Kopfdichtung aus Kupfer

Begonnen von Taz, 06 September 2026, 22:39:28

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Taz

Hallo zusammen,

im Zuge des Neuaufbaus von Bärbels Motor (R25/3, erstes Übermaß) mußte ich den Motor mehrfach wieder zerlegen und kam dabei auf die Idee, statt der Papierdichtungen, die immer wieder mal ersetzt werden müssen, eine solche aus 0,7mm Kupferblech zu bauen (im Bild links normale Standarddichtung, rechts Kupfer).
06092026-taz-kopfdichtung.jpg

Die Herstellung war kein Problem. im Betrieb hat sich diese Dichtung aber nicht wirklich bewährt.
Bei niedrigeren Drehzahlen war alles, ok, aber so ab 60km/h im Dritten Gang hat es im Bereich der Steigleitung ordentlich Öl rausgedrückt.

Beim Zerlegen sieht man sehr gut (leider nicht mit Photo darstellbar), daß der Kopf im Schraubenviereck ordentlich Druck aufgebaut hat und die Dichtung ihren Zweck erfüllt hat. Das Steigrohr liegt aber außerhalb und die Dichtung zeigt in diesem Bereich keine entsprechenden Spuren.

Frage in die Runde: hat das schon mal jemand anders auch ausprobiert und besseren Erfolg gehabt, vielleicht mit anderen Parametern?

Ich habe die Dichtung nach der Herstellung weichgeglüht, flach gemacht, erneut geglüht, dann trocken (also ohne HT-Silikon oder ähnliches) mit 40Nm an den Schrauben eingebaut.

Viele Grüße, Ute
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Taz

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Beppo

Antwort Nein. Aber ich geb trotzdem mal meinen Senf dazu und lehn mich weit aus dem Fenster,
weil ich mir exakt heute auch darüber gedanken gemacht habe.
Meine Kopfdichtung zeigt auch schon wieder Ölspuren und ich denke das liegt auch an einer ganz besonderen Belastung.
beim Warmlaufen im Stand ist mir gestern erneut wieder aufgefallen das der Motor so alle 15 sek. "tickt"
deutlich als Wärmeausdehnung zu deuten,dann habe ich das Ticken auch am Vergaser spühren können. DAs wurde vom Zylinderkopf übertragen und am Vergaser verstärkt.
Warum passiert das?  klar, der Zylinder ist aus Stahlguss und der Kopf aus Alu. nun wissen wir alle das Alu sich stärker ausdehnt als Eisen-  bedeutet die Dichtung arbeitet sozusagen im "Schiebebetrieb" da ist beim Warm werden und abkühlen immer Bewegung drin. Ob das die Kupferdichtung mitmacht?? Und wie ist das mit der elektrochemischen Verträglichkeit von Alu auf Kupfer auf Stahl??
Deinen Versuch find ich klasse, der Ölbereich bedarf sicherlich noch einer zusätzlichen Dichtmasse.Ein langzeittest wäre intressant. Und die Frage warum ist das Orginal nicht aus Kupfer? zu teuer?
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

M. Bumerang

Ich habe die Dichtung aus AL 99,5 machen lassen. Dort wo die Stößel sind wurde die Dichtung beidseitig mit Bond 007 dünn eingeschmiert.Am Boxer geht das auch. Aber die Dichtflächen müssen plan sein.
Manfred
Mein Nachbar Aladin schlägt im Garten seinen Teppich aus.
Ich frage ihn: Was ist los? Will er nicht anspringen?

Taz

Ok Manfred, danke für die Info...ich hatte mich gegen Alu und für Kupfer entschieden, weil ich da bessere Chancen gesehen habe, das schön weichzuglühen...

Im Bereich der Stößelstangen hatte ich keine Probleme, es geht bei meiner Kiste tatsächlich nur um die Steigleitung...bei den Stößelstangen rinnt das Öl ja auch drucklos runter...

Flach ist der Kopf, das hatte ich vor dem Einbau geprüft..
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strichzwojan

#4
Kupfer war doch früher ein übliches Material an dieser Stelle. Ich habe keine Erfahrungen damit, aber in YT-Beiträgen vom Panther Owners Club kann man öfters sehen, wie solche Dichtungen mit WellSeal eingeschmiert werden. Auch ein Spray (keine Ahnung was) wird bei sehr alten Harleys auf die Dichtungen gesprüht und hinterlässt einen Feststofffilm. Das spricht ja dafür, dass man es mit Kupfer allein oft nicht zuverlässig dicht kriegt.

Was war das eigentlich für ein Material, was du da vor der CU-Dichtung verwendet hast? Sieht mir eher nicht nach Reinz aus.

Spricht etwas dagegen, die (übrigens toll gemachte) Kupferdichtung rund um das Ölloch dünn mit HT-Silikon zu bepinseln? Mit etwa 3 mm Abstand zum Durchgang.

Regenerierbare Materialien haben immer meine Sympathie!

Gruß, Jan

Heiko

#5
Ute,

Du bist mittlerweile eindeutig zu lange in GB  ;D ...Kupferkopfdichtung an BMW.

Die Kupferdichtung beidseitig mit 3-Bond oder ähnlichem dünn bestreichen, abtrocknen lassen, einbauen, fertig. Zumindest bei den britischen Kisten.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

M. Bumerang

Im 2V Forum verkauft ein Händler diese Dichtungen auch aus Kupfer. Ohne Probleme. Die Fa. Israel wiederum aus Alu.
https://www.motoren-israel.com/advanced_search_result.php?inc_subcat=1&keywords=Zylinderkopfdichtung&page=3
Fragt man die Heinkelmänner erhält man die Auskunft, es geht alles. Orschinal, Alu und Kupfer.
Manfred
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strichzwojan

Außer der Wiederverwendbarkeit nach Ausglühen und Abschrecken...
Welchen konkreten Vorteil bieten Kopfdichtungen aus Kupfer?
Welcher Händler bietet sie für unsere Einzylinder an?

Borgward

ich hab in meiner R23 die originale (also fast 90 Jahre alte) Kopfdichtung aus Kupfer drinnen.
Trocken verbaut, ohne Weichglühen. Zwischen Zylinder und Kopf ist lediglich ein leichter Ölnebel zu sehen

Hubi

Beppo

bei Vergleichen, wer da alles Kupferdichtungen drin hat muss man schon drauf achten aus was die Köpfe sind!
Bitte nicht alles über einen Kamm scheren. Es ist schon relevant ob Alu oder Stahl. Bei Stahl sehe ich keinerlei Bedenken. Ein Alukopf ist aber halt nun mal ähnlich weich wie Kupfer und wegen der Spannungsdifferenz von 2 Volt kann auf lange Sicht bei Nässe das Alu wegbröseln.
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

Freude

@Taz: Habe (auch) keine Erfahrung mit einer Cu-Dichtung in R26.
ICH verwende meine "alte" ZK-Dichtung mehrfach - hatte Bernd einmal gesagt -  sofern nicht sich viele "Bröckelchen" an den Dichtflächen kleben. Funktioniert tatsächlich ! Ach so: Ganz gut ist ZKD Version mit dem Metall-Kragen (Feuersteg) von UliS ...

Borgward

Zitat von: Beppo am 07 September 2026, 10:15:53bei Vergleichen, wer da alles Kupferdichtungen drin hat muss man schon drauf achten aus was die Köpfe sind!
Bitte nicht alles über einen Kamm scheren. Es ist schon relevant ob Alu oder Stahl. Bei Stahl sehe ich keinerlei Bedenken. Ein Alukopf ist aber halt nun mal ähnlich weich wie Kupfer und wegen der Spannungsdifferenz von 2 Volt kann auf lange Sicht bei Nässe das Alu wegbröseln.
R23: Zylinder Stahl, Kopf Alu

RTwenty7

ZitatSpannungsdifferenz von 2 Volt

Was bedeutet das, kannst du das kurz erleutern?
Roll On!
Amir

Chrome don´t bring you Home

R25-2-3-7Hartmut

Ich versuche es mal. In der Spannungreihe der Elemente ist Alu negativ. Kupfer ist positiv. Daraus ergibt sich eine Spanungdifferenz von 2 Volt. Würde man jetzt diese beiden Metalle in einen Elektrolyten hängen  hängen würde die Alumoleküle zum  Kupfer wandern , bis vom Alu nichts mehr da ist. Da ein Elektrolyt in unserem Fall nicht vorhanden ist, sondern vielleicht nur etwas Öl , passiert da nichts. In der gesamten Elektrotechnik gibt es viele Verbindungen Kupfer Alu.Gruß Hartmut

Anulu

Helft mir mal.
Mir erschliesst sich der Sinn nicht.
Es gibt doch reichlich passende Dichtungen im Tausch gegen Euros ( oder Pfund ).

Oder wegen der massiven permanenten Hitzeprobleme einer /3  ;-)

Oder nur darum?

Gruss Manu
Gruß Manuel



Rock or Bust!

Beppo

Zitat von: Borgward am 07 September 2026, 11:29:05R23: Zylinder Stahl, Kopf Alu

Wegen fehlen von Salz aufden Straßen früher kein Problem und weil wir mit unseren Oldis heute im Winter bei Salz auch nicht fahren, auch kein Problem jedoch erwähnenswert.
Ich hatte mal ein elektrohydraulisches Steuerventil erlebt, da war der Alublock zur hälfte abgefressen nur durch Spitzwasser und vermutlich Streusalz. Dichtringe waren aus Kupfer,die haben überlebt.

gut erklärt Hartmut, das unedlere Metall wird dabei zerstört. So funktionieren auch Trockenbatterien , Zink -Kohle macht Differenz von 1,5 Volt. Die alten Batterien mit Zinkmantel sind , wenn sie leer waren deshalb ausgelaufen weil das Zink zerstört war.
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

R25-2-3-7Hartmut

Eine Kupferdichtung macht bei einem Alukopf überhaupt keinen Sinn. Weder Wärmeübergang noch Öldichtigkeit werden nicht verbessert.

Beppo

Ich denke Ute hat das aus der Not gemacht weil der Motor schon mehrmals geöffnet werden musste.
Kupferblech ist immer die Not-Soforthilfe, kann man in so manchem Abendteuerfilm sehen. Wüste, Motor def.Oje,die Geier warten schon.
Ahaaaa wir haben ein Stück Kupferblech  :idea: wir basten uns eine neue Kopfdichtung und sind gerettet.  :tanz:
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

M. Bumerang

Im 2V Forum hatte der Edelweiß Murkser mit unterschiedlich dicken Alu Dichtungen den Kolbenrückstand eingestellt.
Ich als Erfinder der Aludeckeldichtung habe da gleich mit gemacht und die Zylinderkopfdichtung in ALU angeboten.
Bei den meisten hat das geklappt. Für die 1050ccm usw. kostet einen Dichtung 50€.
Manfred
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Taz

#19
Die Idee war tatsächlich, nicht immer wieder neue Dichtungen kaufen zu müssen...trotz Mehrfachverwendbarkeit ist bei den "Papier"dichtungen irgendwann Schluß, die Silikonberingten kommen mir aus grundsätzlichen Erwägungen (für die "ich will aber drüber reden" Fraktion: ich nicht  :wikinger:  ;D ) nicht ins Haus.
Nicht aus der Not geboren, auch wenn ich schon mal im Wald verschwinde, wenn sich in der Werkzeugrolle nix passendes findet (Stichwort Mischkammereinsatz).

Die linke war eine vor Zeiten in Deutschland gekaufte, von denen habe ich in der Zwischenzeit schon ein paar verbraucht.

Die Erwähnung der R23 Dichtung und das Vorgehen bei den UK-Mopeds gibt Hoffnung, bei der nächsten Aktion kommt die Kupferdichtung zur zweiten Runde rein...

Aus thermischen Erwägungen hat Bärbelchen seit sicher 15 Jahren eine Ventildeckeldichtung aus Kupfer drin, bislang keine Schäden zu beobachten...
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Borgward

Ute, nur zur Info:
bei der R23 ist das Ölsteigrohr komplett außerhalb vom Motor und geht nicht durch die Kopfdichtung. Das sollte aber kein Ausschlusskriterium für eine Kupferdichtung bei der R25 sein..


Hubi

Stefan

Ich würde an der Steigleitung einen O-Ring einsetzen. Schnurstärke 1/3 größer als Blechdicke und das Loch im Blech entsprechend größer machen. Platz müsste doch genug da sein. Oder ein bisschen Silikon drumherum schmieren. Oder VHT Copper Gasket auf die gesamte Dichtung sprühen.
The evil is always and everywhere!

Taz

Das mit der Steigleitung ist bei der R25/3 leider nicht-trivial...von unten kommt die Leitung, aber im Kopf ist die "halbe Pizzarand" Ausssparung, um das Öl auf die beiden Bohrungen zu den Ständerhülsen zu verteilen, von wo es letzlich zu den Kipphebeln gelangt.

Da ist die Idee mit der flächigen Verwendung von geeigneten Dichtmitteln wohl der beste Weg...evtl. nochmal die Feile raus und diesen Bogen auch rausnehmen...
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Ich sags dir immer wieder: Nimm ALU 99,5. Und Dein Leben kommt wieder in geordnete Bahnen
Manfred
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Stefan

Zitat von: Taz am 07 September 2026, 22:56:53"halbe Pizzarand" Ausssparung,
Ach, die hatte ich vergessen. Meine Zylinderköpfe sind da simpler gestrickt.
Wenn schon billig, dann richtig: Wie siehts denn mit Tetrapack aus?
The evil is always and everywhere!

Taz

@Stefan wo habe ich billig erwähnt?

Manfred: Alu ist aber schwieriger wieder zu entspannen....
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Zitat von: Taz am 08 September 2026, 12:25:35@Stefan wo habe ich billig erwähnt?
Du wolltest eine mehrfach zu verwendende Dichtung haben ,,statt der Papierdichtungen, die immer wieder mal ersetzt werden müssen". So ging ich davon aus, dass der Zweck deiner Aktion weniger die Müllvermeidung als die Ausgabenvermeidung sei.
The evil is always and everywhere!

Taz

Weder noch  ;D

Mich hat einfach das Sauberpuzzlen der Dichtflächen und das letztlich immer nach ner neuen Dichtung rennen genervt....

Geld sparen beim Oldtimer-fahren...netter Gedanke...
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Beppo

Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

strichzwojan


Ich stelle jetzt pneu à pneu auf AWINA um.  ;D

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