Wange angelaufen und die beiden haben sich gegegenseitig abgeschrubbelt.

Das meine ich mit "schrauben"... Willkommen im Club! :prost:

Das machen diese Lager immer. Habe ich das nicht hier irgendwo bereits ausgebreitet? Ich find's nicht mehr... wahrscheinlich verdrängt, weil so traurig...  :kotz:

Mein Lager hat immerhin 15.000 km gehalten. Vielleicht hast du es auch nur früher bemerkt. Telefonier mal mit Rabenbauer. Der kennt die Scheixxx, bzw. traut sich, sie auszusprechen.
Das einzige, was angeblich (hoffen wir's) hilft, sind mindestens 4/100 Einbauspiel (radial!) dieses Lagers.


@ F.M.
Du hattest/hast aber mit Sicherheit noch das original Lager (10 statt 12 mm lange Rollen und Alukäfig). Die können das ab.
Diese "modernen" Blechkäfiglager kriegen anscheinend schon die Krise, wenn sich nur eine Fliege auf eine Ecke des Motorgehäuses setzt.


Rütz L(eidensgenosse)
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

27-steib

Moin,

ist das Braune Rost auf dem Lager?

Gruesse Jan

cledrera

#11
Die Frage nach Rost oder nicht Rost stell ich mir auch gerade.
Das Bild von dem Lagerkäfig (Nr. 101ipz.jpg) legt irgendwie nahe, dass der Lagerkäfig beschichtet ist/war und die Beschichtung abgetragen wurde.
Das andere Bild (Nr. 103ipz.jpg) steht damit nicht in Übereinstimmung.


Clemens

PS:
ZitatEs gibt nur noch einen Hersteller der die Dinger vertreibt.
Wer ist das?
Langsam bin ich es richtig satt, dass es für unsere Maschinen keine Alulagerkäfige mehr geben soll.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Rütz

Zitatist das Braune Rost auf dem Lager?
nee, umgekehrt.
Die Blechkäfige sind verkupfert (frag' mich warum). Überall, wo das Kupfer ab ist, hat der Käfig massiv geschliffen.
Eigentlich sind diese Käfige "rollengeführt", d.h. sie berühren nirgendwo die Lagerflächen, sondern nur die Rollen.

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

cledrera

Rütz,
dass dachte ich zunächst auch.
Aber was ist mit dem Bild 103ipz.jpg, wo braune Flecken auch innen zu sehen sind, dort wo eigentlich nichts geschliffen haben kann.

Clemens
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Rütz

#14
Clemens, ::) ... umgekehrt! Weil dort nichts geschliffen hat, ist es da noch braun.

Geschliffen hat es da, wo das braune weg ist.
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

27-steib

der Lagerkäfig muss eine sehr merkwürdige Wellenform haben. Zwischen den Rollen ist die Hälfte blankgeschliffen und der Rest noch verkupfert. Hat sich der Ring im Betrieb verformt, oder ist der schon neu so?????

Doofe Frage- was ist Milleroel? Auch so'ne Russenplörre aus dem Kompressor?  ;)

Gruesse Jan

BenW

Zitat von: 27-steib am 28 Januar 2011, 13:11:29
Doofe Frage- was ist Milleroel? Auch so'ne Russenplörre aus dem Kompressor?  ;)

http://www.millersoils.de/

Grüsse,
BenW

27-steib

jo- hab mich schon direkt danach schlau gemacht. Nach den Prospektangaben muss das ja das Beste vom Besten sein.

Und nu?

Gruss Jan

guest474

Genau. Und nu?
Mein Motoreninstandsetzer vertritt auch die Meinung dass dass vom Lager herrührt.
Also, wenn ich dass so richtig verstehe, haben diesen Fehler alle KW die nicht die alten Pleuellager haben?
Also 4/100 oder besser für die im Renneinsatz 5/100 Spiel geben, und hoffen dass das Ding so 30.000-40.000km durchhält.
Laufleistungen von 60.000-80.000km können wir wohl in den Mond schreiben.

Na denn, fröhliches Schrauben :schrauber: :kotz:

Gruss Manfred

guest474

Zitatder Lagerkäfig muss eine sehr merkwürdige Wellenform haben. Zwischen den Rollen ist die Hälfte blankgeschliffen und der Rest noch verkupfert. Hat sich der Ring im Betrieb verformt,

Theorie:Der Kurbelwellenzapfen verbiegt durch das ständige hin-und her etwas,(also etwas Ellipsenförmig)  die Rollen stellen sich etwas quer, da sie keinen anderen Weg haben, und so wird alles abgeschmirgelt.

Gruss Manfred

berndr253

An der Welle mag sich einiges verbiegen, der Kurbelwellenzapfen aber gewiss nicht in dem Umfang!

Meiner Meinung nach ist der Grund auf nicht korrekte Passungen zurück zu führen. Man kann mich jetzt ans "Kreutz" nageln oder auch nicht. Leider ist die Welle vor dem Zerlegen nicht mehr geprüft worden und so sind Mutmaßungen sicherlich nicht zielfördernd.
Meine Erfahrung mit "schraubenden" oder taumelnden un damit klemmenden Lagern ist jedoch, dass hier entweder die Wellen nicht ordentlich rund laufen oder die Passungen  nicht stimmen.

Bernd
Leben und Leben lassen

Oerlov

Zitat von: berndr253 am 28 Januar 2011, 17:08:00
... Leider ist die Welle vor dem Zerlegen nicht mehr geprüft worden und so sind Mutmaßungen sicherlich nicht zielfördernd...

Ja und ? das radiale Spiel und die Rundheit von Pleuelbohrung sowie Kurbelwellenzapfen kann man jetzt doch wunderbar nachmessen. Und der Kram mag ja angelaufen sein - aber die Abnutzung dürfte im µ-Bereich liegen, sodass das bei der Fehleranalyse nicht wirklich stört. Wenn überhaupt etwas gelitten hat, sind das die Rollen - von den kannt man aber im Zweifelsfall doch das Neumaß (da Massenware). Oder mach ich einen Denkfehler?

Gruß

Carsten

berndr253

Hallo Carsten,

eine "ordentliche" Analyse hätte eine Prüfung der Welle "as it is" ermöglicht. Also das Auflegen auf einen Prismenblock mit dem Check des Schlags an den beiden Wellenenden.
Nach dem Auseinanderdrücken der Welle bleibt halt nur die Prüfung der Einzelkomponenten. Dass diese recht exakt geprüft werden kann steht ausser Frage.

Besten Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

cledrera

Zitat`und hoffen dass das Ding so 30.000-40.000km durchhält.

Manfred,
Du hattest einen Lagerhersteller (den einzigen Hersteller) erwähnt.
Wer ist das?
Sollte man sich nicht mal langsam Gedanken darüber machen, wie man an Alulagerkäfige kommt?

Clemens
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

axel69

Zitat von: cledrera am 28 Januar 2011, 21:37:57
Manfred,
Du hattest einen Lagerhersteller (den einzigen Hersteller) erwähnt.
Wer ist das?
Sollte man sich nicht mal langsam Gedanken darüber machen, wie man an Alulagerkäfige kommt?

Clemens

Im Motoclub forum ist ein Hansfranz74, der Kurbelwellen überholt und dazu auch Lagerkäfige macht. Nachdem was er schreibt, weiß er, waser tut.
Manfred, du treibst dich dort sicher auch herum. Frag ihn doch mal, ob er Dir helfen kann / will...

Axel

Axel

Automotive Werkstoffe wie bei Käfig und Rollen gegeben, halten 50 000 Km und noch mehr,

wer hatte den Läppdorn eingestellt und die Kurbelwelle ausgerichtete :Frage:,

hier sehe ich den ursächlichen Zusammenhang.


Gruß

Axel



Axel

Rütz

Zitat...wer hatte den Läppdorn eingestellt...

Auf was für Werte? Ich sehe hier das Grundproblem.

Diese Lager unterscheiden sich grundlegend von der Original BMW Konstruktion (breitere aber dafür weniger Rollen; rollengeführter Käfig statt außenringeführter Käfig).
Deswegen lassen sich die von BMW angegebenen Werte für Radial- und Axialspiel nicht anwenden.
Diese Lager sind nicht für 0-1/100 Radialspiel konstruiert, die brauchen mehr!

Es wäre nicht schlecht ein Datenblatt zu diesen Lagern zu bekommen; herauszufinden, wofür sie eigentlich gedacht sind...
Dann könnte man den KW- Herstellern und -Verkäufern "schwarz auf weiß" belegen, daß sie ihre KW's falsch zusammen bauen.

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

cledrera

ZitatKW- Herstellern und -Verkäufern "schwarz auf weiß" belegen, daß sie ihre KW's falsch zusammen bauen.

Verzeihung Rütz,
ich meine nicht, dass die die KW`s "falsch" zusammenbauen, sondern teils so gut, wie sie es mit dem Material eben vermögen.
Beispielhaft hierfür ist, dass die KW`s mit den "falschen" sprich neuen Pleullagern zumindest von einem der üblichen Verdächtigen
wegen der auch hier in Rede stehenden Umstände stets auf erhöhtes Spiel kontrolliert und gegebenenfalls dasselbe hergestellt wird.
Mehr geht aber nicht; denke ich.
Es gibt eben Unterschiede zwischen außenringgeführten Alukäfigen mit der richtigen Anzahl an Rollen und rollengeführten, kupfer-
beschichteten Stahlkäfigen mit anderer Rollenanzahl (ja, es lernt  ::) ;)).

So, ich geh jetzt Fritz oder Franz oder Hansfranz suchen.

Clemens
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

cledrera

Dürfte ihn gefunden haben; heißt aber Hansfranz72.
Gutes Zeichen: Gibt als Beruf Werkzeugmacher an.
Schaun wir mal.

Clemens
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Rütz

ZitatMehr geht aber nicht; denke ich.

Mehr ist ja -vielleicht- auch gar nicht nötig!?
Ein Datenblatt könnte diese Frage klären... so meine Überlegung.
I never dared to be radical when young.
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