abgenutzte Kipphebel

Begonnen von Kompressor_Peter, 22 Januar 2008, 11:05:00

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† odeon8

Durchgehärtet: Stimmt !

Habs selbst ausprobiert - siehe hier.

und hier.

Thomas



HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

† odeon8


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rolf

Nebenbei kann man in den o.g. Tret sehr schön sehen was passiert wenn !. der Ventilsitz zu sehr eingeschlagen ist bzw zu oft nachgefräst wurde.
oder
2. Ventilteller, Keile und Ventil nicht zusammenpassen.
Schau mal in Knut's Antwort Nr. 25
Auf dem Bild sieht man sehr schön (was ich des öfteren schon mal mit ungelenken Worten versucht habe zu beschreiben) wie der Kipphebelgrundkörper (!!) seitlich (!!) auf das Ventil drückt...jeztz stelle man sich vor was mit dem ventil passiert wenn der Kipphebel langsam zu öffnen beginnt...jetzt kommt die "Rampe" (wo die "Nase" für das Ventil am Grundkörper anfängt) und drückt und drückt und drückt....und irgendwann öffnet die "Rampe" dann auch endlich das Ventil.
Wie schon mehrmals gesagt: vom Grundkörper genügend Material abnehmen so das da mit Sicherheit 1mm Luft ist.
Rolf

† Knut

#32
Moin zusammen,

habe die Kipphebel aus dem Härterei-Institut zurück bekommen. Zum Glück arbeitet dort jemand, der auch an Motorrädern bastelt (alte Ducatis) und er wusste sofort, was ich haben wollte, nämlich Kippis mit maximaler Verschleissfestigkeit, die ewig halten sollen.

Die Spektralanalyse hat ergeben, dass es sich um den Stahl der Sorte Ck45 handelt, der zweifelsfrei durchgehärtet ist. Härte überall ca. 58 HRC
Erstmal habe ich die Kipphebel freihand mit Fächerschleifer neu geschliffen und mit 200er Körnung die dicksten Riefen geglättet. Ich bin bei Ra = 5µm gelandet

Zusammen mit dem Typ von der Härterei haben wir uns ein modifiziertes karbonitrieren ausgeknobelt, manchmal auch Nitrocarburieren genannt.

Das Karbonitrieren ist eine Kombination aus Nitrieren (Stickstoff) und Einsatzhärten (Kohlenstoff). Die Besonderheit, die jetzt gemacht wurde, ist die relativ niedrige Temperatur von 500°C für 6 Stunden. Das Abkühlen erfolgte an bewegter Luft.
Durch das Einlagern von Stickstoff in die Oberflächenzone werden gute Notlaufeigenschaften erzielt, wodurch der Hebel bei Ölmangel (Kaltstart, Verkohlung) weitaus weniger verschleisst. Das Aufkohlen bewirkt eine sehr dünne Schicht, die noch härter ist (ca. 62 HRC). Durch die geringe Temperatur und dem relativ langsamen Abkühlen verziehen sich die Teile nicht.

Zwei Sachen sind wichtig:
- Die Auflagefläche nicht auf Hochglanz polieren (Sorry Markus). Feine Riefen und Schleifspuren sind willkommene Öltaschen und halten Restöl besser, als eine polierte Fläche (siehe Bild)
- Nur der Bereich der Auflagefläche soll mit dem Salz in Berührung kommen, der Rest wird mit geeigneten Mitteln abgedeckt. Somit wird nur die Auflagefläche nitriert, der Rest wird durch die Wärme zart angelassen, zäher und dauerfester.

Der Typ hatte eine ähnliche Wärmebehandlung vor vielen Jahren auch bei seiner Duc an den Schlepphebeln gemacht und seit dem 30.000km gefahren. Er hat sie mir gezeigt, es ist fast keine Laufspur zu sehen.
Hoffentlich müsst ihr lange warten, bis ich meine Erfahrungen vermelden kann.


Grüsse von

Knut

rolf

Knut,
was hat das denn gekostet?
Rolf

Heiko

Zitat von: rolf am 15 Februar 2008, 14:18:11
Knut,
was hat das denn gekostet?
Rolf

Also wir machen das für ´nen Blowjob, ich weiß nicht was unser Tochterunternehmen in Bremen dafür nimmt?!

Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

† Knut

Hey ihr beiden,

ich habe nix bezahlt, weil ich noch aus einem Industrieprojekt was gut hatte  ;D

Wenn man jetzt in eine normale Härterei geht, wird das Problem die Temperatur sein und dass das Bad für diese 6 Stunden für andere Teile nicht genutzt werden kann. Aber vielleicht hat Jörg die Möglichkeit, mal solche Suppe anzusetzen, Abdeckpaste zu besorgen und nen Sammelauftrag zu glühen??

Und Heiko: tz...tz...tz



sigi_rs

Hi,
ich muß gestehen: Nitrocarburieren mache ich oft oder ich sollte besser sagen: lasse ich oft machen. Denn am Ort gibt es eine Härterei, die das macht und die bekommen von mir oft Teile zum nitrocarburieren.
Selbst machen? Wie denn mit viel zu kurzen Armen? Würde Bernd-das-Brot jetzt sagen.
Keine Ahnung, ob das geht. Aufkohlen habe ich schon gemacht mit einem Glühbehälter mit Anthrazit-Kohle, in dem die Teile gelegt werden. Ist aber mehr für den Hausgebrauch. Nur Nitrieren? Das wird normalerweise in einer Stickstoff-Atmosphäre gemacht (schreibt man diese schwierigen Wörter so?).

Ich kann da ja mal fragen, wenn ich das nächste Mal da bin.

Viele Grüße,
Jörg

Kompressor_Peter

Abend zusammen,

war die Tage mit meinen Kipphebeln unterwegs. Nach einem kurzen Blick und einem Test hinter verschlossenen Türen gab´s die klare Aussage: Die sind schon bei der Herstellung komplett durchgehärtet worden, kann man so einbauen.
Was ich dann auch gestern gemacht habe.
Nochmals vielen Dank an alle!

Nur aus Neugierde gefragt: in den Kipphebeln sind jeweils zwei "Lagerschalen" eingepreßt. Hat die jemand eine Ahnung wie mann/frau die herausbekommt?

Viele Grüße,
Peter M(it roten Fingern vom Rostschutz) 

Hatte vor einer Woche die Spritzpistole überprüft. Als heute die Farbe im Becher war streikte das Ding  :kopfhau:

† Knut

Zitat von: Rütz am 23 Januar 2008, 10:59:21

@Knut
Das sind zwei geläppte Stahlhülsen mit ölführender Fase. Die laufen lose, sowohl auf der Welle als auch im Kipphebel.

Rütz

Moin Klaus,

wegen der Lagerschalen wurde mir glaubhaft ( ;)) geschrieben, dass es geläppte Stahlhülsen sind, die sowohl im Kipphebel als auch auf den Achsen lose laufen. Neue Hülsen hat Meister Rabenbauer für 7 Euro im Angebot. Uli hat sie wohl gar nicht und Stempler frage ich gar nicht erst.

Allerdings verschliesst sich mir der Sinn nach der Notwendigkeit einer doppelten Spielpassung. Das Innenmaß des Kipphebels ist leicht unter 15mm, das Aussenmaß der Achse knapp unter 13mm. Also hätte sich BMW hier was besonderes ausgedacht.

Auch ich habe in meinen drei! Sätzen Kipphebel jeweils eingepresste Buchsen gefunden (1 x Bronze, 2 x Kupfer). Solche Buchsen sind genormt nach DIN ISO 4379. Da gibt es die tollsten Sachen: aus Kupfer, Messing, gelocht, mit Schlitzen oder den tollsten Beschichtungen. Allerdings sind die von den Maßen so, dass die Buchsen in die Kipphebel eingepresst (leichter Preßsitz s6) werden müssen und dann mit H7 auf den Achsen laufen.
Das Problem ist, dass nur noch wenige Händler die Maße 13 x 15 x 20 (Innen x Aussen x Länge) führen, da nicht mehr in der Norm enthalten.
Ich habe noch Buchsen gefunden und zwar mit einer PTFE Innenbeschichtung (2 Euro / Stück). Die habe ich eingepresst und werden in den nächsten Tagen eingebaut.

Ach so..... wie die alten heraus bekommen? Ausnahmsweise mal Gewalt mit Hammer und 14,5mm Dorn. Die Kipphebelbohrung ist durchgehend auf knapp 15mm gerieben.

Knut

Rütz

 :o
Jetzt bin ich platt! Da ist wohl (mal wieder Rolf) gefragt... :Frage:

Die beiden Kipphebelsätze, die ich bisher auseinandergenommen habe, hatten beide...
diese geläppten Stahlhülsen mit Ölnut. Die doppelte Spielpassung habe ich mir mit besserer Ölhaltung erklärt..?
Die Stahlhülsen hatten jeweils die Maße: 13 x 18 x 23,6  !!
Die Kipphebel hatten/haben entsprechend einen durchgehenden Innendurchmesser von 18 mm !

Es muß also zweifellos zwei verschiedene Kipphebeltypen geben.
Ist das vielleicht der ominöse Unterschied zw.  /3 und  R26/27 Kipphebeln (verschiedene E-Teilnummern)?
Nur welche sind welche?


Gruß Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

† Knut

Danke Anselm,

Da hilft wirklich nur noch ein dreifaches

"Rolf hilf!!"

Knut

emil

hallo zusammen
...eingepresste Büchsen (sofern nicht hart natürlich) können alternativ durch aufbohren (D Bohrer ca 0.5 mm unter Da der Büchse) entfernt werden ...ich halte das für die bessere und schonendere Lösung als "schlagen" und "hauen" es braucht dafür jedoch eine vernünftige Ausrüstung...eine Handbohrmaschine genügt in der Regel nicht..am besten wäre ein passender Zapfenbohrer...
Gruss
Emil

klaus wg

Zitat von: Rütz am 02 März 2008, 14:24:52

Es muß also zweifellos zwei verschiedene Kipphebeltypen geben.
Ist das vielleicht der ominöse Unterschied zw.  /3 und  R26/27 Kipphebeln (verschiedene E-Teilnummern)?
Nur welche sind welche?


Halte ich für denkbar, dass es mehr als 1 Serie gab. Nur mal so ein Gedanke / eine Frage nebenher: Passen eigentlich die Kipphebelsätze der Schwingenboxer in die Einzylinder, und falls ja: wurden dort vielleicht andere Serien aufgelegt  ??? ?

k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

rolf

Joh, div. Serien/typen...so ganz klar sind dir mir auch nicht...restliches Thema  übersteigt meine momentanen (hoffe ich) Fähigkeiten...morgen(hoffe ich ebenso) mehr.
Rolf

Rütz

Nach Studium der hier hinterlegten E-Listen für R25/3, von denen eine leider gerade an dieser Stelle lückenhaft ist :(, scheint die Version mit festen Büchsen wohl die ältere zu sein.
Das Ersatzteil bei R25/3 heißt: "Schwinghebel mit Büchsen". Die Buchsen einzeln gab es damals nicht.
Bei R26/27 müssen Schwinghebel und Buchsen von Anfang an jeweils einzeln und extra bestellt werden.

Bei Rabenbauer heißen diese Buchsen:
11 33 0 034 140   Buchse für Kipphebel "Außen-Ø 18mm", R26/27

11 33 0 034 132   Buchse "AØ 16mm" Kipphebel R25/3 (witzigerweise 16 mm! :-\\)

11 33 0 034 120   Büchse für Kipphebel R25/2

11 33 0 034 118   Büchse für Kipphebel R25, R51/2

Vielleicht wurde es ja auch als Gewichtsreduzierung eingeführt. ;D Nach meiner Grobrechnung müßte der Kipphebel dadurch ~25g verloren haben. Obwohl trägheitsmomenttechnisch gesehen... nicht gerade an der effektivsten Stelle.

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

guest520

Hi,
was ist denn jetzt die Lehrmeinung bezüglich der Instandsetzung der Berührstelle Kipphebel -> Ventil?
Ich hatte mal vor ein paar Jahren welche aufschweißen lassen (irgend so ein lufthärtender Spezialwerkstoff aus der Druckgusswerkzeugfertigung; Spez. könnte ich noch mal nachfragen). Wird nicht mehr lange dauern, bis sich mir die Frage stellt einbauen oder nicht.
Bezüglich des Radiusschleifens hatte ich mir eine kleine Spannvorrichtung (Flachmaterial + 2 Bolzen) gebaut, mit deren Hilfe ich auf der Stichelschleifmaschine genau den Nockenradiurs abfahren konnte.

Gruß
Jochen

guest474

Das mit Spezial- aufschweißen hatte ich an den Kippies an der 1000 auch schon gemacht. Nach 1000km war die Schweißung wech.
Wenn ich das alles richtig verstanden habe, sind die Kippies der 250er durchgehärtet. Man kann sie also wieder schön rundschleifen und weiterfahren.
Nur die Kippies der Boxer ab 1969 sind nicht durchgehärtet.

Gruss Manfred

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