Tank undicht

Begonnen von guest177, 07 September 2003, 18:29:03

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guest177

Hall Gemeinde,
ich habe meinen Tank (R25-2) mit Ammons Tanksicgel behandelt. Dabei gabs keine Probleme mit der Dichtigkeit. Erst nach dem Zusammenbauen und nach den ersten 60 km Fahrt wurde er undicht und zwar an der kritischen Stelle  vorne wo die Anschraublaschen angeschweißt sind. Es sickert nur sehr wenig Benzin raus. So wenig , dass es nicht tropft, sondern verdunstet.
Im winter muss der Tank sowieso noch einmal neu lackiert werden. Da lasse ich ihn dann auch schweißen. Gibt es eine Methode wie man ihn vorübergehend ohne schweißen dicht kriegt, so dass ich zumindest die Vollabnahme vom TÜV bekomme?
Viele Grüße
wstoeck

guest177


emm

Na klar.
Die Stelle gut säubern (metallisch rein, wenn es geht kurz mit der Sandstrahl-Pistole drauf, soweit vorhanden oder mit der kleinen Dremel und der kleinen Drahtbürste punktuell saubermachen) und dann den Riß mit Lötkolben und Weichlot gut verzinnen. Wenn du das sinnig machst, brauchst du noch nicht mal den Tank neu zu lackieren, sondern nur die Lötstelle mit Tupflack nachzupinseln. Nebenbei: Es kann passieren, daß der Tank nach dem Schweissen neben der Naht wieder reißt. Speziell wenn es elektrisch und nicht autogen gemacht wird. Deswegen schwöre ich auf das Weichlöten am Tank. Niedrige Temperatur = weniger Spannungen im Material.

Gruß

Markus
Alt werden ist unausweichlich, erwachsen werden optional...

isie

Hallo,

mir fallen vier Methoden ein:

1.) Weichlöten, wie von Markus beschrieben.
Sehr hilfreich ist einsatz von Lötwasser oder Lötfett ..! Weichlot hält aber bei dynamisch belasteten Stellen kaum. Verstärken mit Blechsteifen kann helfen.
Riesen Sauerei wenn dann  doch geschweisst / hHartgelötet werden soll !!! Mit etwas Mut auch bei gefülltem Tank möglich - aber trotzdem: Zündtemperatur Benzin liegt UNTER ... 50 Grad C.!!!!

2.) Epoxydharz + Glasfasermatte. Immer einen Versuch wert. Haben einmal grossflächig einen Tank Brezelkäfer wieder flott gemacht: Billig, einwandfrei und hat lange gehalten / war dicht.

Sonst wie 1.): Mechanisch / dynamischen Belastbarkeit nicht gut, unbedingt saubere / fettfreie +  metallisch glänzende Oberfläche!

3.) Schweissen: Bei meiner R26 - hintere Aufhängung: Null Chance (auch kein Weichlot)
Ausserdem: Explosionsgefahr...
Hintergrund: Autogen oder WIG: Kaum ist der Riss zu  - gibts neuere Risse daneben. Das ganze Metallgefüge hat sich offenbar mit Luaf der Zeit verändert. Ggf. könnte m.E. vorsichtiges und grossflächiges Erwärmen / Abkühlen lassen  helfen.
Sonst hilft nur grossfläches Ersetzen.
Übrigens neigt der Tank bei Schweissen wg. der Erwärmung zum Verziehen.

4.) Hartlöten mit Silberlot, am besten mit Verstärkungblech. Beste Methode neben grossflächigem Austausch aber 1 Stange kostet 7-10 E ! Explosionsgefahr.

Fazit:

Dauerhafteste Lösung natürlich Schweissen - wenns klappt. .

Hartlöten ok.

Bei Abdecken mit nassen lapppen (2 Mann, einer guckt und tupft) kann der Schaden klein gehalten werden.

Und das Weichlöten / Epoxydharz kann man immer mal probieren - bei nicht "exponierten" Stellen einwandfrei !!.

.. so, Kanidat, nun hast Du die Wahl...

Ach so: Meine Hartlöt-Aktion mit Zusatzblech (nach 3 monatigen Lüften...) hält seit 3 Tkm (R26 , hintere Aufhängung)

Viel Erfolg !

Ingo  

rolf

Am einfachsten ist es den Tank zur Vollabnahme nur halbvoll zu machen und sich danach erst mal richtig um den riss zu kümmern.
Weichlot geht am besten, Sekundenkleber geht auch (zumindest als unterwegsreparatur).
Das ganze ist ein grundsätzliches Problem der vorderen Aufhängung, ich habe 30 jahre lang den tank nicht dicht bekommen, alles an Varianten ausprobiert (Weichlot, Hartlot, Tanksiegel, e+a schweißen, Chemie etc)... er war immer dicht bis ich ihn nach (natürlich!) den lackieren wieder angebaut habe.
Kurzum: vordere laschen abtrennen (komplett), neue machen die eine große Anlge an der tankinnenseite haben (so ca. 50x100mm²), die anlöten (hart!) und vorher so ausrichten das beim anschrauben die laschen nicht wieder zusammengezogen werden.
Gruß
Rolf

fifri

hallo tankbastler,
es gibt auf der basis von industriekleber eine zwei-
komponenten-tankdichtungsmasse zum anmischen.
da das zeugs für industrietanks gedacht ist, stinkt das
eben und darf nur bei guter belüftung verarbeitet wer-
den. hab es bei meinem tank ausprobiert, hält bestens.
nach aushärtung ist die masse bor- und schleiffähig.
ebenfalls auch bemalbar, was wohl nicht unwesentlich ist. hab das zeug leider in der werkstatt und kann so nicht nachsehen, wie es heisst, kann bei interesse aber
noch nachgeholt werden.
gruss und gute denkarbeit (bin nicht immer erreichber.
also bitte geduld)
fifri

Karl

#5
Hallo Schrauber,

ich hatte "Fifri" wegen dieses Industrieklebers mal angeschrieben und eben eine Antwort erhalten. Hört sich sehr interessant an!

Ein DANKESCHÖN an "Fifri" für den Beitrag!

Grüße,
Karl

PS.: Eine Info von mir - zu ARALDIT findet ihr unter dem Link noch mehr Infos: http://www.kremer-pigmente.de/97900.htm


Beitrag von Fifri:

Hallo Karl, das Zeug nennt sich Araldit Rapid, ist auf Epoxidharz-Basis, Giftklasse 5, mit dem üblichen Gefahren-blabla, schnellhärtend, besteht aus Harz und Härter. Ist weitgehend lösungsmittel-resistent. Beim Mischen eine leicht weiss-gelbliche Farbe, die beim Aushärten fast farblos wird. Wir reparierten früher unsere Ölwannen und Motorgehäuse damit, denn da gab's noch kein Metallex.

Da gibts noch eine zweite sehr gute Möglichkeit, die heisst "noverox", besteht aus ungefähr den selben Bestandteilen, auch Giftklasse 5, Bisphenol A-Epoxidharz, auch mit Harz und Härter, hat eine metallähnliche Farbe, bleibt elastisch, ist super gut zu verarbeiten, eine Art Flüssig-Aluminium. Hält ausgezeichnet auf Chrom, Messing und Aluminium. Resistent gegen Öl, Wasser, Säuren und die meisten Lösungsmittel. Temperaturbeständig, lässt sich nach dem Aushärten mit dem Skalpell auf das allernötigste reduzieren, bleibt dadurch fast unsichtbar. Kann sogar übermalt werden mit Tupflack!

Beides bekommt man in guten Handwerkerläden und Handel mit Spezialkleber. Der Aradit Rapid kostet so ungefähr SFr. 15.--, das "novorex" ca. Sfr. 25.--. Kann es leider nur ungefähr angeben, da ich im letzten Halbjahr kein neues Mittel brauchte und die Preise immer variieren.

Hoffe ich kann dir damit dienen und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Fifri
 
PS: Fahre eine '54er BMW R25/3, eine '56er BMW R25/3, eine '59er BMW R26 und eine BMW R75/5, erste Serie von '69/70, mit Kurzschwinge und Kurzsattel.
Alle in ausgezeichnetem Zustand.
Support this Board: Wer das Forum unterstützen möchte, kann das gerne per PAYPAL machen.

peter63

Ich habe das selbe Problem. Undicht an den vorderen Laschen (R25/3). Da der Tank lackiert und liniert ist will ich nicht undbedingt Löten oder Schweißen. Ich habe den einfach mit Epoxidharz ausgegossen und geschwenkt wie einen Schokoladenosterhasen.
Seit zwei Wochen und über 1000km ist er nun dicht. Den viertel Liter weniger Tankvolumen kann ich verschmerzen. Wenn´s dauerhaft dicht ist (ein Jahr oder 10.000km) werde ich das Zeugs auch bekannt geben :D

LG Peter

rolf.soler

So ein 2-K Epoxid Tanksiegel gibts unter dem Namen "Tank cure". Hab ich drin. Ist dicht. Ist so eine Art (anfangs !) flüssiges Araldit literweise...
Aber noch zu den Haltelaschen: man muss natürlich beim Zusammenbauen (vor allem bei einem schön neu lackiertem Tank  ;D) darauf achten, dass diese Laschen auf keinen Fall zusammengezogen werden.... ;D  soviel Distanzscheiben einlegen sodass sich die Laschen nicht biegen können wenn man den Bolzen anzieht. Wenn ein Tank vor Einbau dicht ist und nach Montage nicht (da vorn)....hat man eben die Laschen zusammengebogen...

Taz

Hi zusammen.

Jaja, mit der Stelle kämpfe ich auch gerade...am Wochenende nach der Tour vollgetankt und daheim dann festgestellt, daß es leicht tropfte (beim letzten Volltanken vor zwei Wochen wars noch trocken).
Also habe ich den Tank abgebaut und in der Werkstatt versucht, die Stelle zu finden. Jetzt scheints wieder dicht zu sein :kopfhau: .
Mal schaun, was der Tank sagt, wenn ich die Schraube wieder einsetze ...  war auch nach den mannigfaltigen Hinweisen hier im Forum nur soweit angezogen, daß die Laschen sich nicht gebogen haben und der Tank in den Gummilagern auch "Bewegungsfreiheit" hatte. Ich hoffe, daß sich eine andere Erklärung für das Gesabber finden läßt, denn so halb unter der Lasche (wo ich den Haarriß vermute) läßt sichs halt nur gruselig schlecht löten...

Schöne Grüße, Tas
Life's a bugger, and then you die

auf Tour:
Northumbria (2025)
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peter63

Ja Tass,
Ich wollte zuerst auch die Laschen abtrennen und anschließend mit MAG neu anschweißen. Aber diese vorbildliche Zuganglichkeit hielt mich dann auch davon ab  ;D.
Bisher ist´s dicht und ich hoffe, das es auch so bleibt!

LG Peter

Taz

Hallo Peter.

Ich habe da gestern mit Weichlot versucht, das Loch dichtzubekommen...bis jetzt schauts gut aus. Mal sehn, obs auch im montierten Zustand noch trockenbleibt. Die Löterei war mit dem damals von Thomas ins Spiel gebrachten Kupferklotz übrigens kein Problem...und da keine offene Flamme im Spiel war, hats auch nicht geknallt ;D

Schöne Grüße, Tas
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