Schlechte Bremswirkung R25/2

Begonnen von tlneuha, 12 März 2003, 15:44:47

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

tlneuha

Hallo Zusammen,
habe folgendes Problem mit der Vorderradbremse einer R25/2:
nach dem Wechsel der Bremsbeläge ist wähhrend der Fahrt nur noch eine sehr, sehr miese Bremswirkung vorhanden (so mies, dass sich kein Tüv-Termin lohnt). Schiebt man dass Krad an und bremst dann, könnte man meinen, dass alles ok ist.
Besonders merkwürdig ist, dass wenn man das Vorderrad inkl. Belägen hinten einbaut, hinten alles wunderbar funktioniert, wogegen mit dem ehem. hinteren Rad (und Belägen) auch vorne keine ausreichende Bremswirkung erzielt wird.
Alle denen ich diese Phänomen geschildert habe, sagten, dass es dann nur noch am Bremszug liegen könnte, aber der ist auch neu und einwandfrei.
Hat jemand eine Idee woran dies liegen könnte ?
Vielen Dank
Lars


tlneuha


rolf

#1
Hallo Lars,
erstmal liegt es daran das du mit dem Fußpedal mehr Kraft aufbringt (Kräftigere Bein (als Arm-)muskeln + größere Übersetzung Pedal zu Hebel).
Wie ist denn der Winkel Bremzug zu Hebel (an der Nabe) wenn du volle Pulle ziehst? Er darf nicht mehr als 90° betragen. Wenn du beim ziehen über den rechten Winkel kommst ,werden die Kräfte, je mehr du ziehst, wieder geringer (Hebelgesetze), gilt nebenbei auch für hinten.
Optimal wäre also eine Einstellung wo bei voll gezogenen Hebel der Winkel zwischen Bremszug und Bremshebel 90° beträgt. das lässt sich bloß nicht immer realisieren (spätestens bei der 25-25/2 nicht mit ihren Vierkanthebel). Wichtig ist das er unter KEINEN Umständen über 90° kommt, also lieber 80° als 91°, wenn man nämlich bei 80° mehr zieht, erhöht man auch die Bremswirkung, bei 91° nicht, im Gegenteil.
Wahrscheinlich liegt es aber  daran, dass sich deine neuen Bremsbeläge erstmal einschleifen müssen, bis sie mit der ganzen Fläche bremsen können, vorher liegen sie nur auf den Riefen auf und haben damit natürlich nicht genügend Bremsfläche.
ODER: deine Beläge sind zu hart bzw harmonieren nicht mit der Trommel vom Material her.
Ich tippe aber auf Einstellung+einschleifen.
Verständlich?
gruß
Rolf

tlneuha

Hallo Rolf,
vielen Dank für Tipps.
Werde diese am Wochenende dirket ausprobieren ...
Lars

tlneuha

Hallo Rolf,
habe den Winkel zwischen Bremszug und Hebel bei voller Zugkraft kontrolliert und dieser beträgt ziemlich genau 90 Grad...
Auch ein zweites Paar neue Beläge (anderes Material) hat keine Verbesserung gebracht.
Der häufigste Tipp war, dass sich die neuen Beläge an die Trommel anpassen müssen, aber wie soll man dies dem TÜV erklären ...
Bin weiterhin über jeden Tipp dankbar
Lars

rolf

Hallo Lars,
das mit den anpassen stimmt. Fahr doch mal ein paar Kilometer, dann baust du das Rad aus und schaust mal wo die Beläge tragen, bestimmt noch nicht überall. Da wo sie schon tragen (blanke Stellen) nimmst du dann Material mit der Feile ab um den Einlaufvorgang zu beschleunigen.
gruß
Rolf
KW: welche neuen Beläge hast du denn eingebaut (Markrnname)?

Stefan

Hi,
ich schleife neue Bremsbeläge immer mit doppelseitigem Klebeband und Schmirgelpapier (~100-150), das ich in die Trommel klebe, ein. Dann das Rad einbauen und mehrmals mit der Hand drehen, dabei leicht bremsen. Wenn das Klebeband und Schmirgelpapier dünn genug sind, dann hast Du nachher die Beläge fast perfekt angepaßt. Nur das Rauspulen der Klebereste (erst mit Verdünnung und am Ende mit Bremsenreiniger entfetten) ist eher was für verregnete Sonntage.
Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

tlneuha

Hallo Rolf,
den Markennamen der Beläge kenne ich leider nicht, aber die ersten, die absolut keine Bremswirkung gezeigt hatten, waren von Stemler (Farbe braun/grau) und die neuen jetzt, wo die Bremswirkung minimal besser ist, sind von Ullis Motarradladen (Farbe grünlich)

Hallo Stefan,
danke auch für deinen Tipp, der mal wieder fürs Wochenende aufgehoben wird.
Auch wenn es nicht regnet ...

Lars

rolf

das müssten "Feredo" Bremsbeläge sein, sollen die besten sein
Gruß
Rolf

Rütz

Hallo Lars,

neben den schon angesprochenen Sachen verdient auch die Form des Bremsschlüssels (ich meine speziell dieses mehroderweniger S-förmige Profil, das die Bremsbacken spreizt) Beachtung.
Je stärker diese Ecken verundet sind, desto mehr Kraft wird,  gerade bei neuen (noch ziemlich dicken) Belägen, übertragen.

Die neuen (dicken) Beläge berühren die Trommel ja schon, wenn sich der Bremsschlüssel nur wenige mm bewegt und noch eine sehr ungünstige "Hebelposition" hat.

Diese Bremsschlüssel fallen woh  SEHR  unterschiedlich aus:
Durch Zufall hatte ich beim  STEMLER  einen Bremsschlüssel erstanden, dessen Ecken erheblich stärker verrundet waren als bei meinem alten.
Diese Maßnahme hat alle anderen (geklebte Beläge, genau abgedrehte Backen, dickerer Bremszug....) hinsichtlich Bremswirkung bei weitem übertroffen.

Man kann so einen Bremsschlüssel bestimmt auch mit der Feile nacharbeiten. Wenn man es übertreibt, ist es aber theoretisch möglich, daß die "Selbstverstärkung" der Trommelbremse überhand nimmt und sie sich nach dem Bremsen nicht mehr schnell genug löst :o!

Gruß
Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

tlneuha

Hallo Rütz,
vielen Dank auch für deinen Tipp.
Am Samsatg ist wieder Basteltag, wo ich mir auch den Bremsschlüssels mal genauer ansehen werde, der bisher tatsächlich ziemlich vernachlässigt wurde ...
Lars

tlneuha

Hallo Zusammen,
bin mittlerweile nahezu verzweifelt, da alle Tipps ohne Erfolg blieben. Die Bremswirkung vorne ist und bleibt supermies.
Der Link zeigt die wirklich miserable Auflagefläche der neuen Beläge in der Trommel.
Vermutlich hilft nur noch die Trommel ausdrehen, Bremsbeläge in Übergröße verwenden und neu einspeichen.
Weiß jemand, wer solche Arbeiten ausführt
Vielen Dank
Lars

http://www.netcologne.de/~nc-neuhaula/bmw/bremsbelag1.jpg


Stefan

Hallo Lars,
habe gerade gesehen, daß Du auch in Köln wohnst. Ich wohne in Nippes. Wenn Du willst, kann ich mal bei Dir vorbeikommen, dann sehen wir uns das mal gemeinsam an. Vielleicht gibt es eine einfachere Lösung als Trommel ausdrehen.
Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

tlneuha

Hallo Stefan,
das wäre wirklich super  :D
Sag nur bescheid, wann du Zeit hättest...
Lars

isie

Hallo,

die Frage ist zwar nicht topaktuell da nunmehr 3 Wochen alt, aber damit kämpfte ich auch vor eiiner  Weile (R26):

1.) Keine Frage, die Beläge müssen eingefahren werden (Wechsel bei Scheibenbremsen = nahezu NULL Bremswirkung zunächst !!!)
2.) Bremstrommel mit Nitro oder Benzin super säubern
3.) Hebel gängig machen - Öl und später Kupferfett nehmen (Nachteil: Bremsstaub steztz siich später fest)
4.) Bremsbeläge UND Bremstrommel mit Grobem Schrmiergelpapier anrauen. - Trommelriefen ausgleichen
5.) Der Bremszug muss super gängig sein !!!! Ölen / Fetten - am besten austauschen. Keine Knicke, nur supergrosse Bögen.

Im Allgemeinen ist Punkt 3 + 5 entscheidend.

Und Bitte: Das sind alte Motorräder - ein blockiertes Vorderrad ist damit niemals möglich (und braucht es  auch nicht) ....

MfG

Ingo

 
neu.


etauer benz8n Anrauenich wollte meine Erfahrungen (R26) hier einmal schi

Stefan

Hallo Ingo,
die Punkte 2. und 4. würde ich so nicht weiterempfehlen!
Nitroverdünnung und Benzin sind Mineralölerzeugnisse, daher hinterlassen sie immer einen dünnen Ölfilm. Zum Bremsenreinigen nimmt man Bremsenreiniger (wer hätte das gedacht?!) oder Spiritus.
Wenn Du die Bremstrommel anrauhst, hast Du zwar eine wahnsinnige Bremswirkung aber auch ähnlich wahnsinnigen Verschleiß der Beläge. Dann kannst Du die Trommeln gleich mit Hochofenschlacke strahlen lassen, danach hast Du dann eine Einfingerbremse wie Valentino Rossi.
Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

isie1

Hallo Stefan,

danke für die Rückmeldung.

...Beides gibt KEINEN Ölfilm, sorry.

Aber natürlich ist nachwischen mit sauberem Lapppen immer gut, schon wegen des Bremsstaubes..

Und Bremsenreiniger auch - allerdings ist der recht teuer (und so gut für den Hersteller).


Ja und das ANRAUEN der Beläge gibt diesen eine "giftig" Bremswirkung - das war ja sein Problem, oder ?

Übriges ist das Ausdrehen der Trommeln natürlich immer besser aus ausschleifen - aber wer hat schon eine Drehbank ?

Frohes Schrauben

Ingo

Stefan

Hallo Ingo,
hast Du schonmal Benzin in einer Schale verdunsten lassen und dann die Reste begutachtet.
Bremsenreiniger gibts bei Louis für etwa 2€/Dose, damit bekommst Du etwa zwei Dutzend Bremsen sauber, ist nicht wirklich unbezahlbar.
Ich meinte das Anrauhen der Trommel, Beläge anrauhen mache ich selbst auch.
Gruß
Stefan, der eine Drehbank hat ;-)

The evil is always and everywhere!

tlneuha

Hallo Zusammen,
zunächst mal Entschuldigung, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich hatte ein wenig Stress. Nun die beste Meldung:
Habe mich letzte Woche trotz schlechter Bremswirkung auf den Weg zum TÜV gemacht, und dieser meinte, dass die Bremswirkung für "damalige Verhältnisse" ganz ok sei und hat sich auch bei anderen "Kleinigkeiten" sehr großzügig gezeigt, so dass es kein Problem war, die Plakette für zwei jahre zu erhalten.
Dennoch ist die Bremswirkung weiterhin bescheiden, aber nach mittlerweile einigen gefahrenen Kilometern, bin ich der Meinung, dass diese zumindest ein wenig besser geworden ist und hoffentlich noch besser wird.
Besonderen Dank auch nochmals an Stefan, wenngleich ich auf das Angebot (aus Zeitmangel) noch nicht zurückgreifen konnte.
Aber ich denke nach weiteren Kilometern wird sich sicherlich noch das ein oder andere ergeben...
Lars

Hauptmenü

Anleitungen & Bücher Baureihe Specials Startseite Vergleichsliste

Presse & Wissen

Bauzeiten & Stückzahlen Historisches Liste der BMW Modelle Presseberichte Prospekte & Plakate

Foren & Literatur

Bildergalerie Bildtafel-Suche Forum: Boxerforum Handbücher Servicedaten

Allgemeine Infos

Bildtafelsuche Glossar Impressum Kontakt Sitemap

Tipps & Service

Dienstleister Händler Märkte & Museen Tipps Verschleißteile & Werkzeuge