Nachrüsten Schmiernippel Vorderradschwinge R27 bzw. R26

Begonnen von ublu, 10 Februar 2013, 19:56:28

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ublu

Hab gelesen, dass die R27 zum Nachschmieren der Schwingenlager der Vorderradschwinge einen Schmiernippel hat.
Ich hab erwogen, den an meiner R26 nachzurüsten.

Kann mir jemand ein Bild zusenden, wo der Nippel sitzt und welcher Typ/Gewinde es ist?

Ulrich

ublu



professor buxus

#1


So sieht der aus.
Leider hat der Vorbesitzter drüberpulvern lassen :(

noch mal groß:




Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

ublu

Hallo Buxus,

vielen Dank.
So etwa werd ich es in meine Gabel auch einbauen.
In verbindung mit den verstärkten Dichtungsringen wird das Nachschnmieren dann ein Kinderspiel.

Ulrich

rolf

Naja...außer das du einen Kubikmeter Fett brauchst um alleine erstmal das Schwingenrohr zu füllen

ublu


stimmt, aber ist doch bezahlbar.

Ist aber ein Hinweis. Ich will mal sehen ob ich vor dem Einpressen der Lagerringe eine gelochte Buchse einlegen kann, die das Volumen reduziert. Dann kann das Fett zwar überall hin, es wird aber weniger.

Ulrich

F.-M.

Hallo Allerseits,
wenn wir schon dabei sind.
Die regelmäßige Abschmierung der Hinterradschwingenlagerung kann man durch eine Bohrung in die Lagerbolzenlagerung erleichtern.
Ich denke die Fotos haben die ausreicheide Erklärung.

Gruß F.-M. 

mekgyver

Hmmm, Buxus, ist dort nur ein einseitiger Nippel vorhanden ?
Dann wird , wenn denn Abschmieren möglich wäre, ja das Fett nur links austreten,
weil der Widerstand des alten Fettpfropfens auf der rechten Seite, einen größeren Widerstand erzeugt.
Lösung : neue Schmiernippel, aber rechts und links  8)

@ F-M : da hast Du aber 'n Bypass für den Fettstrom gebaut  ::)

Gruß mek  :schrauber:
... 73er-Gang

rolf

Du weisst aber das dort (hinten) geschlossene Blechplättchen sind?

mekgyver

Wer ist gemeint ?
Ich zieh' mir jetzt mal den Schuh an :
Nee, wees ick nit, macht dann ooch keen Sinn,
det Fett soll durch den Lager-Spalt hindurch strömen können,
beim Abschmieren.
Sonst wär dat keen Abschmieren
Prost , mek  ;)
... 73er-Gang

F.-M.

Ja das weiß ich.
Das Fett wird in die Mitte der Lagerung eingepresst und drückt das alte Fett an der Dichtung (WeDi) wieder raus.
Das ist der gleiche Vorgang wie oben für die Vorderradschwingenlagerung nur mit 500g weniger Fett, da geschlossene Bleche.
Optimal ist das weder für vorn noch für hinten.
Je nach Nutzung und Betriebszeit (im Regen) ist es vermutlich sowieso besser alle 2-3 Jahre alles einmal zu zerlegen,
um die Feuchtigkeitsanteile aus der Lagerung zu entfernen und die Stellung des Lagers (Rollen) etwas zu versetzen, was
durch das zerlegen zwangsweise eintritt.
Die Lagerung wird in den meisten Fällen eh durch Rostbildung zerstört.

gruß F.-M.   

mekgyver

Yo, F-M
Du hast ja die Hinterradschwingenlagerung beschrieben, sorry.
Gegen Rostbildung kann ja nur regelmäßige Abschmierung helfen  ;)
da sind wir uns bestimmt einig  8)
Gruß mek  :prost:

... 73er-Gang

professor buxus

Hallo mek,

#6: Es ist nur ein Schmiernippel. An dieser Stelle verjüngt sich aber bereits die
Steckachse. Es ist relativ viel Luft vorhanden. Da gibt es wenig (fast keinen)
Widerstand für das Fett.

Um den Wassereintritt in die Lager zu bremsen/verhindern, sprühe ich den Bereich
der Pass-Scheiben von aussen immer mit Unterbodenwachs ein.

Gruß Buxus
Die Bäume des Waldes sind meine Freunde!

rolf

Zitat von: mekgyver am 12 Februar 2013, 00:37:18
Yo, F-M
Du hast ja die Hinterradschwingenlagerung beschrieben, sorry. ....Dann weisst du es ja doch....theoretisch!Gegen Rostbildung kann ja nur regelmäßige Abschmierung helfen  ;)....Toller Einwand...nebenbei, abschmieren tut man nicht hauptsächlich wegen der Rostbildung
da sind wir uns bestimmt einig  8)
Gruß mek  :prost:...da sind wir uns einig

ublu

hab in das Schwingenrohr einen Kunsstoffkern eingesetzt, so dass nicht das ganze Rohr mit fett aufgefüllt werden muss.
Damit kommt auch beim Nachschmieren eher neues Fett an den Lagern an.

Es ist ein Kunststoffrohr, mit einer umlaufenden schmiernut an der Stelle, an der der Nippel sitzt. Die Nut ist beidseitig mit O-Ringen abgedichtet. Auf der Gegenseite ist ebenfalls eine O-Ringdichtung, damit das Fett nur innen im Raum der Schwingenachse bleibt.

Ich habs schon mal ausprobiert, ist an den gewünschten Stellen dicht und es kommt schnell Fett an den Lagern an.

rolf


Wilhelm

Hallo,
echt gut!  :applaus: Habe gerade an der Schwinge bei der R26 gestanden und überlegt ob ich nicht wie an der R69 eine Schmierbohrung anbringen sollte. Da habe ich dann an unser Forum gedacht und siehe da, hoch aktuell! Da die Schwingen von den Boxern ja fast gleich sind wie die von der R26 ( woliegt da überhaupt der Unterschied ?) habe ich gedacht ich würde im Forum fündig. Nachdem ich die Bilder von euch gesehen hatte viel mir noch der H.J. Mai ein. Er schreibt in seinem Buch 1000 Tricks für schnelle BMW's auf Seite 47 wie der nachträgliche Anbau einer Schmierbohrung an die Vorderradschwinge der Boxer bewerkstelligt wird. Ich schreibe mal was er so dazu sagt und versuche ein Bild anzuhängen.  Zitat: (will ja nicht rausfliegen! auch top aktuell)
"Der Schmiernippel wird entsprechend der Skitze angebracht, man feilt zusätzlich um die Gewindebohrung eine kleine Fläche an gegen die der Nippel abdichten kann. Außer dem Nippel wird dann aber noch die neuere Art der inneren Deckbleche der Schwingenlager gebraucht, die etwa 22mm Innendurchmesser haben und das Fett vom Nippel überhaupt erst bis zu den beiden Lagern gelangen lassen." Zitat ende.
Ich denke das kann man so auch bei den Schwingemodellen der 250ziger Modelle gelten lassen. H.J. schreibt noch das der originale Nippel M8x1mm Gewinde hat das man aber auch ohne Probleme einen Nippel mit M6 Normal Gewinde verwenden kann.
NODA Wilhelm

Eppo

Ich hänge mich hier einfach mal mit an das Thema, denn mein Beitrag geht genau darum:
Nachrüsten zum Schmieren der Vorderradschwingenlagerung.

Vorgabe:
1. Schmiernippel für die Schwinge vorn.
2. Reduzierung des Totvolumens in der Schwingenachse.
3. Leichteres Ziehen der äußeren Lagerschalen aus der Schwinge.

Wie immer an meinen Umbauten gilt an oberster Stelle, so wenig wie möglich an Originalteilen oder teuren bzw. schwer ersetzbaren Teilen rum zubauen.

Daher in Anlehnung an die vorherigen Ideen, war Punkt #2 schnell gefunden:
- Kunststoffrohr füllt den Großteil des Volumens in der Achse

Ich habe mir dazu Kunststoff-Halbzeug in 15x25 Durchmesser bestellt, Innendurchmesser auf 17,2-17,4mm aufgebohrt  (Bohrstange hatte leider viel Überhang, aber egal, so genau muss das nicht sein) und der Außendurchmesser wurde auf 24,5mm abgedreht.
Dabei habe ich auch beim Ausmessen des Schwingenrohr-Innendurchmessers gemerkt, dass im Bereich der Schweißnaht der Innendurchmesser kleiner ausfällt als im Mittelteil des Schwingenrohres.
Aber egal, die Innenhülse muss ja nur einen Großteil des Totvolumens reduzieren und braucht nicht auf Passung zu sein.

Für die Länge der Innenhülse habe ich auf den Lagerseiten mit 40er U-Scheiben die Endanschläge simuliert und damit ein Maß von 148mm für das Innenrohr bestimmt.
Habe mich dabei von 150mm langsam ran reduziert.
Damit bleibt die Innenhülse auf Endmaß: 17,4x24,5x148mm (Punkt #2 erledigt  ;D ).

Da ich nicht an der Schwinge Veränderungen vornehmen wollte, kam dann nur die Möglichkeit über die Steckachse (brauchte eh eine Neue für mein R26-Projekt, da an der alten Steckachse das Gewinde abgesägte wurde  ::) ).
Die Steckachse soll an beiden Enden je ein Fettnippel bekommen.
Die Wahl viel dabei auf Kegelschmiernippel mit M6-Gewinde, da diese Form der Fettnippel zum Einen Normgewinde haben und zum Anderen wenig aufbauen, was wiederum wichtig ist, damit die Hutmutter auf der linken Schwingenseite noch zu verschrauben geht.

Ziel der Fettnippel soll es sein, Fett mittig über die Achse bis hinter die Lager zu bringen.
Um den erforderlichen Raum zum Fettaustritt im Inneren zu schaffen, mussten die Lagerschalen nach außen wandern. Dies wird durch den Einbau je Seite von einer Distanzscheibe (abgedrehte 40er U-Scheibe) realisiert. Das Endmaß dieser Distanzscheibe ist: 34x40x1,6mm.

Damit Wandern die Lager um entsprechend diese 1,6mm weiter nach Außen und schaffen Raum zum Austritt des Fettes an den Querbohrungen.
Die Längsbohrungen sind als 3mm und die Querbohrungen in 2mm in der Steckachse ausgeführt.

Zur Abdeckung nach Außen kommen nun Wellendichtungen im Maß 22x40x5mm zum Einsatz.
Da die Lager nach außen gerückt sind müssen nun auch noch die äußeren Druckringe um das Maß reduziert werden (ich musste die Druckringe an meinem R26-Projekt eh neu machen, da der Vorbesitzer an der Schwinge normale Kugellager eingebaut hatte und keine Druckringe verbaut waren).
Ja ich weiß, dass es die Druckringe auch zu kaufen gibt  ::) , aber wenn man die Möglichkeit hat und eh umarbeiten muss, warum dann nicht selber auf der Drehmaschine machen  ;) .

Mit Einbau des Abstandsringes ist jetzt auch Punkt #3 erledigt, denn nun kann man mit dem Innenauszieher wesentlich einfacher den Lageraußenring greifen und ziehen.

Schwingenlager2.jpg
Schwingenlager1.jpg

Materialbedarf:
- 2x Kegelschmiernippel DIN3405
- 2x Wellendichtring 22-40-5
- 2x Kegelrollenlager (falls erforderlich)
- Halbzeug: Kunststoffrohr 15x25 mind. 150mm lang
- 4x 40er U-Scheiben Dicke ca. 1,6mm

Zum Herstellungsablauf:
- zuerst die Kunststoff-Innenhülse herstellen
- 2x innere Abdeckscheibe (17,2x40x1,6mm)
- 2x Abstandsring (34x40x1,6mm)
- äußerer Druckring anpassen
- sofern erforderlich die Passscheiben (17,2x35x"Passung") anfertigen

Dann wird wechselseitig zusammen mit den Lagern in der Gabel mittels feinem Stift auf der Steckachse der Abstand zwischen Lagerinnenring und innerer Abdeckscheibe aufgezeichnet.

Schwingenlager6.jpg

Diese Position entscheidet wie tief die 3mm achsialen Bohrungen erfolgen müssen (war bei mir einmal 51 und 52mm).

Damit das Fettnippel auf der Sechskantseite der Steckachse besser dichtet, wird da noch eine kleine plane Fläche abgedreht und Anschließend M6-Normgewinde eingebracht (habe dazu ein 5er Kernloch ca. 10mm tief eingebracht).
Auf der Gewindeseite der Steckachse ist original schon innen ein Absatz, dieser wurde mit 8,5mm Bohrer ca. 5mm tief gebohrt inkl. kleiner Faße und anschließend eine Gewindehülse in 8,5mm Außendurchmesser mit Länge 5mm und innen M6-Gewinde versehen, dazu ebenfalls auf einer Außenkante mit Anfaßung angebracht.
Die beiden Anfaßungen geben später Raum für das Fügeverfahren.

Nun erfolgt die Querbohrung in der Steckachse mit 2mm Bohrer, ungefähr auf Position der äußeren Strichmarkierung, so dass die Schmierbohrung im eingebauten Zustand leicht vom Innenring des Lagers überdeckt wird.
Dann kommen noch mittels kleiner Rundfeile (Schlüsselfeile) je zwei auslaufende Vertiefungen an das Schmierloch, um bei Überlappung vom Lagerinnenring den Fettweg nicht komplett zu verschließen.

Schwingenlager4.jpg
[im ersten Versuch hatte ich noch die langen Druckringe, da hatte der Aufbau in die Schwinge ohne die Passscheiben gepasst, daher passten die Positionen im Bild ohne die Passscheiben]

Nachdem die Bohrlöcher und alles an den Steckachsen ausgeblasen und gereinigt sind, wird auf der Gewindeseite der Steckachse die 8,5er Gewindehülse mittels WIG mit CuSi eingelötet und plan gedreht.

Schwingenlager3.jpg

Anschließend dann die Kegelschmiernippel mittels Locktide Endfest einschrauben.
Probesitz der Steckachse mit den kompletten Lagern, aber noch ohne Schwinge zum Test des Schmierverhaltens.

Schwingenlager5.jpg

Mittels kleiner Handstoßpresse kam bei meinem Versuch nach jeweils ca. 7 Hüben pro Seite das Fett aus dem Lagerring gedrückt.

Also alles wieder zerlegen und in die Schwinge einbauen:
- auf einer Seite: innere Abdeckscheibe, innerer Distanzring und Lagerlaufring
- Innenhülse von der Gegenseite einschieben
- auf anderer Seite: innere Abdeckscheibe, innerer Distanzring und Lagerlaufring
- je Seite: inneren Lagerring mit Rollen, Druckring und dann den Wellendichtring

Montage inkl. der Ausgleichsscheiben in der Gabel und restlicher Fettfüllung (waren wiederum so je Seite ca. 7 Hübe aus der Handstoßpresse).

Dann Steckachse festschrauben.
Zur Sicherheit hatte ich in der Abdeckmutter noch eine 10mm Durchmesser 1mm tiefe zusätzliche innere Einsenkung für das Kegelschmiernippel angebracht, war aber nicht notwendig, falls doch kann man sich vielleicht auch mit einer zusätzlichen U-Scheibe mehr Abstand von Kontermutter zum Schmiernippel verschaffen.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

Kees

Das ist eine menge Arbeit. Die BMW Lösung mit Fettnipel in die Schwingachse mag nicht ideal sein, ist aber schnell erledigt  ;)

Eppo

Denke die BMW Lösung ist eher dem Wirtschaftsingenieur geschuldet.
Klar kann man auch over-engineering betreiben  ;D
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

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