Ventildeckel-Stehbolzen-Reparaturfrage

Begonnen von strichzwojan, 29 Oktober 2023, 07:45:22

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Borgward


Borgward



Stefan

Wenn die Kernbohrung 30 mm tief ist, dann mit einem Sacklochgewindebohrer mit kurzem Anschnitt das Gewinde tiefer schneiden und einen längeren Bolzen einschrauben. Damit kommst Du bestimmt 8 mm tiefer, die haben i.d.R. 2 bis 3 Gewindegänge (=2,5 bis 3,75 mm) als Anschnitt.
The evil is always and everywhere!

strichzwojan

Festsitz ist natürlich das A und O. Vielleicht bin ich ja durch das erneute Eindrehen mit Teflonband schon wieder in gesundes Fleisch gekommen. Bei Helicoil gibt es ja freerunning und screwlock. Und auch längere Einsätze. Ich habe beim großen Boxer mal ein Zylinderstehbolzengewinde mit dem Typ "screwlock" in 20mm Länge erneuert. Zuerst schön an einem Aluklotz geübt bevor ich mich ans kostbare Motorgehäuse machte. Und dann beim Eindrehen des Stehbolzens Blut und Wasser geschwitzt, weil der natürlich nur schwer reinging - "screwlock" eben, was ich noch nie verarbeitet hatte.

Alle Ventilhaubenstehbolzen der Boxer sind ausgerissen, und alle habe ich mit langer Gewindestange und von hinten eingesetzter Mutter instandgesetzt. Und das bleibt auf jeden Fall so, weil das die belastbarste Lösung ist. Nur leider beim Einzylinder nicht machbar...

Borgward

hab ich bei meinen Boxern auch mit Muttern gemacht

Hubi

Hodima

Teflonband ist relativ weich und dichtet daher gut gegen Gase ab.
Den Stehbolzen wird es daher auf Dauer wohl eher nicht halten.

#23
Diese Schraubensicherung auf Keramikbasis härtet bei zunehmender Wärme immer stärker aus.
Da rührt sich nichts mehr.


wer will, findet Wege
wer nicht will, findet Gründe

strichzwojan

Zitat von: Hodima am 31 Oktober 2023, 19:59:04Teflonband ist relativ weich und dichtet daher gut gegen Gase ab.
Den Stehbolzen wird es daher auf Dauer wohl eher nicht halten.

#23
Diese Schraubensicherung auf Keramikbasis härtet bei zunehmender Wärme immer stärker aus.
Da rührt sich nichts mehr.



Danke für den Tipp! Interessant zu wissen, dass es sowas überhaupt gibt, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, es an dieser Stelle einzusetzen. Spätestens beim nächsten Instandsetzen des Kopfs muss der Stehbolzen raus, und wenn er dann nicht will?

Hodima

auf den Punkt getroffen, genau das frage ich mich auch

der Losbrechmoment fängt ja bei 2,3 NM an, steigt dann aber
bei zunehmender Temperatur immer weiter
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Stefan

"... bis zu 22 Nm bei ... 1000 Grad", also an Euren Köpfen irgendwo zwischen 2 und 22. Das sollte der Bolzen beim ausdrehen aushalten sofern er nicht aus Chinesium ist.
The evil is always and everywhere!

strichzwojan

Nach 100 km mit Teflonband um den Bolzen steht fest, dass es nicht hält...
Ich werde den Kopf herunternehmen und das Gewinde richtig instandsetzen.

Taz

Hallo Jan.

Also hat sich da Opfer einer abschließenden ausgiebigen Testfahrt doch gelohnt...jetzt wirds langsam ungemütlich draußen und Du kannst in aller Ruhe den Zylinderkopf richten, rechtzeitig zur Schneeschmelze 2024 ist das feine Moped dann wieder startklar.

Viel Erfolg beim  :schrauber: , Ute
Life's a bugger, and then you die

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strichzwojan

Ich habe das Gewinde gerade mit einer normalen Ensatzbuchse (keine Dünnwand!) instand gesetzt. Die Lochtiefe ist 30mm, die ich aber nicht voll bis nach unten erweitert habe. Der Platz ist knapp bemessen. Zwischen den Dichtflächen für die Ventilkammern ist Raum für den 11mm Bohrer, mit dem vorgebohrt wird.

Hier noch ein Tipp: das Eindrehwerkzeug von Ensat ist meiner Meinung nach nicht so gut wie eine extralange M8-Schraube, deren Schaft man wunderbar als Peilhilfe für das winkelige Eindrehen der Buchse nimmt. Am Besten geht es, wenn einfach noch eine zweite Ensatbuchse als Distanz-Druckstück unter die Mutter gepackt wird. Die gekonterte Eindrehmutter hat nämlich keinen Platz und verdrückt, wenn man fast fertig ist, die ca. 2mm vorstehenden Dichtflächen.
Das Außengewinde der Ensat-M8-Buchse ist ein 12er-Feingewinde, das nun vermutlich bombenfest im Alu sitzen wird. Ich habe eine alte Seitenwagenanschlussschraubenmutter gefunden, die tatsächlich ohne Haken auf den Einsatz geschraubt werden konnte.

Jan

rolf

na....schaffen wir noch die 3. Seite zu dem spannenden Thema über den Ersatz eines Ventildeckelschraubengewindes?

Fastnachter

Klar.
Ich bleibe dabei: Helicoil wäre einfacher und stabiler gewesen. Dazu: ein Reparaturversuch mehr: die Hülse wäre TROTZDEM noch gegangen.

Gruß

Jan.

P.S. von dir aus kann der Frühling kommen?
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

strichzwojan

#43
Zitat von: Fastnachter am 03 November 2023, 16:37:39Klar.
Ich bleibe dabei: Helicoil wäre einfacher und stabiler gewesen. Dazu: ein Reparaturversuch mehr: die Hülse wäre TROTZDEM noch gegangen.

Gruß

Jan.

P.S. von dir aus kann der Frühling kommen?

Das ist alles auch eine Frage der Verfügbarkeit. Ich habe keinen M10 Sacklochgewindebohrer, sonst hätte ich - wenn ich Besitzer einer Drehbank wäre - einen Spezialbolzen gemacht in M10-M8.
Von Helicoil lasse ich wenn es geht die Finger. Das mit der Stabilität von Helicoil kann ich leider nicht bestätigen. Ich hatte zwei ausgerissene Gewindespiralen. Mit den Ensat-Buchsen ist mir das noch nie passiert.

Das mit dem Frühling dauert noch. Heute waren es 6 Grad und Regen im Inntal, Schnee auf den Bergen.
Eine Probefahrt wird aber auf alle Fälle noch gemacht, erst dann abgemeldet.

Gruß, Jan

Fastnachter

Jan dann waren es keine echten Helicoil oder falsch montiert. Gibt auch n Kapitel in den Büchern von Frank Rieg zu. Dazu mehr hier: https://www.boellhoff.com/de-de/produkte/spezialverbindungselemente/helicoil-gewindeeinsaetze-fuer-metalle/

"Durch seine elastischen Eigenschaften kann der HELICOIL Gewindeeinsatz Last und Spannung gleichmäßig verteilen. Das Ergebnis: Eine höherwertigere Schraubverbindung im Vergleich zu einer Schraubverbindung ohne HELICOIL."

In der genannten Büchern erklärt er auch warum. War was mit der Federwirkung. Habs vergessen und nur das Ergebnis abgespeichert.

Gruß

Auch Jan.
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

strichzwojan

Das, was mich am meisten stört bei diesem Gewindeerneuernmüssen, ist, dass ich die Gewinde nie malträtiert habe, zwei gute Drehmomentschlüssel mein eigen nenne und handwerklich sorgfältig arbeite, sobald Stahlschrauben in Alu sitzen...
Alles auf Vorbesitzer zu schieben ist nicht statthaft. Und auf das Alter der Maschine auch nicht. Materialermüdung? Und da ist man mit einem Wechsel von M8 Außengewinde auf M12 in Alu schon mal auf keinem schlechten Weg.
Natürlich sollte man erst einmal minimalinvasiv arbeiten. Die drei kaputten Ölwannengewinde an der 75/5 habe ich vor drei Jahren mit M7 repariert, was sehr gut ging. Viele Wege führen nach Rom.
Egal, Hauptsache dicht bzw. fest!

Schönes Wochende,

Jan

Anulu

Ob Mailand oder Madrit , Hauptsache Italien.
Gruß Manuel



Rock or Bust!

Heiko

#47
Vorbesitzer ist am einfachsten...  :oberlehrer:  ;D

@Anulu: War der Spruch nicht von Rudi Völler? Da hatte witzigerweise gestern noch ein Kunde drüber gewitzelt.
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

Fastnachter

"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen." (Kurt Marti)

Heiko

Okay... Völler... Möller...  ;D  Danke!  :-*
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

strichzwojan

In der Mannschaft ist das kein Thema...(L.P. nach der "Tiefparterre-Aktion" von J.L.)

Die dritte Seite rückt näher, Rolf!  ;)

rolf


bullet

Ensat-Buchsen sind einwandfrei, die halten auch in billigem Aluguß, wie ich ihn vor etlichen Jahren in der Industrie kennengelernt habe.  Und man bekommt ein Gewinde, das häufiges Lösen und Festziehen abkann.

Alu wird mit den Jahren und mit Temperaturbelastung allmählich mürbe.  Das habe ich gerade bei der Enfield nach 25 Jahren erlebt.  Bei 70 Jahre altem Alu braucht man sich über nichts zu wundern.  Isso!

Grüße!
Bullet

P.S.: Immer noch Seite 2.  Freiwillige?

cledrera

ZitatDie dritte Seite rückt näher, Rolf!

Den hab ich nicht verstanden.
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Heiko

Dann bin ich zum Glück nicht allein.  :Frage:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

rolf

wegen meiner "Beschwerde" das man schon 2 Seiten über dieses weltbewegende Thema geschwatzt hat

rolf


cledrera

Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Heiko

Zitat von: rolf am 05 November 2023, 16:13:58wegen meiner "Beschwerde" das man schon 2 Seiten über dieses weltbewegende Thema geschwatzt hat
:engel:
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

kahlo

Ist doch interessant!
Und ich bin es nicht gewesen  :angel:

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