Zylinderlack

Begonnen von Himmbeertoni, 15 Dezember 2012, 20:56:19

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Himmbeertoni

Hallo zusammen,

habe gerade in einem Buch über Motorradrestauration einer Engländerin was über das lackieren des Zylinders gelesen.
Der Autor schreibt schwarzer Hitzelack aus der Sprühdose wäre nicht zu empfehlen statt dessen der Lack glänzend von Humbrol welcher relativ günstig in Modellbauläden zu haben ist.
Hat jemand von euch damit schon mal seine Erfahrungen gemacht? Zwecks Hitzeentwicklung und so...

Schönes Wochenende

Gerd

Himmbeertoni


axel69

Hallo Gerd,

den üblichen hitzefesten Auspufflack in matt würde ich tatsächlich nicht empfehlen. Suche mal nach den Produkten von VHT (very high temperature). Dort gibt es Lacke, die die darunterliegende Fläche wirklich versiegeln. Oder such mal nach Zylinderlack.
Handicap: Bei Zylindern ist es schwer, die Kühlrippen mechanisch ordentlich zu entrosten. Und Lack per Sprühdose oder Spritzpistole deckend auf die Kühlrippen zu bringen ist auch nicht einfach.
Insofern ist chemisch entrosten und Lackauftrag per Pinsel ein überlegenswerter Ansatz.

Grüße

Axel

kruemel

Bei mir hält schwarzer auspufflack wunderbar...
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

Hans_R25

Ich habe BBQ-Lack für Grills von Hornbach verwendet und bin sehr zufrieden damit. Hält, hat einen angenehmen seidenmatten Glanz und läßt sich einfach per Pinsel ausbessern.

Gruß
Hans
Der kluge Mensch hat immer Zeit für Dummheiten.

RZwofünf

Hab die Tage bei meiner so einen 800°C-Lack aus dem Autozubehör aufgesprüht. Allerdings habe ich den Zylinder vorher glasperlengestrahlt, so daß ich das Zeug auf einem rostfreien Untergrund auftragen konnte.
Anschließend habe ich den Zylinder nach Anleitung eine Stunde trocknen lassen und dann die Farbei eine Stunde bei 200°C eingebrannt. (nicht im heimischen Backofen, das stinkt und qualmt und gibt garantiert Zoff mit der Regierung)  :galgen:
Jetzt muß das Zeug nur noch dauerhaft halten.
Ich berichte, wenn die 25 wieder läuft. Das kann allerdings noch was dauern.

† Oldtimerfahrer

Moin,
wenn wir hier nur über den Zylinder reden!
Dann folgendes: 

Ganz normal mit der lackierung des "Restes" lackiert. (Reste = Anbauteile)
Keine Hitzesonderlösung oder dergleichen.
Und hält wunderbar!

Gruß Rudi
2011 Schottland I 2012 Großglockner-Hochalpenstraße I 2013 Schottland I 2014 Lettland/Litauen I 2017 Südengland

kruemel

und Rudi?
Auch das funktioniert, oder? Motor wird nicht zu heiß und Rost ist auch kein Thema oder? Hast Du den Zylinder noch "vorbehandelt" (Zink, Rost auskratzen o.ä.)?

Gruß
kruemel
Forums "Kernkruemel" ;-)
BMW R24 und Isetta 300

† Oldtimerfahrer

#7
Moin Kristian,
ja es funktioniert.  ;)
Motor wird "normal" heiß, was auch immer normal ist.  ;D
Zylinderkopf wurde damals mit Plastikkügelchen gestrahlt. Bei REHAU (Nachbar arbeitet dort) und danach lackiert.

Gruß Rudi
2011 Schottland I 2012 Großglockner-Hochalpenstraße I 2013 Schottland I 2014 Lettland/Litauen I 2017 Südengland

schraubenkoenig

Ich hab früher den Lack auf grob bereinigte Kühlrippen gesprüht - Stahl oder Alu (habe keinen Unterschied gesehen)... gehalten hat es eigentlich immer. Und mattschwarz kann man klasse ausbessern.

Robin

Hallo,
mit dem Einsatz eines Bratschlauches (normalerweise fürs Brathändel) wurde bei mir das Einbrennen des Lackes am Zylinder sogar von der Regierung übernommen. Dies geht mit dem Schlauch ohne Geruchsbelästigung ab. Diese Einbrenn-Methode kann ich nur weiterempfehlen.

mfg Robin
"Jedesmal, wenn du alle Antworten gelernt hast, wechseln sie alle Fragen!.. (Oliver Otis Howard)

professor buxus

Klasse!    :respekt:

Gruß Buxus
Freie Fahrt für freie Einzylinder!  

cledrera

Nicht schlecht Herr Specht.  :applaus: :applaus:
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Karl

Das wär doch n Eintrag in tipps&Tricks wert
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† Oldtimerfahrer

Zitat von: Karl am 18 Dezember 2012, 23:15:54
Das wär doch n Eintrag in tipps&Tricks wert
Jo!
Das Leben kann so einfach sein.  ;D

Gruß Rudi
2011 Schottland I 2012 Großglockner-Hochalpenstraße I 2013 Schottland I 2014 Lettland/Litauen I 2017 Südengland

mekgyver

Hallo Robin
diese Idee ist grandios !  :blumen:
weil zunächst die Dünste der Lackierung im Beutel bleiben.  :applaus:

Doch wie ist die Abschirmung der Folie für die Temperatur ?
Konkret : bei welcher Mindest-Temperatur kann man diese Hähnchen braten ?

Denn das soll ja die Folie leisten : Abschirmung und trotzdem  ;) das gute Bratergebnis liefern.

Gruß mek  :schrauber:

Ich bedanke mich bei all denen, die zum Thema nichts beizutragen hatten und geschwiegen haben.
... 73er-Gang

Stefan

Die Folie schirmt bei ursprünglich vorgesehener Verwendung den Backofen gegen Bratspritzer vom Hähnchen ab, wärmeisolierend soll die sicher nicht sein.
Problem: maximale Einsatztemperatur Bratschlauch: 200 °C, Einbrenntemperatur (des von mir verwendeten) Lackes: min. 250 °C!
Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

professor buxus

Hi,
der Wärmedurchgangskoeffizient der Folie dürfte keine Rolle spielen,
die Temperaturen innen und aussen gleichen sich an.
Aber mal ne andere Frage: Der Zylinder wird doch sowieso heiß,
muß der Lack denn überhaupt extra eingebrannt werden?

Gruß Buxus
Freie Fahrt für freie Einzylinder!  

Karl

@Buxus: in Anlehnung an Stefans Aussage - wird der Zylinder 250 Grad heiß?
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cledrera

Also schaffen kann man das, insbesondere, wenn man bei Einbau den Bratschlauch daran lässt.   ;D

Spaß beiseite: Die Einbrenntemperatur des Lacks mit 250 Grad zu bemessen, entspricht sicherlich den Herstellervorgaben, ist aber nicht zwingend nötig, um den Lack auszuhärten.
200 Grad dürften reichen. Wem das nicht genügt, der kann ja einen Heißluftfön nehmen; spart auch die Zylinderdemontage  ;).
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Hans_R25

Also, mein BBQ-Lack hatte ich nur (auf den grob mit der Drahtbürste gereinigten Zylinder) aufgesprüht und über Nacht im Keller trocknen lassen. Danach war der Lack staubtrocken und konnte angefasst werden ohne Beschädigungen. Die Finale Aushärtung kam dann während des Betriebs.

Gruß
Hans_R25

Der kluge Mensch hat immer Zeit für Dummheiten.

Stefan

Zitat von: cledrera am 19 Dezember 2012, 08:48:08
...ist aber nicht zwingend nötig, um den Lack auszuhärten...

Wo steht das? Du weißt ja gar nicht, welchen Lack ich verwende.

Zudem sehr beliebt: Irgendetwas nicht nach Herstellerangaben verarbeiten ("200 °C reichen auch") oder verwenden und wenns dann kaputtgeht ("Sch... Lack, blättert nach drei Tagen ab!") über die miese Qualität motzen.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

cledrera

ZitatWo steht das?
Antwort Nummer 18
ZitatDu weißt ja gar nicht, welchen Lack ich verwende.
Doch steht in Antwort Nummer 15.
Ist ein Nonamelack ohne Herstellerangabe und Spezifikation; also so ein zweitakttypischer Billigplunder.

Stefan,
Du hast natürlich im Allgemeinen Recht.
Allerdings wird schon für den üblichen Einbrennlack empfohlen, ihn bei 250 Grad aushärten zu lassen.
Not tut das nicht unbedingt oder nur, wenn man optimalste Ergebnisse haben will.
Die Härtungsreaktion wird bei Einbrennlacken schon bei wesentlich geringeren Temperaturen ausgelöst.
Hält man dann die Temperatur geraume Zeit konstant hoch, schließt die chemische Reaktion i.d.R. auch ohne das Erreichen von 250 Grad ab.
Besser als zu kurz auf 250 Grad ist das allemal. Und 200 Grad schließen in jedem Fall ein Überbrennen des Lacks aus.


Übrigens: Ein Problem könnte die Bratschlauchlösung haben.
Hat man einen Lack erwischt, der stark Lösungsmittel ausdünstet, was völlig normal wäre, bleiben diese ggf. "hängen".
Würde mich nicht wundern, wenn die dann auf den Lack zurückschlagen und diesen wieder aufweichen.

Ich bliebe jedenfalls bei der Lösung: Kessel, lackiertes Teil rein, Heißluftfön drüber und Kaffee trinken gehen.

Clemens :kaffee:
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
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professor buxus

Zitat von: cledrera am 19 Dezember 2012, 18:12:39

Ich bliebe jedenfalls bei der Lösung: Kessel, lackiertes Teil rein, Heißluftfön drüber und Kaffee trinken gehen.

Deckel drauf?   ???    ;D

@Buxus: in Anlehnung an Stefans Aussage - wird der Zylinder 250 Grad heiß?

Da müssen wir  mek fragen.

Gruß Buxus
Freie Fahrt für freie Einzylinder!  

rolf

Könnt ihr...wird er aber nicht...der wird gut 100°C warm....mehr nicht.
Ich habe es jahrelang auch ohne extra einbrennen versucht....hält sehr schlecht...der Nächste wird eingebrannt

peter63

Ich habe öfters aus anderen Gründen die Temperatuern gemessen.
Zylinder, oberste Rippe max 130C
Kopf am Außlass max 195C
Ich denke nicht, das diese Temperaturen noch wesentlich überschritten werden.

Bei meinen Zylindern tut´s übrigends gewöhnlicher Ofenlack und hält .

@Stefan: pulverst du?

LG Peter

Stefan

Hi Peter,

nö, ich habe vor ein paar Jahren Senotherm-Ofenlacke entdeckt und kann die bisher uneingeschränkt empfehlen.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

berndr253

Hallo Stefan,

hast Du den Lack eingebrannt?? Wenn ja , bei welcher Temperatur - und - wie (Backofen ist leider tabu!)

Bernd
Leben und Leben lassen

Stefan

"Tabu? Er heißt doch Pepe!" (Obelix in "Asterix in Spanien")

Eingebrannt nach Vorschrift (bin leider kein Lackexperte wie Clemens  :box:) bei 250 °C im Backofen, wo sonst.

Gruß
Stefan
The evil is always and everywhere!

Heiko

Fährst Du noch oder stehst Du schon?

Im Ernst, was ist besser als Einbrennen als Betriebstemperatur am Zylinder?,,, und überhaupt... Einbrennen... frag mal einen Lackierbetrieb. Einbrennen bezeichnen das die Lackiertechnischen Laien, heute wird kein Lack mehr "eingebrannt" (wenn es überhaupt früher gemacht wurde). Max. 70 Grad in der Trockenkabine, aber nicht mehr.


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

berndr253

@Stefan,
danke für den Hinweis - bist also nach den Herstellerangaben vorgegangen. Schade, ich  hatte gehofft, dass es auch eine Verarbeitungsmöglichkeit ohne Backofen gibt.

@Heiko,
könnte sein, dass unter der "Einbrenntemperatur" noch Prozesse ablaufen, die bei 100 oder 130°C nocht nicht aktiv sind
Verarbeitungsvorschrift des Herstellers - gerade gegoogelt:

"Das Weilburger Senotherm-Lack ist perfekt für die Lackierung von Ofenrohren, Kaminöfen, Kamineinsätzen, Gartengrillgeräten und anderen thermisch hochbelasteten Bauteilen. Die Beschichtung kann mit den Senotherm - Lack - Spray neu aufgetragen oder beschädigte Stellen ausgebessert werden. Der Senotherm - Lack ist hitzebeständig und dekorativ, also für den Einsatz im Sichtbereich geeignet. Das Senotherm Lackspray ist korrosionsschützend, lässt sich leicht verarbeiten und zeigt bei gutem Standvermögen an senkrechten Flächen einen hervorragenden Verlauf. Das Beschichtungsmaterial ist bei Raumtemperatur physikalisch trocknend, mechanische Festigkeiten und endgültige Eigenschaften werden nach einer Trocknung von 250°C Objekttemperatur für mindestens 30 Minuten erhalten. Die spezielle Zusammensetzung gewährleistet nahezu unveränderten Glanz und Farbton bei einer Dauerbelastungstemperaturen bis zu ca. 500°C."

Bernd
Leben und Leben lassen

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